Elephants & Squirrels

Filmstill Elephants & Squirrels

Elephants & Squirrels

Elephants & Squirrels
Gregor Brändli
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Schweiz
2025
114 Minuten
Englisch,
Singhalesisch,
Deutsch,
Vedda
Untertitel: 
Englisch

Bei Recherchen in Schweizer Museen stößt die sri-lankische Künstlerin Deneth Piumakshi Veda Arachchige auf Depot-Objekte, die als Zeugnisse für das Alltagsleben einer Indigenen Adivasi-Gemeinschaft ihres Landes zusammengetragen wurden. Auch wenn die Schweiz keine Kolonien hatte, profitierte sie vom kolonialen System. Zwischen 1883 und 1913 unternahmen die Naturforscher Fritz und Paul Sarasin Expeditionen nach Britisch-Ceylon und Niederländisch-Ostindien. Sie erkundeten diese Gebiete – mit Hilfe von Zwangsarbeiter*innen – und brachten exotische Tiere, Pflanzen, Artefakte und menschliche Gebeine nach Basel: Eine der größten ethnologischen Sammlungen im deutschsprachigen Raum entstand – paradigmatisch für koloniale Gewalt und eurozentrischen Wissenschaftsanspruch. Bereits in den 1970er Jahren forderte Sri Lanka die Rückgabe, doch die Schweiz lehnte ab.
Deneth Piumakshi Veda Arachchige macht sich auf eine Reise entlang der damaligen Route der Sarasins und setzt sich, gemeinsam mit Adivasi-Repräsentant*innen, erneut für die Restitution ein. Ein Hürdenlauf durch Behörden und starre Museumsstrukturen beginnt. Konsequent begleitet der Film die interdisziplinäre Künstlerin und Co-Autorin des Drehbuchs beim kreativen und investigativen Verhandeln von Besitzverhältnissen. Dabei wirft er ein höchst unbequemes Licht auf die kolonialen Verflechtungen und deren bis heute blinde Flecken im globalen Norden.

Annina Wettstein

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gregor Brändli
Buch
Gregor Brändli, Deneth Piumakshi Veda Arachchige
Kamera
Jonas Jäggy
Schnitt
Gregor Brändli
Produktion
Frank Matter
Co-Produktion
Urs Augstburger
Ton
Gregor Brändli
Sound Design
Thomas Rechberger
Musik
Yanik Soland
Filmvertrieb
Michaela Čajková
Broadcaster
SRF Schweizer Radio und Fernsehen
Nominiert für: Silberne Taube, FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury
Ausgezeichnet mit: Silberne Taube Langfilm (Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm)