DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Deutscher Wettbewerb
kurzer Dokumentar- und Animationsfilm

Das Programm finden Sie auch im Filmfinder.

Dort haben Sie außerdem die Möglichkeit, Online-Tickets zu erwerben.

Zum zweiten Mal vergibt DOK Leipzig eine Goldene Taube für den besten deutschen Kurzfilm, dotiert mit 5.000 €. Fast alle Beiträge im Wettbewerb sind Weltpremieren. Wie im letzten Jahr fällt die große Präsenz von Frauen auf: Acht der zehn Filme stammen von Regisseurinnen. Darunter befinden sich Studentinnen ebenso wie preisgekrönte Filmemacherinnen. Deutlich wird auch, dass Deutschland mittlerweile Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt anzieht.

 

Patriotic Lesson (2016); Regie: Filip Jacobson

Ein Bruch in der Biografie war für die Regisseurin Jie Jie Ng der Sprachwechsel von Mandarin auf Deutsch. In „Fremde Welten, Fremde Worte“ führt sie uns auf persönliche und poetische Weise vor Augen, wie Sprache identitäts- und bewusstseinsprägend wirkt. Wie Angst vor Identitätsverlust in Ideologie umschlägt, sieht man in der deutsch-polnischen Koproduktion „Patriotic

Lessons“ von Filip Jacobson. Er schaut genau hin, wenn in einem Gesangswettbewerb für patriotische Lieder in einer polnischen Grundschule Kinder auf Linie gebracht werden.

 

Aus Kroatien kommt die Putzfrau, die Silke Schissler in „Fünfzehn Zimmer“ bei ihrem Arbeitsalltag im Hospiz begleitet – wobei vermeintliche Nebenschauplätze und Zigaretten die Hauptrollen spielen. Auch der Lebensabend von Nonnen steckt voller Überraschungen – dazu gehören Arbeitsgriffe im Schlachthof und Qigong-Übungen. Sabine Theresa Ehrl fängt das in „TAGein TAGaus“ in stilvollen Panoramabildern ein.

 

Kopfüber (2016); Regie: Daniel Thomaser

Das Weiterleben nach einschneidenden Veränderungen ist ein großes Thema bei den kurzen Dokumentarfilmen. Die Folgen eines übermütigen Kopfsprungs ins flache Wasser hat der nun gelähmte Regisseur Daniel Thomaser in seinem animierten Dokumentarfilm „Kopfüber“ zu tragen. Seine Suche nach einer inneren Balance zeichnet der Film hoffnungsvoll nach. „Herr und Frau Müller“ sind es in ihrem Alter schon längst gewöhnt, dass Herr Müller sich nur durch Augenzwinkern verständlich machen kann – Liebeserklärungen inklusive. Dominique Klein gelingt das empathische Kurzporträt eines ungewöhnlichen Paares.

 

Abend (2016); Regie: Izabela Plucińska

Auch bei den Animationsfilmen steht das Thema Liebe ganz oben auf der Tagesordnung. Während die Französin Pauline Flory in „Between Bar“ eine sehnsüchtige Frau bei ihrem Tête-à-Tête mit einem Glas Rotwein skizziert (gemalt auf Glas), haucht die erfahrene Szenenbildnerin Adrienne Zeidler in „Die Frau und die Landschaft“ mittels gemischter Technik einer schwülen Sommerfantasie Leben ein. Die Knetanimation „Abend“ zeigt schließlich als pointierte Komödie, wie nach langer Ehe die Fetzen fliegen. Die in Berlin lebende Polin Izabela Plucińska (Silberne Taube 2005) beschließt damit gleichsam ihre Trilogie über Beziehungsverstrickungen (nach „Breakfast“ und „Afternoon“). Mit

Mishka“ verlässt die Ungarin Eszter Jánka das irdische Jammertal und setzt zwei liebende Tiere in ständiger Metamorphose vor das leuchtende Sternenzelt.