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Jahr

Im Keller

Dokumentarfilm
Österreich
2014
85 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ulrich Seidl
Ulrich Seidl
Martin Gschlacht
Christoph Brunner
Ulrich Seidl, Veronika Franz
Ekkehart Baumung
Der Film handelt von Menschen und Kellern und davon, was Menschen in ihren Kellern so tun. Er handelt von Blasmusik und Opernarien, von teuren Einbauten und billigen Herrenwitzen. Von Staub und Sauberkeit, Sexualität und Schussbereitschaft, Fitness und Faschismus, Peitschenschlägen und Puppen.
„Der Keller“, sagt Ulrich Seidl, „ist in Österreich ein Ort der Freizeit und der Privatsphäre. Viele Österreicher verbringen mehr Zeit im Keller ihres Einfamilienhauses als im Wohnzimmer, das oftmals nur zu Repräsentationszwecken dient. Im Keller gehen sie ihren eigentlichen Bedürfnissen nach, ihren Hobbys, Leidenschaften und Obsessionen.“
Mit den herkömmlichen Reflexen von Zustimmung oder Ablehnung kommt man in diesem Film nicht weit. Voll souveräner Zurückhaltung werden hier unterschiedlichste Kellermomente in Szene gesetzt und zu meisterlich grotesken Tableaus arrangiert.
Dass bloß niemand glaube, die Groteske sei eine Gattung minderer Art! Sie ist unter den Künsten vermutlich nur das, was in der Architektur des Hauses der Keller ist. Der große russische Kulturphilosoph Michail Bachtin hat der Groteske in seinen Büchern schönste Kränze geflochten, unter anderem so: „Der klassische Realismus stellte die Wirklichkeit dar, wie sie den Normen einer kulturellen Ordnung zufolge sein sollte, der groteske Realismus zeigt die Wirklichkeit, wie sie trotz dieser Ordnung existiert.“
Ralph Eue

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