We’ll Be Alright

We’ll Be Alright

Dokumentarfilm
Frankreich
2016
81 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Rebecca Houzel
Alexander Kuznetsov
Alexander Kuznetsov
Alexander Abaturov
Alexander Abaturov
Julia und Katja sind „ungewollte Kinder“ in mehrfacher Hinsicht. Von ihren Familien verstoßen, vom Staat in Waisenhäuser gesteckt und schließlich in ein „Neuropsychologisches Institut“ in Ostsibirien eingewiesen, wurden sie – wie viele andere – ihrer elementarsten Grundrechte beraubt. Auch wenn sie jetzt junge Frauen sind, bleibt das Institut ihre finstere Aussicht auf Lebenszeit. Ihr Traum jedoch ist die Freiheit, ein selbstbestimmtes Leben. Und dafür sind sie bereit zu kämpfen. Zwei Anläufe, um endlich für mündig erklärt zu werden, nehmen sie auf dem steinigen Pfad durch die russische Bürokratie. Mutig und mit engelsgleicher Geduld stellen sie sich unnahbaren Richtern – Figuren wie aus einem Roman von Franz Kafka – und psychologischen Gutachten, die man ihnen auch auf Nachfrage nicht erklärt.

Mit feinem Gespür für das Wesentliche und die charakteristische Geste folgt der Film ihnen durch die Instanzen und porträtiert sie zugleich in ihrer gewohnten Umgebung, die ihnen bei aller Sehnsucht und trotz schreiender Ungerechtigkeit die Normalität ersetzt hat. Beide, die zornige Katja und die schicksalsergebene Julia, sind so etwas wie sanfte Stars im Institut. So erzeugt der Film ein durchaus zwiespältiges Gefühl bei der Frage, wie sie denn mit ihrer Biografie in der kalten Freiheit da draußen bestehen können. Die Hoffnung ist ein Wagnis.

Lars Meyer

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