Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Agra 68

Dokumentarfilm
1968
11 Minuten
Die „revolutionären Explosionen in Wissenschaft und Technik“ in einem populärwisschenaftlich-agitatorischem Beitrag über die Leistungsschau der Landwirtschaft „agra“, die alljährlich in Leipzig-Markkleeberg stattfand. Die begeisterten Tiraden über den Einsatz von möglichst viel Chemie, die vollautomatisierte Produktion von Pflanzen und Tieren und die bis 1980 geplante Steigerung der Arbeitsproduktivität um 250 Prozent (!) wirken im Verbund mit den Bildern im Takt fressender Kühe und den von zarten Damen rasant wie Bond-Auto gesteuerten Mähdrescherkolonnen wie reine Science-Fiction.
– Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Aufenthalt auf Erden

Dokumentarfilm
1979
18 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA Studio für Dokumentarfilme
Orlando Lübbert, Christiane Barckhausen
Orlando Lübbert, Christiane Barckhausen
Während in der (Ost-)Berliner U-Bahn Menschen zur Arbeit fahren, werden ganz in ihrer Nähe in einem Krankenhaus verletzte nicaraguanische Sandinisten behandelt und auf ein Leben mit teils schweren Behinderungen vorbereitet. Die kindlichen Gesichter stehen in krassem Gegensatz zu den nüchtern-sachlichen Schilderungen von Kampfhandlungen und schrecklichen Erfahrungen und Verlusten.
Ein, vielleicht auch wegen der fehlenden Distanz zur Praxis im Krieg kämpfender Kinder, aus heutiger Sicht beklemmendes Dokument. Vor allem aber macht es deutlich, wie hoch der Preis war, den die Völker Lateinamerikas für ihre Freiheit zu zahlen bereit waren – was sich auch im titelgebenden Verweis auf Neruda ausdrückt.
– Grit Lemke

Leipzig 1979 "Preis des Ministers für Kultur der DDR"

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In Memoriam Petra Tschörtner
Berlin-Prenzlauer Berg - Begegnungen zwischen dem 1. Mai und 1. Juli 1990 Petra Tschörtner

Gedreht zwischen dem 1. Mai und 1. Juli 1990, in dem Land DDR, das so noch heißt, aber nicht mehr existiert. Aufbruch und Bruch, von Anarchie und Ratlosigkeit.

DDR

GDR
1990

Berlin-Prenzlauer Berg - Begegnungen zwischen dem 1. Mai und 1. Juli 1990

Dokumentarfilm
1990
75 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Fritz Hartthaler, DEFA-Studio für Dokumentarfilme GmbH
Petra Tschörtner
Michael Lösche
Angelika Arnold
Petra Tschörtner, Jochen Wisotzki, Dramaturg: Gerd Kroske
Ulrich Fengler, Uve Haußig
Drei ältere Frauen schlenzen die Straße entlang. Eine singt, eine schämt sich ein wenig, eine läuft im großen Abstand vorneweg. Wenig später sitzen sie in einem Lokal und prosten sich zu. Gut gelaunt sind sie. Später wird getanzt und zwischendurch sprechen sie über ihr Leben. So nebenbei. Der Krieg, der im Krieg gebliebene Mann, schwere Jahre und nun das. Die Mauer ist weg, etwas Neues fängt an. Aber für sie wird es nicht besser. Das wissen sie: Die Kleinen sind immer die Dummen. Dann tanzen und lachen sie wieder.
Berlin-Prenzlauer Berg, gedreht zwischen dem 1. Mai und dem 1. Juli 1990, schwarz/ weiß, 35mm. Einer der letzten Filme des DEFA Dokumentarfilmstudios Berlin. Regie: Petra Tschörtner. Er ist eine Chronik der drei Monate in dem Land DDR, das so noch heißt, aber so nicht mehr existiert. Eine Zwischenzeit. Eine Zeit von erträumtem Aufbruch und bewusst erlebten Bruch, von Anarchie und Ratlosigkeit.
„We need revolution“ singt die Gruppe „Herbst in Peking“. Zu spä t- suggerieren die Bilder. Dort, wo die Mauer stand, ist Brachland; Bilder, die an das Berlin nach Kriegsende 1945 erinnern. Diesen, an den Nachkrieg erinnernden Bildern, begegnen wir in diesem Film immer wieder. Prenzlauer Berg war ihr Kiez, hier lebte sie und viele ihrer Freunde. Sie kannte hier jeden Stein, jeden Laden, die Kneipen und Konnopkes Currywurstbude.
„Was faszinierte dich hier am meisten in dem Kiez?“, fragt sie den Fotografen Harald Hauswald. „Die Intimität, die jetzt wahrscheinlich weg ist, die mal da war. Es war hier irgendwie so dicht, eng, positiv eng. Die Leute verändern sich. Die Offenheit, die vorher da war, wird sicher darunter leiden.“ „Stimmt“, sagt eine Stimme hinter der Kamera. Petras Stimme.
Petra Tschörtner studierte von 1978-1983 an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam Babelsberg. Ihre Filme erzählen sehr nah, sehr warm von einfachen Leuten, denen sie begegnet, zärtlich von ihren Mitstudenten, die weit in der Welt verstreut leben, von ihren Freunden. „Waiting on a Friend“ von den Stones ist der Titelsong ihres Filmes „Marmor, Stein und Eisen“. Sie war für Freundschaft besonders begabt.
„Berlin-Prenzlauer Berg“ und „Marmor Stein und Eisen“ sind Filme des Abschieds, sie sind nie nostalgisch, aber traurig im Grundton. Sie arbeitete als Regieassistentin in Spielfilmproduktionen, unterrichtete an der HFF, schrieb immer wieder an neuen Projekten.
Im Juli 2012 ist Petra Tschörtner viel zu jung gestorben.

– Tamara Trampe

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Canto General

Dokumentarfilm
1982
40 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA Studio für Dokumentarfilm
Joachim Tschirner
Mikis Theodorakis, Maria Faranduri, Petros Pandis, Heiner Vogt - Rundfunkchor Berlin (DDR)
Rainer Schulz, Günter Breßler, Karl Faber, Walfried Labuszewski, Jochen Härtel
Joachim Tschirner
Der „Canto General“ des chilenischen Nationaldichters Pablo Neruda gilt in Lateinamerika bis heute als wichtigstes literarisches Werk gleich nach der Bibel. Der griechische Komponist Mikis Theodorakis wird zu Nerudas künstlerischem Gefährten und vertont Teile des Werkes. Wenige Tage vor der für den September 1973 in Chile geplanten Uraufführung bricht der Militärputsch aus, Neruda stirbt zwei Wochen später. Erst 1981 gelangt das Werk in der DDR zur Aufführung.
Der Film verwebt die teils leidvollen Biografien der beiden Jahrhundert-Künstler, die auf das Engste mit den Diktaturen und Befreiungskämpfen ihrer Zeit verbunden sind, miteinander, mit ihrem Schaffen und dem „Großen Gesang“. Ein bewegendes Dokument von der Kraft der Kunst über den Tod hinaus.
– Grit Lemke

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Compañera Inge

Dokumentarfilm
1982
30 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Sabine Lenkeit
Karlheinz Mund
Christian Lehmann
Angela Wendt
Rolf Liebmann
In einem Oberlausitzer Textilbetrieb werden 150 Kubaner zu Facharbeitern ausgebildet. „Compañera Inge“ ist für die ausländischen Arbeitskräfte zuständig und muss sich als „Fachmann für praktische Lebensbewältigung“ bewähren. Denn das südamerikanische Temperament der Kubaner, ihre Kontaktfreudigkeit und Lebensfreude stoßen bei den deutschen Kolleginnen und Kollegen trotz verordneter „Brüderlichkeit“ ganz und gar nicht auf ungeteilte Zustimmung. Ein Clash of Cultures im Dienste der Revolution … und im Aufzeigen von Vorurteilen und Problemen ein leises Rütteln an Tabus in der geschlossenen Gesellschaft, erstaunlicherweise für das DDR-Fernsehen gedreht und bis 1989 der einzige Film zu diesem Thema.
– Grit Lemke

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Der Letzte Trabbi

Dokumentarfilm
1990
29 Minuten
Ende Juni 1990 rollt im Zwickauer Sachsenring-Werk der letzte Trabant vom Band. Er war das Symbol der DDR, so durchschnittlich wie sie, so mangelhaft und doch so unverwüstlich. Ein ironischer Blick auf eine lange Geschichte, der bei aller Melancholie doch nicht nostalgisch wird. „(…) auch ein Abschied von einem Selbstverständnis – vom Zugang zu einem großen Betrieb und von der gerade gewonnenen Freiheit uneingeschränkter Kritik. Kaum einer der Arbeiter, die hier über das schimpfen, was sie produzieren, wird künftig noch bereit sein, offen über seinen Betrieb zu reden, so er denn überhaupt noch Arbeit hat.“ (Heidemarie Hecht)
– Grit Lemke

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Die Kumpel von Döhlen

Dokumentarfilm
1960
16 Minuten
Planschlacht im Stahlwerk „8. Mai 1945“ in Döhlen bei Freital. Der Parteitagsbeschluss, die Produktion bis 1965 zu verdoppeln, scheint angesichts der unsagbar schweren Arbeit am Hochofen unerfüllbar. Da treten die tüftelnden Stahlarbeiter auf den Plan, die Parteileitung greift ein und schrittweise wird die Produktion effektiver und Arbeitsabläufe werden automatisiert … Ein beliebtes Sujet der Kunst jener Jahre mit entsprechendem Pathos.
– Grit Lemke

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Ein Bild malen ist wie Mais anbauen - Bauernmalerei aus Nicaragua

Dokumentarfilm
1984
21 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA Studio für Dokumentarfilme
Karlheinz Mund
Wolfgang Dietzel
Wolfgang Geier, Karlheinz Mund
Der Dichter und Priester Ernesto Cardenal, späterer Kulturminister Nicaraguas, gründete in den 60er Jahren die auf urchristlichen Vorstellungen beruhende Solentiname-Kommune. Mehr als 40 bäuerliche Künstler und Künstlerinnen fanden hier zu einem ganz eigenen, der naiven Malerei verwandten Stil. Mittels ihrer Erzählungen und farbgesättigten Bilder entsteht in praller Sinnlichkeit auf der Leinwand Leben, Kampf und Alltag einfacher Bauern. Nachdem sie anfangs die Pinsel aus Haaren selbst bastelten, wurde Malen angesichts der Erfahrung von Unterdrückung, Verfolgung und Verlust zur Lebensbewältigung: „Ich male, was ich noch nie gesehen habe. Ich male das Unbekannte.“
– Grit Lemke

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Erinnere dich mit Liebe und Hass

Dokumentarfilm
1974
40 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA Studio für Dokumentarfilme
Jürgen Böttcher, Rolf Liebmann
Werner Kohlert, Bernd Mertens, Horst Simon
Drei Jahre nach der hoffnungsvollen Begegnung mit Vertretern der chilenischen Bewegung des neuen Liedes sind die Protagonisten von damals verschollen oder wurden getötet wie Victor Jara, andere konnten sich nach dem Putsch ins Exil retten, teils leben sie in der DDR wie die Gruppe Inti Illimani. Ihre Erzählungen und kraftvollen Lieder werden montiert mit ausdrucksstarken Fotos (u.a. von Thomas Billhardt) und Szenen aus Patricio Guzmáns Film „Das erste Jahr“. Am Ende des Schwarz-Weiß-Films färbt sich – Referenz auf Eisenstein – die Leinwand rot …
Wie kaum ein anderer lässt der Film schmerzhaft erahnen, was Chile für eine ganze Generation nicht nur von DDR-Künstlern bedeutete und welch unheilbare Wunden das Scheitern einer Utopie hinterlässt.
– Grit Lemke

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Ganz Berlin ist in deinen Augen - Erinnerungen an Otto René Castillo

Dokumentarfilm
1979
27 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Karlheinz Mund
Atahualpa Youpauqui
Karlheinz Mund
Werner Kohlert, Karlheinz Mund
Otto René Castillo, der in seiner Heimat Guatemala bis heute als wichtigster Dichter verehrt wird, studierte 1959-1962 im Exil in Leipzig Literatur, bevor er zur DEFA ging, um sich dem Medium Film zu widmen. 1963 kehrte er zurück, schloss sich der Guerilla an und wurde 1967 von der guatemaltekischen Armee grausam getötet.
Jahre später begibt sich sein früherer Kollege Karlheinz Mund auf Spurensuche in Guatemala und der DDR. Bruchstückhaft, aus Erinnerungen seiner Weggefährten, Frauen und Kollegen, aus Gedichten und Briefen setzt sich das Bild eines Menschen zusammen, der es nicht ertrug, „nur zu reden, wenn andere sterben“. Ein Bild, das unvollständig bleiben muss. Mund und der Schriftsteller Fritz Rudolf Fries, der den Kommentar schrieb, sind Fragende, und hinter der Reflexion über einen kompromisslosen Künstler und Freund steht die unausgesprochene Erkenntnis des eigenen Scheiterns in einem Land, das sich im Mittelmaß eingerichtet hat.
Der Name Castillo ist auf schicksalshafte Weise mit diesem Festival verbunden: Otto René Castillo war 1961 Mitglied der Jury der Leipziger „Dokumentar- und Kurzfilmwoche“ (woran sich der kubanische Regisseur Octavio Cortázar im Film erinnert), was ihn mit zu seinem Wechsel zur DEFA bewogen haben dürfte. 1983 war sein – heute noch in Leipzig lebender - Sohn, Patrice Castillo, einer jener Jugendlichen, die als Teil der DDR-Friedensbewegung während des Festivals jene legendäre „Kerzendemo“ veranstalteten, die brutal verhaftet wurden und lange Freiheitsstrafen verbüßen mussten.
– Grit Lemke

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Lautaro

Animationsfilm
1977
19 Minuten
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DEFA Studio für Trickfilme
Juan Forch
Bernd Wefelmeyer
Hans Schöne
Juan Forch
Chile-Filme aus der Zeit nach dem Putsch nehmen immer wieder Bezug auf das Epos von Lautaro: ein Mapuche-Junge, der von den spanischen Eroberern in Ketten gelegt wird und bei ihnen aufwachsend von ihnen lernt. Als Krieger kehrt er heim, lehrt die Indios den Gebrauch der Waffen und führt sie in den Widerstand gegen die Eroberer.
Die Metapher auf das politische Schicksal der Linken in Chile wurde hier in kraftvollen, erdverbundenen Bildern gestaltet von Hernando León. Der renommierte Maler musste Chile nach dem Putsch verlassen und ließ sich schließlich in Dresden nieder, wo er viele Jahre an der Kunsthochschule lehrte und bis heute künstlerisch wirkt.
– Grit Lemke

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Leipziger Messe 1946

Dokumentarfilm
1946
8 Minuten
Während Leipzig noch deutlich vom Krieg gezeichnet ist, macht man sich daran, in den Messepalästen der Innenstadt abgerissene Handelsverbindungen wieder aufzubauen. Der im Augenzeugen/Wochenschau-Stil gedrehte Beitrag des Spielfilmregisseurs Kurt Maetzig ist beseelt von der Hoffnung, dass die gerade wieder auferstehende Warenwelt eines Tages auch dem einfachen Bürger zugänglich sein wird. Bis dahin heißt es weiter: Lebensmittelmarken und sehnsüchtige Blicke bei der Messe-Modenschau der HO.
– Grit Lemke

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Mitbürger

Dokumentarfilm
1974
8 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Peter Hellmich
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann
Santiago de Chile, Regierungspalast La Moneda, 11. September 1973. Bilder vom Bombardement. Es erklingt die Stimme Salvador Allendes; seine letzten Worte, gerichtet an sein Volk in der Stunde des Untergangs. Dazu in schneller Montage Fotos und Archivaufnahmen von der kurzen Zeit des Aufbaus und der Hoffnung. Und Allendes legendärer Satz: „Ich glaube an Chile und seine Zukunft.“ Dann wieder: Flammen.
– Grit Lemke
Hauptpreis und FIPRESCI-Preis Oberhausen (1974)

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Tango Traum

Dokumentarfilm
1985
20 Minuten
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DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Helke Misselwitz
Gunther Becher, Lutz Körner
Brigitte Unterdörfer
Eine Wohnung im Prenzlauer Berg der 80er, eine Frau und Tangomusik. In einem persönlichen Essay erforscht die Regisseurin Ursprünge des Tangos, befragt Archive, Texte, alte Fotos und Filmaufnahmen, schließlich sogar einen Argentinier. Dabei wird der Tango als kulturelle Praxis, die eng mit Politik und Gesellschaft verknüpft ist, begriffen. Aber da ist noch seine andere Seite: die Sinnliche, Erotische, hier als Inszenierung dargestellt. Beide Ebenen, Gegenwart und Vergangenheit, hier und dort, verschwimmen.
Am Ende steht die Erkenntnis, dass die Frau das Lebensgefühl des Tango nicht bekommen kann. Das Ferne bleibt fremd, Montevideo ein unerreichbarer Traum in der DDR der bleiernen Achtziger. Eine Trauer, die in Tanz übersetzt ein Tango sein könnte.
– Grit Lemke

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Versuch über Schober

Dokumentarfilm
1971
23 Minuten
Im Gegensatz zu den meisten dokumentarischen Arbeiten der DEFA jener Zeit wird hier nichts behauptet, statt unumstößlicher Wahrheiten wird ein „Versuch“ präsentiert, die sehr subjektive Annäherung an einen „Vorzeigemenschen“ der DDR-Presse. In schlichten Beobachtungen dieses Meisters im Großforschungszentrum Leuna, am Telefon, am Schreibtisch, beim Rundgang im Betrieb, im Gespräch mit Arbeitern oder beim Preisskat, kommen wir ihm näher, wird er vom Sockel geholt. Und am Ende steht die schlichte Erkenntnis, „dass der Sozialismus mit Menschen wie Hans Schober, wie du und ich, aufgebaut wird“. Der Doktrin entsprach das nicht.
– Grit Lemke

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Zum Achtenmal

Dokumentarfilm
1972
10 Minuten
Arbeiter im Braunkohletagebau Espenhain hören nach Schichtschluss ein Vivaldi-Konzert im Kulturhaus des Betriebs. In die Bilder von der Ankunft in der Kaue, der Arbeit auf dem Bagger, am Förderband oder den Gleisanlagen mischen sich die Töne der einzelnen Instrumente, bis eine Geige auf dem Förderband erscheint und das Konzert beginnt. Kunst als Arbeit, Arbeit als Kunst und wie sie verschmelzen, ganz jenseits wohlmeinender Programme des Bitterfelder Wegs.
– Grit Lemke

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