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Deutscher Wettbewerb
Coming off the Real Time, for a While Anna Friedrich

An der schwedischen Küste lebt Bauer Sven Axel mit seiner Mutter, einigen Tieren und viel Fantasie. Er träumt vom Filmemachen und von der Schauspielerei. Nun erprobt er beides.

Coming off the Real Time, for a While

Dokumentarfilm
2019
62 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Anna Friedrich, Ray Peter Maletzki (ROSENPICTURES)
Anna Friedrich
Stef Ketteringham
Anna Friedrich
Anna Friedrich
Anna Friedrich
Andrea Rüthel, André Görbing, Leo Rocker, Maximilian Glaß, Anna Friedrich
Anna Friedrich folgt Sven Axel Nilsson in den Morgennebel. Irgendwo in Schweden, das Meer in unmittelbarer Nähe, arbeitet Sven Axel als Bauer. Aber er ist noch viel mehr als das. Friedrich kitzelt es aus ihm heraus, indem sie ihn nach seinen Träumen und Ängsten befragt, wissen möchte, welches der vier Elemente ihm das liebste sei. Sie gibt ihm die Kamera in die Hand, weil er sich wünscht, Steine zu filmen, sodass zudem ein kurzer, dabei nicht minder spektakulärer Beitrag über eine mystische Steinformation Teil des unkonventionellen Porträts ist. Doch auch die Schauspielerei gefällt Sven Axel und so wird er kurzerhand auch das – Schauspieler.

Weitab beinahe jeglicher Störung beginnen die beiden also eine Art Spiel miteinander, bei dem Sven Axels Mutter ebenso eine Rolle hat wie ein Gelände, das die schwedische Armee für ihre Übungen nutzt. „Für mich ist die Welt eine ziemlich große Kugel, weil ich in meinem Leben nicht gerade viel gereist bin“, sagt er. Und setzt nach: „Heute wirkt die weite, weite Welt sehr klein. Aber das ist nicht wahr. Wenn man segelt, geht oder reitet, ist es tatsächlich eine ganz schön große Welt.“ Eine überaus reiche ist jedenfalls die von Sven Axel. Anna Friedrich macht sie passierbar.

Carolin Weidner

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Girls of Paadhai Natalia Preston

In einem Frauenhaus im südlichen Indien stehen Mädchen vor der Entscheidung zwischen Ausbildung und früher Verheiratung. Doch wie viel Entscheidungsfreiheit erlaubt die Tradition überhaupt?

Girls of Paadhai

Dokumentarfilm
2019
90 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Natalia Preston
Natalia Preston
Stephan Garin
Isabelle Casez
Andreas Zitzmann
Natalia Preston
Andreas Fertig
Ein Frauenhaus im südlichen Indien dient als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die sich einer frühen Verheiratung widersetzen. Die Mädchen diskutieren über Liebe – mit erstaunlich pragmatischen Erwägungen: „Wenn dich deine Eltern einem Jungen vermählen, kannst du dich immerhin beschweren. Wenn du aber den Jungen selbst aussuchst, werden sie sagen, es sei deine Entscheidung gewesen.“ Das äußert die zwanzigjährige Amulpriya, deren Fall die Strukturen deutlich macht. Schon ihre Mutter wurde sehr jung in die Ehe mit einem Mann gegeben, der die erhoffte Versorgung aber gar nicht gewährleisten konnte. Nach einem Leben voller Arbeit und Entbehrungen will sie nun für ihre Tochter dieselbe Lösung, die für sie selbst gar keine war: eine Heirat. Amulpriya aber will eine Ausbildung und wird dabei von Sunitha, der Leiterin des Hauses, unterstützt.

Der Name Paadhai bezieht sich auf das konkrete Gebäude und die Anlaufstelle, die es beherbergt, gleichzeitig auf die karitative Organisation, von der es getragen wird. Natalia Preston geht neben Amulpriya auf einige weitere Geschichten näher ein und lässt auf diese Weise erkennen, warum das Geschlechterverhältnis für die indischen Gesellschaft so bestimmend ist: Es durchdringt als die entscheidende soziale Frage alle Bereiche, auch das häufig beschworene Kastensystem.

Bert Rebhandl



Ausgezeichnet mit dem Filmpreis Leipziger Ring.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Halb Traum Dandan Liu

Ein Wiedersehen, zehn Jahre nach dem gemeinsamen Abschluss an der Pekinger Kunsthochschule: Wie viel ist von der damaligen Kreativität geblieben? Wie sieht der heutige Alltag aus?

Halb Traum

Dokumentarfilm
2019
86 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
KHM Kunsthochschule für Medien Köln
Dandan Liu
Dandan Liu, Mayc Eccher, Fang Du, Shi Tou
Dandan Liu
Fang Du, Xingguo Liu
Dandan Liu
Dandan Liu
Vor zehn Jahren hatten sie gemeinsam ihren Abschluss an der Pekinger Kunsthochschule gemacht und davon geträumt, auch später kreativ arbeiten zu können: in der Fotografie, in der Grafik, in Video- und Installationskunst, im Film oder in Mischformen. Die Filmemacherin, die es danach aus China wegzog, studierte in Deutschland weiter und lebt heute hier. Sie macht sich auf die Suche nach ihren früheren Kommilitoninnen. Was verbindet sie noch? Wie nehmen sie ihre damaligen Arbeiten heute wahr? Wie hat sich ihr Drang, Kunst zu machen, verändert? Was ist von den Träumen geblieben? Wie sieht der heutige Alltag aus?

Neben den grundlegenden Fragen zur Veränderung von Kreativität und Inspiration ist der Film zugleich auch ein Porträt der Ein-Kind-Politik-Generation der 1980er Jahre, deren Leben bestimmt wurde von massiven wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen und die sich mit ihren individuellen Lebenskonzepten dagegen zu wehren versucht. Wie viel Raum für persönliche (künstlerische) Entfaltungsmöglichkeiten bleibt übrig – in einem Alltag, aus dem die Kunst immer mehr zu verschwinden droht? Denn wie man mit Kunst allein ökonomisch überlebt, wurde an der Hochschule nicht vermittelt.

Frederik Lang

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Deutscher Wettbewerb
Havelland Fontane Bernhard Sallmann

Wenn Fontanes Text und Sallmanns Bilder ins Gespräch kommen, entsteht etwas, das sich zum Erlebnisfilm mausert. Literarisches trifft Visualisiertes trifft eine altheutige Landschaft.

Havelland Fontane

Dokumentarfilm
2019
109 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Bernhard Sallmann
Bernhard Sallmann
Bernhard Sallmann
Christoph Krüger
Bernhard Sallmann
Klaus Barm
Es scheint zunächst ein Sprechfilm zu sein, dessen ganze Größe aus dem berühmten Text stammt, der das unspektakuläre, lange nicht beachtete Berliner Umland feiert, als wäre es so eindrucksvoll wie die respekteinflößenden Alpen oder der liebliche Bodensee. Doch gerade aus der Schlichtheit und Genauigkeit der Beobachtungen Theodor Fontanes speist sich der filmische Stil von „Havelland Fontane“, mit dem Bernhard Sallmann seine Beschäftigung mit den „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ fortführt.

Es sind nüchterne Betrachtungen der heutigen Landschaft, die den Text nicht direkt illustrieren, wie es ein einfacher Reisebericht tun würde – hier eine Beschreibung der Insel Werder, dort die Bilder dazu. Da sich Sallmann diesem Zuordnen verweigert, entfacht er Interesse. Welcher Ort ist gemeint und warum filmt er Kinder im Wasser? Immer tiefer tritt der Zuschauer in die anekdotische, auch unterhaltsame Detailhaftigkeit des Textes und erlebt dabei zunehmend deutlich den Zeitabstand zwischen Worten (1889) und Bildern (2018). Man hört von der die Region bis heute prägenden Geschichte der Slawen und macht sich Gedanken über tendenziöse Historiografie. Im längsten Kapitel erfährt man viel über die isolierte Fischerinsel Werder und deren eigentümlich verschlossene Einwohnerschaft. Angeblich blieben die Insulaner sogar von der Pest verschont und begründeten ein Obstimperium, das die Zeiten überdauert.

Saskia Walker

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Deutscher Wettbewerb
Im Stillen Laut Therese Koppe

Erika und Tine, beide 81, werfen einen humorvollen Blick zurück auf ihr Leben in der DDR. Damals kämpften sie um Freiheit, Autonomie und ihre Liebe – zur Empörung der prüden Stasi.

Im Stillen Laut

Dokumentarfilm
2019
72 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Therese Koppe, Marie-Luise Wagner, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Therese Koppe
Irma Heinig
Annegret Sachse
Evelyn Rack
Therese Koppe
Billie Mind
Erika und Tine sind 81 Jahre alt und seit 40 Jahren ein Paar. Die beiden Frauen leben auf einem selbst ausgebauten Hof in Brandenburg und schauen auf ein bewegtes Leben zurück. In der DDR mussten beide um persönliche und künstlerische Freiräume kämpfen und rangen täglich mit dem Sozialismus, erst recht aber mit dessen real existierenden Widersprüchen. Anders als andere DDR-Kulturschaffende, die an der Ablehnung ihrer Kunst und Ideen zerbrachen, blicken beide heute humorvoll auf die vielfältigen Dokumente ihres Lebens und kontextualisieren und konterkarieren die zahlreichen Stasiakten mit ihren eigenen Erinnerungen, Fotos, Gemälden, Skulpturen und Texten. Sie nutzen die Gespräche mit der jungen Regisseurin, um einen genauen Blick in die eigene (DDR-)Vergangenheit, aber auch in die Nachwendezeit, in Gegenwart und Zukunft zu werfen.

Was vermag Kunst in gesellschaftspolitisch herausfordernden Zeiten? Wie kann man sich selbst, der Kunst und den eigenen Idealen treu bleiben? Wo sind Frauen bis heute konfrontiert mit struktureller Benachteiligung? Wie lassen sich gemeinsam gesellschaftliche Missstände ausräumen? Indem der Film ganz selbstverständlich bei seinen Protagonistinnen bleibt, gelingt eine betörend klare Erzählung über Freiheit, Autonomie, Kreativität und Sozialität – und nicht zuletzt eine wunderbare Ode an die Liebe.

Luc-Carolin Ziemann



Lobende Erwähnung des VER.Di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Landretter Gesa Hollerbach

Eine Bürgermeisterin, ein Astronom, ein Gastronom und eine im Europaparlament engagierte Bäuerin. Sie alle vereint dieses unaufgeregte Porträt – und der Kampf für ihre jeweilige Heimat.

Landretter

Dokumentarfilm
2019
83 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Erik Winker, Martin Roelly, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck
Gesa Hollerbach
Johannes Winkler
Jennifer Günther
Carina Mergens
Gesa Hollerbach
Johannes Winkler
!!! Der Film wird zu seiner Premierenvorstellung (29.10., 16:15 Uhr, CineStar 4) ohne deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit gezeigt !!!

Das Leben auf dem Land hat viele Facetten und Gesichter. Natur, Ruhe, Tradition. Doch die Realität sieht heute häufig anders aus, denn der Strukturwandel zerstört Europas Dörfer. Schulen müssen schließen, Gemeinden sind unterfinanziert, Landspekulationen erschweren die Arbeit der Bauern und grell erleuchtete Städtchen lassen auch die Sterne im Hinterland nicht mehr so klar erkennen wie noch vor Jahren. Verriegelte Kinos, verlotterte Häuser, verödete Bahnhöfe.

Gesa Hollerbachs unaufgeregter Dokumentarfilm porträtiert vier Menschen und deren Schicksale. Alle haben sie sehr unterschiedliche Hintergründe: eine Bürgermeisterin, ein Astronom, ein Gastronom, eine Bäuerin, die sich im Europaparlament engagiert. In Sachsen, im Allgäu, in Österreich. Am Ende vereint sie allerdings der gemeinsame unerbittliche Kampf für ihre jeweilige Heimat. Dabei möchte der Film zeigen, dass Veränderung gedacht und gemacht werden kann, dass Widerstand erste Früchte hervorbringt und die unermüdliche Arbeit dieser mutigen Landretter nicht umsonst ist. So sieht man heute wieder junge Familien auf den Straßen und Paare, die sich bewusst dafür entscheiden, aufs Land zu ziehen. Der Wandel hat bereits begonnen.

Julia Weigl

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Deutscher Wettbewerb
Nachspiel Christoph Hübner, Gabriele Voss

Finaler Teil einer Langzeitbeobachtung von Fußballtalenten, die in den 1990er Jahren bei Borussia Dortmund ausgebildet wurden. Drei Leben mit, für und nach dem „Lieblingssport“.

Nachspiel

Dokumentarfilm
2019
94 Minuten
Untertitel: 
deutsche
englische
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Erik Winker, Martin Roelly
Christoph Hübner, Gabriele Voss
Jörg Follert
Christoph Hübner
Gabriele Voss
Christoph Hübner, Gabriele Voss
Gabriele Voss

Mit 34 Jahren eine neue Hüfte! Das Leben eines Fußballspielers kann ganz schön hart sein. Und wie geht es dann weiter? Christoph Hübner und Gabriele Voss begegnen drei Männern wieder, die sie im Zuge einer Langzeitbeobachtung von Fußballtalenten schon seit 1998 begleitet haben. „Nachspiel“ bildet gemeinsam mit „Die Champions“ (2003) und „HalbZeit“ (2010) eine Trilogie. Florian Kringe, Heiko Hesse und Mohammed Abdulai galten alle einmal als Hoffnungen für die Profimannschaft von Borussia Dortmund. Doch ihre Karrieren verliefen ganz unterschiedlich. Kringe hatte das größte Potenzial, wurde aber von vielen Verletzungen zurückgeworfen. Hesse spielte bald nur noch, um ein Studium in England zu finanzieren, und arbeitet nun in Brüssel. Abdulai besitzt einen deutschen Pass, arbeitet als Busfahrer und plant eine Reise in seine Heimat Ghana. Den Sport haben sie als „Schule des Lebens“ begriffen. „Nachspiel“ bezieht diese drei Lebensgeschichten auch auf die rasanten Entwicklungen im heutigen Fußball, wo Talente inzwischen mit hochtechnologisierten Mitteln gefördert und gefordert werden. Bert Rebhandl


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Resonance

Dokumentarfilm
2019
56 Minuten
Untertitel: 
englische
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Itay Marom
Itay Marom
Itay Marom
Sunjha Kim, Itay Marom
Rotem Dror
Tiefste und verborgene Gefühlsregungen kann Musik in uns auslösen, eine körperliche, seelische oder spirituelle Erfahrung sein – auch für die sie erzeugenden Musiker. Um das höchste Niveau klassischen Gesangs zu erreichen, nehmen angehende Sängerinnen und Sänger Privatunterricht. Über den Verlauf eines Semesters folgt der Film drei renommierten Stimm- und Gesangslehrenden und ihren Schülerinnen und Schülern. Es ist ein hartes körperliches Training, stundenlanges Üben, Atmen, das Finden der exakt richtigen Positionen von Zunge und Kiefer. Denn nur auf der Basis technischer Perfektion kann letzten Endes die Magie der höchsten Emotionalität entstehen, durch ein Hineingeben der eigenen Persönlichkeit, ein Wechselspiel aus Anstrengung und Loslassen-Können.

Auch wenn wir wenig über die Singenden erfahren, sondern vor allem ihren Stimmen lauschen, spürt man die Intensität und Intimität, die bei dieser Art von Einzelunterricht zwischen Lehrenden und Lernenden entsteht – eine Atmosphäre, in der sich etwas Großes, Erhabenes aufbaut. Der lichte und meist stille Betonbau einer der drei Musikhochschulen, die Itay Marom für seinen Film aufsucht, mutet dabei fast wie ein Zen-Kloster an.

Frederik Lang



Ausgezeichnet mit dem DEFA Förderpreis.

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Deutscher Wettbewerb
Waterproof Daniela König

Zwei Frauen, zwei Lebenswelten, ein Beruf: Khawla und Aishe sind Klempnerinnen in Jordanien. Ob sie nach den sich überschlagenden Ereignissen auch ihre Freundschaft wieder wasserdicht kriegen?

Waterproof

Dokumentarfilm
2019
88 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
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Stefan Kloos, Michaela Pňačeková
Daniela König
Basel Naouri
Patrick Richter
Alex Bakri
Daniela König
Manja Ebert, Claudia Leder
Zu Beginn wird im Autoradio ein Lied gespielt, bei dem man einfach mitsummen muss. Das Lied verlässt den schmucken Kleinwagen, schwebt hinaus ins Urbane und wird zum Initialsound eines in mancherlei Hinsicht initialen Films. Im Auto sitzen, kichern, singen (und rauchen) Frauen auf dem Weg zum nächsten Einsatz. Sie sind Klempnerinnen von Beruf – ein goldenes Handwerk, das im Wüstenstaat Jordanien stärker glänzt als anderswo. Wasser will hier sorgfältig vor dem Auslaufen, Verdrecken, Wegtropfen und Versickern beschützt sein. Das verleiht ihrer Mission etwas Heldisches – und stiftet den durchaus komischen Horizont, vor dem die deutsche Medienkünstlerin und Reportagefilmerin Daniela König von etwas (fast) ganz anderem erzählt.

Dieses andere trifft man im (westlichen) Filmblick auf „die arabische Welt“ nicht oft. Es ist hell und wirft nur dort Schatten, wo sich zwei Auseinanderentwicklungen auf engem Raum begegnen. Hier sind das die erblondete Khawla, die sich als „erste Klempnerin Jordaniens“ medienwirksam verkauft, und ihre Angestellte Aishe, die kurz vor ihrem 40. Geburtstag noch einmal neue Wege einschlagen will. Wie sich ihre Freundschaft im Wandel der sich reibenden Hierarchien, im Wechsel von Gönnerhaftigkeit zu Abhängigkeit zu Gönnerhaftigkeit entwickelt? Das zeigt ein Dokumentarfilm, der sich seine Dramaturgie von der Seifenoper borgt – und in genrefremder Währung zurückzahlt.

Sylvia Görke

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Deutscher Wettbewerb
Zustand und Gelände Ute Adamczewski

Ute Adamczewski filmt Orte in Sachsen, denen man nicht mehr ansieht, dass sie 1933 Schauplätze der NS-Verfolgung waren. Eine geladene Konfrontation von Gegenwartsszenen mit Archivtexten.

Zustand und Gelände

Dokumentarfilm
2019
119 Minuten
Untertitel: 
englische
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Ute Adamczewski
Ute Adamczewski
Stefan Neuberger
Ute Adamczewski
Ute Adamczewski, André Siegers
Ludwig Berger

Schon im Filmtitel wird klar, dass es um zwei Ebenen geht. Geschichte und Gegenwart, Archiv und Präsenz – mit solchen Begriffen für die Spannung zwischen Zustand und Gelände arbeitet Ute Adamczewski. Mit „Bild und Ton“ lässt sich die Reihe der Dichotomien fortsetzen. Zu sehen sind in den zwei Stunden Orte, Plätze und Landschaften in Sachsen. Sie haben alle eine Verbindung zu Geschehnissen unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933. Damals begann die Jagd auf politische Gegner, die so viele betraf, dass in der Gegend zahlreiche, zum Teil improvisierte Gefängnisse und Lager geschaffen wurden. Eine Frauenstimme liest aus dem Off ruhig Dokumente von damals vor, ergänzt und erweitert um Erinnerungsberichte von Betroffenen aus der Zeit nach dem Krieg. Sukzessive kommen auch geschichtspolitische Aspekte hinzu. Für die DDR waren „Opfer des Faschismus“ nur Menschen, die gegen den Faschismus gekämpft hatten. Juden waren in diesem Sinn keine Opfer. Das findet eine bemerkenswerte Parallele in dem Umstand, dass schon die Nazis 1933 bei ihrem Versuch, Ordnung in die Verfolgungen zu bringen, die Juden (noch) exkludierten: „Fremdstämmigkeit ist kein Grund für Schutzhaft.“ Ein formal wie inhaltlich beeindruckender Film über die Gegenwart der Vergangenheit. Bert Rebhandl





Ausgezeichnet mit einer Goldenen Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- and Animationsfilm und dem VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness.


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