DOK Leipzig 2026
Positions
Mit Positions öffnen wir einen Raum für Austausch, Auseinandersetzung und neue Perspektiven. Die Reihe richtet den Blick auf eine Welt, die sich einfachen Antworten entzieht, auf ihre politischen und historischen Verwerfungen, ihre Brüche, Widersprüche und Ambivalenzen. Die Filme laden dazu ein, genauer hinzusehen, zuzuhören und unterschiedliche Sichtweisen in Beziehung zu setzen. Sie sind Ausgangspunkt für Gespräche, in denen Gewissheiten ebenso Platz haben wie Zweifel.
Auf der Suche nach Spuren der Verschwundenen des Spanischen Bürgerkriegs begleitet „Atlas of Disappearance“ Angehörige und stellt die Frage nach dem Umgang mit einem verdrängten Kapitel der Geschichte. Der Realität der Erdölförderung in Nigeria setzt „Hope Is a Word“ Protest durch Poesie entgegen. In „Detention“ beobachten wir angehende Gefängniswärter*innen in Frankreich und erleben, wie Skepsis unter dem Einfluss von Gehorsam allmählich zur Routine wird. „Tricontinental, Letter to Open in Case Of“ führt in die Geschichte einer sozialistischen Bewegung während des Kalten Krieges und fragt nach dem Fortwirken politischer Ideen.
Die zweifache Oscarpreisträgerin Barbara Kopple vollendet mit „Union Town“ ihre Trilogie über die Rechte der Arbeiterklasse. Zwischen Heimat und Exil, Israel und dem Dazwischen, entfaltet „Fracture“ ein persönliches visuelles Tagebuch über Distanz und Zugehörigkeit. „The Masturbator – The Adventures of Edgar Hilsenrath“, eine Weltpremiere, nähert sich mit Animation und Archivmaterial dem vor 100 Jahren geborenen Leipziger Schriftsteller und Holocaust-Überlebenden.
Auch über die Leinwand hinaus setzt Positions auf Begegnung und Dialog. In Kooperation mit der Woche der Kritik entstehen zwei Debattenformate, die etablierte Gesprächsstrukturen zwischen Publikum,Filmschaffenden und Kritiker*innen öffnen und neu denken. Ergänzend laden Extended Q&As mit Filmschaffenden und Expert*innen dazu ein, Gedanken weiterzuführen, Fragen zu vertiefen und Widersprüche auszuhalten.
– Ola Staszel
Verlassen Sie mit Positions den gewohnten Festivalrahmen: Unser neues Filmprogramm lädt zu verlängerten Gesprächen im Anschluss an die Screenings ein.
Steilvorlage
Im Anschluss auf das Screening von „this, too, will be liquid“ und „Atlas of Disappearance“ am Festivalmittwoch folgt eine Debatte im Format STEILVORLAGE, kuratiert durch die Woche der Kritik.
Zwei Filme erforschen das Verhältnis von fotografischen und computergenerierten Bildern zu tiefgreifenden politischen Fragen: Manuel Correa betrachtet die Aufarbeitung der Morde des Franco-Regimes, während bei Karolina Malwina Gruschka persönliche Erinnerungen auf die Entwicklungen der Klimakatastrophe treffen. Die Kombination der beiden Filme wird zum Ausgangspunkt für eine Debatte über den Blick auf das Reale und kuratorische Haltungen.
Moderation: Dennis Vetter (Woche der Kritik)
Gäst*innen:
- Manuel Correa
- Karolina Malwina Gruschka
- Viktoria Leshchenko (DOK Leipzig Auswahlkommission)
- Melisa Liebenthal (Regisseurin „The Face of the Jellyfish“)
Reaktionszeit
Im Anschluss auf das Screening von „Detention“ am Festivaldonnerstag folgt eine Debatte im Format REAKTIONSZEIT, kuratiert durch die Woche der Kritik.
Guillaume Massart begleitete zukünftige Gefängniswärter*innen bei ihrer Berufsausbildung und beobachtet mit genauem Blick, wie sich deren Haltungen, deren Sprechweisen, deren Blicke verändern. Das Team der Woche der Kritik hat zwei Gäste eingeladen, in einer Debatte zunächst auf den Film zu reagieren, falls nötig Widerspruch einzulegen. Erst danach darf der Regisseur antworten und reagieren.
Moderation: Till Kadritzke (Woche der Kritik)
Gäst*innen:
- Guillaume Massart
- weitere Gäst*innen werden in Kürze bekannt gegeben