In the Name of Scheherazade oder der erste Biergarten in Teheran

In the Name of Scheherazade oder der erste Biergarten in Teheran

Dokumentarfilm
2019
76 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Nicholas Coleman (Oasysdigital)
Narges Kalhor
Yorgia Karidi
Julia Swoboda
Frank Müller
Kevin Müller
Aydin Alinejad, Narges Kalhor
Philip Hutter
Narges Kalhor
Narges Kalhor macht sich auf leichtfüßige Weise daran, herkömmliche Vorstellungen über das Aussehen und die Entstehung eines Dokumentarfilms zu untergraben. Ihre Charaktere: ein homosexueller Teenager aus Syrien, der in Deutschland einen Antrag auf Asyl stellt, eine Künstlerin, deren Arbeit immer wieder auf ihre afghanischen Wurzeln zurückgeführt wird, und eine handfeste iranisch-stämmige Bierbrauerin, die – wider jede Wahrscheinlichkeit – in Teheran einen Biergarten eröffnen will und gegen die Windmühlen der iranischen Bürokratie kämpft.

In einem wilden Potpourri verwebt die Regisseurin die Geschichten dieser Leute mit einer animierten Rahmenhandlung um die märchenhafte Scheherazade und dem eigenen Ringen um einen Film, der ohne Zugeständnisse an fremde Erwartungen auskommt. Dabei ist sie mit einem unsichtbar bleibenden männlichen Redakteur konfrontiert, der immer wieder versucht, die Filmhandlung „geschmeidiger“ zu gestalten, das vermeintlich Komplizierte einzuebnen, um den „Sehgewohnheiten“ des Publikums entgegenzukommen. Narges Kalhor sagt, sie mache Filme über das Leben und seine Umstände. Sie sagt nichts darüber, mit welch anarchischer Freude sie dabei Realität mit Fiktion verschränkt. Das muss sie auch nicht. Man darf am Ende einfach amüsiert registrieren, dass sich der beschlagene Redakteur am ehesten für die Story um den ersten Teheraner Biergarten erwärmen kann.

Luc-Carolin Ziemann



Ausgezeichnet mit dem Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts.

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