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Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm

So divers die Umstände sind, in denen Menschen leben, so verschieden die Perspektiven, so vielgestaltig sind auch die dokumentarischen Arbeitsweisen, mit denen Filmkünstler*innen sie aufgreifen und weitertragen. Der Internationale Wettbewerb Dokumentarfilm von DOK Leipzig stellt produktive Begegnungen her: zwischen experimentierfreudigem Nachwuchs und jenen, die der Neugier und der Kreativität ihrer Anfänge treu bleiben.

Preise gestiftet von

Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill Auber 89
Auber 89 Giuseppe Schillaci
Aubervilliers, Pariser Arbeiterviertel, 1980er-Jahre: Fatsah Bouyahmed, damals ein Teenager, erinnert sich zurück und erweckt Lebensgeschichten voll solidarischen Spirits aus den Archivaufnahmen.
Filmstill Auber 89

Auber 89

Auber 89
Giuseppe Schillaci
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
Frankreich,
Italien
2026
79 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Internationale Premiere
Hunderte Stunden bislang ungesehene Aufnahmen aus den 1980er-Jahren, die die Sanierung von Aubervilliers, einem Pariser Arbeitervorort, dokumentieren. In den Videos erkennt Filmemacher Giuseppe Schillaci den 15-jährigen französisch-algerischen Fatsah Bouyahmed, damals ein gewöhnlicher Junge aus dem Viertel, der später Schauspieler werden sollte. Nachdem Fatsah infolge eines Unfalls sein Gedächtnis verliert, lässt er sich darauf ein, anhand des Archivmaterials dem Viertel zu begegnen, das er immer verlassen wollte. Während die Bilder entschlüsselt werden, treffen zwei Wiedergewinnungen von Erinnerung aufeinander: Fatsahs eigenes Leben und das eines Arbeitervororts der 1980er-Jahre. Seine Geschichten über Familie und Nachbar*innen holen Gesichter und Lebenswege aus der Anonymität des Archivs hervor. Ein fließender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, VHS-Aufnahmen und Fernseharchiven sowie Fragmenten von Fatsahs Erinnerung rekonstruiert die visuelle Textur der 80er-Jahre und lässt Formen des Zusammenlebens wieder auferstehen, die aus heutiger Sicht beinahe unwahrscheinlich erscheinen. Französische und migrantische Bewohner*innen teilten einen Glauben an das Gemeinwohl durch Gemeinschaftsarbeit, Nachbarschaftsfernsehen, Fußball, Rap-Wettbewerbe und gemeinsame Bemühungen, das Leben zu verbessern, während die Behörden sie in ihre Maßnahmen einbezogen, das „malaise des banlieues“, das Unbehagen der Vorstädte, zu bekämpfen. Ein vergessenes kollektives Ringen, zwischen Nostalgie, der flüchtigenWahrheit der Erinnerung und Sozialpolitik, bevor der bereits lauernde Rassismus, die Segregation und die wirtschaftlichen Ungleichheiten sich verhärteten und später in der Wut der Banlieues ausbrachen. Indem Schillaci die wiedergewonnene Erinnerung eines Mannes mit den ungehörten Stimmen der Arbeiterklasse verbindet, sät er subtil einen Zweifel: Hat unser Glaube an die Unvermeidbarkeit der heutigen ungerechten Realitäten diese Formen der Solidarität utopisch erscheinen lassen, und ist eine bessere Zukunft noch möglich?

Anca Păunescu

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29.10.
#453
CineStar 7
Auber 89
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29.10.2026
CineStar 7
#453
Auber 89
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Calendar
30.10.
#5C2
Cinémathèque in der naTo
Auber 89
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30.10.2026
Cinémathèque in der naTo
#5C2
Auber 89
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Calendar
01.11.
#781
UT Connewitz
Auber 89
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01.11.2026
UT Connewitz
#781
Auber 89
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Regie
Giuseppe Schillaci
Buch
Giuseppe Schillaci, Gabrielle Culand
Kamera
Zoltan Hauville
Schnitt
Christine Bouteiller
Produktion
Véronique Holley, Raffaele Ventura
Co-Produktion
Paolo Maria Spina, Sylvain Poubelle, Bruno Niepceron, Pierre-Jean Bartheye
Ton
Maya Rosa
Musik
Thibault Frisoni

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Kontakt
Raluca Iacob
raluca@lightdox.com
World Sales
Anna Berthollet
Lightdox
anna@lightdox.com
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill Bára – Diary of a Rockstar
Bára – Diary of a Rockstar Helena Třeštíková
Eine tschechische Rock-Ikone im Porträt, über 50 Jahre hinweg. Helena Třeštíková, Meisterin der Langzeitbeobachtung, zeigt Bára Basikovás rasante Lebensart mit allen Höhen und Tiefen.
Filmstill Bára – Diary of a Rockstar

Bára – Diary of a Rockstar

Bára Basiková
Helena Třeštíková
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
Tschechische Republik
2026
97 Minuten
Tschechisch
Untertitel: 
Englisch
Internationale Premiere
Bára Basiková ist eine Ikone des tschechischen Rock. In den Achtzigerjahren prägte sie als Leadsängerin die Bands Stromboli und Precedens, als Solokünstlerin füllt sie noch heute Hallen. Auch zahlreiche Musicals leben von ihrer Präsenz. Helena Třeštíková, berühmt für ihre nahbaren, faszinierenden Langzeitportraits, zeigt das unstete Leben Basikovás über die Dekaden. Die Liebe zur Kunst und die Suche nach erfüllenden Partnerschaften wirken dabei als rote Fäden. Mehr als einmal muss sich Basiková das Scheitern einer Beziehung eingestehen und einen Neuanfang wagen. Das Geld ist immer wieder knapp, die Last des Alltags zwingt sie manchmal beinahe in die Knie. Dabei verweilt Třeštíková nie allzu lange in einem Augenblick: Die Schnitte sind schnell, über die Spiellänge vermittelt „Bára – Diary of a Rockstar“ eine Rasanz und Dichte, die mit dem Lebensstil der Protagonistin in direkter Verbindung zu stehen scheinen. Basiková ist eine Getriebene, eine Romantikerin und eine Kämpferin. Auf ihre ganz eigene Art rückt Třeštíková substanzielle Themen in den Vordergrund: Welche Konsequenzen birgt die Entscheidung, sein Dasein einer von Risiken geprägten Leidenschaft zu verschreiben? Welche Rolle spielen Alter und Altern für eine Frau? Und nicht zuletzt: Wie kann es immer wieder weitergehen?

Carolin Weidner

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29.10.
#454
CineStar 7
Bára - Diary of a Rockstar
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29.10.2026
CineStar 7
#454
Bára - Diary of a Rockstar
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31.10.
#6B3
Schauburg
Bára - Diary of a Rockstar
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31.10.2026
Schauburg
#6B3
Bára - Diary of a Rockstar
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01.11.
#731
CineStar 5
Bára - Diary of a Rockstar
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01.11.2026
CineStar 5
#731
Bára - Diary of a Rockstar
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Regie
Helena Třeštíková
Kamera
David Cysař
Schnitt
Adéla Špaljová, Jakub Hejna
Produktion
Kateřina Černá, Pavel Strnad
Co-Produktion
Alena Müllerová
Ton
Petr Šoltys

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Kontakt
Barbora Lochmanová
barbora.lochmanova@gmail.com
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis, MDR-Film-Preis
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill The Evidence of the Termites
The Evidence of the Termites Roberto Jaén
Fesselnd vielstimmig im Split-Screen. Dieser ironische, wechselhafte und selbstreflexive Essayfilm ist ein spielerischer Versuch, einen schwer fassbaren Begriff zu definieren: Klasse.
Filmstill The Evidence of the Termites

The Evidence of the Termites

La evidencia del comején
Roberto Jaén
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
Costa Rica
2026
15 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Internationale Premiere
Die erste Stimme gehört dem Regisseur, der sich fragt, was er wohl für eine Art Film über die Mittelschicht machen würde. Was wir sehen entspricht mehr oder weniger seinen Beschreibungen; Split-Screen-Kombinationen von Archivmaterial und aktuellen Aufnahmen, die unauffällige Schnipsel aus dem Alltag zeigen: Familientreffen, der benachbarte Park. Außerdem spricht er darüber, den Schwerpunkt seines Films zu verschieben, und auch das geschieht, als mehr Stimmen einsetzen und verschiedene Formate zwischen den beiden Bildausschnitten pendeln: der Mann, der banale Alltagsgegenstände auflistet; die Frau, die durch eine unsichtbare Grenze von San José abgeschnitten ist; der venezolanische Immigrant, der vom Bus als großem Gleichmacher spricht; die Enkelin, die eine riesige Sammlung Lexika erbt. Ihr Hintergrund unterscheidet sich, aber sie alle beziehen sich explizit oder implizit auf gesellschaftliche Klassen, bei jedem eine andere Kategorie zu einer anderen Zeit; so viele Bedeutungen, so viele Objekte und Bezüge, ein Begriff mit zahllosen Ausprägungen. Wenn man den Termitenhügel öffnet, sieht man, dass er von allen gebaut wurde.

James Lattimer

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27.10.
#2C2
Cinémathèque in der naTo
Teil der Kompilation
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27.10.2026
Cinémathèque in der naTo
#2C2
Teil der Kompilation
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28.10.
#331
CineStar 5
Teil der Kompilation
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28.10.2026
CineStar 5
#331
Teil der Kompilation
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01.11.
#721
CineStar 4
Teil der Kompilation
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01.11.2026
CineStar 4
#721
Teil der Kompilation
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Calendar
01.11.
#772
Passage Kinos Wintergarten
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01.11.2026
Passage Kinos Wintergarten
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Regie
Roberto Jaén
Buch
Luis Chaves, Claudia Crinigan, Melissa Valverde, Verónica Jiménez, Roberth Pereira, Roberto Jaén
Kamera
Carolina Mora
Schnitt
Roberth Pereira
Produktion
Carlos Matute
Sound Design
Gabriela Rivas

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Nominiert für: Silberne Taube
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill Leave This Room Buried
Leave This Room Buried Iva Kraljević
Wie ist die Grundstimmung unserer Ära? Im fließenden Wechsel zwischen 16-mm-Aufnahmen, Archivmaterial und Heimvideos will der Essay den Zeitgeist einfangen: ängstlich, nostalgisch, ungezähmt.
Filmstill Leave This Room Buried

Leave This Room Buried

Ovu sobu ostavite zakopanu
Iva Kraljević
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
Kroatien
2026
17 Minuten
englische Titel
Untertitel: 
Keine
Deutsche Premiere
Was ist das vorherrschende Gefühl der heutigen Zeit? Sorge, Angst vor der Zukunft, unendliche amorphe Strömungen, eine Sehnsucht nach einfacheren Dingen der Vergangenheit? Zeitgemäß, sich permanent verschiebend und seltsam trostreich, ist diese erste Solo-Regiearbeit der Cutterin und Kamerafrau Iva Kraljević ein Versuch, die Stimmung des Zeitgeists zu erschließen – durch einen frei fließenden Essay, in dem Form und Inhalt sanft verwoben sind. An Fixsternen wie W. G. Sebald, Naomi Klein und Robert McFarlane orientiert, doch mit einem ganz eigenen Witz und lyrischer Note, zieht der Text auf der Leinwand schimmernde Linien zwischen Traum, Erinnerung, historischen Ereignissen und heutigen Gräueltaten einerseits und dem immerwährenden Trost der Natur andererseits, während Archivbilder und Familienfilme in neue 16 mm-Aufnahmen übergehen, Überblendungen üppig gedeihen und Fotos und Animationen sich im Bild breitmachen. Holz und Wasser, Stein und Feuer, wieder und wieder Atompilze; wenn das, was wir ausscheiden, zurückkommt, um uns zu verschlingen, haben wir hier wenigstens eine herzhafte Mahlzeit bekommen.

James Lattimer

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27.10.
#251
CineStar 7
Teil der Kompilation
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27.10.2026
CineStar 7
#251
Teil der Kompilation
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Calendar
29.10.
#4C1
Cinémathèque in der naTo
Teil der Kompilation
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29.10.2026
Cinémathèque in der naTo
#4C1
Teil der Kompilation
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Calendar
31.10.
#674
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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31.10.2026
Passage Kinos Wintergarten
#674
Teil der Kompilation
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Calendar
01.11.
#773
Passage Kinos Wintergarten
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01.11.2026
Passage Kinos Wintergarten
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Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Iva Kraljević
Buch
Iva Kraljević
Kamera
Iva Kraljević
Schnitt
Iva Kraljević
Produktion
Igor Grubić, Marijana Veljovic
Sound Design
Iva Kraljević

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Vanja Andrijević
vanja@bonobostudio.hr
World Sales
Vanja Andrijević
Bonobostudio
vanja@bonobostudio.hr
Nominiert für: Silberne Taube