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Fokus Ost
Filmstill Ten to Twenty Spoil Heaps
10 bis 20 Halden Emerson Culurgioni
Das Land ist weg, aber die Halden sind noch da. Assoziative Reflexion über Boden und Ressourcen, Arbeit und Zerstörung, Heimat und Verlust in einer ostdeutschen Bergbaulandschaft.
Filmstill Ten to Twenty Spoil Heaps

10 bis 20 Halden

10 bis 20 Halden
Emerson Culurgioni
Fokus Ost
Dokumentarfilm
Deutschland
2026
27 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Deutsch, Englisch
Weltpremiere

Das Mansfeld, eine ostdeutsche Bergbauregion: Das Land ist weg, aber die Halden sind noch da. Als mächtiger Koloss in einer kahlen Ebene, als Pyramidenspitze hinter dem Reihenhaus, als dunkle Linie am Horizont. Aus der Aufschüttung ehemals überflüssigen Abraums sind mächtige Landmarken geworden. Emerson Culurgioni betrachtet sie als Ablagerungen von Geschichte. Die sorgfältig kadrierten Tableaus einer leeren, postindustriellen Landschaft, durch die nur ab und zu eine Simson-Gang rauscht, erinnern an James Bennings Erforschung einer menschengemachten Umwelt. Im Kontrast zur Statik der Bilder mäandert auf der Tonspur ein Fluss weitreichender Reflexionen über Boden und Ressourcen, Krieg und Krisen, Arbeit und Zerstörung, Ost und West, Herkunft und Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Schicht für Schicht werden verklappte Erinnerungen freigelegt. Am Ende steht die Frage, welchen Wert wir ihnen beimessen.

Grit Lemke

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27.10.
#273
Passage Kinos Wintergarten
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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27.10.2026
Passage Kinos Wintergarten
#273
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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Calendar
01.11.
#711
CineStar 2
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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01.11.2026
CineStar 2
#711
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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Calendar

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Emerson Culurgioni
Buch
Emerson Culurgioni
Kamera
Emerson Culurgioni
Schnitt
Emerson Culurgioni
Produktion
Valentina Zalevska
Sound Design
Florian Marquardt, Emerson Culurgioni
Musik
Müllstation

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Kontakt
Emerson Culurgioni
emerson@posteo.de
German Distributor
Valentina Zalevska
Doc Alliance
Filmstill Afterlives
Afterlives Kevin B. Lee
Essayfilm in zwei Teilen: Als die Dekodierung eines IS-Propagandafilms an ihre Grenzen stößt, sucht der Regisseur mit Expertinnen nach Gegenentwürfen zu digitalen Spuren ideologischer Gewalt.
Filmstill Afterlives

Afterlives

Afterlives
Kevin B. Lee
Doc Alliance
Dokumentarfilm
Deutschland,
Belgien,
Frankreich
2025
88 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Mit zahlreichen film- und medientheoretischen Videoessays hat Kevin B. Lee die Form des sogenannten Desktop-Films wesentlich mitgeprägt. Die elegante Meta-Inszenierung reflektiert, dass sein digitaler Schreibtisch zugleich Rechercheinstrument, Medienarchiv und Distributionskanal ist. Lees erster Langfilm in diesem Stil seziert zunächst ein historisches Propagandawerk: Unter dem Titel „Flames of War“ veröffentlichte die Terrormiliz „Islamischer Staat“ 2014, auf dem Höhepunkt ihrer territorialen Macht, einen aufwendig produzierten Film; etliche Medien verglichen ihn mit der Ästhetik von Hollywood-Blockbustern. Die extreme Gewalt jener Bilder kann Lee zwar abstrahieren und verfremden. Doch mit den Mitteln der Filmanalyse allein, so seine Erkenntnis, lässt sich ihre ideologische Macht nicht entschlüsseln. „Afterlives“ weitet den Blick und sucht im Dialog mit Expertinnen aus Kunst, politischer Bildungsarbeit und Terrorismusforschung nach Gegenentwürfen: Sie rekonstruieren zerstörte Kulturgüter, entwickeln Strategien gegen extremistische Radikalisierung und erforschen, was Menschen zum Ausstieg aus terroristischen Gruppen bewegt. Dabei verliert Lees kluger Essay auch das kolonial geprägte westliche Bild des Nahen Ostens nie aus dem Blick.

Jan-Philipp Kohlmann

Thematisiert Folter

Enthält Darstellungen von Kriegsszenen, Folter

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30.10.
#532
CineStar 5
Afterlives
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30.10.2026
CineStar 5
#532
Afterlives
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31.10.
#6D1
Kinobar Prager Frühling
Afterlives
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31.10.2026
Kinobar Prager Frühling
#6D1
Afterlives
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Calendar

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Regie
Kevin B. Lee
Buch
Kevin B. Lee
Kamera
Ginan Seidl
Schnitt
Janina Herhoffer
Produktion
Caroline Kirberg
Co-Produktion
Beata Saboova, Vincent Metzinger
Ton
Aline Bonvin
Sound Design
Laszlo Umbreit
Musik
Maya Shenfeld, Tadklimp

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Kontakt
Caroline Kirberg
kirberg@pong-berlin.de
World Sales
Martina Droandi
Odd Slice Films
martina@oddslicefilms.com
German Distributor
Gesa Knolle
Positions
Filmstill Atlas of Disappearance
Atlas of Disappearance Manuel Correa
Über 33.000 Leichen ließ das Franco-Regime heimlich ins Valle de los Caídos überführen. Drei Familien suchen nach Angehörigen. Archive, Karten und Forensik zeichnen eine Topografie des Terrors.
Filmstill Atlas of Disappearance

Atlas of Disappearance

Atlas de la Desaparición
Manuel Correa
Positions
Dokumentarfilm
Spanien,
Norwegen
2026
84 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
deutsche Untertitel
Deutsche Premiere
Über 33.000 Leichen ließ das Franco-Regime zwischen 1959 und 1981 aus mehr als 500 Massengräbern in ganz Spanien ins Valle de los Caídos überführen – ein monumentales Mausoleum, das zur Verherrlichung des faschistischen Sieges errichtet wurde. Jahrzehnte später suchen Angehörige noch immer nach den sterblichen Überresten ihrer Liebsten. Drei Familien folgen den Spuren der Verschwundenen und stoßen dabei auf bürokratische, rechtliche und gesellschaftliche Hindernisse, die bis heute bestehen. Ausgehend von den eigenen Recherchen des Regisseurs Manuel Correa als Teil von Forensic Architecture – einer Forschungsagentur, die staatliche und unternehmerische Gewalt untersucht – rekonstruiert der Film in minutiöser Detailarbeit, was das Regime unsichtbar machen wollte. Digitale Karten, Bürgerarchive, offizielle Dokumente und neue forensische Technologien decken auf, was über Jahrzehnte verborgen blieb. So entsteht eine Topografie des Terrors, die das Ausmaß der systematischen Gewalt visualisiert und die unter der faschistischen Monumentalität begrabene Geschichte wieder ans Licht bringt.

Seggen Mikael

Thematisiert Mord, Tod

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28.10.
#3A1
Schaubühne Lindenfels
this, too, will be liquid & Atlas of Disappearance + Discussion mit Woche der Kritik
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28.10.2026
Schaubühne Lindenfels
#3A1
this, too, will be liquid & Atlas of Disappearance + Discussion mit Woche der Kritik
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Calendar
30.10.
#544
CineStar 6
this, too, will be liquid & Atlas of Disappearance
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30.10.2026
CineStar 6
#544
this, too, will be liquid & Atlas of Disappearance
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Regie
Manuel Correa
Buch
Manuel Correa
Kamera
Manuel Correa
Schnitt
Manuel Correa, Iván Guarnizo
Produktion
Anna Giralt Gris, Jorge Caballero Ramos, Emil Olsen
Ton
Emil Olsen
Sound Design
Emil Olsen
Musik
Simón Mesa Giraldo
Animation
Emil Olsen, Alejandro García Muñoz, Diego Guerrero, Xavier Redondo Sánchez

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Kontakt
Nominiert für: Leipziger Ring
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill Auber 89
Auber 89 Giuseppe Schillaci
Aubervilliers, Pariser Arbeiterviertel, 1980er-Jahre: Fatsah Bouyahmed, damals ein Teenager, erinnert sich zurück und erweckt Lebensgeschichten voll solidarischen Spirits aus den Archivaufnahmen.
Filmstill Auber 89

Auber 89

Auber 89
Giuseppe Schillaci
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
Frankreich,
Italien
2026
79 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Internationale Premiere
Hunderte Stunden bislang ungesehene Aufnahmen aus den 1980er-Jahren, die die Sanierung von Aubervilliers, einem Pariser Arbeitervorort, dokumentieren. In den Videos erkennt Filmemacher Giuseppe Schillaci den 15-jährigen französisch-algerischen Fatsah Bouyahmed, damals ein gewöhnlicher Junge aus dem Viertel, der später Schauspieler werden sollte. Nachdem Fatsah infolge eines Unfalls sein Gedächtnis verliert, lässt er sich darauf ein, anhand des Archivmaterials dem Viertel zu begegnen, das er immer verlassen wollte. Während die Bilder entschlüsselt werden, treffen zwei Wiedergewinnungen von Erinnerung aufeinander: Fatsahs eigenes Leben und das eines Arbeitervororts der 1980er-Jahre. Seine Geschichten über Familie und Nachbar*innen holen Gesichter und Lebenswege aus der Anonymität des Archivs hervor. Ein fließender Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, VHS-Aufnahmen und Fernseharchiven sowie Fragmenten von Fatsahs Erinnerung rekonstruiert die visuelle Textur der 80er-Jahre und lässt Formen des Zusammenlebens wieder auferstehen, die aus heutiger Sicht beinahe unwahrscheinlich erscheinen. Französische und migrantische Bewohner*innen teilten einen Glauben an das Gemeinwohl durch Gemeinschaftsarbeit, Nachbarschaftsfernsehen, Fußball, Rap-Wettbewerbe und gemeinsame Bemühungen, das Leben zu verbessern, während die Behörden sie in ihre Maßnahmen einbezogen, das „malaise des banlieues“, das Unbehagen der Vorstädte, zu bekämpfen. Ein vergessenes kollektives Ringen, zwischen Nostalgie, der flüchtigenWahrheit der Erinnerung und Sozialpolitik, bevor der bereits lauernde Rassismus, die Segregation und die wirtschaftlichen Ungleichheiten sich verhärteten und später in der Wut der Banlieues ausbrachen. Indem Schillaci die wiedergewonnene Erinnerung eines Mannes mit den ungehörten Stimmen der Arbeiterklasse verbindet, sät er subtil einen Zweifel: Hat unser Glaube an die Unvermeidbarkeit der heutigen ungerechten Realitäten diese Formen der Solidarität utopisch erscheinen lassen, und ist eine bessere Zukunft noch möglich?

Anca Păunescu

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29.10.
#453
CineStar 7
Auber 89
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29.10.2026
CineStar 7
#453
Auber 89
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30.10.
#5C2
Cinémathèque in der naTo
Auber 89
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30.10.2026
Cinémathèque in der naTo
#5C2
Auber 89
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01.11.
#781
UT Connewitz
Auber 89
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01.11.2026
UT Connewitz
#781
Auber 89
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Regie
Giuseppe Schillaci
Buch
Giuseppe Schillaci, Gabrielle Culand
Kamera
Zoltan Hauville
Schnitt
Christine Bouteiller
Produktion
Véronique Holley, Raffaele Ventura
Co-Produktion
Paolo Maria Spina, Sylvain Poubelle, Bruno Niepceron, Pierre-Jean Bartheye
Ton
Maya Rosa
Musik
Thibault Frisoni

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Kontakt
Raluca Iacob
raluca@lightdox.com
World Sales
Anna Berthollet
Lightdox
anna@lightdox.com
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis
Retrospektive
Filmstill Caracas: dos o tres cosas
Caracas: dos o tres cosas Ugo Ulive
Radio, Werbung, Caracas. Die Wege kreuzen sich, doch die Menschen begegnen sich nicht. Eine experimentelle Collage der sozialen Realitäten im Venezuela der späten 1960er Jahre.
Filmstill Caracas: dos o tres cosas

Caracas: dos o tres cosas

Caracas: dos o tres cosas
Ugo Ulive
Retrospektive
Dokumentarfilm
Venezuela
1969
16 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Ugo Ulive verließ 1967 sein Heimatland Uruguay in Richtung der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Dort realisierte er zwei Jahre später am neu gegründeten Centro de Cine Documental de la Universidad de los Andes drei Kurzfilme: „Caracas: dos o tres cosas“, „Diamantes“ und „Basta!“. Letzterer war Teil der Leipziger Retrospektive „Film im Freiheitskampf der Völker: Lateinamerika“ von 1972. Inspiriert von Antonin Artauds Konzept des „Theaters der Grausamkeit“, sticht er durch verstörende Bilder einer Autopsie hervor, die den Grad der Entmenschlichung unter Einfluss des Imperialismus offenlegen. Ebenfalls in Form einer experimentellen Collage kontrastiert Ulive in „Caracas: dos o tres cosas“, mit der Kamera durch die Straßen von Caracas streifend, das öffentliche Gesicht der gespaltenen Gesellschaft mit Audiofragmenten aus Radio, Werbung und Popmusik.

Florian Wüst

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31.10.
#633
CineStar 5
Teil der Kompilation
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31.10.2026
CineStar 5
#633
Teil der Kompilation
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Regie
Ugo Ulive
Kamera
Ugo Ulive, Fernando Toro, Roberto Siso
Produktion
Centro de Cine Documental de la Universidad de Los Andes

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill Cold River: I Am in Leipzig
Cold River: I Am in Leipzig Haiguang Li
Haiguang träumt – von seiner verstorbenen Großmutter, seinem Geburtsort Lěng Shuǐ Jiāng, seiner Kunst und seinem Job in einem Leipziger Großhandelslager. Aber Haiguang träumt nicht nur. Er filmt auch.
Filmstill Cold River: I Am in Leipzig

Cold River: I Am in Leipzig

Lěng Shuǐ Jiāng: Wǒ Zài Lái Bǐ Xī
Haiguang Li
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
China,
Deutschland
2026
153 Minuten
Chinesisch,
Deutsch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
deutsche Untertitel
Weltpremiere

Haiguang träumt. Von seiner verstorbenen Großmutter, seinem Geburtsort Lěng Shuǐ Jiāng in China, seinen Performances und Kunstprojekten und seinem Job in einem Großhandelslager in Leipzig. Aber Haiguang träumt nicht nur. Er filmt auch. Sich selbst und seine Umgebung. Ausdauernd, stoisch, mal mit Handkamera, mal mit Stativ. Im Wissen, dass es direkt unter dem Alltag eine weitere Schicht gibt, die man nur wahrnimmt, wenn man sich traut, nach einer Bedeutung jenseits des Sichtbaren zu suchen. Wenn man sich traut, sich im Park auf eine Kreuzung zu legen und zu warten, was geschieht. Wenn man sich traut, den Leistungsdruck der chinesischen Gesellschaft mit einer Performance zu adressieren, einen Autoreifen durch Peking ziehend. Wenn man sich traut, eigene Ängste und Zweifel wahrzunehmen und zu zeigen. Stilsicher und immer in Bewegung zwischen Orten und Bedeutungsebenen verknüpft Haiguang Leben und Traum in acht Vignetten, in denen sich Gefühle kondensieren und eine Form annehmen, die über das Private hinausgeht. Dabei verschränkt er die Elemente seines Alltags zwischen Kunsthochschule und elterlicher Kohlenhandlung in Changsha mit ebenso genauen wie poetischen Beschreibungen. So kann eine am Wegrand liegende Pfütze zu genau dem Ort werden, der ihn quer durch Raum und Zeit mit seiner Oma verbindet.

Luc-Carolin Ziemann

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29.10.
#414
CineStar 2
Cold River: I Am in Leipzig
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29.10.2026
CineStar 2
#414
Cold River: I Am in Leipzig
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Calendar
30.10.
#5B1
Schauburg
Cold River: I Am in Leipzig
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30.10.2026
Schauburg
#5B1
Cold River: I Am in Leipzig
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Calendar
01.11.
#761
Passage Kinos Astoria
Cold River: I Am in Leipzig
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01.11.2026
Passage Kinos Astoria
#761
Cold River: I Am in Leipzig
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Regie
Haiguang Li
Buch
Haiguang Li
Kamera
Haiguang Li
Schnitt
Haiguang Li
Produktion
Haiguang Li
Ton
Haiguang Li
Sound Design
Haiguang Li

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Kontakt
Nominiert für: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Animation Perspectives
Filmstill Cyclepaths
Cyclepaths Anton Cla
Ein Mann auf dem E-Roller am Rande der Stadt. Irritierend nur das geschulterte Gewehr. Die Zeit, Alarm zu schlagen, ist vorbei. Die Katastrophe hat sich schon Bahn gebrochen.
Filmstill Cyclepaths

Cyclepaths

Cyclepaths
Anton Cla
Animation Perspectives
Animationsfilm
Belgien
2023
13 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere
An der Peripherie der Stadt schweigen die modernen Neubauten, die Autobahnbrücke rauscht. Vögel kreisen am Himmel. Ein junger Mann, verdeckt in seinem Kapuzenpulli, ist mit dem E-Roller auf einem Parkweg unterwegs. Irritierend nur das Gewehr über seiner Schulter. Anton Clas Film zeichnet eine Stimmung von höchster Alarmbereitschaft, während sich die Katastrophe schon Bahn gebrochen hat. Unaufgeregt spielen sich Szenen ab, die an Drastik zunehmen. Den Soundtrack zu der schreienden Stille liefert eine technisierte Welt: Autobahn, Tram, Blinkergeräusche, Notsignale. Was die Tonkulisse unnachgiebig verweigert, ist eine laute Entladung, die die Spannung lösen würde. Die Vorstadt-Landschaft überzieht ein rotes theatralisches Warnlicht, Unschärfen schränken die Sicht ein. Das 3D-Computerdesign kaschiert weder die Künstlichkeit noch rechnerbasierte Deformationen in den Bildern. Die Normalität ist zur Kampfzone geworden, in der bereits die Maschinen-Matrix regiert.

André Eckardt

Enthält Darstellungen von Mord, Kriegsszenen

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29.10.
#474
Passage Kinos Wintergarten
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29.10.2026
Passage Kinos Wintergarten
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Calendar

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Regie
Anton Cla
Produktion
Anton Cla
Ton
Milan Van Doren
Animation
Anton Cla
Animation Technique
3D Digital

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Kontakt
Positions
Filmstill Detention
Detention Guillaume Massart
Angehende Gefängniswärter*innen drücken die Schulbank. Kann es eine gute Ausbildung für ein fragwürdiges System geben? Wie formt eine Uniform? Ein beklemmender Sprung in die Grauzone.
Filmstill Detention

Detention

La Détention
Guillaume Massart
Positions
Dokumentarfilm
Frankreich
2026
134 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Deutsche Premiere
Die Rollen an der École nationale d’administration pénitentiaire, kurz ÉNAP, sind klar verteilt: hier die angehenden Justizvollzugsbeamten, da die Lehrerschaft. In seinem Film behält Guillaume Massart diese Trennung auch ästhetisch bei. Zumeist aus der Perspektive der Schülerschaft eingefangen, gewährt „Detention“ einen Einblick in ein Curriculum, das es in sich hat: Wie verschafft man sich unter den Gefangenen Respekt und Gehör? Welche psychischen Belastungen gehen mit der Tätigkeit einher? Können sich die angehenden Wärter*innen in potenziellen Konfliktsituationen tatsächlich rechtliche Vorteile verschaffen? Über die zweistündige Spieldauer von „Detention“ setzt ein bemerkenswerter Effekt ein: Verstimmen die kritischen Stimmen der Schüler*innen nach und nach, wird aus der Perspektive der Zuschauenden das System Gefängnis immer fragwürdiger. Kann auch eine „saubere“ Ausbildung zum Machtmissbrauch anleiten, wenn dieser nicht explizit thematisiert und problematisiert wird? Wie formt eine Uniform? Massart, der für „Detention“ insgesamt ein Jahr an der Schule verbracht und das Training selbst durchlaufen hat, findet eine ganz eigene Tonalität für eine Ambivalenz, die irritiert und beklemmt.

Carolin Weidner

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29.10.
#4A2
Schaubühne Lindenfels
Detention + Discussion mit Woche der Kritik
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29.10.2026
Schaubühne Lindenfels
#4A2
Detention + Discussion mit Woche der Kritik
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Calendar
31.10.
#634
CineStar 5
Detention
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31.10.2026
CineStar 5
#634
Detention
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Calendar

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Guillaume Massart
Kamera
Guillaume Massart
Produktion
Céline Loiseau, Guillaume Massart

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Kontakt
Samy Pollet-Villard
samy@andanafilms.com
World Sales
Stephan Riguet
Andana Films
sriguet@andanafilms.com
Doc Alliance
Filmstill The Divided City of Mitrovica
The Divided City of Mitrovica Marko Grba Singh
Mitrovica trägt die Folgen des Kosovo-Krieges als fortwährendes Echo in sich: Der Norden ist serbisch besiedelt, der Süden albanisch. Wie wohnt diese Teilung in den Köpfen der Menschen?
Filmstill The Divided City of Mitrovica

The Divided City of Mitrovica

The Divided City of Mitrovica
Marko Grba Singh
Doc Alliance
Dokumentarfilm
Serbien,
Kosovo
2025
18 Minuten
englische Titel
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere
Mitrovica ist seit dem Kosovo-Krieg vor über 25 Jahren eine ethnisch geteilte Stadt. Der Norden ist vorrangig serbisch besiedelt, der Süden albanisch. Überall in der Stadt beeindruckende, triste Bauruinen mit intensiv blühenden Kirschbäumen davor: Der Krieg und die Teilung sind omnipräsent und doch unsichtbar. Dieses Paradoxon fängt Marko Grba Singh in seinem poetisch-experimentellen Film mit statischen Einstellungen ein. Ohne Dialoge, aber mit zwei wunderbaren Gedichten von Latif Berisha und Aida Šečić Nezirević wird der Abschied von der eigenen Mutter und damit schmerzlich andauernder Verlust als solcher nachempfunden – mit dreisprachigen Untertiteln entlang der geografischen Teilung: oben Serbisch, unten Albanisch und Englisch dazwischen. Mittendrin, mit dem historisch-stadtbildlichen Erbe der Mütter und Väter allein gelassen, sind zwei junge, verloren wirkende Menschen, solitär in der Landschaft. Ganz gleich, in welchem Stadtteil man sie nun auch verortet.

Marie Ketzscher

Thematisiert Tod

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28.10.
#374
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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28.10.2026
Passage Kinos Wintergarten
#374
Teil der Kompilation
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29.10.
#461
Passage Kinos Astoria
Teil der Kompilation
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29.10.2026
Passage Kinos Astoria
#461
Teil der Kompilation
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30.10.
#542
CineStar 6
Teil der Kompilation
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30.10.2026
CineStar 6
#542
Teil der Kompilation
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Regie
Marko Grba Singh
Kamera
Daniel Kötter, Milan Dobrić
Schnitt
Mina Simendić
Produktion
Jelena Angelovski
Ton
Luka Barajević

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Kontakt
Marko Grba Singh
pinklayne@gmail.com
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Filmstill Division
Division James Paul Dallas
Was darf bleiben, was kann gehen? Aus der Ferne wird der Regisseur durch eine verlassene Wohnung und Bibliothek navigiert. Parcours durch eine Privatsphäre, über Wissenswege und guilty pleasures.
Filmstill Division

Division

Division
James Paul Dallas
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm
Dokumentarfilm
USA
2026
14 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Internationale Premiere

Was sagt die Bibliothek eines Menschen über ihn aus? James Paul Dallas porträtiert nicht nur ein Leben, sondern zeigt eine Gegenwart, in der Besitz, Erinnerung und Identität ins Wanken geraten. Im Frühjahr 2025 navigiert der anonyme Protagonist den Regisseur per Handy durch seine verlassene Wohnung in Brooklyn. Was darf bleiben, was kann gehen nach 20 Jahren Zuhause? Zuerst ist das Küchengeschirr dran, dann die Bücher. Giacometti und Basquiat können in New York bleiben. Aber alles, was zwischen Lequeu und Brick steht, bitte einpacken. So entsteht ein Parcours durch einen intimen Mikrokosmos. Nicht nur die Wissenswege eines einzelnen Individuums werden vermessen, sondern auch seine Begierden, Vorlieben, guilty pleasures. Die Aufnahmen geben fragmentarische Einblicke in die Privatsphäre, regen Neugier und Fantasie an, bei allen, die zuschauen: Was ist alles in dieser Wohnung passiert? Was für ein Mensch hat hier gelebt? Und warum muss er sich von all dem, vielleicht sogar von einem Teil seiner selbst, trennen?

Borjana Gaković

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27.10.
#231
CineStar 5
Teil der Kompilation
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27.10.2026
CineStar 5
#231
Teil der Kompilation
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29.10.
#471
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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29.10.2026
Passage Kinos Wintergarten
#471
Teil der Kompilation
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31.10.
#663
Passage Kinos Astoria
Teil der Kompilation
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31.10.2026
Passage Kinos Astoria
#663
Teil der Kompilation
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Calendar
01.11.
#772
Passage Kinos Wintergarten
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01.11.2026
Passage Kinos Wintergarten
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Calendar

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
James Paul Dallas
Kamera
Eryc Perez de Tagle
Schnitt
James Paul Dallas
Produktion
James Paul Dallas, Eryc Perez de Tagle
Sound Design
Kevin T. Allen
Musik
Yasuaki Shimizu

Kontakt DOK Leipzig Logo

Kontakt
James Paul Dallas
jamespauldallas@gmail.com
Nominiert für: Silberne Taube
Retrospektive
Filmstill Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Zwei Jahre nach dem Militärputsch. Menschen auf Santiagos Straßen versammeln sich um die Kamera: Man könne hier nicht sprechen. Alle hätten Angst. Und doch beginnt Chile zu sprechen.
Filmstill Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind

Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind

Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1976
66 Minuten
Spanisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Der nach einer Gedichtzeile von Pablo Neruda betitelte Dokumentarfilm stellt eine Momentaufnahme Chiles nach zwei Jahren Militärdiktatur dar. In der für das Studio H & S typischen agitatorischen Rhetorik des Kalten Krieges porträtiert er sowohl Vertreter*innen des Regimes als auch die Opfer des Terrors, die sich im Zuge der Suche nach den Verhafteten und Verschwundenen zu organisieren beginnen. Anfang 1973 hatten Walter Heynowski, Gerhard Scheumann und Peter Hellmich mehrere Monate in Chile verbracht, um die Reformanstrengungen Allendes sowie die Umtriebe der rechtsradikalen Kräfte festzuhalten. Hellmich blieb länger vor Ort: Ihm gelangen am 11. September 1973 die legendären Aufnahmen der Bombardierung des Präsidentenpalastes, das erste Interview mit General Augusto Pinochet nach dem Putsch sowie die Bilder politischer Gefangener im Konzentrationslager Chacabuco in der Atacama-Wüste. Für die äußerst riskanten Interviews und Dreharbeiten von „Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind“ musste das Studio H & S ein westdeutsches Team – Gerhard Biroth, George Boultwood und Frederico Füllgraf – nach Chile schicken. Das wahre Vorhaben hinter dem durchsichtigen Alibi, „Landschaftsaufnahmen für Tourismus-Werbung“ machen und den „wirtschaftlichen Erfolg der Regierung Pinochet“ dokumentieren zu wollen, wie sich Füllgraf erinnert, blieb trotz ständiger Überwachung und dank allerlei Tricks unentdeckt. Diese Vorführung ist die Premiere der durch das Förderprogramm Filmerbe geförderten restaurierten und digitalisierten Fassung des Films.

Florian Wüst

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29.10.
#434
CineStar 5
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29.10.2026
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Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Kamera
George Boultwood
Schnitt
Traute Wischnewski, Ilse Radtke
Produktion
Studio H & S
Ton
Gerhard Biroth, Manfred Berger
Musik
Sergio Ortega, Grupo Aparcoa

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Retrospektive
Filmstill El primer año
El primer año Patricio Guzmán
Das erste Jahr unter Allendes Volksregierung: Die Arbeiterklasse Chiles feiert den Sieg und packt an. Doch die Rechte sabotiert den Umbau zu einer gerechteren Gesellschaft mit allen Kräften.
Filmstill El primer año

El primer año

El primer año
Patricio Guzmán
Retrospektive
Dokumentarfilm
Chile,
Frankreich
1972
100 Minuten
Spanisch,
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

„El primer año“ dokumentiert das erste Jahr der Unidad Popular: das böse Erwachen der herrschenden Klasse Chiles angesichts der demokratisch gewählten sozialistischen Regierung. Von der direkt einsetzenden Wirtschaftssabotage der Rechten über feiernde Arbeiter*innen, die Situation der Mapuche, die Agrarreform, die Verstaatlichung des Kohle- und Kupferbergbaus und Fidel Castros Besuch bis zum „Marsch der Kochtöpfe“ bürgerlicher Frauen, die nach Brot schreien, das sie in Fülle haben, schließt sich der Kreis der Errungenschaften und Schwierigkeiten. Neben dem journalistischen Interesse galt das Anliegen Patricio Guzmáns und seiner Mitsteiter*innen der atmosphärischen Ebene des Aufbruchs zu einer gerechteren Gesellschaft unter Salvador Allende, was „El primer año“ zu einem so berührenden Zeitdokument macht. Chris Marker bot an, mithilfe des Filmkollektivs SLON eine französischsprachige Fassung zu produzieren. Dieser sind Fotografien von Raymond Depardon vorangestellt, unterlegt mit einem Vorwort zur Geschichte Chiles. Guzmán setzte seine Arbeit an der Chronik der Ereignisse fort, bis er nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 das Land verlassen musste. Erst im kubanischen Exil konnte er sein Meisterwerk „La batalla de Chile“ (1975–79) zusammen mit Pedro Chaskel sukzessive fertigstellen. Die drei Teile wurden sowohl bei der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche als auch im Forum der Berlinale jedes Mal gefeiert.

Florian Wüst

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29.10.
#433
CineStar 5
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29.10.2026
CineStar 5
#433
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Regie
Patricio Guzmán
Kamera
Toño Ríos
Schnitt
Carlos Piaggio
Produktion
La Escuela de Artes de la Comunicación de la Universidad Católica de Chile, Atacama Productions
Ton
Felipe Orrego
Sound Design
María Eugenia Rodríguez-Peña

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Kontakt
Alexandra Galvis
alexandra@bfdistribution.cl