DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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15/2017

Jubiläumsausgabe von DOK Leipzig feierlich eröffnet

Intendantin Leena Pasanen verkündet Quote für Regisseurinnen im Deutschen Wettbewerb | Prof. Monika Grütters hebt Bedeutung des Dokumentarfilms hervor

DOK Leipzig ist am Montag (30.10.) vor etwa 700 Zuschauerinnen und Zuschauern im Leipziger CineStar feierlich eröffnet worden. Neben der Festivalintendantin Leena Pasanen sprachen die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters, die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange und Dr. Skadi Jennicke, die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig.

 

Die Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters betonte die Bedeutung des Dokumentarfilms: „Bei DOK Leipzig zeigen Filmkünstlerinnen und -künstler mit anspruchsvollen Dokumentations- und Animationsfilmen politisch Haltung und scheuen in der Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit weder Konfrontation noch Konflikte. Gerade heute, im Zeitalter digitaler Informationsfluten, brauchen wir den Dokumentarfilm mit seiner aufwändigen Recherche, seiner Erzählkunst und den atmosphärisch starken Bildern mehr denn je. Er macht Relevantes sichtbar und die Wirklichkeit in ihrer Vielschichtigkeit erfassbar. Das ist seine große Stärke! Von eben dieser Bereitschaft, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen, lebt grundlegend auch die demokratische Debattenkultur. Deshalb verdient der Dokumentarfilm deutlich mehr Wahrnehmung, mehr Wertschätzung und mehr Publikum."

In ihrem Grußwort hob die Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange hervor: „Die Zuschauer können sich erneut auf eine großartige Festivalwoche freuen. Regelmäßig reagiert das Festival mit seinem Programm auf aufkommende gesellschaftspolitische Fragen. Ein starkes Beispiel hierfür ist der vom DOK ausgelobte Regisseurinnen-Preis. Sehr gern habe ich erneut die Schirmherrschaft für diesen Preis, der an das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin verliehen wird, übernommen."

Die Auszeichnung wird zum zweiten Mal im Rahmen des DOK Co-Pro Market gemeinsam mit EWA (European Women's Audiovisual Network) verliehen. Darüber hinaus gibt es im Rahmen des Koproduktionstreffens einen zweiten Preis zur Förderung von weiblichen Filmschaffenden, der ihren Aufenthalt beim Festival ermöglicht.

Für Chancengleichheit in der Filmbranche setzt sich Leena Pasanen gemeinsam mit ihrem Team seit ihrem Amtsantritt ein. Sie konstatiert: "Grundsätzlich ist die Präsenz von Regisseurinnen in unseren internationalen Wettbewerben relativ konstant. Sichtbare Schwankungen nehmen wir seit einigen Jahren vorrangig im Deutschen Wettbewerb wahr. In diesem Jahr ist dort nur eine Filmemacherin vertreten, als Co-Regisseurin", so Pasanen. „Die gesamte deutsche Filmbranche ist in dieser Hinsicht von strukturellen Problemen durchzogen. Wir sind uns bewusst, dass wir ein Teil der Problematik sind und wollen uns daran beteiligen, dieses Ungleichgewicht aufzuheben. Daher werden wir für die nächsten zwei Jahre eine Quote für Regisseurinnen im Deutschen Wettbewerb einführen."

Gesellschaftlich relevante und kontroverse Themen begleiten das Festival schon seit seinem Beginn im Jahr 1955. Der wechselvollen Geschichte und markanten Filmen des Festivals widmete sich das dreitägige Jubiläumsprogramm am Wochenende vor der Eröffnung. "Zwar gibt es in unserer unmittelbaren Umgebung keine physischen Mauern mehr, jedoch werden derzeit die ideologischen Mauern in den Köpfen vieler Menschen immer spürbarer", so Leena Pasanen. "Wir brauchen DOK Leipzig als Plattform, um durch Filme besser zu verstehen, was um uns herum passiert."

In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto "Nach der Angst". Auch Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke stellte die Rolle von DOK Leipzig im gesellschaftlichen Dialog heraus: "Für die Stadt Leipzig ist das Leipziger Dokumentarfilmfestival ein internationaler Botschafter, dessen Bedeutung in Zeiten der politischen Zuspitzung und dem Erstarken einfacher Erklärungsmuster besonders deutlich wird.

DOK Leipzig leistet einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Die ausgewählten Dokumentar- und Animationsfilme zeigen uns vielfältige Perspektiven auf die Welt und die Wirklichkeit und schulen unseren kritischen Blick. Auch in Zukunft wollen wir DOK Leipzig daher nach Möglichkeiten unterstützen."

Die Eröffnungsfeier endete mit einem Grußwort von David Spaeth, dem Regisseur des Eröffnungsfilms. "Betrug" ist ein dokumentarischer Krimi aus München über einen Hochstapler aus Halle. Parallel lief der Film in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs.


DOK Leipzig zeigt bis Sonntag (5.11.) insgesamt 340 Werke aus 57 Ländern. Die Goldenen Tauben werden am Samstagabend bei der Preisverleihung vergeben. Die Zeremonie findet erstmals im Leipziger Westbad statt.

 

 

Am Festivaldienstag wird es  zur Quote für Regisseurinnen im Deutschen Wettbewerb auf www.dok-leipzig.de ein ausführliches Statement der Festivaldirektorin geben.

 

Logos, Festivalimpressionen und weiteres Bildmaterial finden Sie hier:

http://www.dok-leipzig.de/de/dok/presse/download