Filmarchiv

Next Masters Wettbewerb
Cinema Morocco Ricardo Calil

Obdachlose besetzen den ehemals glamourösen Kinopalast in São Paulo. Ein Theaterworkshop ruft die Vergangenheit des Gebäudes wach – und kreiert Projektionsflächen für zerrüttete Biografien.

Cinema Morocco

Dokumentarfilm
2018
76 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Eliane Ferreira, Pablo Iraola
Ricardo Calil
André Namur
Loiro Cunha, Carol Quintanilha
Jordana Berg
Ricardo Calil
Flávio Guedes, Ricardo Pinta
An die glanzvolle Vergangenheit des Cine Marrocos’ in São Paulo erinnert heute nur noch ein kurioser Nachrichtenfilm. Er zeigt, wie Irene Dunne, Erich von Stroheim und Abel Gance 1954 zum ersten Internationalen Filmfestival von Brasilien in den luxuriösen Kinopalast schaulaufen, und dass Fubuki Koshiji beim Stolpern ihren „zarten östlichen Fuß enthüllt“ (Originalton). Vierzig Jahre später stand das zwölfstöckige Gebäude plötzlich leer – zwei Dekaden lang. Als die angekündigte Renovierung auf sich warten ließ, wurde es 2013 von einer Gemeinschaft von Obdachlosen besetzt. Zeitweilig lebten 2.000 Menschen aus 17 Ländern in der ausgeweideten und mit Graffitis gesäumten Bauruine.

Auf Initiative des gleichnamigen Filmprojekts wurden im wiedereröffneten Kino Filme aus dem ersten Festivaljahr vorgeführt und ein Theaterworkshop ins Leben gerufen. Dabei erarbeiteten die schauspielenden Besetzer ikonische Filmszenen, etwa aus „Boulevard der Dämmerung“, „Die große Illusion“, „Julius Caesar“ und „Abend der Gaukler“. Vor dem Hintergrund der drohenden Zwangsräumung dokumentiert der Film die von den zerrütteten Biografien „mitgeschriebene“ Theaterarbeit, an deren Ende kinematografische Reenactments stehen. Norma Desmond, Marcus Antonius, die Kunstreiterin Anne und der Jagdflieger Maréchal werden buchstäblich zu Projektionsflächen – für so unterschiedliche Erfahrungen wie Kriegstraumata, Depression, Wohlstandsekel und postkoloniale Entfremdung.

Esther Buss



Goldene Taube im Next Masters Wettbewerb Langfilm


Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Elections Alice Riff

Von wegen Politikmüdigkeit! Die Wahlen zur Schülervertretung in einer Schule in São Paulo zeigen die Mühen der Demokratie und die Verlockungen des Populismus – und wie man ihnen widersteht.

Elections

Dokumentarfilm
2018
101 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Alice Riff, Heverton Lima
Alice Riff
Vinicius Berger
Yuri Amaral
Alice Riff, Vanessa Fort
Marina Bruno, Daniel Turini, Fernando Henna
Wie die Demokratie funktioniert (und wo sie hakt), lernt man am besten, indem man sie praktiziert. In einer öffentlichen Highschool in São Paulo stehen die Wahlen zur Schülervertretung an. Verschiedene Teams konkurrieren um die besten Ideen, das coolste Wahlplakat und die meisten Stimmen. Es gilt, sich nicht zu populistischen Aktionen hinreißen zu lassen und persönliche Interessen hintanzustellen. Genau wie in der „großen“ Politik balancieren die Kandidatinnen und Kandidaten in ihren Rededuellen zwischen ehrlichem Engagement und oberflächlichen Showeffekten. Doch als plötzlich die Polizei vor den Schultoren steht, wird augenblicklich deutlich, wie wichtig es ist, dass die Schülerschaft mit einer Stimme sprechen kann.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für den Young Eyes Film Award

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Stone Engravings and the Three-Colored Chickenpox Tale

Dokumentarfilm
2018
21 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Leandro Engelke
Luciana Mazeto, Vinícius Lopes
Lívia Pasqual
Luciana Mazeto
Luciana Mazeto, Vinícius Lopes
Kevin Agnes
Ein filmisches Spiel mit den ältesten Geschichten der Welt in Brasilien. Das Sichtbare und das Unsichtbare existieren nebeneinander und lassen sich aufnehmen. Geritzte Zeichen in Höhlen, verschwundene Tiere, Gründungsmythen der Guaraní, Kinderspiele und denkende Steine. Dazu als Beweis ganz sichtbar: die verwendeten heutigen und uralten Film- und Tonaufnahmetechniken.

Saskia Walker

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