Filmarchiv

Jahr

Countries

Doc Alliance Selection
Homeland (Iraq Year Zero) Abbas Fahdel

Langzeitchronik des Lebens einer Familie in Bagdad vor und nach dem Irakkrieg. Der Versuch, Normalität im Krieg zu leben. Intime und intensive Saga mit Wucht.

Homeland (Iraq Year Zero)

Dokumentarfilm
2015
334 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
2002, ein Jahr vor der US-Invasion, beginnt Abbas Fahdel, seine Familie in Bagdad zu filmen. Für seinen 12-jährigen Neffen Haidar ist die Sache klar: Wenn Krieg ist, braucht man nicht zur Schule. Alle scheinen zu warten, niemand weiß, was kommt. 2003, ein paar Wochen nach der offiziellen Beendigung der Gefechte, kehrt Fahdel zurück – die Freude über den Einmarsch der US-Amerikaner ist einer großen Ernüchterung und dem Chaos gewichen.

Eine intensive Chronik des ganz normalen Lebens im Krieg, ohne diesen selbst zu zeigen.

Lina Dinkla

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The Black Flag

Dokumentarfilm
2015
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Majed Neisi
Majed Neisi
Mahvash Sheykholeslami
Majed Neisi
Mani Hashemian
Oktober 2014, der Angriff schiitischer Milizen auf eine Kleinstadt im Südirak, die von IS-Terroristen besetzt ist. Unter den Milizionären der iranische Regisseur Majed Neisi, bewaffnet mit seiner Kamera. „Black Flag“ ist ein rauer, direkter, ungemein authentischer Film über einen Krieg, von dessen Wirklichkeit wir keine Vorstellung haben.

Zum Beispiel die Kämpfer: Freiwillige, die als gläubige Schiiten der Fatwa ihres religiösen Führers folgen und keine Zweifel kennen. Sie führen den Regisseur zum Sitz des ehemaligen Scharia-Gerichts der ISIS. Hier wurde verurteilt, dort enthauptet – „Unsere Sache ist gerecht.“ Oder die logistischen Probleme: Woher bekommt man Sprengstoff, Raketen, Munition? Am Telefon wird ein Preis ausgehandelt, 400 Dollar für 1.000 Patronen. Ein privater Spender zahlt. Schließlich der Angriff: Die Miliz muss durch einen dichten Palmenhain. Von überallher wird geschossen, geschrien, Granaten schlagen ein, Minen werden mit bloßen Händen ausgegraben, ein Bulldozer schlägt eine Schneise durch die Bäume. Die Kamera, immer im Windschatten der Kämpfer, kann den chaotischen Ereignissen kaum folgen. Plötzlich ist es vorbei und die Toten werden abtransportiert.

Das ist keine Kriegsberichterstattung, sondern dokumentarisches Arbeiten am Limit. Denn was, so der Regisseur, könne er anderes zum Kampf gegen ISIS beitragen? Dafür gebührt ihm höchster Respekt.

Matthias Heeder

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Broken Record

Dokumentarfilm
2012
75 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Parine Jaddo, Rania Malas
Parine Jaddo
Omar Al Dewachy
Nadim Shartouny
Bilal Hibri
Wozu eine zersprungene Schallplatte, die lange Zeit auch noch schwer aufzufinden ist, nicht alles taugt … Viele Jahre führte die irakisch-libanesische Filmemacherin Parine Jaddo eine kosmopolitische Existenz in und zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen. Nach dem Tod ihrer Mutter aber begibt sie sich in Kirkuk, wo die Wurzeln der einst großbürgerlich-intellektuellen Familie liegen, auf eine Recherche. In ihr verknoten sich private, lokale und geopolitische Zusammenhänge auf interessante Weise. Dabei geht es vordergründig nur um das Aufspüren von Aufnahmen, die Jaddos Mutter in den 1960er Jahren mit dem Musiker Dr. Mustafa und den Turkmen Brothers – so wird die Kapelle in den englischen Untertiteln genannt – gemacht hat. Zunehmend erscheint die Suche der Filmemacherin aber wie eine Wanderung über die Ruinen einer kaum mehr präsenten Spielart der Weltmusik – lange bevor dieser Terminus überhaupt in Gebrauch kam. Einer Musik, von der schon nach wenigen Jahrzehnten kaum mehr sicht- respektive hörbare Zeugnisse existieren.
Man spürt, dass der private Kummer über verschollene familiäre Memorabilien nur als Auslöser fungiert: für die hintersinnige Betrachtung eines ehemals multireligiösen, ethnisch vielfältigen und alles in allem äußerst großzügigen gesellschaftlichen Miteinanders in dieser nordirakischen Region.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.