Nach der Zukunft

Nach der Zukunft

Dokumentarfilm
Deutschland
2017
46 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Sigrid Gairing (Filmakademie Baden-Württemberg)
André Krummel
Tobias Burkardt
André Krummel
André Krummel
Raphaela te Pass, André Krummel
Simon Peter, Erik Lemke
Dass sich die Zeit, und gemeint ist die Lebenszeit, seltsam verschoben anfühlt, dass sie aus ihrer Ordnung brach und ausfranste, wird immer wieder spürbar: Zu Hause, so sagt Ortwin Passon einmal mit einem Bier am Tresen einer Berliner Kneipe sitzend, schaue er gelegentlich in den Flurspiegel und spreche mit sich selbst – über die Zukunft, die hinter ihm läge. Wie fühlt sich diese Gegenwart an, von der man eigentlich dachte, dass man sie nicht mehr erleben würde? Ortwin ist HIV-positiv, hat 1995 seinen letzten festen Freund zu Grabe getragen („zu Tode gepflegt“, wie er es nennt) und arbeitet seit einer Weile an einer Dissertation über Barebacking, das heißt die politische und strafrechtliche Relevanz ungeschützten Analverkehrs unter Männern in Deutschland. Für Ortwin und viele seiner Freunde und Bekannten sind die Fragen nach der eigenen Freiheit und Selbstbestimmung, nach dem Verhältnis von Sex und Gesetz, von Gegenwart und Zukunft, von Tod und Exzess auf besondere Weise existenziell.

André Krummel gelingt eine behutsame aber scheulose filmische Introspektion in die Gefühls-, Gedanken- und Lebenswelt seines Protagonisten. Ein berührend-klarsichtiger Film über das Wunder der Zeiten, die das Leben tragen.

Lukas Stern



Lobende Erwähnung im Deutschen Wettbewerb;
Nominiert für ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, DEFA-Förderpreis