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10 bis 20 Halden
Das Mansfeld, eine ostdeutsche Bergbauregion: Das Land ist weg, aber die Halden sind noch da. Als mächtiger Koloss in einer kahlen Ebene, als Pyramidenspitze hinter dem Reihenhaus, als dunkle Linie am Horizont. Aus der Aufschüttung ehemals überflüssigen Abraums sind mächtige Landmarken geworden. Emerson Culurgioni betrachtet sie als Ablagerungen von Geschichte. Die sorgfältig kadrierten Tableaus einer leeren, postindustriellen Landschaft, durch die nur ab und zu eine Simson-Gang rauscht, erinnern an James Bennings Erforschung einer menschengemachten Umwelt. Im Kontrast zur Statik der Bilder mäandert auf der Tonspur ein Fluss weitreichender Reflexionen über Boden und Ressourcen, Krieg und Krisen, Arbeit und Zerstörung, Ost und West, Herkunft und Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Schicht für Schicht werden verklappte Erinnerungen freigelegt. Am Ende steht die Frage, welchen Wert wir ihnen beimessen.
Grit Lemke
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emerson@posteo.de
Afterlives
Mit zahlreichen film- und medientheoretischen Videoessays hat Kevin B. Lee die Form des sogenannten Desktop-Films wesentlich mitgeprägt. Die elegante Meta-Inszenierung reflektiert, dass sein digitaler Schreibtisch zugleich Rechercheinstrument, Medienarchiv und Distributionskanal ist. Lees erster Langfilm in diesem Stil seziert zunächst ein historisches Propagandawerk: Unter dem Titel „Flames of War“ veröffentlichte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ 2014, auf dem Höhepunkt ihrer territorialen Macht, einen aufwendig produzierten Film; etliche Medien verglichen ihn mit der Ästhetik von Hollywood-Blockbustern. Die extreme Gewalt jener Bilder kann Lee zwar abstrahieren und verfremden. Doch mit den Mitteln der Filmanalyse allein, so seine Erkenntnis, lässt sich ihre ideologische Macht nicht entschlüsseln. „Afterlives“ weitet den Blick und sucht im Dialog mit Expertinnen aus Kunst, politischer Bildungsarbeit und Terrorismusforschung nach Gegenentwürfen: Sie rekonstruieren zerstörte Kulturgüter, entwickeln Strategien gegen extremistische Radikalisierung und erforschen, was Menschen zum Ausstieg aus terroristischen Gruppen bewegt. Dabei verliert Lees kluger Essay auch das kolonial geprägte westliche Bild des Nahen Ostens nie aus dem Blick.
Jan-Philipp Kohlmann
Thematisiert Folter
Enthält Darstellungen von Kriegsszenen, Folter
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Auber 89
Anca Păunescu
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raluca@lightdox.com
Bára – Diary of a Rockstar
Carolin Weidner
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barbora.lochmanova@gmail.com
Black Box
Was bleibt übrig, wenn alles vergeht? Ein alter Fotograf versucht anhand von Fotografien, Menschen und Ereignisse zu rekonstruieren, aber sie entgleiten ihm immer wieder, verschwinden im Dunklen, werden von den Wellen überspült. Anton Dyakov zeigt mit seinem 2D-animierten und in Schwarz-Weiß umgesetzten Film eben nicht nur, wie die Erinnerung verloren geht, sondern auch, wie sie uns manchmal heimsucht und überkommt – etwa in Form eines beklemmendes Archiv-Fragment diffuser Kriegsaufnahmen. „Black Box“ verhandelt Verlust und Trauer aus persönlicher und doch universeller Sicht, und nimmt dabei Bezug auf die Erinnerungskultur im digitalen Zeitalter, die immer stärker ohne die haptische Vergewisserung eines Fotoabzugs auskommt – oder auskommen möchte.
Marie Ketzscher
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claus@trollfilm.no
Detention
Carolin Weidner
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samy@andanafilms.com
The Evidence of the Termites
James Lattimer
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robertojaenchacon@gmail.com
Heat
Carolin Weidner
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sales@taskovskifilms.com
Hotel Utopia
Sie entwickeln Software, sind Lifestyle-Coaches, haben Marketing-Agenturen oder einen Amazon-Shop, sie reisen um die Welt, ohne für Unterkünfte zu zahlen: digitale Nomaden, denen als Arbeitsplatz mitunter ein Reisekoffer mit einem Laptop darauf reicht. Manche ihrer Sehnsüchte bleiben dabei auf der Strecke und werden zum Projekt eines umtriebigen Münchner Entwicklers: Matthias wirbt um heimatlose Individualist*innen und clevere Investor*innen, die als „Backer“ in sein Projekt einsteigen sollen, um aus einem verlassenen ehemaligen Luxus-Hotel in den bulgarischen Bergen ein hippes Coworking-Space zu machen. Er verspricht Community-Gefühl, intensive menschliche Verbindungen und wenig Steuern, Outdoor-Pool und Lagerfeueridylle. Während die von Heimat träumenden Nomaden darauf warten, dass aus der Utopie Realität wird, fühlen die Bewohner*innen der umliegenden Dörfer mit Skepsis einen neuen „Wind of Change“. Eine brillante Strukturanalyse eines Geschäftsmodells, das mit modernen Sehnsüchten handelt und sich den Raum dafür zu nehmen weiß.
Jan Künemund
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hannahbuhr@outlook.de
Kreislauf
Meike Weimann
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Leave This Room Buried
James Lattimer
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vanja@bonobostudio.hr
Lederwarenfertiger – Ein Beruf für Dich [excerpt]
Meike Weimann