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Filmstill No Dogs or Italians Allowed

No Dogs or Italians Allowed

Interdit aux chiens et aux Italiens
Alain Ughetto
Eröffnungsfilm 2022
Animationsfilm
Frankreich,
Italien,
Belgien,
Schweiz,
Portugal
2022
70 Minuten
Französisch,
Italienisch
Untertitel: 
Englisch

Hunger und Not herrschen zu Beginn des 20. Jahrhunderts im piemontesischen Bergdorf Ughettera. Die duldsamen Bauern klagen weder über die schmarotzenden Priester noch über die harte winterliche Saisonarbeit im benachbarten Frankreich – auch nicht, als der italienische Staat sie zu den Waffen ruft, zunächst nach Libyen und wenig später in den Weltkrieg. Erst als die Faschisten kommen, tauscht die Familie Ughetto ihre Heimat gegen neue Entbehrungen und neue Hoffnungen jenseits der Grenze.

Alain Ughetto hat seinen italienischen Großeltern Cesira und Luigi mit dieser fantasievoll inszenierten Puppenanimation ein warmherziges Denkmal gesetzt. Mit subtiler Komik, Zärtlichkeit und Empathie erzählt er von Generationen, die in Armut lebten, aber auch von Glück und Liebe, von Geschick und Missgeschick. „Man entstammt keinem Land, man entstammt seiner Kindheit“, lehrt ihn Cesira. In der Chronik der Familie findet der Regisseur sich selbst, erkennt seine Vorliebe für die Arbeit mit der Hand wieder. Bald wird der Film zu einer Reflexion über das Geschichtenerzählen mit dem, was diese Hand formt. Sie selbst ist im Bild immer wieder präsent – wenn sie aus Holzkohle Berge und aus Brokkoli Wälder zusammensetzt, oder wenn sie von Cesira einfach nur eine Tasse verdammt kräftigen Espresso gereicht bekommt.
Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Alain Ughetto
Kamera
Fabien Drouet, Sara Sponga
Schnitt
Denis Leborgne
Produktion
Alexandre Cornu
Musik
Nicola Piovani
Animation
Marjolaine Parot
Filmvertrieb
Clément Chautant
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Filmstill Nonna

Nonna

Nonna
Vincent Graf
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland,
Italien
2025
72 Minuten
Italienisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Rosa hat über drei Jahrzehnte in Deutschland gelebt und gearbeitet, mit dem hart verdienten Geld wurde zu Hause, in Süditalien, ein Haus gebaut. Es war ursprünglich als Sicherheit für die ganze Familie gedacht, aber die blieb in Deutschland, als Rosa Ende der 1990er dort einzog. Seit ihr Mann gestorben ist, betreibt sie darin allein ein doppelstöckiges Bed and Breakfast, das seine beste Zeit bereits hinter sich hat. Ihre täglichen Routinen sind von Mühsal und Enttäuschung geprägt: Die Schufterei wird im Alter nicht leichter, Reinigungskräfte sind schwer zu finden, mit der Region geht es immer weiter abwärts. Rosa hat schlechte Laune, beklagt sich im Stillen und streitet laut mit dem Bruder, der nebenan wohnt. Die Familie ist weit weg und die Verbindung oft schlecht. Nur die regelmäßigen Fahrten ans nahe Meer, das auch im Winter schön ist, machen sie glücklich. Was tun mit einem Vermächtnis, das niemand haben will?
„Nonna“ ist eine Würdigung der Großmutter durch ihren filmemachenden Enkel, die präzise und mit leisem Witz Menschen, Orte und Zeit erfasst, und von einer Lebensbewegung zwischen zwei Heimaten erzählt, die nicht so verlaufen ist, wie man sich das einmal vorgestellt hat.

Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Vincent Graf
Kamera
Vincent Graf
Schnitt
Vincent Graf
Produktion
Vincent Graf, Kunsthochschule für Medien Köln
Ton
Vincent Graf
Sound Design
Luisa Kremer
Key Collaborator
Rita Schwarze, Oliver Schwabe
Nominiert für: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness