DOK Leipzig 30. Oktober – 5. November 2017
60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 30 October – 5 November 2017
60th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film

News

02.05.2017

Festivalmotto 2017

Festivalmotto 2017 Vor dem Hintergrund aktueller politischer Polarisierungen und der Erschütterung demokratischer Werte weltweit stellen wir in unserer 60. Ausgabe zukunftsweisende Strategien für Kunst und Politik zur Debatte. Das diesjährige Leitmotiv des Festivals zieht sich als roter Faden durch die Sonderprogramme.

Vor dem Hintergrund aktueller politischer Polarisierungen und der Erschütterung demokratischer Werte weltweit stellen wir in unserer 60. Ausgabe zukunftsweisende Strategien für Kunst und Politik zur Debatte. Das diesjährige Leitmotiv des Festivals heißt Nach der Angst und zieht sich als roter Faden durch die Sonderprogramme.

 

Die Retrospektive widmet sich 100 Jahre nach der Oktoberrevolution filmischen Strategien der Machtrepräsentation totalitärer Regimes seit 1917. Das Programm bringt die geografische und zeitliche Variationsbreite der Bildpolitik kommunistischer Herrschaft zur Anschauung und offenbart, wie damals eingesetzte Methoden auch in derzeitig überhitzten politischen Auseinandersetzungen angewendet werden. Der Länderfokus des Festivals liegt 2017 auf Georgien. DOK Leipzig würdigt mit der Reihe nicht nur ein Land, dessen florierende Filmkunst seit einigen Jahren auf internationalen Festivals Beachtung findet, sondern eröffnet auch den Blick auf eine Region, die im Zuge ihrer Loslösung von der sowjetischen Vergangenheit ein neues Selbstverständnis entwickeln musste. Dem US-amerikanischen Filmemacher Jay Rosenblatt ist die diesjährige Hommage gewidmet. Rosenblatt ist ein Meister des dekonstruierenden Umgangs mit filmischen Archivmaterialien. In seinem experimentellen Schaffen befreit er Bilder und Töne aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang, ermöglicht neue Assoziationen und Interpretationen. Das Jugendprogramm befasst sich filmisch mit der Realitätsflucht Jugendlicher, welche durch spielerische Verkleidungen (sog. ‚Cosplays‘), Rollenspiele oder Games dem Alltag entweichen.

                                                                     

“In Zeiten, in denen viele politische Fundamente ins Wanken geraten, wollen wir fragen: Was kommt nach der Angst?”, sagt Festivaldirektorin Leena Pasanen. „Welche Zukunftsvisionen können entwickelt werden, wenn Angst viele Menschen in autoritäre Machtverhältnisse treibt? Wie geht man in Kunst und Gesellschaft etwa mit den Erschütterungen der Demokratie um, mit den Entwicklungen in den USA und der unklaren Zukunft Europas? Wir wollen gemeinsam aus der Geschichte lernen, den Finger in Wunden legen und gleichzeitig Utopien wagen“, fährt Pasanen fort. 

 

Das Festivalmotto nimmt in der 60. Ausgabe von DOK Leipzig auch Bezug auf die wechselvolle Geschichte des Festivals. Leena Pasanen: “Filmschaffende und Publikum suchten seit Gründung des Festivals zu Zeiten der DDR in der Dokwoche – trotz Zensur und Einflussnahme - Freiräume, angstfreien künstlerischen Austausch, einen Fluchtpunkt. Mit Bezug auf die Festivalgeschichte und im Hinblick auf die Zukunft wollen wir mit unserem Programm Werte hochhalten, welche die Festivalgründer zu verteidigen suchten: Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit und Menschenwürde.“

 

Die Filme der Sonderprogramme veröffentlicht DOK Leipzig im September.

 

 Lesen Sie die vollständige Pressemitteilung hier.

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