DOK Leipzig 30. Oktober – 5. November 2017
60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
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Filmpreis "Leipziger Ring"


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FILMPREIS "LEIPZIGER RING"

Filmpreis der Stiftung Friedliche Revolution für den besten Dokumentarfilm zum Thema Demokratie



FILMPREIS

LAURA POITRAS (USA) für ihren Film CITIZENFOUR

 

Begründung der Jury für den Filmpreis „Leipziger Ring“  2014

für den Film CITIZENFOUR von Laura Poitras

 

Freiheit ist ein hohes Gut der Demokratie und muss immer wieder verteidigt werden. Die Enthüllungen von Edward Snowden haben das einmal mehr deutlich gemacht. Er hat den Mut, seine Existenz aufs Spiel zu setzen, um der Welt die Augen zu öffnen: für Praktiken von Geheimdiensten, die kaum einer in der Demokratie für möglich gehalten hat.  

 

Der Dokumentarfilm CITIZENFOUR zeigt das eindrücklich. „Ich bin nicht wichtig. Es geht nicht um mich. Es geht um die Freiheit von uns allen“, sagt der 29-Jährige in dem Streifen, der zugleich auch die Einschränkung seiner eigenen Freiheit zeigt - bis hin zu seinem Aufenthalt in Moskau, zu dem ihm seine Freundin gefolgt ist. Edward Snowdens Leben, das ist keine Frage, ist bis auf den heutigen Tag in höchster Gefahr und wird es noch sehr lange bleiben.  Die Öffentlichkeit, die ihm dieser Dokumentarfilm verschafft, ist wie alle Öffentlichkeit auch ein Schutz für ihn.

 

Unter dem Decknamen „Citizenfour“ hatte sich Edward Snowden mit der engagierten Filmemacherin Laura Poitras  in Verbindung gesetzt, die die Einschränkung der Freiheitsrechte seit dem 11. September 2001 und dem daraus folgenden Kampf gegen den Terror zu ihrem Thema gemacht hat. Edward Snowden hatte Sie wissen lassen, dass er Informationen über die Überwachungstätigkeit der britischen und US-Regierung habe. Laura Poitras flog mit dem Guardian-Journalisten Glenn Greenwald nach Hongkong, um das Material  entgegenzunehmen.

 

Aus dieser Begegnung hervorgegangen ist ein spannender Dokumentarfilm, der nicht nur durch interessante Filmschnitte und Bilder überrascht. Auch das Bild, das der Film von Edward Snowden zeichnet, ist ungewöhnlich. Denn er erscheint darin keineswegs als der große Held, der eine Weltmacht herausfordert. Vorgestellt wird vielmehr ein bescheidener junger Mann, der bescheiden wirkt, aus seinen Ängsten keinen Hehl macht und auf die Unterstützung couragierter Freundinnen und Freunde setzt. Er versteht sich als Teil einer Bewegung, die sich der möglichen Überwachung der Privatsphäre im digitalen Zeitalter zur Wehr setzt.

 

Zivilcourage beginnt beim einzelnen. Jeder ist selbst dafür verantwortlich, was er tut oder lässt, ob er sich morgens mit einem guten Gewissen im Spiegel anschauen kann oder eben auch nicht. Und Zivilcourage beginnt ganz unten. Daraus entwickelt sich Solidarität, die zu einer großen Kraft werden kann. Das hat die Friedliche Revolution 1989 gezeigt - eine Erfahrung, die grade auch heute in der Demokratie unverzichtbar ist. „Wir gehen weiter“ ist das Motto der Stiftung Friedliche Revolution, die den Filmpreis vergibt. Für die Verteidigung der 1989 erkämpften Freiheitsrechte und gegen jede Überwachung gilt das in besonderer Weise. Auch darum hat sich die Jury für diesen Film entschieden – mit dem sich Laura Poitras auch um unsere Freiheit verdient gemacht hat.


Mehr Informationen zum Film

 


Filmpreis „Leipziger Ring" in Verbindung mit 5.000 € gestiftet von der Stiftung Friedliche Revolution