DOK Leipzig 30. Oktober – 5. November 2017
60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 30 October – 5 November 2017
60th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
Inhalt Navigation "Barrierefreie Angebote" switch to english language Umschalten auf deutsche Sprache Erfahren Sie mehr über unsere barrierefreien Angebote (Audiodeskriptionen, erweiterte Untertitel, Zugänglichkeit)
Impressum

Afghanistan

Hintergrundinformationen Afghanistan

Afghanistan

 

Afghanistan ist ein Land in Asien, das unter anderem an Pakistan, Iran und die Volksrepublik China grenzt. Zwischen Deutschland und Afghanistan liegen rund 4.000 Kilometer. Das Land ist ungefähr doppelt so groß wie Deutschland, hat aber weniger als halb so viele Einwohner (ca. 30 Millionen). In der Hauptstadt Kabul leben ca. 3.3 Millionen Menschen.

 

 

Ein Land wird zum Opfer des Kalten Kriegs

 

Afghanistan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das ist unter anderem eine Folge der Tatsache, dass hier seit mehr als 30 Jahren kein Frieden mehr herrscht. In den 1970er und 1980er Jahren wurde Afghanistan zum Austragungsort des Kalten Krieges. Die beiden Großmächte USA und UDSSR trugen hier den Konflikt aus, der mit dem Land selbst eigentlich nichts zu tun hatte. Nach dem Ende des Kalten Krieges Ende der 1980er Jahre versank Afghanistan in einem jahrlangen Bürgerkrieg.

 

 

Die Herrschaft der Taliban

 

Die chaotische politische Situation nutzten die fundamentalistisch islamisch ausgerichteten Taliban für sich, die das Land seit 1995 beherrschten. Unter ihrer Herrschaft mussten alle Afghanen nach sehr strengen religiösen Regeln leben: Musik, Sport und Fernsehen waren verboten, Männer mussten Bärte tragen. Frauen hatten fast keine Rechte, sie durften nicht arbeiten und mussten sich mit einer Burka völlig verschleiern. Mädchen durften nicht in die Schule gehen. Die Taliban versteckten auch Terroristen der Terrorgruppe Al Kaida. Deshalb haben die USA und andere Länder Afghanistan kurz nach den Anschlägen Al Kaidas auf das World Trade Center in New York (11.09.2001) angegriffen. Auch Deutschland hat Soldaten nach Afghanistan geschickt.

 

 

Internationale Truppen beenden das Taliban Regime

 

Es dauerte nur Tage, bis der offene Widerstand der Taliban zusammen brach. Die internationale Gemeinschaft etablierte schließlich unter Federführung der USA eine neue afghanische Regierung mit dem Präsidenten Hamid Karzai an der Spitze. Um diese Regierung zu sichern, wurden Soldaten aus verschiedenen Ländern (darunter USA, Großbritannien, Deutschland, Dänemark und Schweden) als internationale Schutztruppe (International Security Assistance Force, kurz: ISAF) in Afghanistan stationiert. Viele Taliban blieben jedoch trotz der internationalen Militärtruppen im Untergrund aktiv. Anschläge auf Soldaten und Zivilisten sind weiterhin an der Tagesordnung.

 

 

Ein Land zwischen Chaos und Aufbau

 

Trotz zaghafter Fortschritte im Wiederaufbau des Landes bleibt das Leben für die meisten Menschen in Afghanistan schwierig. Mittlerweile dürfen die Kinder in Afghanistan wieder zur Schule gehen – auch Mädchen. Doch immer wieder gibt es Anschläge - besonders auf Mädchenschulen. Deshalb haben viele Mädchen Angst, zur Schule zu gehen und bleiben daheim. Obwohl im Land seit 2001 offiziell kein Krieg mehr herrscht, gibt immer noch viele Kämpfe und Terroranschläge und in Teilen Afghanistans haben die Taliban wieder die Kontrolle übernommen. Bis heute gibt es in Afghanistan keinen funktionierender Staatsapparat, staatlich kontrollierte Sicherheitsorgane, eine unabhängige Justiz oder freie Medien.

 

 

Die schwierige Situation von Kindern in Afghanistan

 

Viele Kinder sind wie Asadagha (Link auf Asadaghas Herz) zu Kriegswaisen geworden, weil ihre Eltern in den Kämpfen umgekommen sind. Andere müssen wie Layla (Link auf Laylas Melodie) weit entfernt von zu Hause leben und lernen, weil in ihrer Heimat die Taliban herrschen. Wieder andere wie Machgan (Link) oder Faridullah (Link) leben zwar mit ihren Eltern, müssen aber erleben, dass es diesen – aus verschiedenen Gründen – nicht gelingt, sich so um sie zu kümmern, wie sie es eigentlich müssten. Viel zu häufig sind es Kinder, die in Afghanistan arbeiten, um ihre Familien über Wasser zu halten. Doch wenn Kinder nicht zur Schule gehen können, weil zu arbeiten müssen, beginnt ein Teufelskreis, der nicht nur in Afghanistan zu beobachten ist. Kinderarbeit führt zu mangelnder Bildung. Wenn diejenigen, die das Land in 20 Jahre regieren sollen, keine ausreichende Schulbildung bekommen, wird es spätestens in 20 Jahren an Menschen fehlen, die in der Lage sind, den Wandel Afghanistans zu gestalten. Kinder sind die wichtigste Ressource des Wandels und deshalb ist es im Interesse aller, dass jedes Kind zur Schule gehen kann – egal, wo es lebt.

Weitere Informationen zu Afghanistan

Dieses umfangreiche Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung stellt Hintergrundinformationen für LehrerInnen bereit.

 

www.bpb.de

 


 

Webseite des Deutschen Kinderhilfswerks, auf der sich Kinder informieren und aktiv mitgestalten können.

 

www.kindersache.de

 


 

Der Eintrag zu Afghanistan aus dem Länderlexikon der Kindernachrichtensendung logo.

 

www.tivi.de

 


 

Animierter Dokumentarfilm: Ali aus Afghanistan

Der zehnjährige Ali flieht während des Afghanistan-Krieges mit seiner Großmutter aus seinem Heimatland. Seine Eltern muss er zurücklassen. In Europa angekommen, lassen ihn die Sorge um seine Eltern und die Sehnsucht nach ihnen nicht los. Es vergehen Jahre, in denen er nicht weiß, ob sie noch am Leben sind. Währenddessen muss er sich in sich in seiner neuen Umgebung, insbesondere in der neuen Schule, zurechtfinden.

 

www.planet-schule.de