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The Wolf and the Seven Kids Elena Gutkina, Genrikh Ignatov

Vater und Sohn bewohnen ein Haus am Waldesrand. Aus ungewöhnlicher Nähe wird ihr Alltag gezeigt, der sich dennoch – oder gerade deshalb – dem Überblick entzieht.

The Wolf and the Seven Kids

Dokumentarfilm
Russland
2017
52 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Elena Gutkina, Genrikh Ignatov
Elena Gutkina, Genrikh Ignatov
Elena Gutkina, Genrikh Ignatov
Elena Gutkina, Genrikh Ignatov
Elena Gutkina, Genrikh Ignatov
Anna Voskoboynikova
Es ist, als würde ein Vorhang zur Seite geschoben. Doch zeigt sich auf der Bühne keine Totale und in ihr keine Interaktion, die man aus der Entfernung überblicken könnte. Im Film von Elena Gutkina und Genrikh Ignatov ist man nah dran. Sehr nah. Als hätte eine Kamera das Innere eines Puppenhauses in den Blick genommen. Starr steht sie an Türschwellen und wartet. Auch vor einem Bett lauert sie. Der Rahmen ist dann gerade groß genug, um Unterleib und Oberschenkel zu fassen. Mit ihnen hat man es dann auch eine Weile zu tun: Ein junger Mann zieht den Schlüpfer hoch und wieder runter, stößt Laute dabei aus, singt vielleicht etwas.

Gutkina und Ignatov lassen sich Zeit. Und so tun es auch die beiden Männer, in deren Welt sich zwar nicht zu bewegen, aber doch zumindest aufzuhalten ist. Ein Vater und sein erwachsener Sohn, die gemeinsam ein ärmliches Haus bewohnen, am Waldesrand. Man weiß nicht genau, was hier geschieht. Aber das etwas passiert, die ganze Zeit, das weiß man schon: Finger bewegen sich, Hände greifen. Die ungewöhnlichen Ausschnitte lassen Bildinhalte abstrakt wirken, obwohl es ein Alltag ist, den man hier sieht. Was von diesem wiederum zu halten ist, dafür bieten Gutkina und Ignatov keine Antwort an.

Carolin Weidner


Nominiert für MDR-Filmpreis