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Jahr

Filmstill Death Does Not Exist

Death Does Not Exist

La mort n’existe pas
Félix Dufour-Laperrière
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kanada,
Frankreich
2025
72 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Als Marc seiner Freundin Hélène gesteht, dass er sie liebt, antwortet sie nur: „Später!“ Der Zeitpunkt für sein Geständnis könnte ungünstiger nicht sein, hinter Hélènes Erwiderung steckt eine viel größere Dimension. Die beiden gehören zu einer Gruppe von Aktivist*innen, die im Wald gerade ihre Smartphones verbrannt und sich den letzten wichtigen Fragen gestellt haben. Fragen nach Angst, Macht, Mut, Loyalität und nach Zweifeln. Im Anschluss überfallen sie – stellvertretend für die Schuldigen am Dilemma dieser Welt, wie sie meinen – ein reiches und einflussreiches Rentnerpaar in dessen Nobelanwesen. Die bewaffnete Attacke endet in einem Blutbad. Hélène aber wird mitten im Schusswechsel von einer seltsamen Erstarrung heimgesucht und gerät bald danach in den surrealistischen Strudel einer fatalen zweiten Chance.
Der kanadische Regisseur und Drehbuchautor Félix Dufour-Laperrière sagt, er schreibe „mit Farben im Kopf, Metamorphosen, traumhaften Sequenzen und mentalen Bildern, die sich auf der Leinwand materialisieren“. Aus handgezeichneten Vorlagen entstand eine vor allem symbolwuchtige 2D-Animation fließender Figuren und Silhouetten, die sich weder offensiv formulierten Botschaften noch der überbordenden Magie des Formats verweigert.

Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Félix Dufour-Laperrière
Produktion
Nicolas Dufour-Laperrière
Animation
Félix Dufour-Laperrière
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Desire on the Surface of the Skin
Desire on the Surface of the Skin Sunny Stanila
Bilder, deren papierne Materialität an die Oberfläche von Haut erinnern, erzählen durch aufblitzende Farbakzente und einen elektrisierenden Sound von der Sensation der Berührung.
Filmstill Desire on the Surface of the Skin

Desire on the Surface of the Skin

Desire on the Surface of the Skin
Sunny Stanila
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Kanada
2019
3 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Die Bilder, deren feinziselierte Materialität an die Oberfläche der menschlichen Haut erinnert, untersuchen die Erfahrung des physischen Kontakts. Dunkle Tinte befleckt den papierenen Untergrund und stört dessen klares Weiß. Aufblitzende Farbakzente und elektrisierender Sound machen die Sensation der Berührung spürbar. Die extreme Vergrößerung schafft eine intime Beziehung zu Pigment und Textur.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sunny Stanila
Filmstill The Dependents

The Dependents

En la luna es el día
Sofía Brockenshire
Internationaler Wettbewerb 2022
Dokumentarfilm
Argentinien,
Kanada
2022
90 Minuten
Englisch,
Koreanisch,
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Dreißig Jahre lang bereiste Sofía Brockenshires Vater die Welt als Beamter der kanadischen Einwanderungsbehörde, die Familie stets an seiner Seite. Tagebücher und andere Zeitdokumente berichten von den zahlreichen Umzügen, von Destinationen in Südkorea, Indien, in den Ländern Süd- und Mittelamerikas. Entstanden ist ein kleinteiliges Mosaik aus Erinnerungen und audiovisuellen Schnipseln, das nicht nur die Perspektive des Staatsdieners einzunehmen sucht, sondern auch die seiner Frau und der Kinder.

Auf die Frage, woher sie denn eigentlich kämen, antworten die Brockenshire-Sprösslinge klug: aus den Koffern. Denn mit ihnen sind sie Jahr um Jahr unterwegs, ständig darauf gefasst, einen gerade erst bezogenen Wohnort wieder verlassen zu müssen. Das Leben der Familie wird von den kanadischen Behörden bestimmt, ein privates Mitspracherecht scheint es kaum zu geben. Neil Brockenshire selbst begegnet seiner beruflichen Laufbahn ambivalent: voll Dankbarkeit und mit der Gewissheit, Menschen geholfen zu haben, aber auch nachdenklich und zeitweise hadernd. Sofía Brockenshire fügt in ihrem Film zusammen, was binnen Dekaden über den gesamten Erdball verstreut wurde: Fotografien, Gedanken, Sehnsüchte. „The Dependents“ ist persönliches Porträt und gleichsam Reflexion – über ein Dasein als professioneller Expat in einer Welt, die für die einen keine Grenzen hat und für die anderen lauter Hürden.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sofía Brockenshire
Kamera
Sofía Brockenshire
Schnitt
Sofía Brockenshire
Produktion
Sofía Brockenshire
Ton
Julian Flavin
Sound Design
Julian Flavin
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring, Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis
DOK Neuland 2025
Filmstill The Dollhouse
The Dollhouse Charlotte Bruneau, Dominic Desjardins
Die 9-jährige Juniper navigiert durch vielschichtige Erinnerungen: In einer Papierwelt entfalten sich ungerechte Machtverhältnisse im Umgang mit einer Bediensteten der Familie.
Filmstill The Dollhouse

The Dollhouse

La maison de poupée
Charlotte Bruneau, Dominic Desjardins
DOK Neuland 2025
XR
Kanada,
Luxemburg
2025
23 Minuten
Französisch,
Englisch
Untertitel: 
Keine

Tauchen wir ein in die Welt der 9-jährigen Juniper, in ihre komplizierten und beschämenden Erinnerungen an Magnolia, die als Haushaltshilfe in die Familie kam. Animation und Ton sind so zart wie trügerisch. „The Dollhouse“ entlarvt das Zuhause als Werkstatt, in der ungerechte Machtdynamiken ausgeformt werden. Die Geschichte entfaltet sich in alle Richtungen und bietet manchmal Möglichkeiten zur Interaktion.

Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Charlotte Bruneau, Dominic Desjardins
Produktion
Rayne Zukerman, Hélène Walland
Produktionsfirma
Wild Fang Films