DOK Leipzig 29. Oktober – 4. November 2018
61. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 29 October – 4 November 2018
61st International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Werkschau Dammbeck

Umrisse der Macht.
Werkschau Lutz Dammbeck

Das Meisterspiel. Regie: Lutz Dammbeck

Er ist ein Grenzgänger in vielfacher Hinsicht. Der Leipziger Künstler Lutz Dammbeck arbeitet in den Zwischenräumen unterschiedlichster Kunstsparten, machte seine Anfänge in der bildenden Kunst, entwickelte Mediencollagen, drehte Animations-, Experimental- und Dokumentarfilme. Auch geografisch gesehen überwand Dammbeck Grenzen: Zunächst lebte und arbeitete er in der DDR, bis er schließlich mit seiner Familie in die Bundesrepublik ausreiste. „Diese Erfahrungen sind in Dammbecks Werk stets spürbar“, sagt Sven Safarow, der gemeinsam mit Ralph Eue die Reihe UMRISSE DER MACHT. WERKSCHAU LUTZ DAMMBECK kuratiert. „Dammbeck setzt sich immer wieder mit gesellschaftspolitischen Fragen auseinander: Wie frei bin ich in meiner Kunst und welche Konsequenzen hat mein Schaffen in bestimmten politischen Systemen?“

 

Dabei untersucht er vor allem die verborgenen Machtstrukturen, die sich in den vergangenen Jahrzehnten über die Gesellschaft stülpten. Dammbeck thematisiert oder dekonstruiert gar das Zusammenspiel von Kunst und Macht – und beweist dabei immer einen eigensinnigen Blick, einen doppelten Blick auf zwei unterschiedliche Systeme und ihre jeweiligen Grenzen, die so nur jemand abbilden kann, der beide Seiten erfahren konnte. Was sind die Gemeinsamkeiten, die Unterschiede in Dammbecks Werk; wie haben sich seine Arbeiten über die Jahre weiterentwickelt? Kurator Sven Safarow bringt es auf den Punkt: „Dammbecks Werk vereint zum einen ein Unwille zum bloßen Gefallen, der Unwille zum Opportunismus, den Konflikt, den Widerspruch nicht scheuend, ihn vielleicht sogar provozierend; zum anderen aber der Wille, einen Gedanken zielstrebig zu verfolgen, mit all seinen unvorhergesehenen Kurven und Nebenstraßen.“

 

Die Werkschau zeigt in fünf Programmen einen repräsentativen Querschnitt durch das Werk eines Künstlers, der sich mit seiner Umwelt und den Bedingungen, in denen wir leben, auseinandersetzt. „Seine Arbeitsweise ähnelt dabei der eines Detektivs“, sagt Safarow. „Dammbeck stößt auf Hinweise und findet Zusammenhänge, die scheinbar keine sind. Er beginnt zu ermitteln und dokumentiert das Vorgehen.“ Dabei interessieren Dammbeck oft genau die Fragen, die nicht sofort auf der Hand liegen: In seinem Dokumentarfilm Overgames etwa, warum nach dem Zweiten Weltkrieg amerikanische Gameshows in Deutschland eingeführt wurden? In Das Meisterspiel untersucht er die Beweggründe für den Vandalismus an Arnulf Rainers Bildern und stellt die Frage, ob es sich dabei um einen politischen Akt einer rechten Moderne handelte? Vom amerikanischen Una-Bomber Ted Kaczynski und den Problemen der weltweiten Technisierung erzählt dagegen Dammbecks Das Netz. Unabomber, LSD & Internet.

 

Filme und Tickets

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