DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61st International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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04.11.2017

"Licu, a Romanian Story" gewinnt Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb

"Licu, a Romanian Story" gewinnt Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb Am 4. November wurden im Rahmen der Preisverleihung die Goldenen Tauben und weitere Auszeichnungen beim 60. DOK Leipzig vergeben. Die Veranstaltung fand im Westbad Leipzig statt.

Die gebürtige rumänische Filmemacherin Ana Dumitrescu hat bei DOK Leipzig mit der Produktion Licu, a Romanian Story (Licu, o poveste românească) die vom Mitteldeutschen Rundfunk gestiftete Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm gewonnen. Die ehemalige Fotojournalistin richtet ihre Aufmerksamkeit auf den 92-jährigen Liviu Canţer, genannt Licu, der seine Erinnerungen an die Extreme des 20. Jahrhunderts teilt. Er berichtet von Weltkrieg, Vertreibung und Post-Kommunismus. Im Laufe des Films wird die Regisseurin von der Beobachterin zur Besucherin, es entwickelt sich eine vertraute Beziehung zwischen ihr und dem Protagonisten. „Sie erreicht direkt unsere Herzen, denn sie gestaltet eine filmische Reise, die zwar nur 86 Minuten dauert, die aber für uns eine Lektion für das Leben ist“, so die Jury.

 

Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ging an die israelisch-deutsche Koproduktion Muhi – Generally Temporary von Rina Castelnuovo-Hollander und Tamir Elterman. Der 6-jährige Muhi wurde im Gazastreifen geboren und verbringt aufgrund einer seltenen Autoimmunerkrankung seine Kindheit gemeinsam mit seinem Großvater in einem israelischen Krankenhaus. Obwohl ihm Hände und Füße amputiert werden mussten, meistert er die Situation mit viel Kraft und Optimismus. Der Film wurde von der Leipziger Produktionsfirma Neue Celluloid Fabrik koproduziert.

 

Mit der Goldenen Taube im Next Masters Wettbewerb wurde die südkoreanische Regisseurin Boram Kim für Baek-gu (Gae-ui-yeok-sa) ausgezeichnet. Die Filmemacherin nähert sich über einen alten, hinkenden Hund den Einwohnern eines ruhigen Stadtteils von Seoul an, die in separaten Welten zu leben scheinen. Der Preis, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dient als Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt. Mit der Goldenen Taube für den besten animierten Dokumentarfilm wurde der norwegische Beitrag Mum's Hair (Mammas hår) von Maja Arnekleiv geehrt. Die 20-jährige Regiedebütantin dokumentiert über zwei Jahre hinweg die äußerliche Veränderung ihrer an Krebs erkrankten Mutter. Über 2.000 Bilder fügt sie spielerisch in einer persönlichen Montage zu positiven Erinnerungen zusammen.

 

Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm wurde die portugiesische Filmemacherin Mónica Martins Nunes mit The Ashes Remain Warm (Na cinza fica calor) mit der Goldenen Taube für den besten kurzen Dokumentarfilm ausgezeichnet. Der Filmemacher Ehsan Gharib erhielt für den kanadischen Beitrag Deyzangeroo die Goldene Taube für den besten kurzen Animationsfilm. Beide Filme können sich für den OSCAR® qualifizieren, sofern sie die formalen Kriterien der Academy erfüllen.

 

Die Goldene Taube für den besten kurzen deutschen Dokumentar- und Animationsfilm ging an den Animationsfilm Megatrick von Anne Isensee.

 

Gleich vier Preise und damit die meisten Auszeichnungen des Abends erhielt der Film Wildes Herz von Charly Hübner und Sebastian Schultz über die norddeutsche Punkband Feine Sahne Fischfilet und deren Engagement gegen Rechts. Der Film kommt im April 2018 in die deutschen Kinos. Insgesamt wurden beim diesjährigen Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 21 Preise in einem Gesamtwert von 73.500 Euro vergeben. Morgen (am 5. November) werden vier der Preisträgerfilme sowie Publikumslieblinge noch einmal gezeigt.

 

Zur Übersicht der Preisträgerfilme

 

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