Pressebereich

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Das Festivalzentrum, viele Menschen sitzen an runden Tischen und trinken Kaffee
Herzlich willkommen im Pressebereich von DOK Leipzig! Die Presseabteilung unterstützt Medienvertreter*innen in der Berichterstattung über das Festival.

Rund ums Jahr informieren wir interessierte Journalist*innen über die wichtigsten Neuerungen bei DOK Leipzig. Kontaktieren Sie uns gerne und wir nehmen Sie in unseren Presseverteiler auf.

Auf dieser Seite finden Sie unsere Pressemitteilungen aus den Jahren 2020 und 2019. Besuchen Sie unseren Presse-Download-Bereich, wenn Sie Bildmaterial zum Festival oder unser Logo benötigen.

Presse-Download-Bereich

 

Für Ihre Festival-Berichterstattung können Sie sich auch als Medienvertreter*in akkreditieren lassen. Die Akkreditierung für die 63. Ausgabe von DOK Leipzig ist ab Sommer 2020 möglich. Mehr Informationen dazu finden Sie hier in Kürze.

Leitung Presseabteilung

Maria Preußner

presse [at] dok-leipzig [dot] de
+49 (0)341 30864-1070

Pressemitteilungen und -stimmen 2020
Ein Mann sitzt im Kinopublikum und spricht in ein Mikrofon, das er in der Hand hält.
Susann Jehnichen

DOK Leipzig wird in diesem Jahr ein reduziertes Programm von etwa 120 Filmen präsentieren. Alle Filme sollen in ausgewählten Leipziger Spielstätten, unter Einhaltung der Hygienevorschriften, gezeigt werden. Ein Großteil wird darüber hinaus auch deutschlandweit online verfügbar sein. Außerdem wird das Leipziger Publikum die interaktive Ausstellung DOK Neuland besuchen können. Diese und weitere Entscheidungen haben Festivalleiter Christoph Terhechte und sein Team aufgrund der COVID-19-Pandemie und der damit verbundenen Auswirkungen beschlossen.

Das Festival wird angesichts der ungewissen Situation in diesem Jahr keine Gäste einladen. Das Publikum wird sich an den etablierten Filmgesprächen jedoch online beteiligen können, im Kino wie auch in den eigenen vier Wänden. Eine Vielzahl neuer Online-Formate wird den Austausch zwischen Filmschaffenden und Publikum ermöglichen. Die angekündigten Wettbewerbe des Festivals bleiben bestehen, allein die Einführung eines Wettbewerbs für den langen Animationsfilm wird auf 2021 verschoben. Auch einige Sonderreihen werden 2020 in Leipziger Kinos wie im Netz stattfinden.

„Unser Ziel ist es, ein künstlerisch vielschichtiges Hybrid-Festival zu präsentieren, das weiterhin von der Beteiligung des Publikums lebt, vom Gedanken der Solidarität getragen ist und den Charakter eines Filmfestivals bewahrt. Über diese Punkte haben wir uns in den vergangenen Wochen im Team viele Gedanken gemacht und wir werden es weiter tun“, erläutert Christoph Terhechte.

Alle Filme werden, ob im Kino oder online, zu einer festgelegten Zeit ihre Festivalpremiere feiern und danach für maximal zwei Wochen on demand verfügbar sein. „Der Festivalcharakter ist uns wichtig, wir sehen das Streaming-Angebot als Erweiterung der Kinovorführungen. Wir wollen die Filmschaffenden möglichst effektiv unterstützen und einer anschließenden Verwertung ihrer Filme nicht im Weg stehen“, so der Festivalleiter. Die ausgewählten Filme werden im Netz nur in Deutschland zugänglich sein, je Film wird es eine Obergrenze an verfügbaren Tickets geben. Die Tickets bleiben auch im Onlineangebot kostenpflichtig.

„Die Tatsache, dass Filmschaffende 2020 ihre Premieren nicht persönlich in Leipzig mit dem Publikum feiern können, schmerzt enorm“, fährt Christoph Terhechte fort. „Umso mehr wollen wir Filmschaffende, das Publikum und unser Programmteam in einen produktiven Austausch bringen.“ So wird es eine Mischung aus vorab aufgezeichneten und live stattfindenden Filmgesprächen geben. Zudem sind Verschränkungen von Online- und Offline-Angeboten geplant.

Auch das Publikum soll in diesem Jahr Filme bewerten: Die Preise im neu eingeführten Wettbewerb Der Goldene Schnitt für lange und kurze Dokumentar- und Animationsfilme sollen durch eine Leipziger Publikumsjury vergeben werden, die die Filme im Kino auf der großen Leinwand anschaut. Auch das Online-Publikum soll in allen Wettbewerbsprogrammen votieren können. Die Fachjurys werden die Wettbewerbe des Festivals in diesem Jahr hingegen aus der Ferne begutachten.

Die Einreichung für die 63. Ausgabe von DOK Leipzig ist noch geöffnet. Bis zum 7. Juli können Regisseur*innen und Künstler*innen ihre Filme und interaktiven Arbeiten dem Festival übermitteln.

Wie bereits vermeldet, finden die gesamten Branchenangebote von DOK Industry 2020 online statt. Dokumentarfilmprojekte können noch bis zum 1. August für den diesjährigen DOK Co-Pro Market eingereicht werden.

Die Branchenangebote von DOK Leipzig finden in diesem Jahr online statt. Die Filmbranche wird Ende Oktober alle zentralen Veranstaltungen von DOK Industry wahrnehmen können: Der DOK Co-Pro Market wird genauso virtuell stattfinden wie die Präsentationen von DOK Preview, der Kurzfilm-Pitch DOK Short n' Sweet, die DOK Interactive Conference, Netzwerkveranstaltungen oder Talks.

Die Entscheidung ist eine klare Reaktion auf die aktuelle COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen und Hygienemaßnahmen. Gleichzeitig sollen diese veränderten Bedingungen den Anstoß dafür geben, die Organisation von Deutschlands zentraler Branchenplattform für den Dokumentarfilm zu überdenken und nachhaltig Raum für Innovationen zu schaffen, erläutert die Leiterin von DOK Industry Brigid O'Shea: „Unsere Arbeit und die der gesamten audiovisuellen Branche wird nie mehr so sein wie zuvor. Wir sind uns der Probleme, mit der die Filmbranche zu kämpfen hat, vollkommen bewusst. Gleichzeitig sind wir gespannt darauf, gemeinsam ein neues Kapitel der Filmindustrie aufzuschlagen, das klimafreundlicher, effizienter und inklusiver gestaltet sein wird. Noch müssen wir viele Herausforderungen meistern, um diese Vision zu erfüllen. Sobald das Festival näher rückt, werden wir akkreditierten Gästen mehr und mehr Informationen bereitstellen können und erläutern, wie Filmschaffende an dieser digitalen Edition teilnehmen können.“

In den nächsten Wochen wird es darum gehen, kreative Lösungen für die Umsetzung der Branchenangebote zur Finanzierung, zum Vertrieb und zur Vernetzung der Dokumentar- und Animationsfilmbranche zu finden und die Atmosphäre der DOK Industry Veranstaltungen ins Netz zu übertragen: „Wir werden hart daran arbeiten, das zu erhalten, was DOK Industry so einzigartig und zu einem der führenden Märkte für den künstlerischen Dokumentarfilm macht: eine entspannte Stimmung, Übersichtlichkeit, Zielgerichtetheit und effizientes gemeinsames Arbeiten. Unser Fokus wird weiterhin auf der höchsten Qualität der Filmprojekte und der genauen Auswahl der Entscheidungsträger*innen und DOK Industry Gäste liegen.“

Der Austausch innerhalb der Filmbranche ist in diesen unsicheren Zeiten besonders wichtig. In den kommenden Wochen wird das Festival daher eine Reihe an Web-Seminaren anbieten, die Filmschaffenden die Möglichkeit geben, das Team von DOK Leipzig kennenzulernen und sich über die Einreichungen von Filmen und Projekten bei DOK Leipzig zu informieren.

­Der Call for Projects für den 16. DOK Co-Pro Market ist bereits geöffnet. Filmschaffende, die nach Finanzierungsmöglichkeiten für ihre Dokumentarfilmprojekte suchen, können noch bis zum 1. August 2020 einreichen. „Diese Edition wird auf die Zukunft ausgerichtet sein: Wir wollen vor allem Koproduktionsmöglichkeiten und internationale Distributionsketten analysieren“, sagt Brigid O'Shea.

Festivalleiter Christoph Terhechte fügt hinzu: „DOK Leipzig wird 2020 mit einer vielfältigen und innovativen Hybrid-Version aufwarten, die Aktivitäten im Netz mit Kino-Präsentationen vor Ort verbindet. 2021 wollen wir die Filmschaffenden dann wieder persönlich in Leipzig begrüßen. In den kommenden Wochen werden wir auch entsprechende Neuerungen im Filmprogramm bekannt geben.“

Erstmals wird es bei DOK Leipzig einen eigenen Animationsfilm-Wettbewerb für Langfilme geben. Eine dreiköpfige Jury wird während der Festivalwoche über die Vergabe der Goldenen Taube entscheiden. „In den vergangenen Jahren gab es hervorragende künstlerische Animationsfilme, die zu DOK Leipzig passen und das Potenzial haben, hier auf ein enthusiastisches Publikum zu treffen“, erläutert Christoph Terhechte, der im Januar 2020 die Intendanz und Geschäftsführung von DOK Leipzig übernommen hat. Um das Festival als Plattform für den langen Animationsfilm zu etablieren, wird das Programmteam neben den kurzen verstärkt auch lange Animationsfilme scouten und nach Leipzig einladen.

Der prestigeträchtige Internationale Wettbewerb Langfilm wird indes ausgebaut. Auch die Jury wird von 3 auf 5 Personen erweitert. Neben der Goldenen Taube vergeben die Juror*innen zudem eine Silberne Taube für einen langen Dokumentarfilm einer Nachwuchsregisseurin bzw. eines Nachwuchsregisseurs. Die bisherigen Next-Masters-Wettbewerbe werden in diesem Zuge mit den internationalen Wettbewerben für lange und kurze Filme verschmolzen. „Die Förderung junger Talente ist eines der zentralen Anliegen von DOK Leipzig. Nachwuchsfilmschaffende wie etablierte Regisseur*innen sollen gleichermaßen ihren Platz in unseren internationalen Wettbewerben erhalten“, so Terhechte.

Das umfangreiche bisherige Internationale Programm und die Sektion Spätlese werden fortan zusammengelegt und mit neuen Publikumspreisen für jeweils kurze und lange Filme versehen. Darüber hinaus wird die Sektion deutlich gestrafft.

Die programmlichen Veränderungen haben das Ziel, eine klare Programmstruktur zu schaffen, deren Angebote sich nicht gegenseitig Konkurrenz machen. „DOK Leipzig hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt und ist dabei stets ein entspannter Ort geblieben, um Filme zu sehen, zu diskutieren und um berufliche Netzwerke zu erweitern“, konstatiert Terhechte. „Nachdem das Festivalprogramm in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, wird es uns in 2020 nicht zuletzt um Konsolidierung gehen“.

Entsprechend soll in diesem Jahr das Filmprogramm gut 200 Werke umfassen – im Vergleich zu über 300 Filmen, die jeweils während der vergangenen Festivaleditionen gezeigt wurden. Die Kinoauslastung soll durch eine gegebenenfalls häufigere Wiederholung der Festivalfilme die gleiche bleiben. Die Sonderprogramme wie etwa Retrospektive oder Hommage werden fester Bestandteil des Festivals bleiben, auch Kooperationen mit regionalen und nationalen Initiativen wie etwa der DEFA-Stiftung oder dem Sächsischen Staatsarchiv soll es weiterhin geben. DOK Neuland, die Ausstellung interaktiver und immersiver Arbeiten, wird ebenso weitergeführt.

„Wir wollen den hohen Qualitätsanspruch des Festivals halten, stets nach neuen filmischen Formen suchen und das Publikum bei DOK Leipzig nach wie vor aus dem Vollen schöpfen lassen. Gleichwohl arbeiten wir daran, unser Publikum nicht mit einer Fülle an Angeboten zu überfordern, sondern klar umrissene Programme zu präsentieren, die das Publikum gezielt auswählen kann“, führt der neue Festivalleiter aus.

DOK Leipzig findet in diesem Jahr vom 26. Oktober bis 1. November statt. Seit dem 3. März können Filmschaffende Dokumentar- und Animationsfilme aller Längen sowie interaktive Arbeiten für die 63. Ausgabe von DOK Leipzig einreichen.

 

Die insgesamt sechs Wettbewerbe bei DOK Leipzig 2020 im Überblick:

  • Internationaler Wettbewerb langer Dokumentarfilm (lange Dokumentarfilme ab 41 min) 
    Die fünfköpfige internationale Jury dieses Wettbewerbs vergibt eine Goldene Taube für einen langen Dokumentarfilm sowie eine Silberne Taube für einen langen Dokumentarfilm einer Nachwuchsregisseurin oder eines Nachwuchsregisseurs (maximal dritte Regiearbeit nach Abschluss der Ausbildung).
  • Internationaler Wettbewerb langer Animationsfilm (lange Animationsfilme ab 41 min) 
    Die dreiköpfige internationale Jury dieses Wettbewerbs vergibt eine Goldene Taube für einen langen Animationsfilm.
  • Internationaler Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm (kurze Dokumentar- und Animationsfilme bis 40 min) 
    Die dreiköpfige internationale Jury dieses Wettbewerbs vergibt je eine Goldene Taube für einen kurzen Dokumentarfilm und einen kurzen Animationsfilm.
  • Deutscher Wettbewerb langer Dokumentarfilm (lange Dokumentarfilme ab 41 min) [Infos siehe Dt. Wettbewerb kurz]
  • Deutscher Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm (kurze Dokumentar- und Animationsfilme bis 40 min)
    Die dreiköpfige Jury dieser beiden Wettbewerbe vergibt eine Goldene Taube für einen deutschen langen Dokumentarfilm sowie eine Silberne Taube für einen deutschen kurzen Dokumentar- oder Animationsfilm.
  • Publikumswettbewerb (Dokumentar- und Animationsfilme aller Längen) 
    Der Preis für einen langen Dokumentar- oder Animationsfilm sowie der Preis für einen kurzen Dokumentar- oder Animationsfilm werden durch Publikumsabstimmung nach den öffentlichen Vorführungen während des Festivals ermittelt.
Pressemitteilungen und -stimmen 2019
Rote Leinwand im vollen Kino zur Eröffnungsfeier von DOK leipzig 2019. Auf der Leinwand das Festivalmotiv, ein Auge auf rotem Hintergrund.
Susann Jehnichen

Mit einem regen Besucherandrang ist die 62. Ausgabe von DOK Leipzig zu Ende gegangen. 48.000 Zuschauer/innen und Besucher/innen kamen in der zurückliegenden Festivalwoche in die Kinos und zu den Veranstaltungen des Festivals. Seit dem Amtsantritt von Leena Pasanen im Jahr 2015 lagen die Besucherzahlen des Festivals zwischen 47.000 und 48.000.

Die Festivalleiterin Leena Pasanen sagt über die zurückliegende Festivalwoche: „Wir haben extrem positive Rückmeldungen von unseren Filmemacher/innen bekommen. Viele waren überwältigt von der Professionalität und gleichzeitig entspannten Atmosphäre des Festivals. Vor allem aber liebten die Filmschaffenden unser Publikum, das sie als besonders interessiert und konzentriert wahrgenommen haben“.

Das erstmals im Rahmen von DOK Leipzig veranstaltete Symposium stieß auf viel Zuspruch. Rund 900 Besucher/innen kamen an zwei Festivaltagen in den Leipziger Kupfersaal, um sich der Frage „Wem gehört die Wahrheit?“ zu widmen. Diskutiert wurde mit Filmschaffenden wie etwa Thomas Heise oder Tamara Trampe sowie Künstler/innen wie Helene Hegemann über die Fragen, wie man sich streitbaren Menschen filmisch nähern kann, ob es eine Wahrheit beim Erzählen gibt und wie Fragen von Macht entscheiden, wer in der Öffentlichkeit Gehör findet. Das Symposium wurde gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.

„Mit dem Symposium haben wir im laufenden Festivalbetrieb einen Raum für produktive Auseinandersetzungen geschaffen und wir hoffen, uns diesen in den kommenden Jahren erhalten zu können“, sagt Ralph Eue, der Initiator der Veranstaltung.

Bei der feierlichen Preisverleihung am Samstagabend (2.11.) wurden insgesamt 24 Preise vergeben.

„Die Hauptgewinner des Abends waren Filme, die ihr Publikum herausfordern, lange nachhallen und formal konsequent gemacht sind“, so Pasanen. Drei Preise, und damit die meisten des Abends inklusive einer Goldenen Taube, erhielt der Film EXEMPLARY BEHAVIOUR der litauischen Filmemacher Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius, sie ergründen darin Schuld und Sühne am Beispiel zweier zu lebenslänglicher Haft verurteilter Straftäter. Zwei Preise, darunter auch eine Goldene Taube, gingen an den deutschen Beitrag ZUSTAND UND GELÄNDE von Ute Adamczewski. Die Regisseurin filmt Orte in Sachsen, denen man nicht mehr ansieht, dass sie 1933 Schauplätze der NS-Verfolgung waren.

So viele Fachbesucher/innen wie nie zuvor haben in der Woche vom 28.10. bis 3.11. das Festival besucht, um Filmprojekte voranzubringen, ihr professionelles Netzwerk zu erweitern und Filme weltweit in Umlauf zu bringen. Der Branchenbereich DOK Industry zog rund 2000 Filmschaffende aus aller Welt an.

„DOK Industry ist als Ort für kreative Dokumentarfilme aus aller Welt fester Bestandteil der Festivallandschaft”, so die Leiterin von DOK Industry Brigid O’Shea. „Unsere Gäste verbinden viele Gemeinsamkeiten, besonders sticht dabei ihr Bekenntnis zur Zusammenarbeit und ihre Neugier hervor. Ich danke allen Partnern und Fördern, die uns jedes Jahr darin unterstützen, ein so wundervolles, gemeinschaftliches Event zu verwirklichen.”

Eine Delegation aus Kroatien reiste zum Festival, elf kroatische Filmemacher/innen waren vor Ort, nahmen an Gesprächsrunden teil, konnten netzwerken und Filme präsentieren. Der Länderfokus lag in diesem Jahr auf dem post-jugoslawischen Land und fand in Kooperation mit dem Croatian Audiovisual Centre (HAVC) statt.

„Es freut mich sehr, dass DOK Leipzig andere Veranstalter anzieht, die beim oder parallel zum Festival hier mit Fachleuten diskutieren, seien es internationale Plattformen wie EAVE oder nationale Player wie AG DOK“, ergänzt Pasanen. 

Erstmals war die interaktive Ausstellung DOK Neuland im Museum der bildenden Künste angesiedelt. Rund 3000 Besucher/innen haben während der Festivalwoche VR Experiences und 360° Filme entdeckt. DOK Neuland wurde auch in diesem Jahr unterstützt von ARTE. An sechs Abenden hat DOK Leipzig rund 2500 Zuschauer/innen zu Filmvorführungen in die Osthalle des Hauptbahnhofs gelockt. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit den PROMENADEN Hauptbahnhof Leipzig statt und wurde unterstützt durch die IQ Steuerberatungsgesellschaft mbH und den DOK Leipzig Freundeskreis (Leipziger Gesellschaft zur Förderung der Filmkunst e.V.).

Auch zahlreiche junge Filmfans zog DOK Leipzig an. Nicht nur die Kids DOK Programme erfuhren großen Andrang, im Rahmen von DOK Bildung fand während des Festivals eine Schulvorstellung statt. Die Filmvorführung von MYSELFIE der Filmemacherin Anne Scheschonk besuchten sieben Klassen, die Vorstellung war komplett ausverkauft. Eine knappe Stunde lang diskutierten die Schüler/innen über den Film, der ein 12-jähriges Mädchen begleitet, das aufgrund einer Krankheit vollständig ihre Haare verliert. DOK Bildung ist Bestandteil des Nachwuchsangebotes und wird in Kooperation mit der SLM realisiert.

Die Festivalleiterin schließt: „Ich danke allen Förderern, Sponsoren und Partnern für ein erfolgreiches DOK Leipzig 2019!“

Dies war das letzte Festival unter Leena Pasanen. Im kommenden Jahr findet DOK Leipzig vom 26.10. bis 1.11. statt, ab 2020 wird Christoph Terhechte die Leitung des Festivals übernehmen.

Goldene Tauben Statuen vor einer Leinwand, auf der steht "Herzlich Willkommen zur Preisverleihung"
Unsere Goldenen Tauben
Susann Jehnichen

Die Preisträger/innen von DOK Leipzig stehen fest. Die insgesamt 24 Preise wurden im Rahmen der feierlichen Preisverleihung im Leipziger Kupfersaal vergeben.

Der Film EXEMPLARY BEHAVIOUR hat die Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm gewonnen. Die litauischen Filmemacher Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius ergründen darin Schuld und Sühne am Beispiel zweier zu lebenslänglicher Haft verurteilter Straftäter. Nach der Ermordung seines Bruders fragt sich Audrius Mickevičius, ob Schuld jemals verjährt und Mord tatsächlich gesühnt werden kann. Noch vor Fertigstellung des Films erkrankte und verstarb Audrius Mickevičius. Nerijus Milerius vollendete das Projekt. In der Jurybegründung heißt es: „In unseren dunkelsten Stunden erkennen wir, wer wir wirklich sind, und das Licht der Menschlichkeit strahlt am hellsten. Ele­gant und respektvoll erzählen die Filmemacher eine unerwartete Geschichte von Wiedergutmachung.“ Der Film ist eine Koproduktion zwischen Litauen, Slowenien, Bulgarien und Italien. Die Goldene Taube wurde gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Der Gewinnerfilm des Internationalen Wettbewerbs langer Dokumentar- und Animationsfilm kann sich zudem seit 2018 automatisch für den OSCAR® der Kategorie ‚Documentary Feature‘ qualifizieren, sofern er die formalen Kriterien der Academy erfüllt.
EXEMPLARY BEHAVIOUR erhielt außerdem den International Critics Preis der FIPRESCI sowie den Preis der Interreligiösen Jury und damit mit drei Preisen insgesamt die meisten Auszeichnungen des Abends.

Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ging an den Beitrag ZUSTAND UND GELÄNDE von Ute Adamczewski. Die Regisseurin filmt Orte in Sachsen, denen man nicht mehr ansieht, dass sie 1933 Schauplätze der NS-Verfolgung waren. Aus dem Off werden Dokumente von damals und Erinnerungsberichte von Betroffenen aus der Zeit nach dem Krieg vorgelesen. Die Jury begründete ihre Entscheidung unter anderem wie folgt: „Nicht nur ein sehr wichtiger, sondern auch ein äußerst formstar­ker Film.“ Der Preis wurde vom Weltkino Filmverleih gestiftet.

Mit der Goldenen Taube im Next Masters Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm wurde SICHERHEIT123 der österreichischen Filmemacher/innen Julia Gutweniger und Florian Kofler ausgezeichnet. In den Alpen gedreht, erkundet der Film ein nahezu unsichtbares Sicherheitssystem. Dieses soll die Menschen vor Gefahren durch Naturgewalten wie Lawinen schützen, an denen die Menschheit selbst nicht unbeteiligt ist. Die Goldenen Tauben in den Next Masters Wettbewerben, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dienen als Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt. Eine Lobende Erwähnung erhielt die brasilianische Produktion ARID ZONE von Fernanda Pessoa.

Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm wurden die russische Produktion PUBERTY von Elena Kondrateva als bester Dokumentarfilm sowie der iranische Kurzfilm AM I A WOLF? von Amir Houshang Moein als bester Animationsfilm mit Goldenen Tauben ausgezeichnet. Auch diese Gewinnerfilme können sich nun direkt für den OSCAR® qualifizieren (in den Kategorien ‚Short Film' bzw. ‚Documentary Short Subject'), sofern sie die formalen Kriterien der Academy erfüllen. Eine Lobende Erwähnung ging an ASHO von Jafar Najafi, ebenfalls ein iranischer Film.

Die Goldene Taube für den besten kurzen deutschen Dokumentar- und Animationsfilm ging an die deutsch-ukrainische Koproduktion OPERA GLASSES von Mila Zhluktenko. Lobende Erwähnungen erhielten THE LAST PAINTING von Tom Salt und GRAVEDAD von Matisse Gonzalez.

Die Goldene Taube im Next Masters Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm ging an den ukrainischen Beitrag DEEP LOVE von Mykyta Lyskov. Die beiden Goldenen Tauben in den Next Masters Wettbewerben, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, dienen als Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt.

Der Healthy Workplaces Film Award, gestiftet von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) ging an die schweizerische Produktion BIRD ISLAND von Maya Kosa und Sergio Da Costa über eine Pflegestation für verletzte Wildvögel.

Der MDR-Filmpreis in Höhe von 3.000 Euro für einen herausragenden osteuropäischen Dokumentarfilm aus der Offiziellen Auswahl ging an die polnisch-slowakische Koproduktion THE WIND. A DOCUMENTARY THRILLER von Michał Bielawski über die Naturgewalt des Halny-Windes, der den Menschen in Südpolen zusetzt und ihre Krisen verstärkt.

Der Filmpreis Leipziger Ring ehrt einen Dokumentarfilm über Menschenrechte, Demokratie und bürgerschaftliches Engagement, wird gestiftet von der Stiftung Friedliche Revolution und ist versehen mit einem Preisgeld von 2.500 Euro. Der Preis ging in diesem Jahr an den Film GIRLS OF PAADHAI von Natalia Preston über ein Frauenhaus im südlichen Indien, eine Anlaufstelle für heranwachsende Mädchen, die sich einer frühen Verheiratung widersetzen. Der Preis wurde von Publikum ermittelt.

Insgesamt wurden in diesem Jahr bei DOK Leipzig 24 Preise in einem Gesamtwert von 82.000 Euro vergeben, darunter sieben Goldene Tauben. Morgen (Sonntag) werden die Publikumslieblinge der Festivalwoche, die sogenannten DOK Buster, noch einmal auf die Leinwand gebracht. Insgesamt wurden in der am Sonntag endenden Festivalwoche 310 Filme und interaktive Arbeiten gezeigt.

Informationen zu den Preisträger-Filmen finden Sie im Filmfinder auf unserer Website unter: https://filmfinder.dok-leipzig.de/

Alle Jurybegründungen und Preise inkl. Lobende Erwähnungen entnehmen Sie dem Anhang.

Stills zu allen Filmen finden Sie unter: presse.dok-leipzig.de
Alle Bilder können für eine Berichterstattung über DOK Leipzig kostenfrei genutzt werden. Verwenden Sie bei Veröffentlichung als Fotocredit DOK Leipzig 2019/ „Name der Regie“, wenn nicht anders in der Bilddatei angegeben.

Logos, Festivalimpressionen und das diesjährige Festivalmotiv finden Sie hier: http://www.dok-leipzig.de/de/dok/presse/download

Informationen über alle Jurys bei DOK Leipzig finden Sie hier:

http://www.dok-leipzig.de/de/festival/wettbewerbe/jurys

 

Alle 24 Preise im Überblick:

 

Mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm wurde der Film EXEMPLARY BEHAVIOUR der litauischen Filmemacher Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Mitteldeutschen Rundfunk gestiftet. Überreicht wurde der Hauptpreis von Dr. Katja Wildermuth, Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks.

Die mit 10.000 Euro dotierte und vom Verleih Weltkino gestiftete Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ging an die deutsche Produktion ZUSTAND UND GELÄNDE von Ute Adamczewski.

Die Goldene Taube im Next Masters Wettbewerb, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig ging an die österreichisch-italienische Koproduktion SICHERHEIT123 von Julia Gutweniger und Florian Kofler. Das Preisgeld von 10.000 Euro dient der Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt der Regisseur/innen. Der Preis wurde überreicht von Martin Fiedler, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Medienstiftung. Der Next Masters Wettbewerb ist Bestandteil der Nachwuchsangebote bei DOK Leipzig und wird in Kooperation mit der SLM realisiert.

Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm ging die Goldene Taube für den besten kurzen Dokumentarfilm an die russische Produktion PUBERTY von Elena Kondrateva. Die Regisseurin erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro. Mit der Goldenen Taube für den besten kurzen Animationsfilm, ebenfalls dotiert mit 5.000 Euro, wurde die iranische Produktion AM I A WOLF? von Amir Houshang Moein ausgezeichnet. Eine Lobende Erwähnung ging an ASHO von Jafar Najafi, ebenfalls ein iranischer Film.

Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm, verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro, wurde an die deutsch-ukrainische Koproduktion OPERA GLASSES von Mila Zhluktenko vergeben. Lobende Erwähnungen gingen an THE LAST PAINTING von Tom Salt und GRAVEDAD von Matisse Gonzalez.

Die Goldene Taube im Next Masters Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm, verbunden mit einem Preisgeld von 5.000 Euro und gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig, ging an den ukrainischen Beitrag DEEP LOVE von Mykyta Lyskov. Der Preis wurde überreicht von Martin Fiedler, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Medienstiftung.

Der Healthy Workplaces Film Award in Verbindung mit 5.000 Euro, gestiftet von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), ging an die schweizerische Produktion BIRD ISLAND von Maya Kosa und Sergio Da Costa. Der Preis beinhaltet zudem eine Untertitelung in mehreren europäischen Sprachen. Bruno Thiébaud von EU-OSHA kam auf die Bühne und überreichte den Preis.

Der MDR-Filmpreis in Höhe von 3.000 Euro für einen herausragenden osteuropäischen Dokumentarfilm aus der Offiziellen Auswahl ging an die polnisch-slowakische Koproduktion THE WIND. A DOCUMENTARY THRILLER von Michał Bielawski. Überreicht wurde der Preis von Dr. Ulrich Brochhagen, Redaktionsleiter Geschichte, Dokumentationen und Osteuropa beim MDR.

Durch Auszählung der Publikumsstimmen wurde der Filmpreis Leipziger Ring, der von der Stiftung Friedliche Revolution gestiftet und mit 2.500 Euro versehen wurde, ermittelt. Die Auszeichnung ging an den deutschen Beitrag GIRLS OF PAADHAI der Regisseurin Natalia Preston. Der Preis wurde überreicht von Rolf Sprink, Kuratoriumsmitglied der Stiftung Friedliche Revolution.

Den DEFA-Förderpreis für einen herausragenden langen deutschen Dokumentarfilm aus dem Deutschen und Internationalen Wettbewerb, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro, erhielt Itay Marom für die israelisch-deutsche Produktion RESONANCE. Überreicht wurde der Preis von Philip Zengel von der DEFA-Stiftung in Berlin.

Der ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness ging an Ute Adamczewski für den Film ZUSTAND UND GELÄNDE. Der Preis ist mit 2.500 Euro verbunden und wird an einen Film im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm vergeben. Eine Lobende Erwähnung erhielt IM STILLEN LAUT von Therese Koppe.

Der Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts für den besten langen deutschen Dokumentarfilm (75 Minuten und länger) aus der Offiziellen Auswahl, verbunden mit dem Ankauf der Lizenz, der Untertitelung in bis zu acht Sprachen sowie einem Preisgeld 2.000 Euro, wurde verliehen an IN THE NAME OF SCHEHERAZADE ODER DER ERSTE BIERGARTEN IN TEHERAN von Narges Kalhor.

Der Preis der Interreligiösen Jury ging an EXEMPLARY BEHAVIOUR der litauischen Filmemacher Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius. Der Preis ist verbunden mit 2.500 Euro und wurde gemeinsam gespendet vom Interreligiösen Runden Tisch Leipzig und den VCH-Hotels Deutschland GmbH – im Verband Christlicher Hoteliers e. V. einschließlich des Hotels MICHAELIS in Leipzig.

Die FIPRESCI-Jury hat den International Critics Preis im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm an EXEMPLARY BEHAVIOUR der Filmemacher Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius verliehen.

Der Young Eyes Film Award, dotiert mit 2.000 Euro und gestiftet von der Leipziger Stadtbau AG, wurde verliehen an WHERE WE BELONG von Jacqueline Zünd. Die Auszeichnung wurde von der Jugendjury in Kooperation mit der Filmschule Leipzig e.V. an einen Film der Offiziellen Auswahl vergeben. Peggy Valenta von der Stadtbau AG überreichte den Preis.

Der DOK Neuland Award für ein herausragendes Projekt in der Ausstellung interaktiver Arbeiten und dotiert mit 1.000 Euro, gestiftet von der DREFABRIK, geht an den 360° Film 4 FEET: BLIND DATE aus Argentinien von María Belén Poncio und Damián Turkieh. Die Jury der DREFABRIK überreichte den Preis.

Durch Auszählung von Publikumsstimmen wurde der mephisto 97.6 Publikumspreis für den besten Animationsfilm der Offiziellen Auswahl ermittelt. Er ging an die deutsch-russische Produktion TIES von Dina Velikovskaya. Der Preis wurde überreicht von Janick Nolting und Max Hemmann.

Der Preis Gedanken-Aufschluss ging an den österreichischen Film ROBOLOVE von Regisseurin Maria Arlamovsky. Die Auszeichnung wurde vergeben von einer Jury aus jugendlichen und jungen erwachsenen Strafgefangenen der JSA Regis-Breitingen an einen der für DOK im Knast nominierten Filme. Bei der Preisverleihung waren Kunsttherapeut/innen Stefan Lohrke und Julia Nietzer auf der Bühne.

Im Rahmen der Branchenplattform DOK Industry wurden fünf Preise bereits in der Festivalwoche vergeben.  

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis der Kunstministerin für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin wurde während der feierlichen Eröffnung von DOK Leipzig von Dr. Eva-Maria Stange, der Sächsischen Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, erstmals vergeben. Die Auszeichnung ging an das südafrikanische Projekt BLACK WOMEN AND SEX der Regisseurin Godisamang Khunou. Eine Lobende Erwähnung erhielt das südkoreanische Projekt MY MISSING AUNT der Regisseurin Juyeon Yang.

Mit dem Current Time TV Development Award wurde ein herausragendes Dokumentarfilmprojekt aus Ost- oder Mitteleuropa auszeichnet. Er ist mit 2.000 US-Dollar dotiert und wird von DOK Leipzig und dem russischsprachigen Sender Current Time TV vergeben. Der Preis ging an Giedrė Žickytė für das litauisch-deutsche Projekt IRENA.

Der EWA Women’s Talent Development Award wurde vergeben für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin im Circle Women’s Doc Accelerator. Der Preis ist verbunden mit 1.000 Euro und dem Mentoring durch EWA-Mitglieder und DOK Leipzig. In diesem Jahr wurde die Auszeichnung geteilt. Die finanzielle Unterstützung ging an die ukrainische Produktion BETWEEN TWO WARS von Alina Gorlova, das Mentoring erhält Anna Savchenko für das Projekt 72 HOURS, eine Koproduktion zwischen Belgien, Frankreich und Weißrussland.

Der Zonta Club Leipzig Elster Female Talent Development Prize ist ein Reisestipendium von bis zu 1.000 Euro, um Produzentinnen oder Regisseurinnen beim Ausbau ihres Netzwerks und bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Das Stipendium ging in diesem Jahr an die südafrikanische Regisseurin Godisamang Khunou, die dadurch mit ihrem Projekt BLACK WOMEN AND SEX am DOK Co-Pro Market teilnehmen konnte.

Zum ersten Mal vergeben wurde der D-Facto Motion Work-In-Progress Prize. Der Preis beinhaltet eine Postproduktionsleistung im Wert von 10.000 Euro und wurde verliehen an ein hervorragendes Dokumentarfilmprojekt, das bei DOK Preview Germany präsentiert wurde. In diesem Jahr ging der Preis an das Projekt WHO OWNS MY VILLAGE von Christoph Eder.

 

Portrait Christoph Terhechte
Susann Jehnichen

Christoph Terhechte wird zum 1. Januar 2020 künstlerischer Leiter und Intendant von DOK Leipzig sowie Geschäftsführer der Leipziger Dok-Filmwochen GmbH. Das hat der Leipziger Stadtrat am Mittwoch (30.10.2019) beschlossen. Christoph Terhechte erhält einen Fünfjahresvertrag. Er tritt die Nachfolge von Leena Pasanen an, die das Festival nach fünf Jahren verlässt.

Der Journalist und Filmkritiker Christoph Terhechte ist derzeit künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Marrakesch. Von 2001 bis 2018 war er Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale, welches er zu einem der international tonangebenden Zentren des unabhängigen künstlerischen Kinos entwickelte. Christoph Terhechte wurde 1961 in Münster geboren und studierte in Hamburg Politikwissenschaft und Journalistik. Er war als Filmjournalist in Paris und Berlin tätig.

Derzeit findet die 62. Ausgabe von DOK Leipzig statt, einem der führenden Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm. Bis einschließlich 3. November zeigt das Festival 310 Filme und interaktive Arbeiten.

Eine Gruppe alter, weißer Männer sitzen um einen Tisch
The Forum by Marcus Vetter

DOK Leipzig ist am Montag (28.10.) vor etwa 700 Zuschauerinnen und Zuschauern im Leipziger CineStar mit der Weltpremiere des Films DAS FORUM feierlich eröffnet worden.

Vom Filmteam des Eröffnungsfilms war neben dem Regisseur Marcus Vetter und dem Team der gebrueder beetz filmproduktion auch ein Protagonist des Films anwesend. Murat Sönmez ist leitendes Vorstandsmitglied beim Weltwirtschaftsforum und kam gemeinsam mit den Filmschaffenden auf die Bühne.

Die Festivalleiterin Leena Pasanen führte durch die Veranstaltung und hob dabei die Bedeutung des Eröffnungsfilms hervor: „DAS FORUM bietet nicht nur einen exklusiven Blick hinter die Kulissen dieses mächtigen Zirkels, er handelt auch von der Notwendigkeit, im Gespräch zu bleiben. Und das brauchen wir in diesen Zeiten dringender denn je“, sagte Pasanen und fuhr fort: „Aber nicht nur rund um unseren Eröffnungsfilm wollen wir diskutieren, auch im Rahmen unseres zweitägigen Symposiums wollen wir uns miteinander und über dringliche Filme auseinandersetzen“.

Neben Leena Pasanen sprachen bei der Eröffnung die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange und Dr. Skadi Jennicke, die Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig.

In ihrem Grußwort hob die Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange die Werte des Festivals hervor und ging auf das Engagement für Chancengleichheit ein, welches das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit DOK Leipzig teilt: „Als gesamtdeutsches und größtes Festival seiner Art in Deutschland gegründet, war DOK Leipzig bereits nach wenigen Jahren in die europäische Szene eingebunden und zeigte internationale Wirkung. Seit mehr als 60 Jahren steht DOK Leipzig für das Verbindende und dafür, Gemeinsamkeiten zu stärken. In dieser Tradition bewegt sich das Festival noch immer und ich begrüße ausdrücklich die klare Haltung der DOK-Macher für die Werte, die maßgeblich das Programm des Festivals prägen: Demokratie, Freiheit, Toleranz und Solidarität. In diesem Jahr sind mehr als 50 Prozent der Regisseur/innen der Offiziellen Auswahl weiblich und ich freue mich, dass wir erstmals den Preis der Kunstministerin für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin verleihen können.“

Frau Dr. Stange übergab den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Kunstministerin während der Eröffnungsveranstaltung an die Gewinnerin. Ausgezeichnet wurde das südafrikanische Projekt BLACK WOMEN & SEX der Regisseurin Godisamang Khunou. Eine Lobende Erwähnung erhielt das südkoreanische Projekt MY MISSING AUNT der Regisseurin Juyeon Yang. Für den Preis kamen Projekte von Regisseurinnen infrage, die für den DOK Co-Pro Market ausgewählt worden sind. Eine Jury hatte über die Preisvergabe im Vorfeld des Festivals entschieden. Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst stiftet den Preis.

Die Festivalleiterin Leena Pasanen dankte Frau Dr. Stange und dem SMWK für das Engagement: „Geschlechtergerechtigkeit in der Filmbranche herzustellen ist uns ein sehr großes Anliegen. Ich danke Frau Dr. Stange, dass sie in diesen Belangen nicht nur an unserer Seite ist, sondern auch eine treibende Kraft darstellt. Auch setzen wir uns mit Unterstützung des SMWK dafür ein, das Festival ein Stück weit barrierefreier zu gestalten.“ Der Kulturbürgermeisterin dankte Leena Pasanen im weiteren Verlauf der Eröffnung: „Trotz mancher Differenzen in der Zusammenarbeit mit der Stadt war Skadi Jennicke über all die Jahre hinweg an der Seite des Festivals und unterstützte DOK Leipzig mit ihrer Anteilnahme an der Arbeit des Teams.“

DOK Leipzig zeigt bis Sonntag (3.11.) insgesamt 310 Werke aus 63 Ländern, rund 2000 internationale Fachbesucher/innen werden während der Festivalwoche erwartet. Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke betonte in ihrem Grußwort die Bedeutsamkeit der diesjährigen Filmauswahl und dankte Leena Pasanen für ihre Arbeit als Festivalleiterin: „DOK Leipzig durchleuchtet 2019 in nur wenigen Tagen mit 310 Filmen und interaktiven Arbeiten die drängenden Fragen der Zeit. Ich glaube, der Dokumentarfilm ist die Kunst der Stunde. Er zwingt uns zum Hinsehen und zur genauen Betrachtung der Details. Ich danke Leena Pasanen, dass sie mit ihrem Gespür für gesellschaftliche Debatten das Festival weiter profiliert und verstärkt hin zur Stadtgesellschaft geöffnet hat. Zahlreiche internationale Gäste heißt DOK Leipzig jährlich willkommen, gemeinsam mit den Leipzigerinnen und Leipzigern erschaffen sie beim Festival einen Ort des Innehaltens und der vertieften Reflexion.“

Parallel zur Weltpremiere im CineStar 8 lief DAS FORUM in der Osthalle des Leipziger Hauptbahnhofs in Anwesenheit des Filmteams. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den PROMENADEN Hauptbahnhof Leipzig statt und wird unterstützt durch die IQ Steuerberatungsgesellschaft mbH und den DOK Leipzig Freundeskreis (Leipziger Gesellschaft zur Förderung der Filmkunst e.V.).

Die Goldenen Tauben und weiteren Auszeichnungen des Festivals werden am Samstagabend bei der Preisverleihung vergeben. DOK Leipzig findet 2019 zum letzten Mal unter der Leitung von Leena Pasanen statt.

Laurels Offizielle Auswahl
DOK Leipzig

Insgesamt präsentiert DOK Leipzig in diesem Jahr 310 Filme und interaktive Arbeiten aus 63 Ländern. Aus 3.000 gesichteten Filmen haben es 161 Filme in die Offizielle Auswahl des Festivals geschafft.

 

„Die Diversität, die wir durch unsere Filmauswahl nach Leipzig bringen können – auch in Form von Themen-Vielfalt und vielschichtigen Perspektiven – ist ein Qualitätsmerkmal“, sagt Festivalleiterin Leena Pasanen. „Es geht uns aber nicht um Diversität um ihrer selbst willen. Unser Hauptaugenmerk liegt auf der künstlerischen Qualität der Dokumentar- und Animationsfilme.“

In den Filmen der Programme und Wettbewerbe blickt DOK Leipzig auf weltpolitische Prozesse, auf zeitgemäße Frauenbilder, auf Familienschicksale und in politische Abgründe. Mediale Phänomene wie Fake News oder Whistleblowing, aber auch die Folgen der NSU-Morde beschäftigen Filmemacher/innen, ebenso wie Umweltzerstörung und die Folgen von globalen Wirtschaftsprozessen, die vielerorts in Raubbau an Mensch und Natur münden.

„Es ergab sich geradezu organisch, dass die großen Themen und Probleme des aktuellen Weltgeschehens auch ihren Niederschlag in den Filmen unserer Programme finden. Allerdings verstehen wir unser Festival nicht in erster Linie als Bühne für etwas ausführlichere Nachrichten, vielmehr suchen wir mit nicht nachlassender Energie nach unterschiedliche Färbungen des Dokumentarischen. Das Ausloten von Grenzen nicht-fiktionalen Erzählens ist ein immer präsenter Fokus bei unseren Entscheidungen“, erläutert Programmer Ralph Eue.

Teil der Offiziellen Auswahl sind Filme von international renommierten und preisgekrönten Filmemacher/innen wie Marcus Vetter, Claudine Bories und Patrice Chagnard, Christoph Hübner und Gabriele Voss, den Brothers Quay oder Nino Kirtadze. Die Sektion Spätlese, die Festivalhighlights der Saison auf die Leinwand bringt, vereint Filme von etwa Jaqueline Zünd, Anca Damian oder Werner Herzog. Teil der Offiziellen Auswahl sind zudem die Werke vielversprechender Nachwuchstalente.

Zur Offiziellen Auswahl von DOK Leipzig gehören sechs Wettbewerbe sowie das Internationale Programm und die Sektion Spätlese. In diesem Jahr freut sich DOK Leipzig über 63 Welt-, 27 internationale, 12 europäische und 50 deutsche Premieren. Mehr als die Hälfte der Regisseur/innen in der Offiziellen Auswahl sind weiblich. Im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm, für den in 2018 eine 40/60-Quote eingeführt wurde, sind sogar 8 von 10 Filmen unter weiblicher Regie beziehungsweise Co-Regie entstanden.

„Wir ziehen eine erste Bilanz zur Quote nach unserem zweijährigen Testlauf“, so Leena Pasanen. „Vielleicht ist es noch zu früh, längerfristig geltende Aussagen zu treffen. Doch sind wir stolz darauf, dass mittlerweile rund 45% unserer gesamten Einreichungen von Regisseurinnen kommen – das sind fünf Prozentpunkte mehr als in den vergangenen Jahren. Regisseurinnen scheinen mehr Zutrauen zu entwickeln, ihre Filme einzureichen. Die Kluft zwischen den Geschlechtern wird stetig kleiner.“

DOK Leipzig findet in diesem Jahr vom 28. Oktober bis 3. November statt. Das Festival eröffnet am 28. Oktober mit der Weltpremiere des Films DAS FORUM von Marcus Vetter.

DOK Leipzig

Die interaktive Ausstellung, die im Rahmen von DOK Leipzig stattfindet, ist vom 29. Oktober bis 2. November 2019 erstmals im Museum der bildenden Künste (MdbK) zu sehen. Die Erfahrungsräume der zwölf New-Media-Arbeiten aus Ländern wie Kenia, Taiwan oder Israel, eröffnen in diesem Jahr Begegnungen mit weniger präsenten Narrativen und Erzählungen abseits der Perspektive der Mehrheitsgesellschaft.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem MdbK und Alfred Weidinger auf einen Partner gestoßen sind, der unsere Ideen zu DOK Neuland teilt und in dessen Räumen wir für die Ausstellung gemeinsam die passende Atmosphäre schaffen können", so Festivalleiterin Leena Pasanen. "Wir sind stolz, dass das Team mit DOK Neuland in den letzten 5 Jahren nicht nur ein regional publikumswirksames Format geschaffen hat, sondern dass auch immer mehr internationale Gäste und Künstler/innen auf die Ausstellung aufmerksam werden und wir so vielseitige internationale Arbeiten zeigen können.“

Die internationalen Arbeiten bieten vielschichtige Perspektiven: ob aus Sicht von körperlich beeinträchtigten Personen (4 FEET: BLIND DATE), als Ayahuasca-Erlebnisegleitet von indigenen Shipibo-Schamanen (AYAHUASCA) oder als interreligiöse Begegnung in Jerusalem (THE HOLY CITY). LE LAC reflektiert aus der Sicht des Sees Tschad in Kenia die Schrumpfung seiner lebensspendenden Wassermassen. In DARK ORIGINS: MEPHISTO gibt es Gelegenheit, in den Lebensraum des Teufelswurms zu reisen. Dieses extremophile Lebewesen, das in tiefsten Gesteinsschichten lebt, beweist, dass die lebendige Weltgemeinschaft größer ist als gedacht. DOK Neuland bewegt sich in diesem Jahr auf eine vielfältige Wahrheit und das Nebeneinander einer Vielzahl von Lebensrealitäten zu. „Wir tauchen dabei nicht in virtuelle Welten ein, sondern verlassen die Matrix in unseren Köpfen“, so Lars Rummel über sein zentrales Anliegen als Kurator des Programms.

Zu all diesen gezeigten Narrativen gehören mitunter auch schmerzhafte Erfahrungen und Ereignisse, wie etwa die Konfrontation mit Polizeigewalt auf dem Maidan in Kiew 2014 (AFTERMATH) oder die Notwendigkeit von „Safe Places“ für afroamerikanische Reisende, thematisiert in einem 360° Film in der inhaltlichen Tradition des „Negro Motorist Green Book“ (TRAVELING WHILE BLACK), einem Überlebensratgeber für afroamerikanische US-Bürger der in den 1930er-Jahren entstand. Auch Polarisierendes und Gegensätzliches steht auf dem DOK Neuland-Programm. So die Leipziger Arbeit CANDY WORLD, die Zitate und Kommentare aus den hasserfülltesten Ecken des Webs, den Foren 4chan und 8chan, in eine rosafarbene Candy-Crush-Welt transportiert. Und (post-)koloniales Aneignungs-Gebaren, das Welten und Natur erschließt und zerstört, wird in gamifizierter Form in UNCEDED TERRITORIES ausgelotet.

Erlebnisse mit erheblichem Spaßfaktor bietet die Arbeit YOUR SPIRITUAL TEMPLE SUCKS. Angelehnt an das taoistische Ritual der inneren Tempelpflege, nimmt John Hsu die Auswirkungen eines ungepflegten Tempels auf das äußerliche "reale" Verhältnis zur sozialen Umwelt aufs Korn. Und mit HANAHANA FULL BLOOM inszeniert Mélodie Mousset eine Erlebniswelt, in der die Mitspielenden frei von Zwängen eines bestehenden Narrativs Hände und Arme in unterschiedlichen Größen und Farben verflechten und aneinanderbauen können. Ein beinahe unendliches Labyrinth aus Extremitäten entsteht.

Die Gestaltung der Ausstellung übernimmt die Leipziger Künstlerin Paula Gehrmann, die für DOK Neuland eine raum-spezifische Installation zwischen Skulptur und funktionalem Design erschafft.

Erneut wird DOK Neuland von ARTE unterstützt. Neue digitale Technologien für innovative Erzählweisen zu nutzen, ist dem europäischen Kulturkanal ein wichtiges Anliegen. In der Ausstellung zeigt ARTE mit „DER TRAUM DES CESARE“ eine Adaption des bald 100 Jahre alten Klassikers DAS CABINET DES DR. CALIGARI als 360° Film. Das Projekt ist im Auftrag des Goethe Institut Warschau als VR Experience entstanden und ermöglicht die Kulissen und Idee des Stummfilmklassikers von innen heraus virtuell zu erkunden.

DOK Neuland ist zudem Bestandteil des DOK Nachwuchsangebotes und wird in Kooperation mit der SLM realisiert.

Wie in den vergangenen Jahren werden im MdbK auch unser Festivalzentrum, der DOK Film Market und die Get togethers für Fachbesucher/innen angesiedelt sein. In Zusammenarbeit mit DOK Leipzig vergibt die DREFABRIK zum zweiten Mal den DOK Neuland Award für ein herausragendes Projekt der Ausstellung in Höhe von 1.000 Euro. Technikpartner von DOK Neuland ist in diesem Jahr der Tech-Subscription-Service Grover, der bereits seit 2017 digitale Künstler und Creators mit dem Zugang zu technischen Equipment unterstützt.

Eine Gruppe Menschen sitzen an einem Tisch und sprechen miteinander
Susann Jehnichen

Vom 28. Oktober bis 3. November werden rund 1.800 Fachbesucher/innen nach Leipzig reisen und sich bei Deutschlands größtem Dokumentarfilmtreffen vernetzen.
Die Leiterin von DOK Industry Brigid O’Shea sagt über das diesjährige Programm: „DOK Industry feiert in diesem Jahr sein fünfzehnjähriges Bestehen und wir freuen uns, die Früchte dieser langjährigen Arbeit ernten zu können: Wir werden in diesem Jahr eine bereichernde und vielfältige Auswahl an akkreditierten Fachleuten willkommen heißen. Aufstrebende Filmemacher/innen, die als Teil von Filmhochschuldelegationen erste Erfahrungen sammeln sowie erfahrene und preisgekrönte Filmfachleute treffen hier in Leipzig aufeinander, dem Treffpunkt für künstlerischen Dokumentarfilm.“

Zum ersten Mal wird 2019 im Rahmen der Rohschnitt-Präsentation DOK Preview Germany ein Preis vergeben. Eingeladen werden zu dieser Veranstaltung sieben deutsche Filmprojekte, die internationale Vertriebspartner suchen. Der DFM-Work-In-Progress-Preis wird gestiftet von der Firma D-Facto Motion und beinhaltet eine Postproduktionsförderung in Wert von 10.000 Euro. Sieben weitere Projekte werden zur Rohschnitt-Präsentation DOK Preview Training eingeladen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit sieben europäischen Trainingsinitiativen statt.

„Die Priorität unserer Arbeit liegt auf künstlerischen Dokumentarfilmen, doch sind wir ebenso froh, in diesem Jahr mehr Angebote für Animationsfilmschaffende bieten zu können“, so O’Shea, „Natürlich geht es bei uns um Filme und Projekte, aber unsere Herzensangelegenheit ist stets, Menschen zu fördern und ihre Ideen voranzutreiben. Wir wollen Netzwerke erweitern und unsere Branche nachhaltig bereichern.“

Als ein impulsgebendes Diskussionsforum ist DOK Exchange angelegt, die XR-Konferenz für den interaktiven Bereich. Anregungen kommen etwa von der Kuratorin Che Lin vom Sandbox Immersive Festival, sie wird VR- und XR-Festivals in China vorstellen. Ethische Fragen wirft Julia Scott-Stevenson von i-Docs auf. Sie vertritt den Ansatz, die tiefgehende Wirkung immersiver Arbeiten in künstlerischen Utopien vielmehr als in Dystopien aufgehen zu lassen.

Um den Kurzfilm dreht sich alles bei DOK Short n’Sweet. Auch in diesem Jahr können Filmschaffende bei dem Pitch ihr dokumentarisches Kurzfilmprojekt renommierten Redakteur/innen und Finanziers vorstellen. Die Panelisten des Pitches sind in diesem Jahr unter anderem Charlie Philips von The Guardian, Raffi Krigel von RYOT Films, die Leiterin der Berlinale Shorts Anna Henckel-Donnersmarck und Wouter Jansen von Some Shorts.   

Bei Meet the Experts können sich Filmschaffende je nach Schwerpunkt mit Expert/innen der Branche austauschen. Diskutieren kann man hier mit Vertreter/innen internationaler Trainingsinitiativen, Expert/innen aus den Bereichen Interactive, Animation und künstlerischer Dokumentarfilm sowie mit Festivalprogrammer/innen.

In den Talks Meet the Filmmakers werden Produktionen aus dem diesjährigen Filmprogramm aufgegriffen, es finden thematische Vertiefungen und Erweiterungen statt. Politik, Ästhetik und filmisches Erzählen werden in den Talks verhandelt. In diesem Jahr geht es um die besondere Erzählweise des iranischen Films, um hybride Filmformen und um die Frage, welche Aussagekraft die Zuweisung von Produktionsländern in einer globalisierten Welt noch hat.   

Parallel zu DOK Leipzig findet in diesem Jahr vom 28. Oktober bis 4. November der EAVE Producers Workshop statt.

Collage von Portaitbildern der Jury 2019
DOK Leipzig

Die Jury für den Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm bilden in diesem Jahr die albanische Filmemacherin lris Elezi, die Drehbuchautorin und Filmemacherin Jaqueline Zünd und Filmemacher Goran Dević. Iris Elezi erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen für ihr Spielfilmdebüt BOTA (2014), das zwei Jahre später Albaniens Beitrag zu den Academy Awards darstellte. Filme der Schweizerin Jacqueline Zünd wie ihr erster Kino-Dokumentarfilm GOODNIGHT NOBODY (2010) wurden auf vielen Filmfestivals gezeigt, u.a. in Cannes, beim Visions du Réel und bei DOK Leipzig, und erhielten zahlreiche Preise. Der dritte Juror, Goran Dević, der 2018 mit seinem Film ON THE WATER selbst im Internationalen Wettbewerb von DOK Leipzig vertreten war, wird in diesem Jahr den Film THE STEEL MILL CAFÉ zum Länderfokus Kroatien beisteuern.

„In diesem Jahr haben wir es wieder geschafft, internationale Jurymitglieder zu gewinnen, die vor ihrem jeweiligen beruflichen Hintergrund in den verschiedensten Bereichen der Branche ihre Expertise bei DOK Leipzig einbringen“, so Leena Pasanen. „Es ist schön zu sehen, wie über die Jahre Kontakte entstehen und sich vertiefen, sodass wir beispielsweise ehemalige Beiträger/innen aus unseren Programmen in anderen Funktionen begrüßen dürfen.“

Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm entscheiden Jennifer Lynde Barker, Professorin für Filmwissenschaft mit Schwerpunkt Filmgeschichte und Animation an der Bellarmine University Louisville, der estnische Filmemacher und Künstler Mait Laas, der für DOK Leipzig die Animationssonderreihe Licht durch Finsternis. Der Mystiker Jakob Böhme und die Animation kuratiert und Charlie Philips, Head of Video bei The Guardian über die Vergabe der Preise.

Die Jury für den Next Masters Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm bilden Tan Pin Pin, die DOK Leipzig 2019 mit einer Hommage ehrt, Wieland Speck, langjähriger Leiter der Sektion Panorama bei der Berlinale und Petri Kemppinen, der seit 2013 die Geschäftsführung beim Nordisk Film & TV Fond verantwortet.

Über die Gewinner/innen in den Deutschen Wettbewerben für langen und kurzen Dokumentar- und Animationsfilm entscheiden in diesem Jahr der Filmemacher und Geschäftsführer der AG Verleih Leopold Grün, der DOK Leipzig bereits als Mitglied der Auswahlkommission begleitet hat, der Leiter der Filmpunkt GmbH Stefan Tolz, der mit CAHIER AFRICAIN einen 2016 bei DOK Leipzig mehrfach ausgezeichneten Film produzierte und die auf Animationsfilm spezialisierte Filmjournalistin Marie Ketzscher die u.a. die Pressearbeit der Berlinale Talents verantwortet.

Die Preisträger/innen von DOK Leipzig 2019 werden bei der feierlichen Preisverleihung am 2. November ausgezeichnet. Die 62. Ausgabe von DOK Leipzig läuft vom 28. Oktober bis 3. November 2019 und zeigt wieder mehr als 300 Filme.

Filmstill aus Das Forum von Marcus Vetter
Zwei wichtige Männer
The Forum by Marcus Vetter

Die 62. Ausgabe von DOK Leipzig eröffnet am 28.10.2019 mit der Weltpremiere des Dokumentarfilms DAS FORUM von Marcus Vetter. Dem Regisseur ist es mit dem Produzenten Christian Beetz gelungen, zum ersten Mal in der fünfzigjährigen Geschichte des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos mit einem unabhängigen Filmteam hinter den Kulissen des internationalen Treffens zu drehen. Während der Film den 81-jährigen Klaus Schwab, Gründer und Vorsitzender des WEF, über den Zeitraum eines Jahres verfolgt, stehen auf der weltpolitischen Tagesordnung Herausforderungen wie der Klimawandel, der Brexit, der brennende Amazonas-Regenwald, der zunehmende Populismus sowie Handelsspannungen zwischen den USA und China.

„DAS FORUM ist einer der komplexesten Filme, die wir je gemacht haben. Über fünf Jahre mussten wir am Zugang zu den Eliten arbeiten – immer mit der Prämisse, unvoreingenommen hinter die Kulissen des World Economic Forums zu blicken“, so Produzent Christian Beetz. „In Zeiten der schnellen Antworten auf die großen Herausforderungen der Welt, zeigt DAS FORUM, wie komplex und kontrovers die Welt im Konkreten geworden ist. DAS FORUM ist ein Blick auf die Demokratie mit seinem weltumspannenden kapitalistischen Wirtschaftssystem und zeigt die Dilemmata auf, in denen wir alle tagtäglich stecken.“

Die Kamera ist hinter verschlossenen Türen dabei und dokumentiert, wie Diplomatie funktioniert, wenn die Mächtigsten der Welt unter sich sind und wenn Donald Trump oder Jair Bolsonaro Top-CEOs umwerben. Konzerne wie Monsanto sind ebenso vertreten wie NGOs. Organisationen wie Greenpeace mit Jennifer Morgan, bekennende Kritikerin des Weltwirtschaftsforums, sowie die Aktivistin Greta Thunberg nutzen das Forum, um Vertreter/innen aus Politik und Wirtschaft für Klimaschutz zu sensibilisieren. Kann das Weltwirtschaftsforum zur Lösung globaler Probleme wie dem Klimawandel beitragen, Handelskriege entschärfen oder weltweite medizinische Versorgung fördern? Oder ist es Teil des Problems und dient letztlich der Durchsetzung der Eigeninteressen einer globalen Elite?

„Wir sind froh, mit Marcus Vetters neuestem Film das Festival mit einer Produktion eröffnen zu können, die uns eine einmalige Innenperspektive auf eine der bekanntesten Bühnen der Weltpolitik bietet“, so Festivaldirektorin Leena Pasanen. „Obwohl uns gewisse Bilder beispielsweise durch Fernsehnachrichten bekannt sind, macht DAS FORUM besonders deutlich, wie Dokumentarfilme durch Beobachtungen über längere Zeiträume ein differenziertes Bild einzelner Vorgänge entstehen lassen können. DAS FORUM ist großes Kino und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, politische Realitäten und Verstrickungen zu reflektieren.“

Regisseur Marcus Vetter wurde mit den renommiertesten deutschen Filmpreisen ausgezeichnet. Er erhielt den Deutschen Filmpreis für DAS HERZ VON JENIN, ist mehrfacher Grimme-Preisträger und nahm den deutschen Fernsehpreis für DER TUNNEL entgegen. Auch in Leipzig war Marcus Vetter schon zu Gast. 2008 wurde er für DAS HERZ VON JENIN mit dem DEFA-Förderpreis ausgezeichnet. Den Finanzmärkten und der Weltwirtschaft wendete sich Vetter bereits in anderen Produktionen zu, etwa 2015 mit THE FORECASTER.

DAS FORUM ist eine deutsch-schweizerische Koproduktion von gebrueder beetz filmproduktion, Dschoint Ventschr Filmproduktion, Filmperspektive, SWR/ARTE, HR, BR, SRF, SRG SSR und VPRO.

Die Eröffnung von DOK Leipzig findet am 28. Oktober 2019 im CineStar 8 statt, das Filmteam und Klaus Schwab werden anwesend sein. Gleichzeitig wird die Veranstaltung per Livestream in den Kinosaal CineStar 6 übertragen.
DAS FORUM wird darüber hinaus kostenfrei und öffentlich im Leipziger Hauptbahnhof (Osthalle) in Anwesenheit des Filmteams gezeigt. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit den PROMENADEN Hauptbahnhof Leipzig statt und wird unterstützt durch die IQ Steuerberatungsgesellschaft mbH und den DOK Leipzig Freundeskreis (Leipziger Gesellschaft zur Förderung der Filmkunst e.V.).

Christoph Terhechte soll zum 1. Januar 2020 neuer Intendant und künstlerischer Leiter des DOK-Filmfestivals sowie Geschäftsführer der Leipziger Dok-Filmwochen GmbH werden. Eine Auswahlkommission hat sich auf Herrn Terhechte als geeignetsten Kandidaten im Auswahlprozess festgelegt. Die Personalie wurde bereits im Aufsichtsrat der Gesellschaft vorberaten. Gesellschaftervertreter und Oberbürgermeister Burkhard Jung hat das Ergebnis nun ebenso bestätigt, so dass die Ratsversammlung das endgültige Votum - voraussichtlich in ihrer Sitzung am 30. Oktober - treffen kann.

Christoph Terhechte wird Nachfolger von Leena Pasanen, deren Intendanz nach fünf Jahren regulär endet. Kulturbürgermeisterin und Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Skadi Jennicke sagt: „Mit Christoph Terhechte gewinnt die Stadt Leipzig für DOK Leipzig einen Intendanten mit künstlerischem Weitblick, internationalem Renommee und viel Erfahrung sowie Sensibilität. Dies wird bei der Ausrichtung des Festivals hinsichtlich der Verankerung in der Stadtgesellschaft aber auch hinsichtlich der überregionalen und internationalen Bedeutung von DOK Leipzig von entscheidendem Vorteil sein.“

Die Stelle ist - wie bei Geschäftsführern in der Stadt Leipzig üblich - zunächst auf fünf Jahre befristet. Die Auswahlkommission bestand aus den Mitgliedern des Aufsichtsrates, die zugleich Stadträte jeder Ratsfraktion sind, der Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Skadi Jennicke sowie den externen Experten Claas Danielsen - Geschäftsführer der Mitteldeutschen Medienförderung, Heino Deckert - Filmproduzent und Geschäftsführer, Daniel Waser - Geschäftsführer der Zürcher Filmstiftung sowie Donata von Perfall - Direktorin von Documentary Campus e.V.

Der Journalist und Filmkritiker Christoph Terhechte ist derzeit künstlerischer Leiter des Internationalen Filmfestivals Marrakesch. Von 2001 bis 2018 war er Leiter des Internationalen Forums des Jungen Films der Berlinale, welches er zu einem der international tonangebenden Zentren des unabhängigen künstlerischen Kinos entwickelte. Christoph Terhechte wurde 1961 in Münster geboren und studierte in Hamburg Politikwissenschaft und Journalistik. Er war als Filmjournalist in Paris und Berlin tätig, von 1991 bis 1997 als Ressortleiter des Stadtmagazins „Tip“.

DOK Leipzig ist eines der führenden Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm. Einzigartig in der Verbindung dieser beiden Sparten baut DOK Leipzig auf einer mehr als 60-jährigen Geschichte auf. Durch innovative Ansätze und Formen wird diese Tradition immer wieder aufs Neue bereichert. Im Zentrum stehen stets die Werte: Frieden, Toleranz, Menschenwürde und Meinungsfreiheit. Das Programm des Festivals bilden Filme mit einer starken künstlerischen und persönlichen Handschrift.

Collage aus allen ausgewählten Co-Pro Projekten
DOK Leipzig

Bereits zum 15. Mal erhalten internationale Filmprojekte, die sich noch in der Entwicklungsphase befinden, die Möglichkeit, auf dem DOK Co-Pro Market Koproduktions- und Finanzierungspartner zu finden. 309 Projekte wurden in diesem Jahr eingereicht, von denen nun 35 Projekte aus 40 Ländern für die Plattform ausgewählt wurden.

„Wenn wir in den letzten Jahren nach Filmschaffenden Ausschau gehalten haben, ging es uns nicht primär darum, Quoten für Vielfalt zu erfüllen, sondern wir haben uns ganz von unserer Neugier leiten lassen. Wir sind beständig auf der Suche nach Filmprojekten, die unterschiedlichste Perspektiven einnehmen und verschiedenste Stimmen zum Ausdruck bringen“, sagt Brigid O’Shea, die Leiterin von DOK Industry. „Ohne übertreiben zu müssen, kann ich sagen, dass die Qualität der diesjährigen Einreichungen extrem hoch war, wodurch uns die Entscheidung über die Endauswahl extrem schwer gefallen ist.“

Und so machen die ausgewählten Filmprojekte eine große Vielfalt an Bildsprachen, Erzählperspektiven und thematischen Zugängen auf. Mit dabei sind z.B. Filmprojekte, die sich mit Lebensrealitäten in der Diaspora auseinandersetzen oder Menschen begleiten, die aufgrund aktueller gesellschaftlicher oder politischer Umbrüche ihren Lebensmittelpunkt verlagern mussten. Andere Regisseur/innen ermöglichen durch ihre Projekte sehr intime Einsichten in persönliche Familiengeschichten. Mitverantwortlich für die Projektauswahl sind die ukrainische Produzentin und Programmerin Darya Bassel (Docudays UA) und Jamila Wenske, Geschäftsführerin der Produktionsfirma Achtung Panda!.

An den ersten beiden Festivaltagen, am 28. und 29. Oktober 2019, treffen beim DOK Co-Pro Market Produzent/innen in rund 900 Einzeltreffen auf potenzielle Partner/innen. Darunter sind internationale Finanziers und Koproduzent/innen etwa von der ARD, von SVT, SRF, ORF, ARTE France oder RAI. Mit dabei sind auch neue Partner wie Mubi, Vice, Ryot Films und weitere Vertreter/innen führender Online-Plattformen.

„Wir hoffen, den Entscheidungsträger/innen beim diesjährigen DOK Co-Pro Market tolle kreative Dokumentarfilmprojekte präsentieren zu können. Aber gleichbedeutend ist das Netzwerken, das vor Ort stattfindet. Wir wollen engagierte Filmfachleute zusammenbringen, die Lust haben, auf innovative Art zusammenzuarbeiten und möchten gewährleisten, dass Filme mit herausfordernden Perspektiven und künstlerischen Handschriften entstehen können“, schließt Brigid O’Shea.  

Im Rahmen des DOK Co-Pro Markets werden in diesem Jahr vier Preise verliehen.

Neu ist in diesem Jahr der Preis der Kunstministerin, der an ein herausragendes Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin vergeben wird. Der Preis wird gestiftet vom Sächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und ist mit 5.000 Euro dotiert. Die Preisträgerin nimmt die Auszeichnung im Rahmen der Festivaleröffnung am 28. Oktober entgegen.

Zum zweiten Mal sponsert der Zonta Club Leipzig Elster, der Frauen im Berufsleben fördert, den Zonta Club Leipzig Elster Female Talent Development Prize, ein Reisekostenstipendium im Wert von bis zu 1.000 Euro. Unterstützt wird in diesem Jahr die südafrikanische Regisseurin und Produzentin Godisamang Khunou, die mit ihrem Projekt „Black Women and Sex“ am DOK Co-Pro Market teilnimmt und beim Festival die Möglichkeit erhält, ihr berufliches Netzwerk zu erweitern.

Auch das European Women’s Audiovisual Network setzt seine Partnerschaft mit DOK Leipzig fort. Gemeinsam mit EWA vergibt das Festival erstmals einen mit 1.000 Euro dotierten Entwicklungspreis an eine Dokumentarfilmemacherin, die an dem Trainingsprogramm Circle Women Doc Accelerator teilnimmt. Neben dem Preisgeld erhält die Filmemacherin Betreuung bei der Weiterentwicklung ihres Films.

Zum zweiten Mal wird der Current Time TV and DOK Co-Pro Development Prize verliehen, der ein Dokumentarfilmprojekt aus Ost- oder Mitteleuropa auszeichnet. Er ist mit 2.000 US-Dollar dotiert und wird von DOK Leipzig und dem russischsprachigen Sender Current Time TV vergeben.

Statuen in Form von Goldenen Tauben
Susann Jehnichen

DOK Leipzig hat einen neuen Preisstifter. Der Weltkino Filmverleih stiftet bei der 62. Festivalausgabe die mit 10.000 Euro dotierte Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm. Jährlich wählt das Festival aus den Filmeinreichungen rund zehn herausragende deutsche Produktionen für diesen prestigeträchtigen Wettbewerb aus, alle gehen sie ins Rennen um diesen Preis.

„Wir lieben gute Filme und wir lieben Leipzig, aus diesem Grund ist es uns eine besondere Freude, DOK Leipzig zu unterstützen“, sagt Michael Kölmel, der neben Dietmar Güntsche die Geschäftsführung von Weltkino innehat. „Sowohl Dokumentar- als auch Animationsfilme haben einen hohen Stellenwert im Kinoprogramm von Weltkino, daher sind wir sehr gespannt auf den diesjährigen Wettbewerb.“

In den vergangenen Jahren liefen bei DOK Leipzig immer wieder Filme, die Weltkino anschließend in die Kinos gebracht hat. Darunter waren u.a. die Dokumentarfilme „Zwischen den Stühlen“ von Jakob Schmidt und „Neo Rauch - Gefährten und Begleiter“ von Nicola Graef (beide Deutscher Wettbewerb DOK Leipzig 2016) sowie der Animationsfilm „Loving Vincent“ von Dorota Kobiela und Hugh Welchman.

Die Leiterin von DOK Leipzig Leena Pasanen ist begeistert, Weltkino als neuen Preisstifter gewonnen zu haben: „Wir freuen uns riesig über dieses großartige Engagement von Weltkino und sind Michael Kölmel und seinem Team sehr dankbar dafür. Der Verleih unterstreicht mit dieser Preisstiftung, dass unsere Wettbewerbsfilme erst am Anfang einer bewegenden Reise stehen. Eine beachtliche Anzahl an Filmen, die bei DOK Leipzig ihre Premieren feiern, findet einen Filmverleih und hat später eine Kinoauswertung.“

Der unabhängige Verleih Weltkino hat seinen Sitz in Leipzig und bringt jährlich etwa zwölf Filme in die deutschen Kinos, darunter auch internationale Produktionen wie „Paterson“ von Jim Jarmusch oder „Fahrenheit 11/9“ von Michael Moore. In diesem Jahr bringt Weltkino unter anderem den Animationsfilm „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“,  Olivia Wildes Regiedebüt „Booksmart“ sowie den Dokumentarfilm „Aretha Franklin: Amazing Grace“ auf die Leinwand.

Die 62. Ausgabe von DOK Leipzig findet in diesem Jahr vom 28. Oktober bis 3. November statt. Die insgesamt sieben Goldenen Tauben und weiteren Auszeichnungen des Festivals vergibt DOK Leipzig bei der Preisverleihung am 2. November 2019.

Insgesamt zeigt DOK Leipzig auch in diesem Jahr über 300 Filme und interaktive Arbeiten aus der ganzen Welt.

Die Filme der Offiziellen Auswahl - und damit auch die Wettbewerbsfilme - verkündet DOK Leipzig am 10. Oktober.

Filmstill von Maskavon den Brothers Quay: eine merkwürdige, gruselig aussehende Handpuppet, die aussieht wie Shakespeare
Maska by the Brothers Quay

Die Brothers Quay, Meister der Objekt- und Puppenanimation, sind prominente Gäste der diesjährigen Ausgabe von DOK Leipzig. In der Brothers Quay night*footnotes werden sie dem Publikum persönlich Einblicke in ihr kreatives Schaffen gewähren. In der Sonderreihe Potentiae Materialis. Hommage Brothers Quay zeigt DOK Leipzig  eine Auswahl der sphärischen, teils schaurigen, immer markanten Werke des Künstlergespanns. Einen Teil der Reihe wird ein Programm aus Filmen bilden, die die Brüder nach dem Carte-Blanche-Prinzip selbst kuratiert haben. Zudem steuern die Brothers Quay den diesjährigen Festivaltrailer bei.

Mit ihren Arbeiten wurden die Brüder zu renommierten internationalen Festivals eingeladen (mit IN ABSENTIA etwa nach Cannes) und erhielten zahlreiche Preise. Ihre Filme bewegen sich oft an der Grenze zwischen Wachsein und Traum, sie faszinieren und verstören nachhaltig. Ihr Schaffen ist durchzogen von der Adaption literarischer Werke, etwa von Robert Walser (INSTITUTE BENJAMENTA OR THIS DREAM PEOPLE CALL HUMAN LIFE). Darüber hinaus arbeiteten sie häufig mit bedeutenden Vertreter/innen der zeitgenössischen Musik zusammen, beispielsweise mit Karlheinz Stockhausen, und produzierten zahlreiche Musikvideos, etwa für Sparklehorse, 16 Horsepower oder Peter Gabriel. Unter ihren prominentesten Fans ist auch der Regisseur Christopher Nolan, der 2015 den Kurzfilm QUAY über die Brüder drehte.

Andere Facetten des Animationsfilmbereichs eröffnen sich in den Arbeiten der beiden multidisziplinären Künstler/innen Brenda Lien (Gewinnerin des Deutschen Kurzfilmpreises im Bereich Experimentalfilm 2018) und Max Colson. Beide kombinieren Spielarten des Animationsfilms mit dokumentarischen und experimentellen Elementen und beide waren in den vergangenen Jahren bereits im Programm von DOK Leipzig vertreten. Während sich Brenda Lien kritisch mit den Neuen Medien und Social-Media-Phänomenen (etwa Schminktutorials und Katzenvideos) auseinandersetzt, beschäftigt  sich Max Colson u.a. mit 3D-Visualisierungen mit Themenfeldern wie Architektur & Wohnformen, Nation & Identität. In der Reihe Animation Perspectives: Brenda Lien_Max Colson werden Lien und Colson gegenseitig ihre Arbeiten vorstellen und sich darüber mit dem Publikum austauschen.

Dialogisch ist auch die dritte Sonderreihe zum Animationsfilm angelegt. Licht durch Finsternis. Der Mystiker Jakob Böhme und die Animation vereint faszinierende Arbeiten aus 100 Jahren Animationsfilm. Ausgangspunkt ist die Idee des in Görlitz geborenen Philosophen Jakob Böhme, dass Licht und Finsternis das jeweils andere für die eigene Existenz benötigen. Diesen Gedanken bezieht der estnische Filmemacher und Künstler Mait Laas auf das Kino und stellt in der Sonderreihe acht Animationsfilme einander gegenüber: vier im Fokus "Licht", vier im Fokus "Finsternis".

Animationsfilme gibt es darüber hinaus natürlich auch wieder für die kleinen und größeren Festivalbesucher/innen. Zwei der vier Kids DOK-Programme zeigen lustige und charmante animierte Kurzfilme für Kinder ab 3 und 5 Jahren. Weitere zwei Programme bieten eine Auswahl an Dokumentar- und Animationsfilmen für Kinder und Jugendliche ab 8 und 10 Jahren, deren Protagonist/innen allesamt Kinder sind, die das Publikum in ihre Lebenswelten mitnehmen.

Außerdem stehen nun alle Filme und Programmpunkte der bereits angekündigten Sonderreihen – darunter die Retrospektive, der Länderfokus und die Hommage – fest. Mit dabei sind Filme von Dominik Graf, Volker Koepp, Thomas Heise, Avi Mograbi, Lorelei Pepi, Goran Devic, Tan Pin Pin, Bill Morrison oder Priit Pärn.

Jürgen Kuttner wird zudem wieder eine seiner beliebten Film-und-Video-Schnipsel-Performances präsentieren. Unter dem Titel Im Spiegel das Feindbild setzt er sich in gewohnt zynisch-humorvoller Weise mit Wort- und Bildblasen auseinander, die er in den Sendeprogrammen von BRD und DDR entdeckt hat.

Insgesamt zeigt DOK Leipzig jedes Jahr über 300 Filme und interaktive Arbeiten. Die interaktiven Arbeiten von DOK Neuland verkündet DOK Leipzig am 8. Oktober, die Filme der Offiziellen Auswahl am 10. Oktober.

Mehr Raum für Debatten möchte DOK Leipzig während der diesjährigen Ausgabe schaffen. Unter dem Titel Wem gehört die Wahrheit? richtet DOK Leipzig im Herbst ein zweitägiges Symposium aus, um die Facetten des filmischen Umgangs mit dem politischen Gegner in den Blick zu nehmen und zu diskutieren. Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung und findet vom 31. Oktober bis 1. November statt.

Welche ästhetisch-politischen Strategien verfolgen Dokumentarfilmschaffende in der Auseinandersetzung mit Personen, die ihrer persönlichen Weltanschauung entgegenstehen? Wer setzt Regeln? Und wie lässt sich ein kritischer Film von einem affirmativen abgrenzen? Diese und weitere Fragen sollen mithilfe von Filmen, in Diskussionsrunden und Lesungen aufgeworfen werden. An den Diskussionen beteiligen können sich Filmfachleute ebenso wie interessierte Leipzigerinnen und Leipziger.

„Während der vergangenen Festivalausgaben gab es hitzige Debatten darüber, welche die ‚richtige‘ Herangehensweise an Dokumentarfilme sei, deren Protagonisten nicht das eigene Wertesystem teilen“, erläutert Festivalleiterin Leena Pasanen. „Die Diskussionen waren von einer großen Sorge begleitet, dass sich Filmemacher mit den Protagonisten gemein machen würden. Es entstand ein regelrechtes Ringen um die Wahrheit. Deshalb machen wir den Titel des Symposiums auch zum Leitspruch der diesjährigen Festivalausgabe. Unter dem Slogan ‚Wem gehört die Wahrheit?‘ wollen wir auch weitere Filme des Festivals befragen und in Filmgesprächen mit dem Publikum diskutieren“.

Die Auseinandersetzung mit Filmen stellt den Ausgangspunkt dar, um die Diskussionen in anderen Kontexten aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Programmer Ralph Eue, der die Konferenz initiiert hat, ergänzt: „Wir wollen einen produktiven ‚Streitraum‘ eröffnen und Meinungen austauschen. Als ein Festival, das sich dem künstlerischen Dokumentarfilm verpflichtet fühlt, möchten wir dabei entschieden für die Vielgestaltigkeit des Dokumentarischen plädieren und die Kunst der differenzierenden Filmbetrachtung fördern“.

Die Filme des Symposiums stellen zugleich eine der Sonderreihen des diesjährigen Festivals dar. Weitere kuratierte Sonderreihen beleuchten die Filmgeschichte, nehmen einzelne Filmländer in den Blick oder widmen sich dem Werk herausragender Künstler/innen.

Mit der diesjährigen Hommage ehrt DOK Leipzig das Filmschaffen der in Singapur ansässigen Regisseurin Tan Pin Pin. Die Künstlerin richtet in ihren Werken beharrlich ihren Blick auf die nationale Identität Singapurs – mitunter zum Missfallen des Inselstaats. Ihr Film „To Singapore, with Love“ (2013), in dem sie politische Exilanten im Ausland aufsucht, darf bis heute in Singapur nicht aufgeführt werden. Auf internationalen Festivals wie der Berlinale, in Busan oder in Rotterdam wurden ihre audiovisuellen Essays wie „Invisible City“ (2007) dagegen gefeiert. Tan Pin Pins Werke verlaufen an den Schnittstellen von Video und Kunst, Film und Fotografie.

Ein zentrales Element der Sonderreihen ist stets die Retrospektive. Die diesjährige Retrospektive nimmt vierzig Jahre Doppelstaatlichkeit von 1949 bis 1989 ins Visier. „Wir gehen davon aus, dass der filmische Rückblick auf die vierzig Jahre Geschichte zum besseren Verständnis der politisch-gesellschaftlichen Nachwehen von 1989 beiträgt“,  so Eue, der die Retrospektive vor dem Hintergrund des Jubiläumsjahrs der Friedlichen Revolution gemeinsam mit Olaf Möller kuratiert hat. Im Programm sollen inhaltliche und ästhetische Konfrontationen herausgearbeitet werden, denn, so Eue weiter: „Das Provisorium BRD war immer besser zu verstehen durch die Brille des Provisoriums DDR und umgekehrt. Am politischen Feind hat man sich abgearbeitet, diese existenzielle Gegnerschaft soll im Programm reflektiert werden“.

Die Zeit um 1989 war auch einschneidend für Kroatien – um seine sehr vitale Dokumentarfilmszene dreht sich der diesjährige Länderfokus des Festivals. Das Programm greift die Breite des aktuellen Filmschaffens auf und bietet dem Leipziger Publikum eine Vielfalt an ästhetischen Herangehensweisen, thematischen Zugängen und Produktionsbedingungen. In vielen Filmen sind darüber hinaus die Spuren des Krieges in den 1990er Jahren, des Systemwechsels von Sozialismus zu Kapitalismus und die damit verbundenen Reibungen und Widersprüche im Alltag der Menschen erkennbar.

Den einzigen Essayfilmer der DDR, Eduard Schreiber, würdigt das Festival in seiner mittlerweile traditionsreichen DEFA Matinee. Der 80. Geburtstag des Filmemachers gibt den feierlichen Anlass für die Ehrung Schreibers, der zwischen 1960 und 1980 Dauergast beim Leipziger Festival war.

Zurück blickt auch die Sonderreihe Re-Visionen. Seit zwei Jahren pflegt DOK Leipzig fortlaufende Rückblicke in die Festivalgeschichte und zeigt Filme, die für das Festival prägend waren. „Wir folgen hier ganz dem Ansatz, dass Geschichte immer herauf bis in die Gegenwart reicht. Dieser Gedanke spielt übrigens bei der Kuratierung sämtlicher Sonderreihen eine Rolle“, schließt Ralph Eue. 

In diesem Jahr findet DOK Leipzig vom 28. Oktober bis 3. November statt. Insgesamt laufen während der Festivalwoche in der Offiziellen Auswahl sowie den Sonderreihen erneut über 300 Filme aus der ganzen Welt.

DOK Leipzig dankt allen Förderern und Unterstützern dieser Sonderreihen:

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sächsisches Staatsarchiv (Retrospektive), Croatian Audiovisual Centre (Länderfokus), DEFA-Stiftung (DEFA Matinee).

Die Sonderreihen im Bereich Animationsfilm, das Programm des Symposiums und die Filme der Sonderreihen werden vor Festivalbeginn bekanntgegeben.

Leute sitzen an einem Tisch im Co-pro Market, eine der Frauen lächelt.
Susann Jehnichen

Regisseurinnen haben bei DOK Leipzig die Chance auf einen neuen Preis und können auf mehr finanzielle Unterstützung bei der Entwicklung ihrer Filmprojekte hoffen. Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) lobt DOK Leipzig eine Auszeichnung für ein herausragendes Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin aus und baut damit die Angebote für Frauen in der Dokumentarfilmbranche weiter aus. Der Preis der Kunstministerin für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin ist mit 5.000 Euro dotiert, es kommen Projekte infrage, die für den DOK Co-Pro Market ausgewählt worden sind. Der Koproduktionsmarkt ist die zentrale Branchenplattform von DOK Leipzig und findet jährlich an den ersten beiden Festivaltagen statt.

Die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange begründet ihr Engagement wie folgt: „Ich freue mich, dass wir mit dem Preis der Kunstministerin für das beste Dokumentarfilmprojekt einer Regisseurin auch 2019 die gezielte Förderung von Frauen in der Filmbranche unterstützen können. Dank des Engagements von DOK Leipzig war bereits im vergangenen Jahr die Hälfte der Filme der offiziellen Auswahl des Festivals von Regisseurinnen. Die Qualität der Filme von Frauen ist nicht besser oder schlechter als die von Männern, aber nach wie vor ist in den meisten Ländern eine deutliche Unterrepräsentanz weiblicher Filmschaffender zu beklagen, die nicht zu rechtfertigen ist. Von Gleichstellung und Diversität profitieren nicht nur die Betroffenen, sondern die Gesellschaft insgesamt.“    

Bereits in den vergangenen Jahren hat das SMWK das Festival bei der Förderung von Frauen im Dokumentarfilmbereich tatkräftig unterstützt. So hat die Kunstministerin Dr. Eva Maria Stange 2017 die Schirmherrschaft des DOK Leipzig and EWA Development Prize übernommen, der bis zum letzten Jahr im DOK Co-Pro Market angesiedelt war. Die großzügige Erhöhung des Engagements vonseiten des SMWK mündet nun in dieser neuen Auszeichnung.

„Wir sind unglaublich dankbar dafür, dass unsere Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit uns die Kluft zwischen den Geschlechtern schließen möchte, denn das ist nicht nur dringend notwendig für die Kulturindustrie, sondern auch ein Menschenrecht“, sagt die Leiterin von DOK Industry Brigid O’Shea und fährt fort: „Es freut uns riesig, dass wir gemeinsam mit Frau Dr. Stange einen Entwicklungspreis vergeben und damit Filmemacherinnen in der ganzen Welt fördern und unterstützen können“.   

Der DOK Co-Pro Market findet in diesem Jahr zum bereits 15. Mal statt. Internationale Projekte, die sich in der Entwicklung befinden, erhalten am 28. und 29. Oktober die Möglichkeit, Koproduktions- und Finanzierungspartner zu finden. Die Gewinnerin des Preises der Kunstministerin wird die Auszeichnung im Rahmen der feierlichen Eröffnungsveranstaltung des Festivals am 28. Oktober entgegennehmen.

Dokumentarfilmschaffende, deren Projekte unter den rund 35 ausgewählten Arbeiten sind und schließlich am DOK Co-Pro Market teilnehmen, haben außerdem die Aussicht auf weitere Preise. Ein herausragendes Dokumentarfilmprojekt aus Mittel- oder Osteuropa ehrt seit vergangenem Jahr der Current Time TV and DOK Co-Pro Development Prize. Der Zonta Club Leipzig Elster vergibt erneut einen Preis an Regisseurinnen; durch die Übernahme von Reisekosten ermöglicht die Auszeichnung dokumentarfilmschaffenden Frauen die Erweiterung ihres Netzwerks bei DOK Leipzig.

Auch das European Women’s Audiovisual Network setzt seine Partnerschaft mit DOK Leipzig fort. Gemeinsam mit EWA vergibt das Festival erstmals einen mit 1.000 Euro dotierten Entwicklungspreis an eine Dokumentarfilmemacherin, die an dem Trainingsprogramm Circle Women Doc Accelerator teilnimmt. Neben dem Preisgeld erhält die Filmemacherin Betreuung bei der Weiterentwicklung ihres Films.

Unter der Leitung von Leena Pasanen hat sich das Team von DOK Leipzig zum Ziel gesetzt, filmschaffende Frauen nicht nur in der Herstellung ihrer Filme, sondern auch in der Verbreitung fertiggestellter Produktionen zu fördern. Die Quote für Regisseurinnen im Deutschen Wettbewerb von DOK Leipzig geht 2019 in die zweite Runde. In diesem Jahr findet DOK Leipzig vom 28. Oktober bis 3. November statt.

Noch bis zum 1. August können Filmschaffende ihre aktuellen Dokumentarfilmprojekte für den DOK Co-Pro Market einreichen.

Graphik in Rot mit dem Logo von DOK Leipzig und einem Schriftzug "Call for Entries"
DOK Leipzig

Die eingereichten Filme haben die Möglichkeit für einen der sechs renommierten Wettbewerbe und zahlreiche weitere Preise mit einem Gesamtpreisgeld von rund 75.000 Euro nominiert zu werden. Zudem qualifizieren sich ausgewählte DOK Leipzig-Gewinner für die ACADEMY AWARDS© und den Europäischen Filmpreis.

„Wir suchen nach Arbeiten, die bereit sind, ungewohnte Perspektiven abzubilden, alte Konzepte neuzudenken oder gar über den Haufen zu werfen. Filme, die erfahrbar machen wollen, dass Dokumentar- und Animationsfilme das Vermögen haben, Gegenwärtigkeit aufzusaugen und auszudrücken“, so Ralph Eue, Programmer von DOK Leipzig.

Alle Filme, die bis zum 5. Mai 2019 eingereicht werden, erhalten bereits im Juni eine verbindliche Rückmeldung zum Auswahlstatus des Films. Die letzte Einreichfrist für Filme sowie für interaktive Arbeiten ist der 7. Juli 2019.

Filme, die sich für die Einreichung qualifizieren, haben das Produktionsjahr 2018 oder 2019 und wurden vor dem 1. Oktober 2018 nicht öffentlich aufgeführt. Welt-, internationale oder europäische Premieren werden bevorzugt; Filme müssen mindestens ihre deutsche Premiere bei DOK Leipzig feiern, um in einen der Wettbewerbe aufgenommen zu werden.

Neben Filmen ist auch die Einreichung interaktiver Arbeiten für die Ausstellung DOK Neuland möglich. Alle Formen innovativer Arbeiten aus dem Bereich New Media sind willkommen, wie etwa 360° Filme, Projekte aus dem Bereich Virtual Reality (Filme, Installation, Theater), Augmented Reality und Mixed Reality, partizipative Filme, Webdokumentationen oder Apps.

2018 wurden bei DOK Leipzig mehr als 3.000 Produktionen eingereicht. Auch 2019 werden während der Festivalwoche vom 28. Oktober bis 3. November in der Offiziellen Auswahl sowie den Sonderreihen von DOK Leipzig rund 300 Filme aus der ganzen Welt gezeigt.