Filmarchiv

Next Masters Wettbewerb 2018
Nijolė Sandro Bozzolo

Porträt der kolumbianischen Künstlerin Nijolė Šivickas und der ungewöhnlichen Beziehung zu ihrem Sohn Antanas Mockus. Eine gemeinsame Reise führt die beiden in Nijolės Geburtsland Litauen.

Nijolė

Dokumentarfilm
Italien,
Litauen
2018
79 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Dagnė Vildžiūnaitė, Max Chicco
Sandro Bozzolo
Lina Lapelytė
Sandro Bozzolo
Silvija Vilkaitė, María Cecilia Reyes
Maria Cecilia Reyes, Sandro Bozzolo
Vytis Puronas
Antanas Mockus war Bürgermeister von Bogotá, mehrmals kolumbianischer Präsidentschaftskandidat und wurde 2018 in den Senat gewählt. Doch hier geht es nicht um ihn als Politiker, sondern um seine 88-jährige Mutter, die eigenwillige Künstlerin Nijolė Šivickas. Beharrlich hat sie ihr Privatleben vor der Öffentlichkeit abgeschirmt. Nur widerwillig gab sie in Medieninterviews Auskunft. Selbst ihr Sohn wusste kaum etwas über ihre Kindheit in Litauen. In ihrem künstlerischen Schaffen, aber auch emotional, hat sie sich von ihrem Heimatland abgewandt.

Nijolė ist nun eingeladen, anlässlich einer großen Retrospektive in Vilnius einen Workshop zu halten. Der Film begleitet sie und Antanas auf dieser Reise. Es ist gleichsam der Blick eines Sohnes auf seine Mutter. Ihre Unabhängigkeit und ihr gesellschaftskritischer Geist waren stets seine Inspiration. Sandro Bozzolo und sein Team nähern sich ihrer Protagonistin zurückhaltend, passen sich auch in der Montage ihrem Rhythmus an und konzentrieren sich auf die Räume ihres Schaffens, auf Nijolės Begegnungen mit Antanas und auf die gemeinsame Rückkehr in die Heimat, die beide tief bewegt. So wie der Sohn die Mutter nimmt auch diese Geschichte einer äußeren wie inneren Reise die Zuschauenden an die Hand. Welche Geschehnisse bleiben in einem Leben prägend und welche sollten besser vergessen werden?

Annina Wettstein


Nominiert für den MDR-Filmpreis