DOK Leipzig 30. Oktober – 5. November 2017
60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 30 October – 5 November 2017
60th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Anregungen

NACH DER FILMVORFÜHRUNG

Fächerübergreifende Fragen und Anregungen zur weiterführenden Arbeit mit dem Film im Unterricht

Mittelniveau (9.–10. Klasse)

Plenumsdiskussion: Soll Religion Privatsache sein und bleiben?

Momentan garantiert das deutsche Grundgesetz jedem Menschen das Recht, sich zu einer Religion zu bekennen und frei über seinen Glauben zu entscheiden. Diskutiert darüber, welche (historischen) Ursachen dieses Grundrecht haben könnte und wie es sich auf den Alltag auswirkt. Klärt in der Diskussion schließlich die Frage: Sollte Religion Privatsache bleiben?

Planspiel

Stellt euch vor, ein Filmteam würde euch in eurem Alltag beobachten, um daraus einen Film zu machen, der im Kino und Fernsehen gezeigt wird. Würde euch die Anwesenheit des Filmteams stören? Würdet ihr etwas in eurem Verhalten ändern? Wenn ja, was und warum?

 

Gruppenarbeit: Das ist ja typisch?

  • Was ist typisch für den Islam?
  • Was ist typisch für das Christentum?
  • Was ist typisch für konfessionslose Menschen?
  • Was ist typisch für …

 

Findet euch in Gruppen zu vier Personen zusammen und erstellt eine Liste mit all dem, was ihr für den von euch gewählten Begriff für typisch haltet! Bitte bearbeitet ein Thema, das nicht auf euch selbst zutrifft.

 

Im zweiten Schritt stellt ihr eure Ergebnisse in der Gruppe vor. Vergleicht sie mit denen der anderen Gruppen und diskutiert dann gemeinsam über die Ergebnisse.


Hohes Niveau (ab 11. Klasse)

Rechercheaufgabe (Hausarbeit): Bahai-Religion

 

Recherchiert folgende Informationen:

  • Was ist die Bahai-Religion?
  • Wie viele Bahai gibt es weltweit, wie viele in Deutschland?
  • Wie ist das Menschenbild der Bahai-Religion?
  • Wie positioniert sich die Bahai-Religion gegenüber anderen Religionen (Christentum, Islam, Judentum)?
  • Wodurch unterscheidet sich die Bahai-Religion vom Islam und vom Christentum?

Recherche: Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

In Deutschland ist im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz festgeschrieben, dass niemand „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ benachteiligt werden darf. Recherchiert im Internet, wie dieses Ziel in Bezug auf die Religion umgesetzt wird.

 

Sucht euch drei Beispiel aus dem Alltag, in dem mit dem AGG argumentiert wird, und diskutiert darüber!

 

 

Kleingruppenarbeit / Planspiel: Konfliktstoff Kopftuch

1998 verweigerte das Bundesland Baden-Württemberg der muslimischen Lehrerin Fereshta Ludin die Anstellung im Schuldienst, weil sie im Unterricht ihr Kopftuch nicht ablegen wollte. Fereshta Ludin klagte dagegen, bis der Fall vor das Bundesverfassungsgericht gelangte. Das Gericht urteilte 2003, dass einer Lehrerin ohne besondere Rechtsgrundlage das Tragen des Kopftuches nicht untersagt werden dürfe, und wies die Bundesländer an, entsprechende Gesetze zu schaffen.

 

Als Fachreferent bist du damit beauftragt, den Gesetzgebungsprozess vorzubereiten. Bedenke dabei folgende Fakten:

  • Das Grundgesetz garantiert das Recht auf freie Religionsausübung.
  • Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schreibt fest, dass niemand „aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität“ benachteiligt werden darf.
  • Zugleich schreibt es dem Staat und seinen Angestellten religiöse Neutralität vor.

 

Diskutiere mit deiner Gruppe und formuliert einen eigenen Vorschlag für eine gesetzliche Regelung. Vergleicht anschließend die Vorschläge aller Gruppen und versucht, gemeinsam einen tragfähigen Vorschlag zu erarbeiten.


Plenumsdiskussion:
Wie weit darf die Freiheit des Andersdenkenden gehen?

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich in einer Rede zu der Frage positioniert, wie weit die Freiheit des Andersdenkenden gehen darf und plädiert gegen ein Verbot der Verschleierung aus religiösen Gründen. Ihre Parteikollegin Julia Klöckner macht sich dagegen energisch für ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum stark.

Beschäftigt euch im Vorfeld mit beiden Positionen und teilt euch dann für die Diskussion in zwei Gruppen auf! Gruppe 1 nimmt die Position von Angela Merkel ein, Gruppe 2 die Position von Julia Klöckner.

 

Zu welchem Fazit kommt ihr in der Diskussion?

 

Mehr dazu:

„Gleichzeitig müssen wir uns selbst stets aufs Neue den hohen Stellenwert der Religionsfreiheit vor Augen führen – auch wenn uns manch religiös motiviertes Verhalten befremden mag. Zur Religionsfreiheit gehört es, seinen Glauben öffentlich bekunden zu dürfen und das eigene Verhalten an religiösen Lehren und Traditionen auszurichten. Dies gilt zum Beispiel auch in Bezug auf Bekleidungsvorschriften. Da zeigt sich die Schwierigkeit in der Diskussion über ein generelles Verbot der Verschleierung aus religiösen Gründen. Freiheitsrechte schützen auch die Freiheit, anders zu sein, als es sich die Mehrheit wünscht oder vorstellt. Ebenso wie die Meinungsfreiheit gilt die Religionsfreiheit auch dann, wenn es unterschiedliche Auffassungen zu religiös motivierten Verhaltensweisen gibt.“
Auszug aus einer Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Internationalen Parlamentarierkonferenz zur Religionsfreiheit am Mittwoch, den 14. September 2016 in Berlin

zur vollständigen Rede

 

 „Denn eine Vollverschleierung, also das Gesicht nicht zu zeigen ist eine extreme Äußerung der Desintegration. Und zum anderen steht eine Vollverschleierung auch für ein abwertendes Frauenbild. […] Und da sage ich ganz deutlich, Frauen sind gleichberechtigt, Frauen sollen teilhaben am Leben, und wenn doch eines klar ist, dann, dass man mit einer Vollverschleierung niemals am Leben so teilhaben kann wie ein Mann und dass die Integration dann niemals gelingen werden wird.“

Auszug aus einem Radiointerview mit Julia Klöckner, Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU im rheinland-pfälzischen Landtag, gesendet am Donnerstag, den 18. August 2016
zum vollständigen Interview

 

Zum Vergleich: www.bpb.de

 

 

Diskussion zur Authentizität des Dokumentarfilms:
Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Diskutiert über den Unterschied zwischen Film und Wirklichkeit! Glaubt ihr, ein Dokumentarfilm kann eine Situation so zeigen, wie sie wirklich ist? Wenn nein, was spricht dagegen?

 

Zum Vergleich: www.kinofenster.de


Kreatives Schreiben (Hausaufgabe)
Der Film greift auszugsweise auf Jakobs Tagebuchaufzeichnungen zurück. Überlegt euch, wie der Eintrag über den Tag des Familientreffens aussehen könnte.

  • Schreibe den Tagebucheintrag aus Jakobs Sicht.
  • Schreibe den Tagebucheintrag aus Kathrins Sicht.

 

Filmrezension (Hausaufgabe)

Schreibe eine Rezension über den Film! Beantworte in dem Text folgende Fragen:

  • Wovon handelt der Film?
  • Wer kommt im Film vor?
  • Mit welchen Mitteln arbeitet der Film? Welchem Filmgenre ist er zuzuordnen?
  • Gibt es etwas, das unverständlich geblieben ist?
  • Wie hat dir der Film gefallen? Welche Gründe gibt es für deine Einschätzung?