DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61st International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Hommage Beckermann

DOKUMENTIEREN/DEMONSTRIEREN.
HOMMAGE RUTH BECKERMANN

Waldheims Walzer. Regie: Ruth Beckermann

„Demonstrieren oder Dokumentieren?“ – Diese Frage spielt nicht nur für Waldheims Walzer, den jüngsten Film von Ruth Beckermann eine zentrale Rolle, sondern zieht sich seit langem durch das Schaffen der Filmemacherin, die als Mitbegründerin der unabhängigen Filmszene Österreichs gilt.


In Bezug auf Beckermanns Filme könnte es heißen: Demonstrieren durch Dokumentieren. Ihr Name steht für ein politisches Kino, das Verdrängtes ans Licht holen will und nach geschichtlicher Wahrheit sucht. So kann Waldheims Walzer, der bei der Berlinale 2018 mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde und nun für Österreich ins Rennen um den Auslands-Oscar geht, als direkter Kommentar auf aktuelle politische Entwicklungen in Österreich gelesen werden. Bereits in Die papierene Brücke stellte sie ihre Auseinandersetzung mit der jüdischen Identität in Zusammenhang mit Auftritten des ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim; der Verdacht, er sei an den NS-Kriegsverbrechen beteiligt gewesen, löste in den 1980er Jahren eine hitzige Debatte aus.

 

DOK Leipzig zeigt in der Hommage an Ruth Beckermann einerseits die bekanntesten Arbeiten der vielseitigen Filmemacherin, lenkt den Blick aber auch auf ihre ersten Filme, in denen sie bereits Politik und Persönliches verbindet. So blickt Auf amol a Streik etwa auf das Österreich der späten Siebzigerjahre – die Zeit, in der Beckermann den Filmverleih Filmladen mitbegründete und so zum Kino kam. Durch Interviews, Grafiken und Fotos versucht sie filmisch, die Hintergründe eines Arbeitskampfes zu verstehen.


Die Reihe DOKUMENTIEREN/DEMONSTRIEREN. HOMMAGE RUTH BECKERMANN, die in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow realisiert wird, präsentiert einen Überblick über das künstlerisch vielseitige Werk Beckermanns: vom Found-Footage-Film bis hin zu persönlichen Essays, vom poetischen Hybrid zwischen Schauspiel und Lesung bis zur Analyse politischer Ereignisse.

 

„Ruth Beckermanns Filme haben einerseits eine sehr lyrische, suchende Seite. Andererseits legt sie den Finger auch ganz bewusst auf unbequeme Ereignisse der Geschichte und betont, was sonst verleugnet oder übersehen wird“, so der Filmemacher und Autor Patrick Holzapfel, der die Sonderreihe gemeinsam mit DOK-Leipzig-Programmer Ralph Eue kuratiert hat. Im Rahmen der Hommage wird es zudem einen öffentlichen Talk mit Ruth Beckermann geben.

Filme und Tickets

Das Programm finden Sie in unserem Filmfinder.

Dort haben Sie außerdem die Möglichkeit, Online-Tickets zu erwerben.

 

 


 

In Kooperation mit dem Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow