DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61st International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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09/2016

DOK Leipzig beruft erstmals Interreligiöse Jury ein

Auch Opernregisseur Achim Freyer und Mitbegründer der Aardman Animation Studios David Sproxton sind unter den insgesamt 43 Juror/innen

Der weltbekannte Opernregisseur und Maler Achim Freyer kommt als Jurymitglied zu DOK Leipzig. Seit 2015 entscheiden nicht nur Filmfachleute, sondern auch Künstlerinnen und Künstler anderer Sparten über die nominierten Dokumentar- und Animationsfilme des Festivals. Freyer ist einer von 43 Jurorinnen und Juroren, die bei DOK Leipzig die insgesamt 11 Jurys bilden. Auch David Sproxton, Mitbegründer der Aardman Animation Studios und Macher von Knetfiguren-Charakteren wie Wallace und Gromit oder Shaun das Schaf stimmt über Filme der Offiziellen Auswahl ab. Über Preisträgerfilme mitentscheiden werden zudem der Filmemacher Lutz Dammbeck („Das Netz“) sowie der kürzlich wegen seiner unbequemen Haltung vom Rostocker Volkstheater entlassene Intendant Sewan Latchinian. Mit der Einladung des Theaterregisseurs unterstreicht DOK Leipzig das diesjährige Festivalmotto Ungehorsam. Erstmals beruft DOK Leipzig außerdem eine Interreligiöse Jury ein, die an die Stelle der Ökumenischen Jury tritt. Neben zwei christlichen Filmexpert/innen besteht die Jury in diesem Jahr auch aus einem muslimischen und einem jüdischen Mitglied.

 

Den Anstoß zur Öffnung der Ökumenischen Jury gab Intendantin Leena Pasanen, die vor dem Hintergrund ansteigender fremdenfeindlicher Ausschreitungen in Deutschland interkulturelle und interreligiöse Zusammenarbeit fördern möchte. Die Umsetzung erfolgte gemeinsam mit der International Interchurch Film Organization (INTERFILM) und dem Katholischen Weltverband für Kommunikation (SIGNIS), die seit 1990 beim Leipziger Filmfestival die Mitglieder der Ökumenischen Jury ernannt haben.  

 

„In unserer polarisierten Welt und in einer Gesellschaft, in der zunehmend versucht wird, nicht-christliche Religionen auszuschließen, möchten wir durch die Öffnung der Ökumenischen Jury ein Zeichen für Zusammenhalt und Aufgeschlossenheit setzen“, so Intendantin Leena Pasanen. „Diese Neuerung entspricht dem Geist unseres Festivals, das jährlich Menschen verschiedenster Herkunft und Religionen anzieht. Wir danken den Verbänden SIGNIS und INTERFILM, dass sie gemeinsam mit uns diesen Schritt gehen.“

 

Neben der Interreligiösen Jury votieren während der Festivalwoche zahlreiche weitere Jurymitglieder für ihren jeweiligen Favoriten. Der US-amerikanische Multimediakünstler Bill Morrison kommt als Jurymitglied nach Leipzig und wird außerdem sein Monumentalwerk „Decasia“ auf dem Festival präsentieren. Ein weiterer Juror wird der dänische Filmemacher Jørgen Leth sein, der als einer der bekanntesten Vertreter des experimentellen Dokumentarfilms gilt und mit Filmemachern wie Lars von Trier zusammengearbeitet hat. Seit letztem Jahr besteht die Jury im Next Masters Wettbewerb aus der Person, die DOK Leipzig mit einer Hommage ehrt. In dieser Festivalausgabe entscheidet die russische Filmemacherin und Produzentin Marina Razbezhkina über den Gewinnerfilm des Wettbewerbs. Anca Damian, die mit „The Magic Mountain“ bei DOK Leipzig 2015 den MDR-Filmpreis für einen herausragenden osteuropäischen Film gewann, sowie die polnische Regisseurin Maria Zmarz-Koczanowicz („I Love Poland“, Retrospektive DOK Leipzig 2016) sind weitere Jurorinnen des Festivals.  

 

Die Preisträger/innen der 59. Ausgabe von DOK Leipzig werden bei der feierlichen Preisverleihung am 5. November im CineStar Leipzig ausgezeichnet. Das Festival läuft vom 31. Oktober bis 06. November und zeigt rund 300 Filme. Im vergangenen Jahr erreichte das Festival unter der neuen Leiterin Leena Pasanen mit 48.000 Zuschauer/innen einen neuen Besucherrekord.

 

Die Offizielle Auswahl gibt DOK Leipzig am 10. Oktober bekannt.