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The Autoharp Crushing on Hot Guys
Franka Sachse
Thematisiert psychische Erkrankungen
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Eintritt frei
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festivals@famu.cz
Cold River: I Am in Leipzig
Haiguang träumt. Von seiner verstorbenen Großmutter, seinem Geburtsort Lěng Shuǐ Jiāng in China, seinen Performances und Kunstprojekten und seinem Job in einem Großhandelslager in Leipzig. Aber Haiguang träumt nicht nur. Er filmt auch. Sich selbst und seine Umgebung. Ausdauernd, stoisch, mal mit Handkamera, mal mit Stativ. Im Wissen, dass es direkt unter dem Alltag eine weitere Schicht gibt, die man nur wahrnimmt, wenn man sich traut, nach einer Bedeutung jenseits des Sichtbaren zu suchen. Wenn man sich traut, sich im Park auf eine Kreuzung zu legen und zu warten, was geschieht. Wenn man sich traut, den Leistungsdruck der chinesischen Gesellschaft mit einer Performance zu adressieren, einen Autoreifen durch Peking ziehend. Wenn man sich traut, eigene Ängste und Zweifel wahrzunehmen und zu zeigen. Stilsicher und immer in Bewegung zwischen Orten und Bedeutungsebenen verknüpft Haiguang Leben und Traum in acht Vignetten, in denen sich Gefühle kondensieren und eine Form annehmen, die über das Private hinausgeht. Dabei verschränkt er die Elemente seines Alltags zwischen Kunsthochschule und elterlicher Kohlenhandlung in Changsha mit ebenso genauen wie poetischen Beschreibungen. So kann eine am Wegrand liegende Pfütze zu genau dem Ort werden, der ihn quer durch Raum und Zeit mit seiner Oma verbindet.
Luc-Carolin Ziemann
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lihaiguang02@gmail.com
Moving Sisters
Nazieh, Shazieh und Hanieh, drei Schwestern aus Afghanistan, leben mit ihrem Vater auf unbestimmte Zeit in einem Flüchtlingscamp in Athen. Ihre Mutter ist bereits in Deutschland angekommen, wo ein neues Gesetz den geplanten Familiennachzug verhindert. Es beginnt ein Aufwachsen im Wartezustand. Über sieben Jahre begleitet der Film die Schwestern und zeigt die unstete Normalität, die sie sich trotz aller Widrigkeiten gemeinsam und getrennt aufbauen: mit Sporttrainings, Sprachunterricht und dem Drehen eigener Filmszenen, die von ihren Fluchterfahrungen geprägt sind. Christos Stefanou, Pädagoge und Filmemacher, lernte die drei Schwestern bei seiner Arbeit im Geflüchteten-Camp kennen, wo er fünf Jahre als Lehrer tätig war. Im Bewusstsein ihrer vulnerablen Situation und Lebensphase verfolgt er in seinem ersten dokumentarischen Langfilm einen kollaborativen Ansatz. Beobachtend und nah fängt er Gesten, Gedanken und Alltagsroutinen der drei Schwestern ein, wodurch sich Entwicklungsschritte und das Verstreichen der Zeit nicht nur körperlich zeigen. Und während Lernerfolge angesichts der sich ständig verändernden Lebenssituation bisweilen ihre Bedeutung verlieren, bleibt die wesentliche Frage bestehen: Wird es der Familie trotz aller Unwägbarkeiten gelingen, wieder zusammenzufinden?
Tina Jany
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christef@gmail.com
Nicole Nicole
Alberte und Nicole sind Mutter und Tochter, drei Jahrzehnte trennen sie. Mit 55 und 87 leben sie immer noch zusammen in einer Villa am Genfer See und haben sich in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit eingerichtet: Nicole zögert, ihre Mutter zu verlassen, während es Alberte schwer fällt, sie gehen zu lassen; sie fürchtet das Alleinleben. In einem Haus voller Erinnerungsstücke, Katzen und zu vielen Uhren fühlt sich das Vertraute sicher an für das Mutter-Tochter-Duo, das oft gleichzeitig, wie Synchronschwimmerinnen, einnickt. Doch mit der Zeit macht sich die Familie Sorgen über Nicoles Selbstständigkeit. Nicole gilt als neuro-atypisch, „ambivalent“ in Bezug auf ihren vermeintlichen Zustand, und es gibt wenig Einrichtungen, die sie adäquat versorgen können. Dann beschließt Nicoles Schwester Danielle, ihr bei der Suche nach einer Wohnung und einer Arbeit zu helfen. Diese Szenen spielen sich parallel zum Alltag der Familie und den intimen Gesprächen vor der Kamera ab. Außerdem macht sich Nicole mit ihrer filmemachenden Nichte Lauren an eine spielerische kreative Übung, in der sie sich die vielen Szenarien des Lebens ausdenkt.
Sevara Pan
Enthält Darstellungen von psychische Erkrankungen
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Onkel Thuận
„Immer traurig“ sei er, sagt Onkel Thuận. Am Handy mit der weltweit verstreuten Familie verbunden, singt er sentimentale Lieder vom Frühling in Hanoi. Seine Frau Thúy kümmert sich indessen unermüdlich um das Restaurant, das die beiden seit zwanzig Jahren in Nordrhein-Westfalen betreiben. Mit 19 kamen sie als Vertragsarbeitende in die DDR. In Gesprächen mit ihren Töchtern entfalten sich Lebensgeschichten, in denen sie selbst kaum etwas zu entscheiden, sondern hauptsächlich fleißig zu sein und zu funktionieren hatten. Eine Rolle, die sie auch heute klaglos annehmen und rechtfertigen. Aber zunehmend werden Risse in der über Jahrzehnte aufgebauten Schutzschicht sichtbar. Und irgendwo in den ewigen, auch den Film strukturierenden Abläufen und Handgriffen in der Restaurantküche taucht sie leise auf: die Frage nach dem Glücklichsein. Mit Minh Anh Nguyễn meldet sich eine postmigrantische Generation zu Wort, die Vertragsarbeit und Rassismus in der DDR nicht als abgeschlossenes Kapitel, sondern als Teil ihrer Geschichte betrachtet. Beiläufig und mit großer Nähe zu den Protagonist*innen erzählt sie von kolonialen Prägungen, die sich in Biographien und über Generationen hinweg fortschreiben. Zugleich zeigt sie, wie dieser Kreislauf durchbrochen werden kann. Indem die Töchter Fragen stellen, die – auch außerhalb der vietnamesischen Community und vor allem im Osten – lange überfällig sind.
Grit Lemke
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nguyen.minh-anh@web.de
Petrolheads
Martin träumt nicht von einem Leben im Reichtum. Sein größter Wunsch ist ein 1994er Honda Civic und ein Führerschein. Mit fünf Monaten kam er zu seiner Pflegefamilie. Mit neun wurden bei ihm Autismus diagnostiziert, ADHS und eine sogenannte Bindungsstörung. Dann traf er Casper, und die beiden bauten eine Bindung auf, die auf ihrer gemeinsamen Liebe für Autos beruht, auf Trabbi-Witzen und dem Verständnis für die Schwierigkeiten des jeweils anderen – beide von ihren Behinderungen und von der frühen Jugend im Waisenhaus geformt, die ihr Selbstwertgefühl beeinträchtigt haben. Von seinem Bruder, dem Regisseur Emil Langballe, mit Ehrlichkeit und Sorgfalt gefilmt, folgt der Film Martin, der in einer Spirale aus Drogensucht und Ärger gefangen ist. Doch die ganze Zeit arbeitet er weiter mit Casper an seinem Honda Civic. Ein Film über Brüche und Reparaturen, über Autos und Beziehungen, Unterstützungssysteme und die Zärtlichkeit der Freundschaft.
Sevara Pan
Enthält Darstellungen von Drogenkonsum, psychische Erkrankungen
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jasmina@verita-films.com