DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2012
55. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 Oct – 4 Nov 2012 55th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film

"We want your stories"

The most interesting stories could be seen in our anniversary exhibition, heard on MDR Figaro and read in the Leipziger Volkszeitung. Here you can read some of the stories, too. Of course we are very happy about further memories! 

Capitol 1986 Capitol 1986

In 2007, DOK Leipzig celebrated its 50th anniversary! It was the right time to look back and experience once again the most important, disputed and beautiful films in our retrospective; the right time also to invite and celebrate with all those, who have followed and shaped the festival over the years. And it is the right time to recall experiences and events that were not in the spotlight, but took place 'behind the screens'. Over the past 50 years the festival saw enthusiastic as well as indignant visitors; courageous discussions and restrictive measures regarding controversial films; as well as individual encounters between the citizens of Leipzig and filmmakers from all over the world.

 

Film discussions often go far beyond cinema and movie-making – like in autumn 1989, when a certain Michael Moore got up and interrupted a discussion, in order to get someone to explain what was going on outside. Touching moments like the Chile-Retrospective in 1983, when Dean Reed, together with some exiled Chileans and about 1000 guests, sang "Venceremos" at the Capitol (cinema). Who else was listening at the time?

 

Memorable visits such as Jane Fonda’s in 1974, when she was not only showing solidarity with Vietnam, but had to wear fur coats from Leipzig as a result of not having brought enough warm clothing. Big cinema moments like the screening of Michail Romm’s "Ordinary Fascism" in 1965, or Helke Misselwitz’ "Winter adé" in 1988, when prior to enthusiastic applause there was dead silence in the cinema hall. Floods of tears during some of the 1960’s documentary film-classics by Dziga Vertov. Any other films, which have particularly moved our audience?

 

Sold out cinemas even before the programme was official, and long queues in front of the box office at dawn. Dramatic memories of the arrests of peacefully protesting students just like beautiful recollections of the non-violent and cheerful occupation of the former cinema “Casino” in 1997. Weird memories of the DT64-protest in 1991, and countless other big and small stories that happened somewhere alongside the festival and nobody knows about. Or do they? Who does know about them and would like to tell us?

 

DOK Leipzig, the Leipziger Volkszeitung, and MDR FIGARO call on all visitors, readers and listeners: remember 50 times Leipzig Festival! Maybe it was at this festival that you discovered your passion for film? You may have had an unforgettable encounter, or have become contemporary witness of a particular historic event? Perhaps you have met the love of your life, or have been there, when any of the above mentioned happened? No matter when or what – we want to know about it!

 

For our campaign "Flashback", we are looking for all kinds of stories, photos, audio and visual material from our audiences. The most beautiful, exciting, and thrilling memories are to be published in the Leipziger Volkszeitung and broadcast at MDR FIGARO this autumn. They will also be made available at an anniversary exhibition during DOK Leipzig 2007 (29 October to 04 November 2007). Kick off is 23 June 2007, with a call in the weekend edition of the Leipziger Volkszeitung and on MDR FIGARO

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Ihre Geschichten zum Lesen

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1997: AMIR LABAKI, FESTIVALDIREKTOR Brasilien

In October 1997 I visited Leipzig for the first time. Two years earlier I had written a book of interviews with Santiago Alvarez and - knowing how Leipzig was one of the dearest festivals for him, and how his health was sadly declining (he died of Parkinson’s eight months later) - I couldn’t miss the opportunity offered me by the festival to talk in the 40th anniversary official conference about his groundbreaking work. (...)

1983: DR. ARIBERT ROTHE, Jugendpfarrer

„Ruhe und Ordnung!“ Das höchste Gebot in der DDR. Jede selbständige Regung, die demonstrativ an die Öffentlichkeit trat, war ein Tabubruch. Die Straße gehörte dem Staat. Besonders, wenn internationale Gäste ins geschlossene System kamen, durfte es keinerlei Störung geben.

Im November 1983 war die Sicherheitslage Leipzigs doppelt angespannt. Einerseits galt es zu verhüten, dass sich im Umfeld der 26. Dokumentar- und Kurzfilmwoche zu viel unberechenbare Bewegung entwickelte. Zum ande- ren wurden aus Anlass des Lutherjahres zahlreiche hochrangige Kirchen- vertreter aus Europa erwartet.


1979: BARBARA NUSSEC, Besucherin

Irgendjemand schleppte mich naives Provinzkind während des 1. Studienjahres als Student für Geschichts- und Deutschlehrer an einem grauen Vormittag ins Capitol...

1970: CHRISTINA FUHRMANN, Dolmetscherin

Es ist Herbst 1970. Wir, ausgewählte Studenten des 4. Studienjahres des Instituts für Angewandte Sprachwissenschaften der KMU Leipzig sitzen in einem kleinen Raum und warten auf unseren Einsatz als Dolmetscher. Da wir alle über wenig Erfahrungen in der Praxis verfügen, vor allem was die romanischen Sprachen anbelangt, ist die Situation entsprechend angespannt. (...)

1986/87: DIETER MUCKE, LEITER DES SOLIDARITÄTSBASARS

1986 und 1987 hab ich in der Kongresshalle gearbeitet, bei der Kulturdirektion Leipzig, und wurde als Leiter des Solibasars auf der Dokwoche abgestellt. Da hab ich mir einiges einfallen lassen. Wir haben bei Leipziger Verlagen, bei der Edition Peters, beim Verlag für die Frau, beim Alten Rathaus für den Solibasar Bücher erworben und sind auch zu Keramikleuten gefahren, die uns bisschen was gegeben haben. Im Vorraum vom Capitol, auf der linken Seite, standen wir jeden Tag von früh bis um abends zehn, dann ging es ins Kino.

1959-2000: GERTI ZANOTELLI, Filmvorführerin und saaldienst capitol

Wir hatten im Capitol 1.980 Sitzplätze, die waren rappelvoll. Die saßen in den Gängen, auf den Stufen, im Rang. Unten an den vier Eingängen waren Menschentrauben. Also, wo noch ein Plätzchen war … Das war ein Flair, das kann man gar nicht beschreiben. Die vielen Menschen aus allen Ländern, das Sprachgewirr! Wir hatten zwei Übersetzerlogen, oben waren vier große Scheinwerfer, und vorn noch mal je fünf Spots. Da war alles in Bewegung. (...)

1962 – 2000: HANS HÖHER, FILMVORFÜHRER UND SAALDIENST IM CASINO UND CAPITOL

Es sollte ja bestmögliche Qualität geboten werden. Aber es sind doch schon mal Pannen vorgekommen. Zum Beispiel, wenn ein Zweiband-16-mm-Film geliefert wurde, da hast Du den Filmstreifen und das Tonband. Wenn jetzt das mit dem Startkreuz nicht stimmt, ist es asynchron. Das mussten wir während der Vorführung korrigieren, alles anhalten und neu einlegen. Da ging es um Millimeter. Aber natürlich war diese Dokwoche für uns Mitarbeiter eine ganz besondere Festwoche, die sich grundlegend vom normalen Spielbetrieb abhob – was ganz Berauschendes. „Seid schön angezogen, dass wir da auch einen guten Eindruck machen.“ Der große Joris Ivens, den man dann bei einer kleinen Besprechung, mit einer Tasse Kaffee, kennen lernte. (...)

1966 – 1977: HELGA JENTZSCH, "BLUMENMÄDCHEN“/TRADESHOW

Bei der Bezirksfilmdirektion habe ich damals Industriekaufmann gelernt. Es sind alle Lehrlinge zur Dokwoche gekommen, zur Ausgabe der Kopfhörer und sonst als Aushilfen. Da hatte ich Blut geleckt. Später habe ich ein paar Jahre lang abends mein Geld als Blumenmädchen verdient, das waren 25 Mark damals. Dieses Filmflair …

KAIS AL-ZUBAIDI, FILMEMACHER, PALÄSTINA

Ich habe in Babelsberg Schnitt und Kamera studiert, Anfang der sechziger Jahre, und war jährlich in Leipzig. Ich habe hier den Dokumentarfilm entdeckt, weil er in Arabien keine Tradition hatte. Man kann die Geschichte des arabischen Dokumentarfilms nicht ohne dieses Festival erzählen. (...)

1971 – 1989: MARIA LÄMMEL, DOLMETSCHERIN

Als Dolmetscherin und Übersetzerin für Spanisch nahm ich zwischen 1971 und 1989 an mehreren Festivals teil. Wir Dolmetscherstudenten der Uni Leipzig wurden regelmäßig im 3.und 4.Studienjahr als Betreuer für die Filmschaffenden aus aller Welt und in den Simultankabinen eingesetzt, ebenso unsere Dozenten, die u.a.für Jane Fonda und Santiago Alvarez dolmetschten.

1985 – 1990: PETRA FRANKE, SEKRETÄRIN DER DIREKTION

Den Herbst 89 verbrachten wir in Leipzig. Zu den Demos gab es Anweisungen von der Polizei, dass alle Innenstadtbüros nachmittags zu räumen sind. Das fanden wir toll, dann

konnten wir zur Demo gehen. Als die Mauer auf ging, tagte abends die Auswahlkommission, wir haben die Nachrichten mit Schabowskis Statement gesehen, aber danach weiter Filme geguckt. Am nächsten Morgen hat mich der Fahrstuhlführer empfangen mit den Worten: „Na, auch ein Sixpack mitgebracht? Ihre Kollegen waren schon am Kudamm.“ Dann war alles von einem Tag auf den anderen ganz anders. (...)

1961 – 1965: MONICA KASSMAN, BESUCHERIN

Wir waren 1961 bis 1965 Studenten in Leipzig und haben ganz in der Nähe der Spielstätte Capitol Vorlesungen und Seminare besucht. Zu den Zeiten der Dokumentar- und Kurzfilwoche zogen wir es natürlich vor, lieber so viele Filme wie möglich anzusehen - man wusste ja nie, ob es je wieder möglich sein würde, die dort gezeigten Filme auch später in einem DDR-Kino zu sehen ...

1972: MICHAEL WOLF THOMAS, JOURNALIST NDR

1. Die Einreise war mühsam: Antrag auf Mitführung einer Nagra (Tonbandgerät), Status als Journalist - lange Zeit vorher angemeldet. Am Grenzkontrollpunkt Helmstedt Marienborn ca. 1,5 Stunden Wartezeit inklusive Wagendurchsuchung, allerdings ohne Auseinandernehmen.

2. (...)

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