Buntes Filmstill einer Animation in Popart-Ästhetik: geballte Faust, dahinter groß die Buchstaben U P, unten die chilenische Flagge, Sterne und ein Hammer und eine Sichel.

Retrospektive 2026: „Kino und Kampf. Lateinamerika zwischen Ost und West“

Mit der diesjährigen Retrospektive widmen wir uns dem radikalen politischen Kino Lateinamerikas der 1960er und 70er Jahre – seinerzeit ein wiederkehrendes Thema politisch engagierter Filmfestivals beiderseits der Mauer. Die Geschichte des Austauschs und der Erhaltung der Filme zwischen Leipzig, Ost-Berlin, West-Berlin und Oberhausen steht ebenfalls im Fokus.

Ein antikoloniales Kino

Im Mittelpunkt stehen Filme des sogenannten „Dritten Kinos“ Lateinamerikas – eine radikale Kinobewegung des Globalen Südens, die gegen soziale Ungleichheit, staatliche Repression und (neo)koloniale Abhängigkeit kämpfte. Ergänzt werden sie durch thematisch verbundene DDR-Produktionen.

Fokus auf Chile

Der Fokus auf Chile spiegelt die große Aufmerksamkeit wider, die dem chilenischem Zeitgeschehen und Filmschaffen seinerzeit entgegen gebracht wurde. Zwei der sieben Programme widmen sich der internationalen Solidarität mit Chilen*innen nach dem Militärputsch von 1973 und den Erfahrungen von Exil-Chilen*innen in der DDR.

Ost und West tauschten Filmkopien

Ein Großteil der gezeigten Filme liegt heute in deutschen Archiven. Sie bezeugen eine rege, miteinander verflochtene Festival-, Verleih- und Archivierungsarbeit beiderseits der Mauer.

In Filmgesprächen und einem DOK Talk beleuchtet die Retrospektive, wie Akteur*innen in Ost- und Westdeutschland ungeachtet der Komplikationen offizieller innerdeutscher Beziehungen zusammenarbeiteten. Sowohl das Staatliche Filmarchiv der DDR in Ost-Berlin, das die Leipziger Retrospektiven veranstaltete, als auch die Freunde der Deutschen Kinemathek in West-Berlin kopierten analoge Filmmaterialien, tauschten sie über persönliche Netzwerke miteinander aus und archivierten sie. So trugen sie gemeinsam dazu bei, die politisch gefährdeten Filme zu verbreiten und zu erhalten. 

Weitere Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung.

Alle Filme der Retrospektive


Die Retrospektive wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Dieses Jahr findet die Retrospektive in Kooperation mit Arsenal Filminstitut, Bundesarchiv und DEFA-Stiftung statt.

Filmstill: „Chile lebt“, Regie: Juan Forch, Michael Börner © DEFA-Stiftung/Michael Börner