DOK Leipzig 30. Oktober – 5. November 2017
60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 30 October – 5 November 2017
60th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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15/2016

DOK Leipzig vergibt zum
Festivalabschluss sieben Goldene Tauben

Insgesamt hat das Filmfestival 21 Preise in Höhe von 77.000 Euro ausgelobt

Der ukrainische Filmemacher Sergei Loznitsa hat bei DOK Leipzig mit dem Film „Austerlitz” die prestigeträchtige Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm gewonnen, gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk. Der renommierte Filmemacher beobachtet in seinem Werk in Schwarz-Weiß-Bildern Besucherinnen und Besucher in Konzentrationslagern. Die Jury begründete ihre Wahl unter anderem mit den Worten: „Die seinen Bildern innewohnende Ruhe und Schönheit sowie die bemerkenswerte Klangbearbeitung lassen jede Menge Zeit, nochmals darüber nachzudenken, was sich vor noch gar nicht so langer Zeit in der Mitte Europas ereignet hat.” Am 15. Dezember kommt „Austerlitz” in die deutschen Kinos. Loznitsa hat beim größten deutschen Dokumentarfilmfestival bereits mehrere Preise gewonnen. Zuletzt erhielt er 2015 für seinen Beitrag „The Event” bei DOK Leipzig den Filmpreis Leipziger Ring, 2014 lief sein Werk „Maidan” im Internationalen Wettbewerb lang. Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ging an Thorsten Trimpop für seinen Film „Furusato”. Die in Japan gedrehte Arbeit fängt in monumentalen Bildern die Nachwirkungen der Katastrophe von Fukushima ein. Trimpop, der in den USA lebt, war mit seinem letzten Film „Der irrationale Rest” 2005 auf der Berlinale vertreten. Mit der Goldenen Taube im Next Masters Wettbewerb wurde die georgische Regisseurin Mariam Chachia für „Listen to the Silence” ausgezeichnet. Ihr Film erzählt die Geschichte eines gehörlosen Jungen, der in einem Internat durch Tanz eine Ausdrucksmöglichkeit findet. Der Preis, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dient als Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt. Mit der Goldenen Taube für den besten animierten Dokumentarfilm wurde der finnische Beitrag „Kaisa’s Enchanted Forest“ („Kuun metsän Kaisa”) von Katja Gauriloff geehrt, gestiftet von der TELEPOOL GmbH.  


Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm wurde die Polin Zofia Kowalewska für ihren Beitrag „Close Ties” („Więzi“) mit der Goldenen Taube kurzer Dokumentarfilm ausgezeichnet. Der Beitrag ist auf der Shortlist der Academy Awards in der Kategorie ‚Documentary Short Subject’. Elin Grimstad erhielt für den norwegischen Beitrag „Eternal Hunting Grounds” („Evige jaktmarker”) die Goldene Taube kurzer Animationsfilm. Dieser Film kann sich für den OSCAR® in der Kategorie ‚Short Film' qualifizieren, sofern er die formalen Kriterien der Academy erfüllt. Die Goldene Taube für den besten kurzen deutschen Dokumentar- und Animationsfilm ging an die polnisch-deutsche Koproduktion „Patriotic Lesson” von Filip Jacobson.  


Die erstmals vergebene Silberne Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm zeichete den besten Film zum Thema Demokratie und Menschenrechte aus und ging an „Cahier Africain” von Heidi Specogna, eine Produktion zwischen der Schweiz und Deutschland. Heidi Specogna war bei DOK Leipzig bereits mit mehreren Filmen vertreten. Die Silberne Taube wurde in diesem Jahr von Schauspieler Uwe Steimle gestiftet. Zudem erhielt der Film den Preis der neu gegründeten Interreligiösen Jury (ehemals Ökumenische Jury). Am 10. November hat der Film einen bundesweiten Kinostart. Die Silberne Taube für eine herausragende künstlerische Einzelleistung im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm ging an die dänische Filmemacherin Robin Petré für ihren Film „Pulse“. 


Insgesamt wurden beim diesjährigen Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 21 Preise vergeben, darunter sieben Goldene und zwei Silberne Tauben. Mit einem Preisgeld von 77.000 Euro ist DOK Leipzig das höchstdotierte Dokumentarfilmfestival in Deutschland. Morgen (Sonntag) werden vier der Preisträgerfilme sowie Publikumslieblinge noch einmal gezeigt. Insgesamt liefen in der am Sonntag zu Ende gehenden Festivalwoche 309 Werke.  

Informationen zu den Preisträger-Filmen finden Sie im Filmfinder auf unserer Website unter: https://films2016.dok-leipzig.de/de/
Alle Jurybegründungen und Preise inkl. Lobende Erwähnungen entnehmen Sie dem Anhang. 


Stills zu allen Filmen finden Sie unter: presse.dok-leipzig.de Alle Bilder können für eine Berichterstattung über DOK Leipzig kostenfrei genutzt werden. Verwenden Sie bei Veröffentlichung als Fotocredit „DOK Leipzig 2016/ Name Regisseur bzw. Regisseurin“, wenn nicht anders in der Bilddatei angegeben. 


Logos, Festivalimpressionen und das diesjährige Festivalmotiv finden Sie hier: http://www.dokleipzig.de/de/dok/presse/download


Alle Preise im Überblick 
Mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm wurde die deutsche Produktion „Austerlitz“ des ukrainischen Filmemachers Sergei Loznitsa ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNK gestiftet. Überreicht wurde der Hauptpreis von MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi/ Programmdirektor beim MDR Fernsehen.  
Die mit 10.000 Euro dotierte Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ging an „Furusato” von Thorsten Trimpop. Der Film ist eine Koproduktion zwischen Deutschland und den USA.  


Die Goldene Taube der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig im Next Masters Wettbewerb ging an die georgische Filmemacherin Mariam Chachia für „Listen to the Silence”. Das Preisgeld von 10.000 Euro dient der Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt der Regisseurin. Der Preis wurde überreicht von Stephan Seeger, Geschäftsführender Vorsitzender und Direktor der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Der Next Masters Wettbewerb ist Bestandteil der Nachwuchsangebote bei DOK Leipzig und wird in Kooperation mit der SLM realisiert. Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz, Mitglied des Medienrats der SLM, überbrachte ein Grußwort.  


Die Goldene Taube für den besten animierten Dokumentarfilm ging an den finnischen Beitrag „Kaisa’s Enchanted Forest“ („Kuun metsän Kaisa”) von Katja Gauriloff. Der Preis wird von der TELEPOOL GmbH gestiftet und ist mit 3.000 Euro dotiert. 


Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm ging die Goldene Taube für den besten kurzen Dokumentarfilm an den polnischen Beitrag „Close Ties” („Więzi”) von Zofia Kowalewska. Die Regisseurin erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro. Mit der Goldenen Taube für den besten kurzen Animationsfilm, ebenfalls dotiert mit 5.000 Euro, wurde der norwegische Beitrag „Eternal Hunting Grounds“ („Evige jaktmarker”) von Elin Grimstad ausgezeichnet. Die Silberne Taube für den besten kurzen Dokumentar- und Animationsfilm, dotiert mit 2.000 Euro, ging an die dänische Filmemacherin Robin Petré für ihren Film „Pulse“, eine Koproduktion zwischen Ungarn, Portugal und Belgien. 


Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm, verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro, wurde an die deutsch-polnische Koproduktion „Patriotic Lesson” („Lekcja patriotyzmu”) von Filip Jacobson vergeben. 
Die erstmals vergebene Silberne Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm zeichnete den besten Film zum Thema Demokratie und Menschenrechte aus und ging an die schweizerisch-deutsche Koproduktion „Cahier Africain” von Heidi Specogna. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde von Preisstifter Uwe Steimle vergeben.

Der Healthy Workplaces Film Award in Verbindung mit 5.000 Euro, gestiftet von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) wurde verliehen an den deutschen Film „Zwischen den Stühlen” von Regisseur Jakob Schmidt. Der Preis wurde überreicht von Marta Urrutia, Corporate Promotions Manager der EU-OSHA, und beinhaltet zudem eine Untertitelung in mehrere europäische Sprachen, der Produktion und Vervielfältigung einer DVD sowie der Organisation von Filmvorführungen. Mit dem MDR-Filmpreis in Höhe von 3.000 Euro für einen herausragenden osteuropäischen Dokumentarfilm ging an die russisch-polnische Koproduktion „Convictions” („Ubezhdeniya“) der Russin Tatyana Chistova. Überreicht wurde der Preis von Dr. Katja Wildermuth, Redaktionsleiterin Geschichte und Dokumentarfilm beim MDR. 


Den DEFA-Förderpreis für einen herausragenden langen Dokumentarfilm aus dem Deutschen Wettbewerb, verbunden mit einem Stipendium in Wert von 4.000 Euro, erhielt Jakob Schmidt für seinen Film „Zwischen den Stühlen” und wurde von Stefanie Eckert vergeben, Referentin des Vorstands. Der Ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness ging ex aequo an Jakob Schmidt für den Film „Zwischen den Stühlen” und an die deutsch-kurdische Regisseurin Ayşe Polat für „The Others” („Ötekiler”), eine Koproduktion zwischen Deutschland und der Türkei. Der Preis ist mit 2.500 Euro verbunden und wurde im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm vergeben. Der Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts für den besten langen deutschen Dokumentarfilm, verbunden mit dem Ankauf der Lizenz, der Untertitelung in bis zu zehn Sprachen sowie 2.000 Euro, ging an Jakob Schmidt für seinen Film „Zwischen den Stühlen”. 


Den Preis der Interreligiösen Jury erhielt Heidi Specogna für die schweizerisch-deutsche Koproduktion „Cahier Africain“. Der Preis ist verbunden mit 2.500 Euro und wurde gemeinsam gespendet vom Interreligiösen Tisch Leipzig und von den VCH-Hotels Deutschland GmbH – im Verband Christlicher Hoteliers e. V. einschließlich des Hotels MICHAELIS in Leipzig. Die FIPRESCI-Jury hat ihren Preis im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm an Valeria Bruni Tedeschi und Yann Coridian (Frankreich) für „A Young Girl in Her Nineties“ („Une jeune fille de 90 ans”)  verliehen. 
Der Young Eyes Film Award, dotiert mit 2.000 Euro, wurde verliehen an die polnische Regisseurin Anna Zamecka für ihren Film „Communion” („Komunia”). Die Auszeichnung wurde von einer Jugendjury an einen Film der Offiziellen Auswahl vergeben. Durch Auszählung der Publikumsstimmen wurde der DOK Neuland Audience Award für den Publikumsliebling in der interaktiven Ausstellung ermittelt. Gewonnen hat die deutsche 360°-Doku „T)raumzwang” von Pascal Hanke. Durch Auszählung von Publikumsstimmen wurde der mephisto 97.6-Publikumspreis für den besten Animationsfilm der Offiziellen Auswahl ermittelt. Er ging an die polnische Regisseurin Renata Gąsiorowska für ihren Animationsfilm „Pussy“ („Cipka”). 


Der Preis Gedanken-Aufschluss ging an den Film „Fighter” von Susanne Bi

nninger (Deutschland). Die Auszeichnung wurde vergeben von einer Jury aus jugendlichen und jungen erwachsenen Strafgefangenen der JSA Regis-Breitingen an einen der für DOK im Knast nominierten Filme. 


Der DOK Leipzig und EWA Entwicklungspreis an das beste Filmprojekt einer Regisseurin wurde im DOK Co-Pro Market vergeben und ging an „Leftover Women“ von Shosh Shlam und Hilla Medalia, eine israelisch-deutsche Koproduktion von Shlam Productions, Medalia Productions und Neue Celluloid Fabrik. Der Preis ist verbunden mit 1.000 Euro und einer einjährigen Beratung durch DOK Leipzig.