Filmarchiv

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Internationales Programm 2018
Daughter’s Mother Arya Rothe

Ica begegnet ihren wachsenden Erinnerungslücken mit geistreichem Humor. Judit versucht derweil, die töchterliche Fürsorge in ihre Arbeitswelt und Dorfidylle einzupassen.

Daughter’s Mother

Dokumentarfilm
Ungarn,
Indien
2018
26 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

DocNomads European Masters, NoCut Film Collective
Arya Rothe
Arya Rothe
Arya Rothe
Arya Rothe
Isabella Rinaldi, Rudolf Várhegyi, Péter Attila
Ica steht noch mitten im Leben, aber zunehmend auch daneben. Die 65-Jährige von geistreichem, trockenem Humor eckt an wachsenden Erinnerungslücken an – die Stadt bietet ihr dafür ein sicheres Geländer durch den Alltag. Geduldig versucht Judit, die töchterliche Fürsorge in ihre Arbeitswelt und Dorfidylle einzupassen. Über Zwischenhalte beim Würfelspiel, im Einrichtungshaus und im „Café Alzheimer“ sucht sie nach einem gemeinsamen Zuhause für die unterschiedlichen Lebensbedürfnisse zweier eng Verbundener.

André Eckardt
Internationales Programm 2018
Nine Month War László Csuja

Nach dem Kriegsdienst an der russisch-ukrainischen Front ist János nicht mehr der, als der er ging. Ein Coming of Age unter militärischen Vorzeichen, eine psychologische Beobachtung.

Nine Month War

Dokumentarfilm
Ungarn,
Qatar
2018
73 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Ágnes Horváth-Szabó, András Pires Muhi
László Csuja
Zágon Nagy
Ágnes Mógor
László Csuja
Tamás Beke
János ist Anfang zwanzig, als ihn die ukrainische Regierung zum Krieg einzieht. Seine Familie zählt zur ungarischen Minderheit im Land. Viele fliehen in die EU, um dem Dienstantritt zu entgehen. János aber entscheidet sich für das Militär. László Csuja begleitet ihn in den Wochen, bevor er sich auf den Weg zur 1.500 Kilometer entfernten Frontlinie macht, ist dabei, wenn János über die Feiertage zu seiner Familie zurückkehrt, und nimmt ihn nach dem Kriegseinsatz zu Hause in Empfang. Verwendung findet auch Material, das der Soldat selbst mit seiner Handykamera aufgenommen hat – Einblicke in den Alltag auf der Basis.

Die neun Monate im Filmtitel erinnern nicht umsonst an die Dauer einer klassischen Schwangerschaft – „Nine Month War“ ist das Porträt einer Entwicklung, vielleicht nicht vom Embryo zum Säugling, aber doch vom Jungen zum Mann, je nachdem, was man darunter verstehen möchte. Der Junge János wirkt so kraftvoll wie unbedarft, ist umringt von der Liebe der Verlobten und einer ewig präsenten Mutter. Der Mann János, jener, den das ukrainische Militär nach dem Einsatz zurückgibt, ist unzugänglicher, teils grob. Gegen die weiblichen Hauptfiguren in seinem Leben hat sich Widerstand aufgebaut. János ist mit sich selbst beschäftigt, sitzt im Halbdunkel und spielt an seinen Händen. Den Soldaten, die in den Kiosk kommen, in dem er arbeitet, blickt er mit undurchdringlicher Miene nach.

Carolin Weidner


Nominiert für den MDR-Filmpreis