Rund ums Jahr
Perfekte Einstimmung zur kommenden Festivalwoche im Oktober: Am 16. September sind wir mit unserem DOK Day im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig und am 17. September direkt noch einmal im Kulturkino Zwenkau.
Über den Film
Szene für Szene wird eine Biografie behutsam in Schichten freigelegt und damit auch deutsche Geschichte: Nationalsozialismus, DDR, Nachwendezeit. Eine Enkelin besucht ihren Großvater. Der ältere Herr treibt regelmäßig Sport, hat einen Gymnastikraum im Haus. Sie erklärt ihm ihr Projekt – und ihr Film wird diesen Projektcharakter behalten. Es ist ein permanentes Ausloten, wie tief, wie weit sie mit ihren Fragen gehen kann.
In einer schäbigen Metallbox, die offenbar schon lange nicht mehr geöffnet wurde, verwahrt er Familienfotos aus der NS-Zeit. Auch die Aufnahme des älteren Bruders in der Uniform des nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienstes ist darunter. Erst wenige Monate nach Kriegsende nahm es die Urgroßmutter aus Angst vor den Blicken der Rotarmisten von der Wand. Der Großvater verehrte seinen 1944 an der Ostfront gefallenen Bruder, bewunderte dessen Kraft und Sportlichkeit. Im Sportland DDR lebte er den Körperkult weiter. Wiederholt geht es in den Gesprächen um persönliche Verantwortung und moralische Grauzonen, um Vergessen und Verdrängung. Die Enkelin scheint sich zu fragen, wem sie überhaupt gegenübersitzt.
Auf einen Blick
Vorstellung am 16. September
Wo: Zeitgeschichtliches Forum Leipzig
Wann: Mittwoch, 16. September, 19:00 Uhr
Tickets: Eintritt frei
Sprache: Deutsche Originalfassung
Vorstellung am 17. September
Wo: Kulturkino Zwenkau
Wann: Donnerstag, 17. September, 20:00 Uhr
Tickets: 8,50, ermäßigt 6 Euro
Sprache: Deutsche Originalfassung
Im Anschluss an beide Vorstellungen gibt es ein Nachgespräch mit Regisseurin Laura Coppens.
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