Ein schwarz-weiß Bild, über einem Weizenfeld hängt eine jugendliche Person in einem gepunkteten Hemd kopfüber in das Bild hinein. Die Haare stehen ganz zu Berge, sie lacht ausgelassen

Retrospektive würdigt Dokumentarfilmerinnen der DDR

Mit Filmen von Helke Misselwitz, Petra Tschörtner, Angelika Andrees und anderen Regisseurinnen nimmt die Reihe „Die Dokumentaristinnen der DDR“ in diesem Jahr einen vernachlässigten Teil der deutschen Filmgeschichte in den Blick.

Die sechs Programme umfassen Institutionenporträts, Essays und Alltagsbeobachtungen – darunter DEFA-, Hochschul- und TV-Produktionen von der Staatsgründung 1949 bis zum Jahr des Mauerfalls.

In vielen Filmen ist ein persönlicher Zugang und eine an individuellen Erfahrungen interessierte Auseinandersetzung mit dem Leben im Sozialismus erkennbar. Sie widmen sich Themen wie Arbeit und Kunst, Kindheit und Mutterschaft. Sie erkunden Frauenperspektiven ebenso wie die männlich dominierte Welt der Nationalen Volksarmee.

Es entstanden aber auch unter weiblicher Regie Filme, die merklich von der SED-Diktatur geprägt sind. Die Retrospektive präsentiert so auch staatstragend auftretende Filme sowie wiederentdeckte Arbeiten aus dem Filmschaffen ostdeutscher Frauen.

Alle Filme der Retrospektive im Überblick (PDF)

Mehr über die Entstehung der diesjährigen Retrospektive lesen Sie hier in einem Gespräch der beiden Kurator*innen Carolin Weidner und Felix Mende.

Matineen knüpfen thematisch an

Thematisch ergänzt wird die Retrospektive mit zwei weiteren filmhistorischen Programmen. Die diesjährige DEFA Matinee präsentiert unter dem Titel „Angelika Andrees – Der einfühlsame Blick“ das schmale DDR-Filmwerk der Regisseurin, deren bekanntester Film „Heim“ (1978, Co-Regie mit Petra Tschörtner) bis 1990 verboten war. Die Matinee Sächsisches Staatsarchiv zeigt unter dem Titel „Sozialistische Frauenbilder – Die weibliche DDR“ Filme von Frauen zu den Themenkomplexen Frauenpolitik, Umweltschutz und Filmschaffen in der DDR.

Filmliste DEFA Matinee (PDF)
Filmliste Sächsisches Staatsarchiv (PDF)