Animation Events

DOK Leipzig 2026

Animation Events

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Zwei Filmstills, einmal schwarz-rote Abstrakte Formen, einmal computergenerierte grasige Quader, zwischen denen Füchse hervorschauen
Animation Perspectives: Anton Cla_Franz Impler

Kuratiert von André Eckardt

Animation Perspectives ist künstlerisches Blinddate, Filmprogramm, Werkstatttour und viel Überraschendes in einem. In Ausgabe #8 begegnen sich Anton Cla und Franz Impler – mit ihren animierten Kurzfilmen, performance-nahen Animationen, Musikvideos und experimentellen Kürzest-Reels.

Die zwei vormaligen DOK-Leipzig-Wettbewerbsteilnehmer aus Gent und Leipzig siedeln die meisten ihrer kurzen philosophischen Begebenheiten in Orten an, die menschengemacht sind, aber kaum Menschen zeigen. In einem Neubaugebiet, auf einem leeren Spielplatz oder in eine exakt gestutzte Hecke haben sich seltsame Typen sowie Klänge zwischen schwer fassbarem Geräusch und präzis gesetztem Musikmotiv eingenistet. In allem schwebt eine Doppelbödigkeit. Erfrischendes, prägnantes Design, leuchtende Farben und verschrobene Gestalten, die auch mal schmunzeln lassen, haben oftmals eine verstörende, dunkle Seite im Gepäck. Ruhe signalisiert, dass Beunruhigendes längst schon im Gange ist. Gelebte Selbstständigkeit entpuppt sich als unangenehme Isolation.

Worin Franz Impler und Anton Cla offensichtlich gleich ticken, ist ihre Begeisterung für das Videogame als Ausgangsformat eigener künstlerischer Entdeckungsreisen. Sicher spielt dabei auch ein wenig Prägung aus der Jugendzeit mit. Vor allem ist es aber die sehr heutige, ungemein erfrischende und stark künstlerische Sicht der beiden auf dieses Medium, die Anteil daran hat, dass ihre Arbeiten international so gefeiert sind. Jeder auf seine Weise lotet die reizvolle Beschränktheit der frühen elektronischen animierten Games aus. Glitches, Bildrauschen und Polygone mischen sich als eigene Player ein. Spielregeln und deren Brüche führen zu absurden Szenen, in denen es sich gedanklich hervorragend verlieren lässt. 

Insbesondere beeindruckt, wie tiefsinnig Impler und Cla mit den enormen erzählerischen Potenzialen des Raumes spielen. Auf bemerkenswert souveräne Weise bringen sie Raumkoordinaten durcheinander und lassen dies ihre Figuren spüren, oder sie definieren Räume auf minimalistischste bühnenhafte Weise, gar wird der Raum selbst zum alleinigen Protagonisten. Wo auch immer die Geschichte entlangführt, Anton Cla und Franz Impler zeigen unerwartete Perspektiven auf.

– André Eckardt

Werfen Sie einen Blick auf die Filme bei Animation Perspectives
red
Abstrakte Motivgrafik der Animation Night: Outta Space
Stefan Ibrahim
Animation Night: Outta Space

Kuratiert von Ben Sassen and Franka Sachse a.k.a. Powerkunst

Von der Frühzeit der Film- und Kinogeschichte bis zum Beginn der Hollywood-Ära dienten Animation und animierte Effekte als wichtigstes Mittel zur Veranschaulichung des Weltalls und fungierten als Brücke zwischen astronomischer Wissenschaft und reiner Fantasie. In einer Zeit, als die Menschheit noch nicht einmal begonnen hatte, ihre ersten rudimentären Schritte Richtung Raumfahrt zu machen, nutzten Regisseur*innen Stop-Motion, handgezeichnete Sequenzen und Miniaturmodelle zur Erforschung der bis dato unbekannten Weiten unserer Galaxie.

Von George Méliès’ Einsatz von Stop-Motion-Technik in seinem frühen Science-Fiction-Film „Die Reise zum Mond“ (1902) bis zu Max Fleischers animiertem Lehrfilm zum Thema Weltraum, „Eclipse of the Sun“ („Sonnenfinsternis“, 1918), und den Spezialeffekten des legendären abstrakten Animationsfilmers Oskar Fischinger für Fritz Langs Stummfilmklassiker „Frau im Mond“ (1929) spielte die Animation eine besondere Rolle, wenn es darum ging, in der modernen Vorstellungskraft kosmische Welten zu visualisieren.

 

Zur Feier dieser Geschichte lädt die diesjährige Animation Night ein, die irdische Realität hinter sich zu lassen und mit uns auf eine kosmische Reise zu weit entfernten Orten jenseits des äußeren Rands alltäglicher Kinoerfahrungen aufzubrechen. Ein Programm von interstellaren Kurzfilmen experimenteller Regisseur*innen und Animator*innen lässt uns gemeinsam ins tiefe All reisen, außerirdische Landschaften erforschen und Paralleluniversen betreten.

Nach dem Filmprogramm zeigen die Ton-/Bildkünstler Kay Kalytta (Deutschland) und Alberto Couceiro (Argentinien) ihre neueste Arbeit „Proyecciones Cósmicas“. Die Live-Performance nutzt Stop-Motion-Animation, 16 mm-Projektoren, Filmloops, modulare Live-Synthese und ein kleines Orchester aus Tonkassetten und Radios und schafft so eine reiche, vielschichtige und durch und durch von analoger Science-Fiction-Ästhetik geprägte Kinoerfahrung, die ein Portal zu unbekannten und imaginären Welten öffnet.

– Ben Sassen and Franka Sachse a.k.a. Powerkunst

Entdecken Sie die Filme der Animation Night
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