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Army Kelvin Kyung Kun Park

Zwei Jahre dauert der Wehrdienst in Südkorea, der für alle jungen Männer verpflichtend ist. Der Regisseur begleitet Woochul und verarbeitet damit gleichzeitig seine eigenen Erlebnisse.

Army

Dokumentarfilm
Südkorea
2018
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Kelvin Kyung Kun Park, Junho Park
Kelvin Kyung Kun Park
Kelvin Kyung Kun Park, David Park
Kelvin Kyung Kun Park, Hein Seok
Paulo Vivacqua
Über Woochuls Gesicht rinnt Schweiß. Wieder einer dieser unzähligen Aufmärsche, während derer man die Waffe in seinen Händen nach strenger Choreografie tanzen lassen soll. Ewiger Drill. Andauerndes Exerzieren. Es ist heiß und Woochuls Augen blitzen vor Anstrengung und Nervosität. Zwei Jahre dauert die Militärausbildung, die für alle jungen Südkoreaner verpflichtend ist. Regisseur Kelvin Kyung Kun Park selbst wird bis heute von seiner traumatischen Zeit als Rekrut verfolgt. Woochul gerät ihm in seinem Film zum Alter Ego, über das er sich und die koreanische Gesellschaft samt Militärsystem reflektiert.

Ufos spielen eine Rolle, werden diese doch übermäßig häufig von Soldaten erspäht, was Park als Ausdruck eines speziellen psychischen Zustands deutet. Aber auch die Religion. Gleich zweimal tritt in „Army“ eine christliche K-Pop-Mädchenformation auf, welche nach frenetisch umjubelter Einlage das emotional aufgeschmolzene Publikum auffordert, ihnen zu schreiben. Wie viele der Männer es wohl tatsächlich tun und anschließend auf Antwort hoffen? Nicht zuletzt handelt „Army“ auch von Depressionen, denn beide, Regisseur wie Protagonist, werden im Laufe ihres Dienstes davon heimgesucht. Kelvin Kyung Kun Park berichtet (und schweigt) in einem Grundton trockener Anteilnahme. Gewidmet ist der Film allen, die während ihres Militärdienstes ihr Leben ließen.

Carolin Weidner

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