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Internationales Programm
Daddy's Girl Melisa Üneri

Um ihrem dominanten Vater zu entkommen, zieht Melisa in die Türkei. Doch dort wartet schon Oma – Daddy hoch drei … Herrlich schwarze Komödie über das Erwachsenwerden.

Daddy's Girl

Dokumentarfilm
2015
52 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Mika Ronkainen
Melisa Üneri
Olli Tuomainen
Melisa Üneri
Mesut Ulutas
Melisa Üneri
Esa Nissi
Zugegeben – um zu erfahren, dass Familien schlimm sind, müsste man nicht ins Kino gehen. Dieser Film aber hat mehr zu bieten. Beispielsweise eine Familie, die besonders, ja auf geradezu kinotaugliche Art schrecklich ist. Und dies mit Wonne vor der Kamera ausspielt. „Daddy’s Girl“ ist die Regisseurin, allerdings will in dieser Familie jeder die Regie führen. Zuvorderst Daddy selbst, der als Filmheld ein Naturtalent, als Vater anstrengend ist. Der Türke hatte die Tochter in Finnland allein großgezogen. (Wir werden erfahren, warum er nicht nach Hause zurückkehrte.) Um sich von seiner erdrückenden, dominanten Liebe zu befreien, zieht Melisa an den einzigen Ort, wohin Daddy ihr garantiert nicht folgt: in die Türkei. Dort aber wartet schon Oma – Daddy hoch drei. Zum familiären Konflikt kommt jetzt der kulturelle, denn Oma weiß ganz genau, was sich für Frauen gehört und was nicht …

Eine herrlich schwarze Komödie voll klug beobachteter und gesetzter Details, in der zumindest zwei der drei Hauptpersonen sich nach allen Regeln der Boshaftigkeit das Leben gegenseitig schwer zu machen versuchen. Dahinter steht die Frage, wie eine Generation, der von ihren Eltern jedes Hindernis aus dem Weg geräumt wurde und wird, sich je von ihnen lösen kann. In Istanbul begegnet Melisa zornigen jungen Menschen, deren Gezi-Proteste auch gegen die Generation der Eltern rebellieren.

Grit Lemke

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