Filmarchiv

Filmstill L’mina

L’mina

L’mina
Randa Maroufi
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Frankreich,
Marokko,
Italien,
Katar
2025
26 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch

Unwirklich mutet die Landschaft an, die Randa Maroufi im finalen Teil ihrer Trilogie über marokkanische Städte präsentiert. Es handelt sich um Jerada, wo einst eine Kohlenmine zahlreiche Arbeiter in die Region lockte. Und obschon das Bergwerk bereits 2001 schloss, findet der Abbau noch immer statt – heimlich und unter gefährlichen Umständen. Maroufi verflicht Super8-Aufnahmen der Kumpel und ihrer Familien mit 3D-Scans des Areals. Am eindrucksvollsten aber ist ihre Reinszenierung der Abläufe und Bedrohungen mit den in Jerada Tätigen selbst: In langen Einstellungen, sowohl über als auch unter der Erde, wird ein Malochen sichtbar, physisch, ausdauernd, ausgeführt mit den einfachsten Mitteln. Hände mit Schaufeln befüllen Kohlesäcke und laden sie auf ein umgebautes Motorrad, einige Meter darunter kriechen Männer durch engste Gänge, die jederzeit einzustürzen drohen. Gemeinsam mit einer ausgeklügelten Soundkulisse beschwört „L’mina“ einen fast surrealen Ort herauf. Gleichzeitig gemahnen dokumentarische Bilder daran, dass die Minengegend kein begehbares Diorama ist, sondern Realität. In ihrer Widmung zum Schluss formuliert Maroufi mit Nachdruck: „Für all jene, die im Schatten leben, um uns zu erleuchten“.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Randa Maroufi
Buch
Randa Maroufi
Kamera
Luca Coassin CCS
Schnitt
Céline Perréard, Randa Maroufi
Produktion
Randa Maroufi, Oumayma Zekri Ajarrai
Co-Produktion
Oumayma Zekri Ajarrai
Ton
Sara Kaddouri, Toni Geitani, Randa Maroufi
Filmvertrieb
Wouter Jansen
Publikumswettbewerb 2025
Filmstill Life After Siham
Life After Siham Namir Abdel Messeeh
In einer Montage aus Homevideos, familiären Erinnerungen und Szenen aus ägyptischen Filmklassikern findet der Regisseur eine visuelle Sprache für die Trauer um seine verstorbene Mutter.  
Filmstill Life After Siham

Life After Siham

La vie après Siham
Namir Abdel Messeeh
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Frankreich,
Ägypten
2025
80 Minuten
Französisch,
Arabisch
Untertitel: 
Englisch

Für Namir ist es eine schmerzhafte Erkenntnis, dass seine geliebte Mutter nicht unsterblich ist. Eigentlich wollte er mit Siham noch einen Film machen. Nun steht er mit seinem Vater Waguih und seinen Kindern, die noch zu jung scheinen, um den Tod zu verstehen, trauernd in der Kirche — und lässt sich filmen. „Wie immer vertraue ich darauf, dass das Kino mir hilft.“ Der Film, so ist er überzeugt, kann aus einer Tragödie eine Komödie machen – und er kann Erinnerungen, die sonst verblassen, festhalten.
Schon in „Die Jungfrau, die Kopten und ich“ (2011) hatte Namir Abdel Messeeh die Biografie seiner Familie zwischen Ägypten und Frankreich, ihren christlichen Glauben und die Liebe zum Kino verarbeitet. Aber Sihams Wunsch war, dass ihr Sohn statt mit den eigenen Verwandten endlich mal einen Spielfilm mit Schauspielstars realisiert. Mit der Kraft des Kinos erzählt Namir Abdel Messeeh stattdessen von der Liebe seiner Mutter, ihrer Sehnsucht und ihren Mysterien. In einer Montage aus Homevideos, familiären Erinnerungen und Szenen aus ägyptischen Filmklassikern von Youssef Chahine erscheint Siham so nahezu „larger than life“.

Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Namir Abdel Messeeh
Buch
Namir Abdel Messeeh
Kamera
Nicolas Duchêne
Schnitt
Benoît Alavoine, Emmanuel Manzano
Produktion
Camille Laemlé
Sound Design
Roman Dymny
Musik
Clovis Schneider
Filmvertrieb
Marcella Jelić
Filmstill Love

Love

Love
Réka Bucsi
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Frankreich,
Ungarn
2016
14 Minuten
ohne Dialog,
englische Titel
Untertitel: 
Keine

Auf einem von seltsamen Kreaturen bewohnten Planeten landet ein grün bewachsener Meteorit und entfacht Licht, Farbe, Fruchtbarkeit und Innigkeit. Pflanzen beginnen zu leuchten, Tiere finden sich zu Paaren zusammen oder werden auf unterschiedlichste Weise eins miteinander. Eine Erzählung in drei Kapiteln über Verlangen, Liebe und Einsamkeit, aufgefächert in wundersam surrealen Momentaufnahmen.

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Réka Bucsi
Buch
Réka Bucsi
Produktion
Marc Bodin-Joyeux, Gábor Osváth
Co-Produktion
Boddah
Sound Design
Péter Benjámin Lukács
Animation
Cyrille Chauvin, Thibaut Petitpas, Nicole Stafford, Réka Bucsi