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Afterlives
Mit zahlreichen film- und medientheoretischen Videoessays hat Kevin B. Lee die Form des sogenannten Desktop-Films wesentlich mitgeprägt. Die elegante Meta-Inszenierung reflektiert, dass sein digitaler Schreibtisch zugleich Rechercheinstrument, Medienarchiv und Distributionskanal ist. Lees erster Langfilm in diesem Stil seziert zunächst ein historisches Propagandawerk: Unter dem Titel „Flames of War“ veröffentlichte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ 2014, auf dem Höhepunkt ihrer territorialen Macht, einen aufwendig produzierten Film; etliche Medien verglichen ihn mit der Ästhetik von Hollywood-Blockbustern. Die extreme Gewalt jener Bilder kann Lee zwar abstrahieren und verfremden. Doch mit den Mitteln der Filmanalyse allein, so seine Erkenntnis, lässt sich ihre ideologische Macht nicht entschlüsseln. „Afterlives“ weitet den Blick und sucht im Dialog mit Expertinnen aus Kunst, politischer Bildungsarbeit und Terrorismusforschung nach Gegenentwürfen: Sie rekonstruieren zerstörte Kulturgüter, entwickeln Strategien gegen extremistische Radikalisierung und erforschen, was Menschen zum Ausstieg aus terroristischen Gruppen bewegt. Dabei verliert Lees kluger Essay auch das kolonial geprägte westliche Bild des Nahen Ostens nie aus dem Blick.
Jan-Philipp Kohlmann
Thematisiert Folter
Enthält Darstellungen von Kriegsszenen, Folter
Trailer
Termine und Tickets
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The Autoharp Crushing on Hot Guys
Franka Sachse
Thematisiert psychische Erkrankungen
Termine und Tickets
Eintritt frei
Credits
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festivals@famu.cz
Breaking the Law
André Eckardt
Termine und Tickets
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franz.impler@gmail.com
Camille & Chamäleon
Camille, ein sehr kleines Mädchen, und das höhenängstliche Chamäleon sind unzertrennlich und spielen gern Verstecken im Wald. Camille liebt es, mit ihrem Pfeifen buchstäblich den Ton anzugeben. Doch eines Tages wird sie zu übermütig und bringt Chamäleon auf eine Idee, die alles durcheinanderbringt. Jetzt haben sie sich im grünen Dickicht verloren. Können sie ihren Stolz überwinden und einander wiederfinden?
Lina Dinkla
Termine und Tickets
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info@lucie-nichelmann.com
Caracas: dos o tres cosas
Ugo Ulive verließ 1967 sein Heimatland Uruguay in Richtung der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Dort realisierte er zwei Jahre später am neu gegründeten Centro de Cine Documental de la Universidad de los Andes drei Kurzfilme: „Caracas: dos o tres cosas“, „Diamantes“ und „Basta!“. Letzterer war Teil der Leipziger Retrospektive „Film im Freiheitskampf der Völker: Lateinamerika“ von 1972. Inspiriert von Antonin Artauds Konzept des „Theaters der Grausamkeit“, sticht er durch verstörende Bilder einer Autopsie hervor, die den Grad der Entmenschlichung unter Einfluss des Imperialismus offenlegen. Ebenfalls in Form einer experimentellen Collage kontrastiert Ulive in „Caracas: dos o tres cosas“, mit der Kamera durch die Straßen von Caracas streifend, das öffentliche Gesicht der gespaltenen Gesellschaft mit Audiofragmenten aus Radio, Werbung und Popmusik.
Florian Wüst
Termine und Tickets
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Changeover
André Eckardt
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franz.impler@gmail.com
Cold River: I Am in Leipzig
Haiguang träumt. Von seiner verstorbenen Großmutter, seinem Geburtsort Lěng Shuǐ Jiāng in China, seinen Performances und Kunstprojekten und seinem Job in einem Großhandelslager in Leipzig. Aber Haiguang träumt nicht nur. Er filmt auch. Sich selbst und seine Umgebung. Ausdauernd, stoisch, mal mit Handkamera, mal mit Stativ. Im Wissen, dass es direkt unter dem Alltag eine weitere Schicht gibt, die man nur wahrnimmt, wenn man sich traut, nach einer Bedeutung jenseits des Sichtbaren zu suchen. Wenn man sich traut, sich im Park auf eine Kreuzung zu legen und zu warten, was geschieht. Wenn man sich traut, den Leistungsdruck der chinesischen Gesellschaft mit einer Performance zu adressieren, einen Autoreifen durch Peking ziehend. Wenn man sich traut, eigene Ängste und Zweifel wahrzunehmen und zu zeigen. Stilsicher und immer in Bewegung zwischen Orten und Bedeutungsebenen verknüpft Haiguang Leben und Traum in acht Vignetten, in denen sich Gefühle kondensieren und eine Form annehmen, die über das Private hinausgeht. Dabei verschränkt er die Elemente seines Alltags zwischen Kunsthochschule und elterlicher Kohlenhandlung in Changsha mit ebenso genauen wie poetischen Beschreibungen. So kann eine am Wegrand liegende Pfütze zu genau dem Ort werden, der ihn quer durch Raum und Zeit mit seiner Oma verbindet.
Luc-Carolin Ziemann
Trailer
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lihaiguang02@gmail.com
Cosmonauts
An Bord des Pompelmo Express, einer riesigen pinken Rakete, sind alle willkommen, die sich nach Zärtlichkeit sehnen. Gemeinsam mit diversen Passagieren, die in sämtlichen Farben des Regenbogens schillern, reisen Delfino, Rita und Zenf durch den Kosmos der Möglichkeiten. Während im Raumschiff die Party tobt, entdeckt Zenf durch sein riesiges Fernrohr einen feurigen Kometen. Delfino verknallt sich bei einer stimmungsvollen Teeparty bis über beide Ohren in Carlos, und Rita gerät mit ihrem Körper ins Hadern. Die unendlichen Weiten und die warme Dunkelheit des Weltalls umfangen die Reisenden freundlich und bieten Freiraum für das Ausleben verschiedenster Bedürfnisse. „Say goodbye to your lonely days.“
Franka Sachse
Enthält Darstellungen von Nacktheit
Termine und Tickets
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Cyclepaths
André Eckardt
Enthält Darstellungen von Mord, Kriegsszenen
Termine und Tickets
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antoncla.contact@gmail.com
Detention
Carolin Weidner
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samy@andanafilms.com
Division
Was sagt die Bibliothek eines Menschen über ihn aus? James Paul Dallas porträtiert nicht nur ein Leben, sondern zeigt eine Gegenwart, in der Besitz, Erinnerung und Identität ins Wanken geraten. Im Frühjahr 2025 navigiert der anonyme Protagonist den Regisseur per Handy durch seine verlassene Wohnung in Brooklyn. Was darf bleiben, was kann gehen nach 20 Jahren Zuhause? Zuerst ist das Küchengeschirr dran, dann die Bücher. Giacometti und Basquiat können in New York bleiben. Aber alles, was zwischen Lequeu und Brick steht, bitte einpacken. So entsteht ein Parcours durch einen intimen Mikrokosmos. Nicht nur die Wissenswege eines einzelnen Individuums werden vermessen, sondern auch seine Begierden, Vorlieben, guilty pleasures. Die Aufnahmen geben fragmentarische Einblicke in die Privatsphäre, regen Neugier und Fantasie an, bei allen, die zuschauen: Was ist alles in dieser Wohnung passiert? Was für ein Mensch hat hier gelebt? Und warum muss er sich von all dem, vielleicht sogar von einem Teil seiner selbst, trennen?
Borjana Gaković
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Eintritt frei
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jamespauldallas@gmail.com
Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Der nach einer Gedichtzeile von Pablo Neruda betitelte Dokumentarfilm stellt eine Momentaufnahme Chiles nach zwei Jahren Militärdiktatur dar. In der für das Studio H & S typischen agitatorischen Rhetorik des Kalten Krieges porträtiert er sowohl Vertreter*innen des Regimes als auch die Opfer des Terrors, die sich im Zuge der Suche nach den Verhafteten und Verschwundenen zu organisieren beginnen. Anfang 1973 hatten Walter Heynowski, Gerhard Scheumann und Peter Hellmich mehrere Monate in Chile verbracht, um die Reformanstrengungen Allendes sowie die Umtriebe der rechtsradikalen Kräfte festzuhalten. Hellmich blieb länger vor Ort: Ihm gelangen am 11. September 1973 die legendären Aufnahmen der Bombardierung des Präsidentenpalastes, das erste Interview mit General Augusto Pinochet nach dem Putsch sowie die Bilder politischer Gefangener im Konzentrationslager Chacabuco in der Atacama-Wüste. Für die äußerst riskanten Interviews und Dreharbeiten von „Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind“ musste das Studio H & S ein westdeutsches Team – Gerhard Biroth, George Boultwood und Frederico Füllgraf – nach Chile schicken. Das wahre Vorhaben hinter dem durchsichtigen Alibi, „Landschaftsaufnahmen für Tourismus-Werbung“ machen und den „wirtschaftlichen Erfolg der Regierung Pinochet“ dokumentieren zu wollen, wie sich Füllgraf erinnert, blieb trotz ständiger Überwachung und dank allerlei Tricks unentdeckt. Diese Vorführung ist die Premiere der durch das Förderprogramm Filmerbe geförderten restaurierten und digitalisierten Fassung des Films.
Florian Wüst
Termine und Tickets
Credits
Kontakt
defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de