Filmarchiv

A Goat For a Vote

Dokumentarfilm
Kenia,
Niederlande
2013
52 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Hasse van Nunen, Maarten van der Ven
Jeroen van Velzen
Alex Boon
Stef Tijdink
Daan Wijdeveld
Jeroen van Velzen
Robil Rahantoeknam
Richten wir den Blick auf das Einüben demokratischer Prozesse am Beispiel einer Schülerwahl im ländlichen Kenia: Was eigentlich ist die Aufgabe eines Schulsprechers? Egal! Geht es doch um das Amt. Um das Prestige. Um die Weichenstellung individueller Karrieren. Die Kandidaten: Magdalena, die es als einzige weibliche Bewerberin traditionell schwer hat. Harry, der bitterarm ist. Um seine Kampagne zu finanzieren, verkauft er Fische und Kokosnüsse auf dem Markt. Said, der Charmeur. Berufsziel: Armeegeneral. Stratege ist er schon jetzt: Fototermin mit dem Vize, der einen Schritt hinter ihm stehen muss, Plakate kleben, Geld bei Verwandten auftreiben. Und dazu dieses verführerische Lächeln! Allen ist klar, dass sie nur durch Wahlkampfgeschenke siegen können. Oder nennen wir es, wie Magdalenas Großmutter, beim Namen: durch Bestechung. Also verteilen sie Süßigkeiten und „little somethings“. Harry gelingt es sogar, seinen Verwandten eine Ziege abzuschwatzen. Fleisch für alle! Einzig bei Magdalena geht es um Inhalte – weshalb sie verlieren wird …
Was lehrt uns das? Die Schule als gesellschaftlicher Mikrokosmos übt ein, was Erfolg verspricht. Wenn der Weg dorthin über Korruption führt, ist das eine Alltagserfahrung in vielen Ländern. Wie heißt es zu Beginn des Films so schön: „Am besten verstehen wir unsere Gesellschaft, wenn wir auf unsere Kinder blicken.“ In diesem Sinne: A vote for a goat!
Matthias Heeder

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

All Things Ablaze

Dokumentarfilm
Ukraine
2014
82 Minuten
Untertitel: 
englische
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Yulia Serdyukova
Oleksandr Techynskyi, Aleksey Solodunov, Dmitry Stoykov
Anton Baibakov
Oleksandr Techynskyi, Aleksey Solodunov, Dmitry Stoykov
Marina Maykovskaya, Aleksey Solodunov
Oleg Golovoshkin, Boris Peter
Es wird vielleicht noch länger so sein, dass die Ukraine in Flammen steht und das Sinnbild des Kiewer Maidan – brennende Tonnen und Reifenbarrikaden – der visuelle und olfaktorische Knotenpunkt des revolutionären Gedächtnisses bleibt. Die Gesichter voller Ruß, entschlossen, aber müde. Die Köpfe blutig, aber hart. Der Schlachtruf „Ruhm der Ukraine, Ruhm den Helden“ hallt über den Platz, in allen Tonlagen, ein eigenartiger gemeinsamer Nenner der Aufständischen. Was mit Trommeln, Dudelsack und Europafahnen begann und nahtlos in den blutigen Widerstand gegen Knüppel-Bataillone und Gewalt auf beiden Seiten mündete, entfachte – das wird in diesem unkommentierten und doch aussagestarken wie informativen Gemeinschaftsprojekt mehr als deutlich – eine Energie der Masse, die unberechenbar und unaufhaltsam ist.
Im Kern des Films findet sich eine Szene, deren Länge an die Grenzen des Erträglichen geht, deren Symbolkraft aber gerade deshalb auch körperlich spürbar wird: Da demolieren Demonstranten freudig und mit aller Kraft eine riesige Leninbüste und schießen Siegesfotos (ohne recht zu wissen, was Lenin genau mit ihrem Hass zu tun hat), während ein alter Sowjet-Typ das geliebte steinerne Kolossfragment umarmt und nicht mehr freigeben will, bis er beinahe kollabiert. Der Maidan als Schlachtfeld. Quelle horreur!

Barbara Wurm



Ausgezeichnet mit dem MDR-Filmpreis 2014

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Internationales Programm
Amerykanka. All included Viktar Korzoun

Häftlingsalltag im gefürchteten KGB-Hauptquartier Minsk, erzählt vom Dissidenten-Poeten Aljaksandr Fjaduta vor Comic-artig animierter Knastkulisse. Bittere Satire à la Erofeev.

2013

Amerykanka. All included

Animadok
Belarus
2013
52 Minuten
Untertitel: 
englische
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Kasia Kamockaja
Viktar Korzoun
Natalia Shyrko, Eugene Yellow
Viktar Tumar
Viktar Korzoun, Anatoly Todorsky
Alexander Fyaduta, Viktar Korzoun
Taras Senchuk
Das „Amerykanka“ ist das KGB-Hauptquartier und berüchtigtes Folterzentrum in Minsk, Hauptstadt von Weißrussland, der letzten Diktatur in Europa. Unmittelbar nach einer Demonstration gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen vom 19. Dezember 2010 wurden zahlreiche Oppositionelle, unter ihnen Aljaksandr Fjaduta, verhaftet. Drei Monate wurde er im „Amerykanka“ festgehalten, davon annähernd 50 Tage in Einzelhaft. Während dieser Zeit schrieb er den Band „Amerikanische Gedichte“, der die Grundlage dieses mutigen und formal so ungewöhnlichen Films von Viktar Korzun bildet. In dessen Mittelpunkt steht Aljaksandr Fjaduta: seine Verhaftung, die Verhöre, Demütigungen, der Alltag der Haft. Allerdings nicht im traditionellen Interview-Setting, sondern als aktiv Handelnder vor und in animierter Gefängniskulisse. Hierbei schlägt das Realbild des, wie Fjaduta sich selbstironisch beschreibt, „etwas übergewichtigen Protagonisten mit Brille“ beständig um in dessen animiertes Alter Ego und umgekehrt. Dieses in Ermangelung eines realen Drehorts geborene künstlerische Verfahren wird mit großer spielerischer Lust umgesetzt und schafft eine überraschend spöttische Distanz zu den Ereignissen wie zum Zustand des Landes. Und vielleicht ist Spott auch die einzig mögliche Haltung einer Obrigkeit gegenüber, die die Menschen, wie jüngst geschehen, allein deshalb verhaftet, weil sie öffentlich und schweigend gemeinsam in die Hände klatschen.
Matthias Heeder

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CITIZENFOUR

Dokumentarfilm
Deutschland,
USA
2014
114 Minuten
Untertitel: 
deutsche
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Dirk Wilutzky, Laura Poitras, Mathilde Bonnefoy
Laura Poitras
Laura Poitras, Kirsten Johnson, Katy Scoggin, Trevor Paglen
Mathilde Bonnefoy
Im letzten Teil ihrer post-9/11-„New American Century“-Trilogie zeigt die vielfach preisgekrönte Regisseurin Laura Poitras, wie sich der sogenannte „Krieg gegen den Terror“ der USA gegen die eigenen Bürger, gegen jedermann richtet. Es geht um Überwachung – auf der politischen, der philosophischen und der psychologischen Ebene. Es geht um Wahnsinn.
Im Januar 2013 wird Poitras, die schon länger zu dem Thema recherchiert und Kunstaktionen veranstaltet hat, von dem noch völlig unbekannten Edward Snowden kontaktiert und bringt mit dem Guardian-Journalisten Glenn Greenwald dessen brisantes Material im Juni an die Öffentlichkeit, kurz darauf auch Interviews mit ihm.
Poitras interessiert die Schnittstelle zwischen Politik und Kunst. So gestaltet sie „CITIZENFOUR“ als Triptychon der Paranoia: Von pseudo-demokratischen Beteuerungen amerikanischer Politiker und den ersten Whistleblowern über die Panoramen riesiger Geheimdienstzentralen führt es in die klaustrophobische Enge des Hotelzimmers in Hongkong, wo Snowden auf den Moment der Enttarnung wartet. Bis kurz vor die Veröffentlichung des Films reichen die Dreharbeiten und bilden ab, was Snowden auslöste.
Poitras geht es in ihrer Kunst darum, uns mit dem Wissen, das uns verfügbar und eben nicht geheim ist, emotional zu verbinden. „CITIZENFOUR“ macht geradezu physisch erfahrbar, was ein autoritärer Überwachungsstaat ist, und dass auch wir mittendrin sitzen. Kein schönes Gefühl.

Grit Lemke



Ausgezeichnet mit dem Filmpreis "Leipziger Ring" 2014

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From My Syrian Room

Dokumentarfilm
Frankreich,
Deutschland,
Libanon,
Syrien
2014
70 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nathalie Combe, Heino Deckert, Georges Schoucair, Myriam Sassine, Hazem Alhamwi
Hazem Alhamwi
Sivan
Hazem Alhamwi, Ghassan Katlabi
Florence Jacquet
Hazem Alhamwi
Nuzha Al Nazer, Frédéric Maury
Beklemmung überfällt einen. Die Feder von Hazem Alhamwi kratzt über eine Schwarz-Weiß-Skizze, die eines Hieronymus Bosch würdig wäre. Apokalyptische Motive und zugespitzte Satire sind seine Spezialität und waren die Rettung. In einem Land wie Syrien, wo alles, selbst das Atmen – wie einer bitter kommentiert – kontrolliert wurde, brauchte es Fluchträume. Kunst, die auf Öffentlichkeit verzichtet, kann einer sein. Der Film entstand, als die Proteste im Windschatten des Arabischen Frühlings hoffen ließen, dass sich etwas ändern könnte: endlich aussprechen, was jahrzehntelang unterdrückt war und zu hohen Gefängnisstrafen geführt hätte. In Gesprächen mit Freunden und Verwandten betreibt der Regisseur Ursachenforschung, beginnend mit Kindheitserfahrungen von Propaganda und Personenkult, Anpassung und Angst. Heute, da sich die Ereignisse überschlagen, ist die hohe Zeit der schnellen Medien. Alhamwis differenzierte Töne, assoziative Motive und Ausflüge in die Bilderwelt der Kindheit haben es schwer mitzuhalten in einer Gegenwart, in der Syrien zwischen religiösen und ethnischen Interessen sowie denen des Auslands zerrieben wird. Die Stimmen aus Alhamwis Zimmer hallen nach aus einer Zeit, als Demokratisierung und Freiheit gefordert wurden. Diesen kurzen Moment, als die Opposition sich zu formieren und zu formulieren suchte, hält der Film fest. Die Zeit der Idealisten war kurz bemessen.
Cornelia Klauß

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Maidan

Dokumentarfilm
Niederlande,
Ukraine
2014
128 Minuten
Untertitel: 
englische
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Sergei Loznitsa, Maria Choustova-Baker
Sergei Loznitsa
Sergei Loznitsa, Serhiy Stefan Stetsenko, Mykhailo Yelchev
Danielius Kokanauskis, Sergei Loznitsa
Vladimir Golovnitski
Sie singen ihre Nationalhymne, gemeinsam und mit Pathos, individuell und mit Gitarre. Sie singen (auf den ungeliebten Präsidenten Janukowitsch gemünzt) „Vitja, ciao, Vitja, ciao, Vitja, ciao ciao ciao!“, singen Weihnachts- und ukrainische Volkslieder, sie dichten, reimen, spotten, empören sich, feiern. Sie ruhen sich aus, versorgen einander, wärmen, bekochen und bewirten sich. Sie halten zusammen und: fühlen sich frei. Eine neue Zeit ist angebrochen. Man spürt das.
Aktuelles politisches Geschehen in eine dokumentarische Form zu gießen, gelingt nur selten. Umso eindrucksvoller ist Sergei Loznitsas Film „Maidan“, der bereits wenige Monate nach den entscheidenden Kiewer Ereignissen vollendet wurde. Seine langen, ruhigen, unkommentierten Einstellungen formieren sich nicht nur allmählich zu einem Narrativ, sondern zu etwas viel Größerem – der Chronik eines revolutionären, nationalen Erwachens, und noch eine Stufe höher, dem universellen Bild eines Volksaufstandes. Die Präsenz der Tribüne wird vor allem akustisch erfahrbar, das Krachen der Rauchbomben und Heckenschützen später ebenso. Aus Sprechchören werden Schlachtrufe, aus Begeisterung und Esprit am Ende Kampf, Schwere, Trauer und Wehklagen.
Heute, wieder ein paar Monate später, wünscht man sich, dass mit dem Ende dieses Films die Zeit stehen geblieben wäre.

Barbara Wurm



Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm 2014

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No Land's Song

Dokumentarfilm
Frankreich,
Deutschland
2014
90 Minuten
Untertitel: 
englische
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Gunter Hanfgarn, Rouven Rech, Teresa Renn, Anne Grange
Ayat Najafi
Koohyar Kalari, Sarah Blum
Julia Wiedwald, Schokofeh Kamiz
Ayat Najafi
Sasan Nakhai, Dana Farzanehpour, Julien Brossier
„Die Stimme der Frau verschwindet.“ Die iranische Komponistin Sara Najafi meint das ganz wörtlich, denn im Iran wurden mit der Islamischen Revolution 1979 Sängerinnen aus der Öffentlichkeit verbannt. Sie dürfen nicht mehr solo auftreten, außer vor einem rein weiblichen Publikum. Aufnahmen einstiger weiblicher Ikonen sind nur noch als Schwarzmarktware erhältlich. Was für ein schmerzlicher Verlust. Doch Sara ist entschlossen, das kulturelle Gedächtnis aufzufrischen, indem sie auf den Spuren berühmter Sängerinnen der 20er und 60er Jahre Teheran durchstreift, und schickt sich an, die weibliche Stimme in der Gegenwart zu beleben: Mutig plant sie einen Abend mit iranischen und französischen Solistinnen und will so auch abgebrochene kulturelle Brücken wieder begehbar machen.
Ein Konzert, das nicht stattfinden darf. Zweieinhalb Jahre verfolgt der heute in Berlin lebende Regisseur Ayat Najafi mit szenischem Gespür die Vorbereitungen zwischen Teheran und Paris, die stets auf Messers Schneide stehen. Was geht noch, was geht zu weit? Saras regelmäßige Audienzen im Kulturministerium, obwohl nur akustisch (und konsequent zu Schwarzbild) zu vernehmen, erhellen Eigenlogik und Willkür des Systems. Lässt sich mit interkultureller Solidarität und der revolutionären Kraft der Musik dagegen ankommen? Politthriller und musikalische Reise zugleich, vergisst der Film nie sein eigentliches Zentrum: die Stimmen der Frauen.

Lars Meyer



Ausgezeichnet mit dem Preis der Jugendjury 2014

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Internationales Programm
Our Terrible Country Mohammad Ali Atassi, Ziad Homsi

Syrien: Ein junger Fotograf begleitet einen bekannten Dissidenten auf der Flucht vor den Kampfhandlungen, vor der ISIS und ins Exil. Rau und direkt – eine Reflexion im Kugelhagel.

Our Terrible Country

Dokumentarfilm
Syrien
2014
85 Minuten
Untertitel: 
englische
französische
Credits DOK Leipzig Logo
Christin Luettich
Mohammad Ali Atassi, Ziad Homsi
Ziad Homsi, Saeed Al-Batal
Marwan Ziadeh
Mohammad Ali Atassi
Nadim Mishlawi
Akt 1: Ziad Homsi, 24 Jahre, Fotograf und Freiheitskämpfer, trifft in Ghouta, der ersten befreiten Stadt im syrischen Bürgerkrieg, auf den Intellektuellen und „Doktor der Revolution“, Yassin al-Haj Saleh. So abwegig es vor dem Hintergrund der andauernden Straßenkämpfe und der vollständigen Zerstörung der Stadt erscheinen mag – Homsi beginnt, ein Porträt über den prominenten Dissidenten zu drehen. Zunächst noch unsicher im gegenseitigen Umgang, entwickelt sich zwischen beiden eine immer engere Beziehung.
Akt 2: ar-Raqqa. Salehs Heimatstadt wird von den Terroristen der ISIS eingenommen, sein Bruder verhaftet und eingesperrt. Er hat keine Wahl – er muss zurückkehren. Homsi begleitet ihn. Nach 20 Tagen anstrengendster Reise durch (noch) befreites Gebiet erreichen sie die Stadt. Nur, um sich dort vor den ISIS-Fanatikern zu verstecken, die Jagd auf alles machen, was klug, ausgebildet und selbstständig denkend ist. Den Bruder finden sie nicht.
Akt 3: Das erzwungene Exil. Saleh flieht vor dem wachsenden ISIS-Terror nach Istanbul, wo er auch seinen jungen Freund Homsi wiedersieht – ein Treffen zweier Generationen, die durch ihre Revolution mit all den Hoffnungen, Enttäuschungen und Rückschlägen verbunden sind. Die Idee, für die es sich zu kämpfen und zu sterben lohnt, ist verschwunden. Was bleibt, ist die Hoffnung, irgendwann einmal zurückzukehren. Um dort was zu tun?
Matthias Heeder

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Internationales Programm
The Term Pavel Kostomarov, Aleksandr Rastorguev, Aleksej Pivovarov

Insiderblick auf die Köpfe der Anti-Putin-Opposition. Von ganz links bis weit rechts, Intellektuelle, Promis und Politiker. Zeugnis eines brodelnden Chaos – hautnah und atemlos.

The Term

Dokumentarfilm
Estland,
Russland
2014
87 Minuten
Untertitel: 
englische
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Pavel Kostomarov, Aleksandr Rastorguev, Aleksej Pivovarov
Pavel Kostomarov, Aleksandr Rastorguev, Aleksej Pivovarov
Dies ist DER Film über die Opposition gegen Putins Russland. Einer der Regisseure, Pavel Kostomarov, wurde während seiner Entstehung durchsucht, etliche der Protagonisten saßen in Untersuchungshaft, einige sind verurteilt. Die dutzenden Kameras, die zu dem Mitte Mai 2012 gestarteten Online-Clip-Projekt beitrugen, auf dem der Film basiert, sind vor Ort, wenn fast sämtliche Anführer der Proteste gegen die Regierung festgenommen werden. Nur Herr Belov‚ der Weiße, bleibt ungeschoren, wenn er den Nazi-Mob zu „Lang lebe Anders Breivik“-Schlachtgesängen treibt. Da ist einmal Ksenija Sobčak, Politiker-Tochter, Ex-Putin-Patenkind, Talkshow-Masterin und vieles mehr, die trotz Glamour zur Repräsentantin der gemäßigten liberalen Intelligenzija taugt. Da ist Aleksej Naval’nyj, der trotz massiver Neigung nach weit rechts unzählige Anhänger um sich schart. Da ist Sergej Udal’cov, linksextremer Frontmann. Oder Petr Verzilov, Gatte von Pussy-Riot-Nadja und nunmehr „best friend“ von Madonna und Yoko Ono.
Sie alle nehmen mit ihrem Auftreten eine „Frist“ in Kauf. Eine „Frist“ ist es aber auch, die mit dem wiederholten Amtsantritt Putins als Präsident eingesetzt hat – die entscheidende sogar, wie sich zeigt, was den Aufstieg und Niedergang des bürgerlichen Widerstands gegen die Autokratie betrifft. Während der Zar, von „maîtres“ wie Depardieu beklatscht, seinen „thrill on Blueberry Hill“ besingt …
Barbara Wurm

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Varya

Dokumentarfilm
Russland
2014
46 Minuten
Untertitel: 
englische
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Nastya Velskaya
Aliona Polunina
Dmitry Rakov
Aliona Polunina
Aliona Polunina
Zwischenzeiten, Unklarheiten. Die Suchmaschinenmächte verdeutlichen das: Für Yandex ist die Krim russisches Territorium, für Google ukrainisch. Nur einen Knopfdruck entfernt liegt das Reich von Facebook, als Plattform ideologischer Positionierung auch nicht zu unterschätzen.
Aliona Polunina stößt bei ihrem Versuch, einen Film über den russisch-ukrainischen Krieg zu drehen, auf Varya, eine einfache Moskauer Mathematiklehrerin, grauhaarig-zerzaust, mit naivem Blick, Gesundheitssandalen, Einkaufstüten und Notebook. Varya ist seltsam, aber eine Heldin: Denn sie klappert ihre Facebook-Kontakte ab, und zwar in jenem Land, das über Nacht zum erklärten Feind ihrer Regierung geworden ist. Varya goes Ukraine – und erkundet dort ein ganzes Spektrum an politisch-nationaler Euphorie, das sie (ob militant oder pazifistisch, idiosynkratisch oder kollektiv) mit Empathie zu verstehen und später ihren russischen Mitstreitern gegen massenmediale Verblendung zu vermitteln versucht.
Es ist dieser simple Schritt, Adressen des virtuellen sozialen Netzwerks zu realen Kontakten zu machen, der Polunina und uns die Gelegenheit gibt, über die dokumentarische Kamera wieder Zugang zu bekommen zu einer Öffentlichkeit, die im militärischen und medialen Krieg unterzugehen droht – sei es durch reglementierte Ausblendung, sei es durch den Overkill unreglementierter Selbsteinblendung. Gegen beide Kriege tritt Varya an. Was mutig ist.
Barbara Wurm

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Victory Day

Dokumentarfilm
Russland
2013
29 Minuten
Untertitel: 
englische
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Sergey Vinokurov, Alina Rudnitskaya
Alina Rudnitskaya
Fedor Bakulin
Alina Rudnitskaya
Sergey Vinokurov
Alexsey Antonov
„Nur in Russland ist es denkbar, dass der Präsident jenes Jahr, in dem er seine Scheidung einreicht, zum ‚Jahr der Familie‘ erklärt.“ Während unten auf den Straßen Sankt Petersburgs das Fahnenmeer der Siegesparade verdeutlicht, wie sehr mittlerweile Russisch-Nationales, Kommunistisches und Orthodoxes verschmolzen sind im Land der ideologischen Extreme, sitzen lesbische und schwule Paare zu Hause auf ihren Sofas. Hinter geschlossenen Fenstern und jenseits der neuen Öffentlichkeit, die nunmehr rein zu halten ist von „Perversen“. Sie erzählen, wie sie sich kennengelernt haben und wie Eltern und Umgebung mit ihrem Bekenntnis zur Homosexualität umgehen. Im TV läuft eine Talkshow, ein Biedermann hält das im Juni 2013 verabschiedete Anti-Homosexuellen-Gesetz für zu harmlos: „Solchen muss man das Spenden von Blut und Sperma verbieten, und im Fall eines Autounfalls sollte man ihre Herzen in der Erde vergraben oder verbrennen, als ungeeignet für die Fortsetzung jedweden Lebens.“ Er erntet minutenlangen Applaus.
Das Schöne an diesem Film ist die Normalität dieser Lieben und Liebenden, die Selbstverständlichkeit ihrer Ansichten und Haltungen. Und doch hat sich – spätestens gegen Ende, in der fulminanten Schlussmontage – eine Schicht der Verzweiflung über ihre klugen Gesichter gelegt. Nach Juden und Queers, sagt einer, fehle jetzt eigentlich nur noch ein Gesetz über Hexen. Willkommen im Mittelalter, willkommen im Russland von heute.
Barbara Wurm

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Waves

Dokumentarfilm
Ägypten
2013
71 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ahmed Nour
Ahmed Nour
Markus Aust
Ahmed Fathy
Simon El Habre, Meriem Amrioui
Chadi Abo, Yasmin Finri
Ahmed Nour
Emile Aouad
Der erste Langfilm von Ahmed Nour ist eine melancholische und bildstarke Auseinandersetzung mit der gekidnappten Revolution von 2011. Was ist geblieben von den Träumen, für die so viele ihr Leben ließen? In Sues, seiner Heimatstadt, begann der Aufstand, und nach Sues kehrt er zurück, um ein ganz persönliches Fazit seines Arabischen Frühlings zu ziehen. Zugleich beschreibt er die mentale Verfasstheit der sogenannten „Revolutionsgeneration“ Ägyptens, die ermattet und voller Skepsis in eine ungewisse Zukunft blickt.
Die fünf Kapitel/Wellen behandeln mit ganz eigener Ästhetik – Animation, Archiv- und dokumentarisches Material, Sound – jeweils einen Abschnitt im Leben des Regisseurs bzw. der Stadt. Die Verbindung von persönlicher Erinnerung und historischen Wegmarken dient nicht nur der Selbstvergewisserung in Zeiten des Zweifels, sondern hilft auch, der enttäuschenden Gegenwart die Möglichkeit einer besseren Zukunft abzugewinnen. Frontstadt war Sues im Krieg gegen Israel, dann Besatzerstadt, dann „Flamme der Revolution“ im Kampf gegen die Diktatur. Aber was hat sich für die Menschen geändert? Folgt man dem Regisseur, nicht viel. Die Infrastruktur zerfällt, das Trinkwasser ist verseucht, es gibt keine Jobs, Gerüchte über ausländische Spione machen die Runde, die alten Bündnisse lösen sich auf. Wer also ist heute der Feind? Worauf ihm ein alter Mentor entgegnet: „Der Feind ist in dir.“
Matthias Heeder

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