Filmarchiv

Mr Sand

Animadok
2016
8 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
The Animation Workshop
Soetkin Verstegen
Andrea Martignoni
Das Publikum geriet angesichts der ersten Filmbilder von einem einfahrenden Zug in Panik. Immersives Kino pur. In ihrem kunstvollen Kaleidoskop arrangiert die belgische Künstlerin Soetkin Verstegen mit den analogen Techniken des Trickfilms Reminiszenzen an das frühe Kino als eine Welt, die mit Angst, Schauer und Lust ihre Zuschauer in Bann schlug. Ihre Hommage geht zurück zu den Gruselgeschichten, zum Zirkus und zu den Schaustellern, die das Kino, das es so vielleicht bald nicht mehr geben wird, miterfanden.

Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The War Show

Dokumentarfilm
2016
104 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Miriam Nørgaard, Alaa Hassan
Andreas Dalsgaard, Obaidah Zytoon
Colin Stetson
Obaidah Zytoon, Amr Kheito, Hisham Issa, Wasim Zahra, Dana Bakdounes
Adam Nielsen
Andreas Dalsgaard, Obaidah Zytoon
Obaidah Zytoon legt in ihrer Live-Radio-Sendung den Sound zur syrischen Revolution auf. So beginnt im März 2011 ihre persönliche Reise ins Ungewisse, voller Hoffnung und mit ungebremster Energie. Als Erzählerin macht sie uns mit ihren Freunden bekannt: junge Leute aus Akademiker- und Künstlerkreisen, die gern am Strand feiern oder in der Wohnung gemeinsam kiffen. Wahlverwandte, geeint durch den Traum von einem freien Leben und bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Zusammen gehen sie auch auf die Straße und filmen die Proteste. Sie produzieren, wovon sie glauben, dass es das Regime am meisten fürchtet: Bilder. Doch dann entfesseln sich die Ereignisse auf der Straße und mit ihnen die Bilder.

Immer öfter, so reflektiert Obaidah, finden die Handlungen für die Kamera statt. Und doch ist die „War Show“ auf brutale Weise real. Unterwegs in ganz Syrien, immer im Fadenkreuz und an der Schwelle zur nächsten Eskalationsstufe, dokumentiert sie in sieben Kapiteln die Dynamik des Krieges: von „Revolution“ bis „Extremismus“. Doch es ist die persönliche Erzählung, die alles in eine Perspektive rückt. Aus über 400 Stunden Material haben Obaidah Zytoon und Andreas Dalsgaard die Geschichte geformt, die erfahrbar macht, wie aus einem Aufbruch ein Fall ins Bodenlose folgt und wie die Bilder die Realität mitprägen. Was als Videotagebuch und digitale Graswurzelbewegung beginnt, wird zum Requiem.

Lars Meyer



Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb 2016

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Internationales Programm
What He Did Jonas Poher Rasmussen

Ein spektakulärer Mordfall: 1988 tötete Jens seinen Partner, einen prominenten Schriftsteller. Rekonstruktion einer verhängnisvollen Amour fou und Fragen nach Schuld und Sühne.

What He Did

Dokumentarfilm
2016
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jesper Jack
Jonas Poher Rasmussen
Nadim Carlsen
Anders Skov
Lasse Smith
Jonas Poher Rasmussen
Martin Dirkov
Kriminal- oder Liebesgeschichte? 1988 tötete Jens Michael Schau im Affekt seinen Lebenspartner und Schriftstellerkollegen Christian Kampmann. Der Fall ging durch die Medien, denn Christian war als Autor eine Berühmtheit in Dänemark. Obwohl Jens seine Strafe längst abgebüßt hat, versteckt er sich bis heute wie ein scheues Tier in seiner Wohnung, aus Angst, die Menschen durch seine bloße Anwesenheit zu verletzen. Doch auch für ihn kommt die Zeit: Seine Geschichte – die hinter der Tragödie – muss heraus. Im Schutz seiner vier Wände lässt sich Jens auf die Kamera ein, die er zögerlich umkreist, stets auf der Hut vor sich selbst. Aus dem Off eröffnen ihm die behutsamen Nachfragen des Regisseurs den Weg in die Vergangenheit: eine bedingungslose Liebe, die für den Psychologiestudenten damals zugleich das Coming-out und den Bruch mit seiner konservativen Familie bedeutete.

Die Zeitreise durch das liberale homosexuelle Kopenhagen der 1970er und 80er Jahre mündet in einen Gefühlswirbel aus Verlustängsten, Eifersucht und Literatenneid. Jens’ überfällige Rückkehr in die Gesellschaft vollzieht sich im Film doppelt: Die Worte, die er sich abringt, spiegeln sich situativ in den Bühnenproben zu einem autobiografischen Theaterstück. Mittels der Darsteller formuliert wiederum Jonas Poher Rasmussen seine eigenen Fragen an den Stoff: Wie lässt sich diese Geschichte erzählen – und wie mit ihr leben?

Lars Meyer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.