DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61st International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Asadaghas Herz

Asadaghas Herz

Asadaghas Herz

 

Asadagha ist Kriegswaise. Er war sieben, als seine Eltern von amerikanischen Soldaten erschossen wurden. Man hatte angenommen, dass sich in ihrem Haus Terroristen verbargen. Das war falsch. Es gibt in Afghanistan tausende Kinder wie Asadagha, die durch den Krieg ihre Eltern verloren haben und nun allein in einem Land zurechtkommen müssen, in dem es kaum verlässliche Hilfsstrukturen gibt. Asadagha ist nun Familienoberhaupt wider Willen.

 

„Sie kamen in der Nacht mit Hubschraubern und haben meine Eltern einfach erschossen. Wenn ich an die Nacht denke, verdunkelt sich mein Herz.“ Asadagha

 

Die Kinder wohnen in einem einfachen Raum ohne Elektrizität und fließendes Wasser, sie schlafen auf alten Matratzen auf dem gestampften Lehmboden und waschen sich im nahen Fluss. Damit müssen sie mit deutlich schlechteren Bedingungen umgehen, als die anderen portraitierten Kinder. Asadagha versucht dennoch, seine kleine Familie zusammen zu halten, doch die Lage spitzt sich zu, als sein Onkel, bei dem sie nach dem Tod der Eltern unterschlüpfen konnten, sie hinaus wirft.

 

„Pack Deine Sachen, nimm Deine Schwestern und verschwinde. Finde einen anderen in der Familie, der helfen kann.“ Asadagahs Onkel

 

Angesichts dieser harschen Worte fügt sich Asadagha fast ohne Protest. Sein Blick geht ins Leere und zeigt deutlich, wie groß seine Verzweiflung ist. Ohne viele Worte packt er das wenige Hab und Gut auf den Rücken ihres Esels und läuft los. Zum Glück treffen die Kinder auf ihrer ziellosen Wanderung Massoud, einen alten Freund ihres Vaters. Er verspricht, Asadagha und seinen Schwestern zu helfen und er hält Wort.

 

„Asadagha, Dein Vater war mein Freund. Wir haben alles geteilt. Es ist mir eine Ehre, euch zu helfen.“ Massoud

 

Bei Massoud können sich die Kinder erstmals seit dem Tod der Eltern zu Hause fühlen. Er kümmert sich sie, behandelt aber dennoch den elfjährigen Asadagha nicht wie ein Kind, sondern wie den Mann, der er durch die Umstände werden musste. Massoud spricht mit dem Jungen ganz offen über seinen Schmerz und man merkt Asadagha an, wie wichtig es für ihn ist, endlich nicht mehr stark sein zu müssen und jemandem sein Herz zu öffnen. Er offenbart auch seine Wut und den Wunsch nach Rache, doch mit diesen Gedanken stößt er bei Massoud auf Widerstand.

 

„Ich will Dir so helfen, als wärst Du mein kleiner Bruder, denn Dein Vater war mein Freund. Dafür musst Du aber keine Rachegedanken mehr hegen. Hast Du das begriffen, mein Junge?" Massoud

 

Auch wenn der Junge diese Frage zunächst bejaht, bleibt seine weitere Entwicklung offen. Wer wie Asadagha schon in frühester Kindheit so viel Ungerechtigkeit und Leid erleben musste, dem fällt das Vergeben naturgemäß schwer. In Afghanistan wächst in diesen Jahren eine ganze Generation heran, die wie Asadagha und seine Schwestern völlig ohne Schuld zu Opfern eines Krieges wurden, der in den Köpfen aller Beteiligten noch lange nicht vorbei ist.

 

 

Fragen zur Nachbereitung von „Asadaghas Herz“ im Unterricht

 

Beschreibt Asadaghas Leben. Wie unterscheidet es sich von dem der anderen Kinder in den Filmen?

 

Obwohl Asadagha erst 11 Jahre alt ist, kümmert es sich bereits ganz allein um seine Schwestern Gulzia und Fabia. Warum ist Asadagha ganz allein für die beiden verantwortlich?

 

Wie gehen die Erwachsenen im Film mit Asadagha um?

Gibt es Unterschiede im Verhalten zwischen seinem Onkel und dem Freund seines Vaters?

 

Es fällt Asadagha schwer, über den Verlust seiner Eltern zu sprechen. Wem erzählt er schließlich seine Geschichte?

 

Bis heute leidet Asadagha unter Alpträumen. Wie werden diese Alpträume im Film gezeigt?

 

Der Film heißt „Asadaghas Herz“. Stellt Vermutungen an, wie es zu diesem Filmtitel gekommen ist!

 

Findet ihr den Titel passend für den Film? Welche anderen Titel wären denkbar?

 

Asadagha sagt, sein sehnlichster Wunsch sei es, Rache zu nehmen. Glaubt ihr, es würde ihm besser gehen, wenn er diesen Plan umsetzt?

 


 

Ausschnitte

Ausschnitt 1:
Asadagha verliert sein Zuhause (00:37 – 03:13)

 

Der Film zeigt ohne viele Worte, unter welchen Bedingungen Asadagha und seine Schwestern leben. Beschreibt ihren Alltag und ihre Umgebung. Wo unterscheidet sich beides von eurem Leben?

 

Wie geht Asadaghas Onkel mit ihm und seinen Geschwistern um?

 

Wie reagiert Asadagha auf den Rauswurf? Welche anderen Reaktionsweisen wären denkbar?

 

 

 

 

Ausschnitt 2:

Asadagha und die Rache im Herzen (13:55 – 15:45)

 

Wie spricht Massoud mit Asadagha? Wie unterscheidet er sich von Asadaghas Onkel?

 

Woher rührt Asadaghas Wunsch nach Rache?