DOK Leipzig 30. Oktober – 5. November 2017
60. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 30 October – 5 November 2017
60th International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Impressum

Sandmädchen

Sandmädchen

 

Regie: Mark Michel, Veronika Raila
Land: Deutschland 2017
Dauer: 84 min

Website: sandmädchen.de

Wann: 02.11.2017, 10:00 Uhr

Wo: CineStar 4, Petersstraße 44, 04109 Leipzig (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz, Neues Rathaus)
Eintritt: 3,50 EUR pro Schüler/in, Begleitpersonen frei
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Begleitmaterial

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Interview Mark Michel [627.9KB/pdf]
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Mehr als Kino – Dok Leipzig kommt in die Schule

Das Vermittlungskonzept von DOK Leipzig besteht aus drei Teilen:

 

  • Vorbereitungsstunde vor der Vorführung in ihrer Schule mit Einführung ins Thema und zum Genre Dokumentarfilm zwischen dem 16.–27.10.2017.
    Bitte melden Sie sich bei uns, um einen individuellen Termin abzustimmen! Dieses Angebot ist nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden!
  • Pädagogische Handreichungen erleichtern die individuelle Vor- und Nachbereitung des Films.
  • Ausführliches Filmgespräch nach der Vorführung im Kino.

KontaKT


DOK Bildung

Luc-Carolin Ziemann

+49 (0)173 3925231

ZUM INHALT

Jeder Mensch ist eine Reise.

Veronika Raila

 

Was heißt es, im eigenen Körper gefangen zu sein und nicht gesehen zu werden? Sandmädchen entführt uns in die einzigartige Erfahrungs- und Lebenswelt von Veronika Raila, einer jungen Autistin, hypersensibel und von Geburt an schwer behindert. Raila hat schmerzhaft erlebt, was es heißt, als Person nicht wahrgenommen zu werden. Als Kind wurde ihr ein IQ von 0 attestiert. Allein ihre Eltern glaubten, dass es anders ist. Heute veröffentlicht sie Prosa und Lyrik und studiert Literatur und Theologie. Mit dem vorliegenden Film nimmt sie gemeinsam mit dem Regisseur Mark Michel ihr eigenes Leben in den Blick. Der Film kombiniert ihre Texte und Gedanken mit behutsam ins Bild gesetzten Alltagsbeobachtungen, poetischen Naturaufnahmen und den flüchtigen, aber eindrücklichen Sandanimationen der Künstlerin Anne Loeper zu einem Essay über Freiheit und Wahrnehmung.  

 

Dabei ist Sandmädchen mehr als die Fortsetzung des preisgekrönten Kurzfilms Veronika, den Michel 2011 über Raila drehte. Heute ist Veronika nicht nur Protagonistin, sondern kreative Partnerin, die den Film mit ihren pointierten Texten trägt und zur Illustration ihres Innenlebens immer wieder detaillierte Bildvorschläge macht. In einem tiefgründigen, teilweise aber auch ausgesprochen humorvollen Dialog mit Mark Michel wird Veronika schließlich selbst zur Reiseleiterin in ihre ganz eigene Welt aus Sand, Musik und Worten.

 

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms stehen weniger Veronikas Einschränkungen als ihr Wissensdurst und ihr klarer, bestimmter Blick auf Kunst und Gesellschaft. Sandmädchen gibt einen Einblick in Veronikas Leben und konfrontiert uns mit unseren eigenen Vorurteilen. Der Film ist ein guter Ausgangspunkt für die Diskussion über den gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung in den Fächern Gemeinschaftskunde und Ethik und ein Anlass, sich mit der Frage auseinander zu setzen, wo die Grenzen zwischen Normalität und Behinderung denn gezogen werden können. Wer Veronika in diesem Film erlebt, dem wird klar, dass Kategorien wie „normal" oder „behindert" keinen Sinn ergeben, weil es „die Normalität" nicht gibt. Veronika definiert sich – wie alle Menschen – nicht darüber, was an ihr normal ist, sondern darüber, was an ihr besonders ist. Mit dieser Perspektivverschiebung gelingt es auch den Zuschauenden schnell, die junge Frau als unverwechselbare Persönlichkeit wahrzunehmen. Die im Film genutzte Sandanimationstechnik kann Im Kunstunterricht gut als zweite Darstellungsebene analysiert werden. Die flüchtigen Sandbilder veranschaulichen die zerbrechliche, aber dennoch hochkomplexe Persönlichkeit der jungen Frau auf nahezu perfekte Weise.

Filmausschnitte

Die Ausschnitte ergänzen das Begleitmaterial des Films für die Anbindung an den Unterricht.

 

Filmausschnitt Veronika in der Universität

Filmausschnitt Veronika malt

Wer kann mitmachen

Altersempfehlung: ab 15 Jahren
Klassenstufe: ab 9. Klasse

 

Themen: Inklusion, Behinderung, Erwachsenwerden, Fremdheit, Identität, Vorurteile
Unterrichtsfächer: Gemeinschaftskunde, Ethik/Philosophie, Politik, Deutsch, Kunst

 

Anmeldung: Schicken Sie uns eine Mail mit folgenden Informationen

  • Anzahl der Schüler_innen
  • Schulform
  • Klassenstufe
  • Art der Gruppe (Klasse, Leistungskurs, Fachkurs)

an ziemann@dok-leipzig.de.