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Die Juden der Anderen. Geteiltes Deutschland, verteilte Schuld, zerteilte Bilder

Mit der deutschen Teilung verschwand das Hitlerreich endgültig von der Landkarte. Doch in den neuen Staaten lebten die alten Deutschen: Täter und unbeteiligte Zuschauer des Massenmords an den Juden Europas. Für DDR wie BRD wurde der Umgang mit dem Holocaust moralischer Prüfstein – mit dem man sich und den Nachbarn examinierte. Wir schauen auf deutsch-deutsche Wechsel- und Gegenblicke, auf Filme über Schuld, auf Bilder des „Jüdischen“, die „Deutsches“ zeigen.

Wir begleiten die Filmvorführungen der Retrospektive mit ausführlichen Podiumsgesprächen, zu denen wir Gäste mit (film-) historischer Expertise eingeladen haben. Unsere Gäste stellen wir Ihnen hier vor.

Die Retrospektive wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Wir danken auch dem Deutschen Rundfunkarchiv für die Unterstützung.

Retrospektive
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Aktion J Walter Heynowski
Eine polemische biografische Recherche zu Adenauers Bundeskanzleramtsleiter Globke: NS-Verwaltungsjurist, Eichmann-Vertrauter, Mittäter bei der rassistischen Deklassierung von Juden.

DDR

GDR
1961
Media Name: 3b2d1331-941c-4092-9b29-c1ab7865ad61.png

Aktion J

Aktion J
Walter Heynowski
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1961
103 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Heynowskis als Enthüllungsfilm auftretende biografische Recherche war Teil einer von SED-Funktionär Albert Norden koordinierten Kampagne, die die BRD als faschistisch entlarven sollte. In Dokumenten und Kommentaren wird die Karriere von Adenauers Bundeskanzleramtsleiter Hans Globke nachvollzogen, der als NS-Verwaltungsjurist und Vertrauter von Eichmann an der systematischen Markierung und rassistischen Deklassierung von Juden mitgewirkt hatte. Die Fakten lagen zwar schon länger auf dem Tisch, bekamen aber mit dem bevorstehenden Eichmann-Prozess neuen propagandistischen Wert. 1961 wurde „Aktion J“ auf der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche mit einem Hauptpreis ausgezeichnet.


Sylvia Görke

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28.10.
#453
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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28.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#453
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Walter Heynowski
Deutscher Fernsehfunk (DFF)
Walter Heynowski
Rolf Sperling
Bert Schultz

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Kontakt
Martina Seidel
Retrospektive
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Aufschub Harun Farocki
Material aus dem NS-Judendurchgangslager Westerbork. Von hier aus ging es in den Tod, auch für den Kameramann. Farocki untersucht die stummen Sequenzen: Eine Operation am Narrativ.
Media Name: 5c49c505-581b-4547-bea9-bb15af694625.jpg

Aufschub

Aufschub
Harun Farocki
Retrospektive
Dokumentarfilm
Deutschland,
Südkorea
2007
40 Minuten
deutsche Titel
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Wer im NS-Judendurchgangs- und Sammellager Westerbork in den besetzten Niederlanden inhaftiert war, hatte den Tod vor Augen: Die Züge von hier gingen nach Auschwitz, nach Sobibór. 1944 gab der Lagerkommandant dem kurz darauf ermordeten Häftling und Kameramann Rudolf Breslauer den Auftrag, im Lager zu filmen, wohl um die eigene „Arbeitsleistung“ visuell belegen zu können. Aus dem überlieferten stummen Material kompilierte Harun Farocki, westdeutscher Doyen der essayistischen Bildkritik, eine ebenfalls stumme, nur in Texttafeln kommentierte Sequenzanalyse. Es ist eine Operation am verborgenen Narrativ, nicht am offenen Herzen.


Sylvia Görke

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26.10.
#253
Passage Kinos Wintergarten
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26.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#253
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Harun Farocki
Harun Farocki
Christiane Hitzemann
Lars Pienkoß
Matthias Rajmann
Harun Farocki
Rudolf Breslauer
Lars Pienkoß
Harun Farocki

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Retrospektive
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Berlin-Totale XIV. 2. d) Almstadtstraße Karl-Heinz Wegner
Ein Erzeugnis der Staatlichen Filmdokumentation, die unzensierte DDR-Wirklichkeit bewahren sollte: Alteingesessene blicken zurück auf die deutsch-jüdische Geschichte „ihrer“ Straße.

DDR

GDR
1979
Media Name: 2f55af86-cd4d-441f-b4ef-1e3e390d2af5.jpg

Berlin-Totale XIV. 2. d) Almstadtstraße

Berlin-Totale XIV. 2. d) Almstadtstraße
Karl-Heinz Wegner
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1979
35 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Warum dieses Filmdokument über eine Ostberliner Straße so ist wie es ist, warum es eine fast rührende, im Grunde ungestaltete Ehrlichkeit und Ratlosigkeit transportiert, liegt an der besonderen Institution, für die es entstand. Die Staatliche Filmdokumentation wurde gegründet, um der DDR nicht-zensierte Zeugnisse ihrer eigenen Wirklichkeit anzufertigen. Drei Alteingesessene blicken aus notorisch zugigen Fenstern auf die notorisch erkältete deutsch-jüdische Geschichte: Herr Miegel, ehemaliger Kneipier, Frau Kramp, ehemalige Kintopp-Mitarbeiterin, Mischket Liebermann, Schriftstellerin und DDR-Kulturpolitikerin. Sie sind Nachbarn im Kiez seit Ewigkeiten. Sie werden sich wohl fremd bleiben für Ewigkeiten.


Sylvia Görke

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30.10.
#653
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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30.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#653
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Karl-Heinz Wegner
Veronika Otten
Roland Worel
Dieter Schönberg
Dieter Harms

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Kontakt
Marie Herold
Retrospektive
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Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren Jürgen Neven du Mont
Hitler verkaufte Abzeichen, um die Macht zu erlangen? Und wirklich sechs Millionen ermordete Juden? Ein Wissenstest für BRD-Oberschüler, bei dem eigentlich die Eltern durchfallen.
Media Name: 102687fc-8c0a-405a-bfbc-eed0678dcd4f.jpg

Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren

Bildungsstand westdeutscher Schüler in den 50er Jahren
Jürgen Neven du Mont
Retrospektive
Dokumentarfilm
BRD
1959
44 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Am 29. April 1959 übermittelte der Hessische Rundfunk eine alarmierende Bestandsaufnahme des bundesdeutschen Schulwesens. Dieser erste von drei Teilen der Reportage „Blick auf unsere Jugend“ geht der Frage nach, was in den Köpfen von Oberklassenschülern zu den Deutschländern von Hitler und Ulbricht hängengeblieben ist. Hessen unter polnischer Verwaltung? Hitler verkaufte Abzeichen, um an die Macht zu kommen? Immerhin, bei der Zahl der ermordeten Juden liegen sie ungefähr richtig – also das Drittel, dem überhaupt etwas dazu einfiel. Zu Recht wies damals ein Fernsehkritiker darauf hin, dass sich hier die Summe aller elterlichen Tischgespräche materialisiere. Aber ob diese Eltern am 29. April 1959 ferngesehen haben?


Sylvia Görke

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30.10.
#653
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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30.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#653
Teil der Kompilation
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Jürgen Neven du Mont
HR Hessischer Rundfunk
Willy Sedler
Bernhard Weber
Günter Seuss
Hilde Grabow
Horst Eiteljörge

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Corinna Stürz
Retrospektive
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Buchenwald Günter Weschke
Das Buchenwald-Mahnmal war das erste Nationaldenkmal der DDR. Von 1961 bis 1975 begann jeder Gedenkrundgang mit diesem Einführungsfilm, in dem die jüdischen Opfer kaum Erwähnung finden.

DDR

GDR
1961
Media Name: fcc9300e-e989-4e86-a1c4-b950c44da978.jpg

Buchenwald

Buchenwald
Günter Weschke
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1961
26 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

1958 fand die Einweihung der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“, des ersten Nationaldenkmals der DDR statt. Die monumentale Anlage sollte auch die staatstragende Bedeutung einer wählerischen Erinnerungskultur demonstrieren. Man gedachte der kommunistischen Widerstandskämpfer – und überging, dass in den Gräbern vor allem jüdische Opfer lagen. 1961 stellte die DEFA im Auftrag des Buchenwald-Komitees diesen „Einführungsfilm“ fertig, der von Goethe, Schiller, Thälmann handelt, aber nur ganz am Rande von Jüdinnen und Juden. Bis 1975 starteten die Besucher damit ihren Gedenkrundgang. Für Skript und Produktionsleitung zeichnete der Dramatiker Heiner Müller verantwortlich, wie erst 2004 bekannt wurde.


Sylvia Görke

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26.10.
#253
Passage Kinos Wintergarten
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26.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#253
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Günter Weschke
DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme
Günter Weschke
Heiner Müller
Günter Weschke
Heinz Reusch
Kurt Wolfram
Sergio Günther
Ekkehard Schall
Wolfgang Heinz

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Kontakt
Kerstin Lommatzsch
Retrospektive
Media Name: db39208a-2c8d-428c-b4fc-78ce5c23410b.jpg
Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene Jean-Marie Straub
Eine Filmmusik, zu der nie ein Film entstand – außer dieser Wort-Bild-Collage, die aus Briefen und visuellen Assoziationen erschreckende antisemitische Kontinuitäten ableitet.
Media Name: db39208a-2c8d-428c-b4fc-78ce5c23410b.jpg

Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene

Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene
Jean-Marie Straub
Retrospektive
Dokumentarfilm
BRD
1972
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

„Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe“ – so überschrieb der österreichisch-jüdische Komponist Arnold Schönberg 1930 seine Partitur für eine Filmmusik, zu der – außer dieser zwischen herbem Lesungsdokument, Schwarzfilmabgründen und tosendem Bildersturm wie ein angeschlagener Boxer schwankenden Collage – nie ein Film entstand. Schönbergs Briefe formulieren die Vorahnung des Unglücks, das die Nationalsozialisten über die Juden bringen würden, beschreiben systematisch werdenden Antisemitismus, Ausgrenzung und Diffamierung. Dazwischen montiert, als Rück- und Vorausschau auf historische Kontinuitäten: Bomber im Anflug auf Vietnam, die erschossenen Pariser Kommunarden, in Särgen wie in Setzkästen arrangiert.


Sylvia Görke

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30.10.
#653
Passage Kinos Wintergarten
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30.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#653
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Jean-Marie Straub
Jean-Marie Straub
Danièle Huillet
Renato Berta
Horst Bever
Jean-Marie Straub
Danièle Huillet
Jeti Grigioni
Harald Lill
Jean-Marie Straub
Danièle Huillet
Günter Peter Straschek
Peter Nestler
Danièle Huillet

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Christophe Clavert
Retrospektive
Media Name: 585feff5-8a77-4515-8500-07ad7524d827.jpg
Es muß ein Stück vom Hitler sein Walter Krüttner
Eine angriffslustige Dokumentarpolemik auf den Führertourismus am Obersalzberg. Die bundesdeutschen Behörden haben das pietätlose Treiben zwar untersagt, kassieren aber kräftig mit.
Media Name: 585feff5-8a77-4515-8500-07ad7524d827.jpg

Es muß ein Stück vom Hitler sein

Es muß ein Stück vom Hitler sein
Walter Krüttner
Retrospektive
Dokumentarfilm
BRD
1963
11 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Walter Krüttner gilt als der einzige Satiriker unter den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests, das 1962 bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen verlesen wurde. Sein Film beginnt wie jene, denen die Oberhausener das Handwerk legen wollten: mit Ländlermusik und einem Zitat des Heimatdichters Ganghofer. „Herr, wen du liebst, den lässest du fallen in dieses Land.“ Krüttner beobachtet das touristische Treiben am Obersalzberg: Reiseführer führen Führerreisende durch die Nazibauten. Und Krüttner zählt nach, was die bundesdeutschen Behörden damit verdienen. Er selbst verdiente sich den „Silbernen Lorbeer“ des Deutschen Fernsehfunks, verliehen auf der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1963.


Sylvia Görke

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28.10.
#453
Passage Kinos Wintergarten
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28.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#453
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Walter Krüttner
Cineropa-Filmproduktion
Walter Krüttner
Fritz Schwennicke
Erich Ferstl

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Retrospektive
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Die Judengasse Peter Nestler
In Frankfurt am Main wurden Reste eines mittelalterlichen jüdischen Gettos entdeckt. Der bundesweite Protest gegen deren „Überbauung“ gab Anlass für diese filmische Befundsicherung.
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Die Judengasse

Die Judengasse
Peter Nestler
Retrospektive
Dokumentarfilm
BRD
1988
44 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Gerade erst war man bei Schachtarbeiten in Frankfurt am Main auf archäologische Zeugnisse mittelalterlichen jüdischen Lebens gestoßen, schon sollten sie wieder „überbaut“ werden. Der zivile Protest weitete sich 1987 auf die ganze Bundesrepublik aus – und rief Peter Nestler auf den Plan. Sein Film unternimmt, was die Frankfurter Behörden umgehen wollten: eine gewissenhafte, kontextualisierende Befundsicherung. Er ordnet nicht „nur“ die entdeckten Baureste des jüdischen Gettos in die städtische und deutsche Geschichte ein, sondern legt auch die kulturhistorische und erinnerungspolitische Instinktlosigkeit der bundesrepublikanischen Gegenwart frei und bringt sie wie in einer Museumsvitrine zur Anschauung.


Sylvia Görke

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31.10.
#753
Passage Kinos Wintergarten
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31.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#753
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Peter Nestler
Südwestfunk (SWF)
Peter Nestler
Peter Nestler
Peter Nestler
Peter Nestler
Rainer Komers

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Retrospektive
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Das leere Haus Miriam Pfeiffer
Nach der Wiedervereinigung wächst die Israelitische Religionsgemeinde Leipzig – sie braucht Platz. Doch das neue Domizil bleibt vorerst leer: benachbarte Grundeigentümer klagen.
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Das leere Haus

Das leere Haus
Miriam Pfeiffer
Retrospektive
Dokumentarfilm
Deutschland
2004
30 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Die Israelitische Religionsgemeinde Leipzig ist nach der Wende durch Zuzug auf eine stattliche Größe angewachsen, zu groß für die angestammten Räume. Das Ariowitsch-Haus, in den 1920ern als Israelitisches Altenheim errichtet, soll einem großzügiger dimensionierten Kultur- und Begegnungszentrum Obdach geben – und gleichzeitig an die 1942 nach Theresienstadt deportierte Heimbewohnerschaft erinnern. Doch der Ausbaubeginn verzögert sich: benachbarte Grundbesitzer klagen. Miriam Pfeiffer schaltet sich in die laufende öffentliche Debatte ein und befragt Bürgerinnen und Bürger der Stadt zu ihren Vermutungen über Gründe für die Verweigerung, die dem zuständigen Gericht vielleicht noch nicht bekannt sind.


Sylvia Görke

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31.10.
#753
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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31.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#753
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Miriam Pfeiffer
Schulmuseum Leipzig
Miriam Pfeiffer
Alexandra Czok
Anja Hempel
Gert Blumhagen
Maurice Hünsni
Chor der Israelitischen Religionsgemeinschaft zu Leipzig

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Kontakt
Lutz Weiner
Retrospektive
Media Name: 4a242a91-ee74-4c79-b3b8-f011e8d6860e.jpg
Memento Karlheinz Mund
Jüdische Friedhöfe in Berlin erinnern an Menschen und all jene Orte, an denen sie ausgelöscht wurden. Die antisemitischen Grabschändungen in Ostberlin wollte man auch auslöschen.

DDR

GDR
1966
Media Name: 4a242a91-ee74-4c79-b3b8-f011e8d6860e.jpg

Memento

Memento
Karlheinz Mund
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1966
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Nach dem Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg drehte Karlheinz Mund diese dokumentarische Begehung jüdischer Friedhöfe in Berlin. Die Grabsteine bewahren die Namen berühmter und unbekannter Menschen vor dem Vergessen. Sie bewahren ihre Sterbeorte, die zwischen Berühmten und Unbekannten keinen Unterschied machten: Auschwitz, Mauthausen. Als die Westdeutschen Kurzfilmtage Munds Film zu sich einluden, erwirkten die zuständigen Gremien dann doch eine Unterscheidung: Die der westdeutschen Presse entnommenen Bilder von antisemitischen Grabschmierereien durften bleiben, die in Ostberlin gefilmten Aufnahmen gleichen Inhalts mussten für die Kinozulassung in der DDR weichen.


Sylvia Görke

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30.10.
#653
Passage Kinos Wintergarten
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30.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#653
Teil der Kompilation
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Karlheinz Mund
Karlheinz Mund
Bodo Schulenburg
Christian Lehmann
Werner Kohlert
Inge Dochow
Rolf Rolke
Otto Koch
Hilmar Thate
Hans Hardt-Hardtloff

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Kontakt
Mirko Wiermann
Retrospektive
Media Name: d7ef0d9f-69ba-42f9-81e8-ad7e90c57daf.jpg
Nuit et brouillard [Synchronfassung BRD 1956] Alain Resnais
Paul Celan, Schöpfer der „Todesfuge“, prägte mit seiner lyrisch rhythmisierten, in den Tempi springenden Übertragung die westdeutsche Rezeptionsgeschichte von Resnais‘ Film.
Media Name: d7ef0d9f-69ba-42f9-81e8-ad7e90c57daf.jpg

Nuit et brouillard [Synchronfassung BRD 1956]

Nuit et brouillard [Synchronfassung BRD 1956]
Alain Resnais
Retrospektive
Dokumentarfilm
Frankreich
1955
31 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

„Le sang a caillé, les bouches se sont tues“, heißt es bei Jean Cayrol. Paul Celan übersetzt: „Das Blut ist geronnen, die Münder sind verstummt“. Alain Resnais‘ Archivfilm über die nationalsozialistischen Konzentrationslager setzte neue Maßstäbe für die essayistische Form. Die Filmmusik von Hanns Eisler musste den Wechsel in eine andere Sprachfassung nicht fürchten. Aber die Worte von Jean Cayrol, mehr Elegie als Kommentar? Paul Celan, Schöpfer der „Todesfuge“ und mit Cayrol bereits als Übersetzer verbunden, wurde um die Übertragung ins Deutsche gebeten. Sein lyrischer Rhythmus, seine vom Originaltext abweichenden Tempussprünge prägten die westdeutsche Rezeptionsgeschichte von Resnais’ Film.


Sylvia Görke

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27.10.
#354
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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27.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#354
Teil der Kompilation
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Alain Resnais
Anatole Dauman
Samy Halfon
Philippe Lifchitz
Alain Resnais
Sacha Vierny
Ghislain Cloquet
Henri Colpi
Hanns Eisler
Paul Celan
Kurt Glass

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Kontakt
Marie Herold
Retrospektive
Media Name: 7126c56a-bd01-4224-8b54-a0b2c2e024e8.jpg
Nuit et brouillard [Synchronfassung DDR 1960] Alain Resnais
Henryk Keischs Neuübersetzung für die DEFA holte Paul Celans Versäumnisse nach. In seiner Textversion kehrte die in der BRD-Fassung ausgesparte Sowjetunion in den NS-Opferkreis zurück.
Media Name: 7126c56a-bd01-4224-8b54-a0b2c2e024e8.jpg

Nuit et brouillard [Synchronfassung DDR 1960]

Nuit et brouillard [Synchronfassung DDR 1960]
Alain Resnais
Retrospektive
Dokumentarfilm
Frankreich
1955
31 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

„Le sang a caillé, les bouches se sont tues“, heißt es bei Jean Cayrol. Henryk Keisch übersetzt: „Das Blut ist getrocknet, die Münder sind verstummt“. Als Resnais Film für den Spielbetrieb in der DDR lizensiert werden sollte, schien der Rückgriff auf die westdeutsche Synchronfassung naheliegend. Doch bei der DEFA fiel Celans Textübertragung durch. Man monierte Aussparungen, die etwa aus der Sowjetunion Deportierte unter den Tisch fallen ließen. Der behördliche Schriftverkehr endete apodiktisch: Man halte den Ankauf für „unverantwortlich“. Der linientreue Schriftsteller und Übersetzer Henryk Keisch wurde mit einer Neufassung beauftragt – und holte Celans Versäumnisse selbstverständlich nach.


Sylvia Görke

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27.10.
#354
Passage Kinos Wintergarten
Teil der Kompilation
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27.10.2021
Passage Kinos Wintergarten
#354
Teil der Kompilation
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Alain Resnais
Anatole Dauman
Samy Halfon
Philippe Lifchitz
Alain Resnais
Henri Colpi
Ghislain Cloquet
Sacha Vierny
Hanns Eisler
Henryk Keisch
Raimund Schelcher

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Marie Herold