DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61st International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Machgans Entschluss

Machgans Wille

Machgans Wille

 

Wenn Machgan in den ersten Szenen des Films durchs Zentrum Kabuls läuft, wirkt sie viel älter als 11 Jahre. Sie bewegt sich mit Selbstbewusstsein und einer großen Gelassenheit durch die chaotischen Straßen, klopft an Autofenster und verkauft den Insassen Kaugummis. Da sei weiß, dass die Arbeit auf der Straße von vielen Menschen abfällig betrachtet wird, schämt sich manchmal, wenn Nachbarn oder Bekannte sie erkennen. Ans Aufhören denkt sie zunächst trotzdem nicht, weil sie aufgrund der Drogensucht des Vaters kaum eine Alternative zu diesem Leben sieht: die Familie ist auf den Erlös aus Machgans Verkäufen angewiesen.

 

„Ich habe keine andere Wahl, als Kaugummi zu verkaufen. Aber ich bin auch stolz darauf, weil ich damit meine Familie unterstützen kann.“ Machgan

 

Ihre Einstellung dazu ändert sich, als die Sucht ihres Vaters sich verschlimmert und er ihr das erarbeitete Geld, das eigentlich für Essen und Miete gedacht war, abnimmt, um davon Drogen zu kaufen. Tag für Tag schwindet die Hoffnung, aus diesem Teufelskreis einen Ausweg zu finden. Doch als Machgan zufällig von einem Mann angesprochen wird, der eine Schule für Straßenkinder eröffnen will und um SchülerInnen wirbt, hat sie plötzlich einen ganz neue Perspektive.

 

„Ich kleb an diesen Kaugummis. Ich würde wirklich gern zur Schule gehen, aber so lange ich Geld verdienen muss für die Drogen geht das nicht.“ Machgan

 

Warum bin ich eigentlich die einzige in der Familie, die arbeitet, fragt Machgan ganz unumwunden. Die Antwort ihrer Mutter ist bitter: der Vater sei nun schon seit so vielen Jahren drogensüchtig, dass er wohl nie mehr einer Arbeit nachgehen könne. Da er auch immer wieder gewalttätig wird, kann er nicht mit den kleineren Geschwistern allein gelassen werden – die Drogen haben aus ihm einen nörgelnden Pflegefall gemacht, der die ganze Familie stark belastet: vor allen Machgan. Schließlich stellen Mutter und Tochter dem Vater ein Ultimatum.

 

„Wir haben nichts mehr zu Essen. Es fehlt an allem. Unsere Tochter verschwendet ihre Zeit auf der Straße. Hör auf mit den Drogen oder hau ab.“ Machgans Mutter

 

Mit diesem überraschenden Vorstoß stellen sie das traditionelle Geschlechterverhältnis auf den Kopf. Und sie haben Erfolg: tatsächlich bemüht sich der Vater, clean zu werden und Machgan beginnt, in der Straßenkinderschule lesen, schreiben und rechnen zu lernen. Alles, was sie lernt, bringt sie gleich auch ihren kleinen Geschwistern bei und schon nach kurzer Zeit weiß sie, dass sie Lehrerin werden will. Doch die Sorgen sind noch nicht vorbei, der Vater nimmt zwar keine Drogen mehr, weigert sich aber immer noch, zu arbeiten. Statt Machgan verkauft nun ihr kleiner Bruder Kaugummis. Machgan versucht neben der Schule weiter, ihren Vater wieder auf den rechten Weg zu bringen. Er braucht ständige Aufsicht – und ähnelt damit mehr einem Kleinkind als einem Familienoberhaupt. Deshalb haben Machgan und ihre Mutter ihr Schicksal längst selbst in die Hand genommen. Machgan hat inzwischen mehrere Klassen übersprungen und besucht – zusammen mit Gleichaltrigen - die 7. Klasse. Sie will immer noch Lehrerin werden.

 

 

Fragen zur Nachbereitung von „Machgans Entschluss“ im Unterricht

 

Machgan verkauft auf der Straße Kaugummi, statt in die Schule zu gehen. Warum?

 

Wie würdet ihr die Beziehung zwischen Machgan und ihren Eltern beschreiben?

 

Machgans Vater ist drogenabhängig. Versucht zu beschreiben, wie diese Tatsache das Leben seiner Familie beeinflusst!

 

Was würdet ihr tun, wenn ihr an Machgans Stelle wärt?

 

Was hat sich für die einzelnen Familienmitglieder (Vater, Mutter, Geschwister) geändert, seitdem Machgan zur Schule geht?

 

Wie würdet ihr Machgan jemanden beschreiben, der den Film nicht gesehen hat?

 


 

Ausschnitte

Ausschnitt 1:

Machgans schwierige Situation (1:56 – 2:52)

 

Woran kann man erkennen, dass Machgans Vater drogensüchtig ist?

Machgan trägt in der Familie viel Verantwortung. Beschreibt ihre Rolle in der Familie!

 

 

 

Ausschnitt 2:

Machgan und ihre Mutter finden eine Lösung (1:56 – 2:52)

 

Wie wurde das wichtige Gespräch der Familie gefilmt? Warum wurde die Kamera an diesem Standpunkt platziert?

 

Wie reagiert Machgans Vater auf das Ultimatum, das ihm seine Familie stellt?