Filmarchiv

Filmstill My Mother’s Scars

Die Narben meiner Mutter

Die Narben meiner Mutter
Tete Hoffmann
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

„Der hat das so schön gemacht, mit so einer Akribie hat er das genäht, der Arzt.“ Im Leben der Mutter verweben sich Katholizismus und psychische Belastung. Im körnigen 16mm-Material sind Kratzer sichtbar, von anderen, körperlichen Narben ist im Voiceover die Rede. In dieser widerständigen Miniatur siegt der Respekt vor der Entschiedenheit über die Kritik an der moralischen Verurteilung. Dafür reichen wenige Bilder, ein Kichern und ein gemeinsam gesungenes Lied. Die Bezüge bleiben offen, die Ambivalenz, die zwischen den Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Interieurs, Arznei- und Andachtsarrangements, zwischen On und Off entsteht, darf so stehen bleiben. Auch in der Bibel gibt es Menschen, die keine Kraft mehr zum Leben haben. Am Ende ist die Haut wieder weich gecremt, und Bilder, Text und Gesang werden sanft miteinander vernäht.

Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Tete Hoffmann
Kamera
Tete Hoffmann
Schnitt
Tete Hoffmann
Produktion
Tete Hoffmann
Ton
Tete Hoffmann
Funding institution
Universität der Künste Berlin
Key Collaborator
Julia Roliz
Deutscher Wettbewerb 2021
Media Name: 4b290a1e-2eb1-47c4-aa67-814e42f2e9ae.jpg
Nasim Ole Jacobs, Arne Büttner
Einfühlsames, intimes Porträt einer afghanischen Frau und ihrer Familie im Geflüchtetenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos – bevor und während das Camp in Flammen aufging.
Media Name: 4b290a1e-2eb1-47c4-aa67-814e42f2e9ae.jpg

Nasim

Nasim
Ole Jacobs, Arne Büttner
Deutscher Wettbewerb 2021
Dokumentarfilm
Deutschland
2021
120 Minuten
dari,
Französisch,
Griechisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch

Acht Monate lang begleitete das Filmteam um Ole Jacobs und Arne Büttner die Afghanin Nasim und ihre Familie im Geflüchtetenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos, wo zeitweise 20.000 Menschen auf einem für weniger als 3.000 Personen konzipierten Raum leben mussten. Der beobachtende Dokumentarfilm zeigt äußerst einfühlsam den Alltag der zweifachen Mutter, die es auf beeindruckende Weise schafft, die Herausforderungen dieser unzumutbaren Extremsituation immer wieder aufs Neue zu meistern.

Nasim lebte mit ihrer Familie zuvor im Iran, wo sie bereits Diskriminierung erdulden musste. Ihre Ehe ist zerrüttet, die stillen Konflikte mit ihrem Mann fängt die Kamera behutsam ein – Blicke erzählen alles. Nasim leidet an Rheuma und kann ihre Hände kaum noch bewegen. Trotzdem findet sie dafür liebevolle, erklärende Worte – ihren eigenen und den anderen Kindern gegenüber. Sie springt sogar vorübergehend als Ersatz für die weggegangene Schullehrerin ein: „Heute werden wir malen …“ Das Verständnis, das sie anderen stets entgegenbringt, bleibt ihr selbst jedoch verwehrt: Alle in ihrem Umfeld meinen besser zu wissen, was sie braucht. Als das Camp im September 2020 in Flammen aufgeht, scheint jede Hoffnung auf eine bessere Welt verloren. Nasim ist auf sich allein gestellt – doch ganz vielleicht birgt diese erneute Katastrophe auch eine Chance.
Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ole Jacobs, Arne Büttner
Kamera
Arne Büttner
Schnitt
Janina Herhoffer
Produktion
Ray Peter Maletzki, Ayla Güney, Stephan Helmut Beier
Co-Produktion
Ole Jacobs, Arne Büttner
Ton
Ole Jacobs, Azadeh Zandieh
Performer
Nasima Tajik
Ausgezeichnet mit: DEFA Förderpreis, ver.di Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Kids DOK 2023
Filmstill Nele in the Clouds
Nele in den Wolken Bernadette Hauke
Nele träumt davon, eine Ballonfahrt zu machen. Das ist nicht so einfach, denn ihre Mutter ist gehbehindert und im Alltag brauchen sie viel Hilfe. Geht der Traum vielleicht doch in Erfüllung?
Filmstill Nele in the Clouds

Nele in den Wolken

Nele in den Wolken
Bernadette Hauke
Kids DOK 2023
Dokumentarfilm
Deutschland
2022
25 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Auf dem Balkon ist Nele den Wolken ganz nah. Schöner wäre es jedoch, eine Ballonfahrt zu machen und ihnen noch näher zu sein. Dieses Vorhaben ist nicht so einfach umzusetzen, denn Neles Mutter ist gehbehindert. Bei Unternehmungen brauchen sie Hilfe und ihr Alltag wird von vielen anderen Menschen mitorganisiert. Ihnen geht es sehr gut zusammen, aber so ein Ausflug im Heißluftballon wäre schon toll …

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Bernadette Hauke
Kamera
Luana Knipfer
Schnitt
Antonella Sarubbi
Produktion
Matthias Kringe
Ton
Tom Claudon, Hannes Hirsch
Broadcaster
RBB Rundfunk Berlin-Brandenburg
Young Eyes 2025
Filmstill Niñxs
Niñxs Kani Lapuerta
Kani Lapuerta begleitete Karla acht Jahre lang beim Aufwachsen und bei ihrer Transition. Gemeinsam erzählen sie Karlas Coming of Age: farbenfroh, verspielt und aus trans Perspektive.
Filmstill Niñxs

Niñxs

Niñxs
Kani Lapuerta
Young Eyes 2025
Dokumentarfilm
Mexiko,
Deutschland
2025
84 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Deutsch

Karla ist verträumt, Karla ist charismatisch und Karla ist trans. Zusammen mit ihren Eltern wächst sie in der mexikanischen Kleinstadt Tepoztlán auf. Sie liebt es, sich zu schminken oder zu verkleiden. Aber manchmal wächst ihr die Welt auch über den Kopf. Dann versteckt sie sich stundenlang in ihrem Zimmer. Zum Glück hat Karla Freundinnen und eine Familie, die sie unterstützen, oft verstehen und immer auch mal herausfordern.
Über acht Jahre hinweg begleitete trans Filmemacher Kani Lapuerta seine Protagonistin in ihrem Alltag und ihrer Transition. Entstanden ist eine farbenfrohe, verspielte und politische Coming-of-Age-Erzählung aus trans Perspektive. Gemeinsam erschaffen Karla und Kani einen filmischen Raum, in dem ihre Fantasie genauso wichtig ist wie ihre Identität – und wo beides ineinanderfließt. Der Filmtitel bezieht sich auf eine der möglichen geschlechtsneutralen Formen des spanischen Ausdrucks „niños“, der auch nicht-binäre, trans und genderfluide Kinder einschließt. „Niñxs“ ist ein berührender, Mut machender Film über Kindheit, Kreativität und Selbstermächtigung – und ein starkes Plädoyer für eine Welt, in der alle einfach sie selbst sein dürfen.

Tina Jany

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Kani Lapuerta
Buch
Kani Lapuerta
Kamera
Quetzalli Malagón
Schnitt
Yuri Amaral
Produktion
Sulecia Pineda
Co-Produktion
Dirk Manthey, Anke Petersen
Sound Design
Eloisa Diez, Janis Grossmann-Alhambra
Musik
Boris Skalsky
Deutscher Filmverleih
MissingFILMs
Redaktion
Sabine Bubeck-Paaz
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Filmstill Nonna

Nonna

Nonna
Vincent Graf
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland,
Italien
2025
72 Minuten
Italienisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Rosa hat über drei Jahrzehnte in Deutschland gelebt und gearbeitet, mit dem hart verdienten Geld wurde zu Hause, in Süditalien, ein Haus gebaut. Es war ursprünglich als Sicherheit für die ganze Familie gedacht, aber die blieb in Deutschland, als Rosa Ende der 1990er dort einzog. Seit ihr Mann gestorben ist, betreibt sie darin allein ein doppelstöckiges Bed and Breakfast, das seine beste Zeit bereits hinter sich hat. Ihre täglichen Routinen sind von Mühsal und Enttäuschung geprägt: Die Schufterei wird im Alter nicht leichter, Reinigungskräfte sind schwer zu finden, mit der Region geht es immer weiter abwärts. Rosa hat schlechte Laune, beklagt sich im Stillen und streitet laut mit dem Bruder, der nebenan wohnt. Die Familie ist weit weg und die Verbindung oft schlecht. Nur die regelmäßigen Fahrten ans nahe Meer, das auch im Winter schön ist, machen sie glücklich. Was tun mit einem Vermächtnis, das niemand haben will?
„Nonna“ ist eine Würdigung der Großmutter durch ihren filmemachenden Enkel, die präzise und mit leisem Witz Menschen, Orte und Zeit erfasst, und von einer Lebensbewegung zwischen zwei Heimaten erzählt, die nicht so verlaufen ist, wie man sich das einmal vorgestellt hat.

Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Vincent Graf
Kamera
Vincent Graf
Schnitt
Vincent Graf
Produktion
Vincent Graf, Kunsthochschule für Medien Köln
Ton
Vincent Graf
Sound Design
Luisa Kremer
Key Collaborator
Rita Schwarze, Oliver Schwabe
Nominiert für: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness