Filmarchiv

Land (Film Archive)

Filmstill Contradiction of Emptiness

Contradiction of Emptiness

Contradiction of Emptiness
Irina Rubina
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Deutschland
2024
3 Minuten
Russisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Wie brutal ist es, wenn die eigene Sprache jemanden aus dem Zuhause verstößt, weil sie zur Sprache des Verbrechens gegen andere Menschen gemacht wird? In ihrem autobiografischen Animationsfilm analysiert Irina Rubina, warum Russisch für sie nicht mehr die Sprache der Geborgenheit sein kann und warum Deutsch – geschichtsbedingt schuldbewusst und dadurch verunsichert – ihr noch kein neues Zuhause bietet. Die schonungslose Sachlichkeit der Regisseurin als Sprecherin wühlt enorm auf, weil sie die Unumkehrbarkeit dieses emotionalen Zustands präzise beschreibt.
Visuell fressen sich dunkle Flecken in grafisch idealisierte Heimatbilder, bis sich Flächen im Abstrakten ineinander verbeißen. Die Bilder sind am sogenannten Pinscreen entstanden. Auf dieser Leinwand, die mit rund 200.000 in Linien angeordneten Nadeln versehen ist, lassen sich Reliefs durch Schattenwürfe der Nadeln „malen“ und animieren. Der Wechsel von Licht und Schatten und beider unmittelbare Nachbarschaft verleihen der Zerrissenheit und Ambivalenz einen drastischen Ausdruck.

André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Irina Rubina
Produktion
Irina Rubina
Sound Design
Luis Schöffend
Animation
Irina Rubina
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Filmstill The Car That Came Back from the Sea
The Car That Came Back from the Sea Jadwiga Kowalska
Polen, 1981. Es gibt kaum Essen, kein Benzin, nur eingeschränkte Freiheiten. Sechs Freunde quetschen sich in ein altes Auto und machen sich auf zur Ostseeküste – und vielleicht darüber hinaus.
Filmstill The Car That Came Back from the Sea

The Car That Came Back from the Sea

Samochód, który wrócił z morza
Jadwiga Kowalska
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Schweiz
2023
11 Minuten
Englisch,
Polnisch
Untertitel: 
Englisch

Polen, 1981. Sechs Freunde quetschen sich in ein viel zu kleines altes Auto und machen sich, angetrieben vom Wunsch nach Freiheit, auf den Weg zur polnischen Ostseeküste. Je weiter sie kommen, desto deutlicher wird, in welch marodem Zustand ihr Land ist. Die Pension, in der sie übernachten, hat nichts, was sich zum Frühstück auftischen ließe. Auch andernorts sind Lebensmittel und Benzin knapp. Es fehlt an allem. Nur Schnaps, in rauen Mengen, kann man überall und jederzeit kaufen. Genau wie ihre Heimat zerfällt auch ihr Auto Stück für Stück. Doch der Trip geht weiter, vorbei an demonstrierenden Menschenmassen, Panzern, Absperrungen und bewaffneten Polizisten.
Singend, lachend und sorglos schaffen es Leszek und sein Trupp schließlich ans Meer. Ist damit das Ende ihrer Reise erreicht? Oder sollte man sich den Hunderttausenden anschließen, die Polen bereits verlassen haben? Die Grenzen des filmischen Bildes zumindest sind offen. Die spärlichen, nur bruchstückhaften grafischen Elemente auf leerem weißen Hintergrund scheinen kaum ein Anreiz, an diesem Ort zu verweilen. Es gibt kein Hindernis, das die Freunde davon abhalten könnte, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jadwiga Kowalska
Schnitt
Fee Liechti Seigner
Produktion
Jadwiga Kowalska
Ton
Thomas Gassmann
Musik
Christian Aregger, Roland Bucher
Animation
Jadwiga Kowalska, Marco Ellensohn, Jérémie Dupraz, Laure Clemansaud
Filmvertrieb
Luce Grosjean
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis