Filmarchiv

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Jahr

Internationales Programm 2014
Naomi Campbel Camila José Donoso, Nicolás Videla

Paula, Transsexuelle in einem schäbigen Vorort von Santiago de Chile, braucht Geld für die finale OP. Eine Reality-TV-Show bietet sich an … Sehnsucht im Minenfeld der Vorurteile.

Naomi Campbel

Dokumentarfilm
Chile
2013
83 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Rocío Romero, Catalina Donoso
Camila José Donoso, Nicolás Videla
Matías Illanes
Nicolás Videla, Daniela Camino
Nicolás Videla, Camila José Donoso
Roberto Collío
Paula Yermén ist eine Transsexuelle, die in einem schäbigen Vorort von Santiago de Chile lebt. Ihr persönliches Drama ist ihre Armut. Denn die Operation, die aus ihr eine vollkommene Frau machen könnte, ist nicht billig. Paulas einzige Chance liegt deshalb in einer Reality-TV-Show, die eine Geschlechtsumwandlung bezahlen würde. Zum Preis einer vollständigen körperlichen und seelischen Entblößung vor dem Publikum. So wie Paulas Geschlecht irgendwie „dazwischen“ liegt, haben auch die beiden Regisseure eine erzählerische Zwischenform gewählt: tagebuchartige Skizzen, die Paula mit einem Camcorder gedreht hat, eigenes dokumentarisches Material und zurückhaltend inszenierte Momente, beispielsweise zwischen Paula und ihrem Liebhaber. Diese Methode macht insofern Sinn, als der Film das Ergebnis ihrer zweijährigen Zusammenarbeit mit Paula darstellt. Sie ist weniger klassische Protagonistin als vielmehr Darstellerin ihrer Selbst im Minenfeld traditioneller gesellschaftlicher Vorurteile. Ihre Sehnsucht, sich in einem neuen Körper neu zu erfinden, steht hierbei in merkwürdigem Widerspruch zu ihrer spirituellen Haltung, die auf ihre halb-indigene Herkunft verweist. Die Geister, die sie um Hilfe anruft, sprechen zur Seele, nicht zu mechanisch hergestellten neuen Körpern. Doch zu dieser Einsicht kann Paula erst gelangen, nachdem sie im Casting scheitert und kein Fluchtweg mehr bleibt.
Matthias Heeder