Rund ums Jahr
Gratulation! „Im Prinzip Familie“ ist für den Deutschen Filmpreis nominiert – die perfekte Gelegenheit, diesen berührenden Einblick in den Alltag der Jugendhilfe wieder auf die große Leinwand zu bringen. Wir laden am 13. Mai zum DOK Day nach Berlin und sprechen im Anschluss an die Vorführung mit Regisseur Daniel Abma über den Film.
Über den Film
Wenn Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht mehr nachkommen können, stürzt für die Kinder oft die ganze Welt zusammen. Nichts bleibt, wie es war. Plötzlich sind nicht mehr Mama oder Papa zuständig, sondern das Jugendhilfesystem. Daniel Abma hat eine Wohngruppe im ländlichen Raum über mehrere Jahre begleitet. Er zeigt professionelle Erziehende, die fünf Jungs zwischen sieben und vierzehn Tag für Tag geben wollen, was sie am Dringendsten brauchen: Geborgenheit, Orientierung, ein Zuhause.
Daniel Abmas gleichermaßen zugewandte wie zurückhaltende Beobachtung blickt fragend in die Lücken des Systems – mit denen, die hindurchzufallen drohen, und mit denen, die sie durch Zuneigung zu füllen versuchen. Er lässt uns ahnen: Die Antwort ist kein lückenloseres System. Es sind Menschen, die für andere Menschen da sind und Verantwortung übernehmen.
Auf einen Blick
Wo: Kino Krokodil in Berlin
Wann: Mittwoch, 13. Mai, 20:00 Uhr
Tickets: 8,50, ermäßigt 6,50 Euro
Sprache: Deutsche Originalfassung
Im Anschluss an die Vorstellung gibt es ein Nachgespräch mit Regisseur Daniel Abma.
Wir sehen uns in Berlin – und drücken die Daumen für die Goldene Lola.
DOK Day zum Deutschen Diversity-Tag
Gewinner unseres Publikumswettbewerbs und einer von fünf Oskar-nominierten Dokumentarfilme des Jahres: „Cutting Through Rocks“ von Sara Khaki und Mohammadreza Eyni kommt zurück nach Leipzig!
Im ländlichen Nordwesten von Iran kämpft eine Kommunalpolitikerin für die Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen in ihrer Gemeinde, auf dem Motorrad gegen das Patriarchat.
Über den Film
In einer ländlichen Gemeinde im Nordwesten des Iran setzt sich Sara ganz alltagspraktisch für feministische Werte ein. Immer wieder werden wir in Bildern darauf zurückgeführt, dass der Vater sie einst – zum Unmut des Dorfes – das Motorradfahren lehrte. Ein kleiner Gefallen mit großer Wirkung: Für Sara ebnete er einen Weg jenseits der patriarchalen Ehe. Mobil auf zwei Rädern arbeitete sie als Hebamme und brachte zahlreiche Mädchen zur Welt, für die sie sich jetzt erneut stark machen will.
Zu Beginn des Films und in der Mitte ihres Lebens entschließt sich Sara, als erste Frau in der Geschichte ihrer Kommune für den Gemeinderat zu kandidieren. Ein Schritt, der ihr einerseits begeisterte Unterstützung einbringt; andererseits muss sie offene Feindseligkeiten und eine Anhörung bei den Sittenwächtern der Islamischen Republik über sich ergehen lassen.
Sara Khaki und Mohammadreza Eyni fangen in „Cutting Through Rocks“ diese Machtstrukturen und ihre individuelle Wirkung ebenso präzise ein wie Gesten der Solidarität und Selbstbestimmung.
Auf einen Blick
Wo: Cinémathèque Leipzig
Wann: Dienstag, 19. Mai, 19:30 Uhr
Tickets: Leipzig Pass 3,50; Ermäßigt 6; Voll 7 Euro
Sprache: Aserbaidschanisch, Farsi mit englischen Untertiteln
Wir freuen uns auf ein gemeinsames Kinoerlebnis!
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